Eine Frau lebte in großer Unordnung:



Wer heute seine gute Tat des Tages noch nicht getan hat, dem sei das hier ans Herz gelegt:
http://raul.de/leben-mit-behinderung/
via Ulf
Frau van Ende war eine sehr beeindruckende Person. Die gebürtige Belgierin, die stolz darauf war, daß ihr Urgroßvater noch geboren worden war, als es Belgien noch gar nicht gab, war nach dem Krieg bei Familie Sondern einquartiert worden.
Ihr Haus war in einer Bombennacht dem wütenden Feuersturm zum Opfer gefallen, ihr Verlobter nicht aus dem Krieg heimgekehrt.
Deshalb ist auch schon das erste Wort dieser Geschichte im Grunde genommen falsch, denn die alte Dame legte bis zu ihrem Tode allergrößten Wert auf die Anrede ‘Fräulein’.
Das Zimmer, das Familie Sondern dem ausgebombten Fräulein zur Verfügung stellen mußte, war vielleicht knappe 20 Quadratmeter groß, aber vom ersten Winkel bis zur letzten Zimmerecke angefüllt mit kuriosen Mitbringseln aus aller Welt.
Fräulein van Ende war Handelskorrespondentin von Beruf gewesen und hatte von ihren ausgedehnten Auslandsaufenthalten Souvenirs mitgebracht, die man nicht nur als abstrus, sondern sogar als apokryph bezeichnen könnte.
Ein Aschenbecher aus einem Gürteltierrücken, ein Hocker aus einem Elefantenfuß und ein kleines ausgestopftes Krokodil mit seltsam schräg stehenden Glasaugen standen neben bunten Flaschen mit eingelegten Reptilien und einem fast meterlangen Segelschiffmodell mit spinnengespinstüberzogener Takelage.
Von der Decke baumelten die merkwürdigsten Musikinstrumente, bei deren Anblick man sich schon vorstellen konnte, daß kaum jemand hierzulande sie jemals hätte spielen können.
Nur ein schmaler Weg von der Tür bis zum großen dunkeleichenen Himmelbett war wirklich frei, der ganze Rest des Zimmers war, bis auf eine Ecke mit einem Schaukelstuhl hoffnungslos vollgestellt.

Ich muß das als eigenen Artikel schreiben und kann es nicht als Nachtrag zum letzten Text dazuschreiben, sonst bekommen die Facebook-Nutzer das nicht mit:
Mittlerweile haben sich etliche Leser gemeldet, die einen Rechner für Hans haben. Vielen Dank! Mit so viel schneller Reaktion hätte ich gar nicht gerechnet.
Ein Leser kommt so halbwegs hier aus der Nähe und hat einen doch noch recht aktuellen Rechner herumstehen, den er jetzt noch aufbürstet und aufrüstet. Außerdem hat er noch ein 32″-Display zur Verfügung, das von der Größe her ja für Hans ideal wäre. Mal sehen, ob wir das Riesenteil bei Hans installiert bekommen und ob der Platz reicht.
Trotzdem: Wenn jemand noch einen Flachbildschirm über 20″ hat, bitte trotzdem noch melden, ich fürchte nämlich fast, daß der 32-Zöller nicht in Hans’ Computerecke paßt.
Fehlt noch der Drucker. Falls sich keiner findet, lege ich den noch oben drauf.
Und die Schreiber der gehässigen Mails und Kommentare können mich mal! Statt das hier als Bettelaktion zu verunglimpfen oder mir zu unterstellen, ich wolle mich damit in den Besitz eines alten Windows-PCs bringen, hätten sie lieber mal selbst irgendeinem armen Teufel was in den Hut geworfen. (Ich wünsche wie stets: Beide Arme in Gips und dann sechs Wochen Durchfall.)
Und nein, ich werde hier nicht meine Finanzen offenlegen, um zu zeigen wie reich ich bin und daß ich den PC locker hätte aus eigener Tasche bezahlen können. Eine Frechheit, solche Forderungen!
Diese Deppen wissen doch gar nicht, was ich alles tue und wem ich alles helfe! Aber eins ist sicher, meine Frau und ich müssen keinen einzigen Euro für irgendwelche Hilfsprojekte spenden, wo ein großer Anteil der Spenden in Verwaltungstöpfen versickert, wir tun mehr als genug, manchmal mehr als uns gut tut.
Kann man denn nicht einmal einfach nur was Gutes und Liebes tun wollen, ohne daß solche synapsenamputierten Lobotomieopfer hier mitgröhlen?
Hans ist blind.
Ich habe ja immer gedacht, wenn jemand blind ist, dann kann er überhaupt nichts mehr sehen, aber bei Hans ist das anders. Er hat noch ein gewisses Restsehvermögen von weniger als 2% und ein stark eingeschränktes Gesichtsfeld (Röhrensehen). So genau kenne ich mich nicht aus und es ist natürlich für Hans äußerst schwer, einem Sehenden zu beschreiben, was er noch sieht. Er kennt das nicht anders, er ist so auf die Welt gekommen.
Hans kenne ich schon bestimmt 30 Jahre; nein, nächstes Jahr sind es genau 30 Jahre.
Kennengelernt habe ich ihn nämlich 1984 als ich einmal ein gebrauchtes Auto kaufte, in dem ein CB-Funkgerät eingebaut war.
Erst wollte ich den Apparat irgendwann ausbauen, doch dann hörte ich auf langen Fahrten gerne den LKW-Fahrern und den damals noch sehr viel vorhandenen Dauerfunkern aus der Region zu.
Ein Mann fiel mir wegen seiner äußerst samtig-angenehmen Stimme sofort auf und ich hatte einen großen blonden Mann vor Augen. Eines Tages klagte er über ein kleines technisches Problem an seinem Funkgerät, eine Sache, die jeder eigentlich selbst beheben kann.
'Na, der wird zwei linke Hände haben’, dachte ich und ließ mir erklären, wie man ihn erreicht. Vor dem Haus erwartete mich ein alter Mann, sein Vater. Der führte mich in das Zimmer oben unter dem Dach und da lernte ich Hans kennen.
Ein kleiner, fast kahlköpfiger Mann von etwa 25 Jahren, der mir seine Hand so linkisch entgegenstreckte und dabei den Kopf so hin und her bewegte, daß mir recht schnell klar wurde, daß er blind ist.
Hans war also nicht der blonde Hüne, den ich insgeheim vor meinem geistigen Auge gesehen hatte, sondern ein alleinstehender blinder Mann, der bei seinen Eltern auf der Mansarde lebte und sich seine Freizeit mit einem für Blinde gut geeigneten Medium, dem CB-Funk vertrieb.
Arbeit hatte Hans auch, er saß bei einer Krankenkasse an einer Schreibmaschine und schrieb Briefe vom Band. Audiotypist nannte man das, glaube ich.
Hans Vater und Mutter brachten Kuchen und Kaffee nach oben, ihr Sohn bekam selten Besuch.
Man merkte, wie sehr die alten Leute sich um ihren Sohn bemühten und später einmal, ich habe Hans dann immer mal wieder besucht, fiel auch einmal der Satz: “Mein Gott, was soll aus Hans werden, wenn wir mal nicht mehr sind?”

Hello Mr. Undertaker,
ich war mal wieder auf Friedhofstour – diesmal auf dem Melatenfriedhof in Köln, einem der schönsten Friedhöfe Deutschlands. Was Gruftis am Wochenende halt so machen…
Hier sieht man den berühmten Sensenmann, funktionierend-vorbildliche Grabpatenschaften und die “Mall of Death”. Mehr in meinem Bericht darüber hier: http://der-schwarze-planet.de/melatenfriedhof-koeln/
Außerdem wollte ich Dich und Deine Leser schon immer mal fragen: Hast Du einen Lieblingsfriedhof? Welchen und warum?
Die Grabsymbole aus der Tier- und Pflanzenwelt auf den Gräbern des Melaten haben sich Freunde von mir angesehen. Könnte ebenfalls interessant sein für Deine Leser: http://www.schemenkabinett.de/?p=703
Viele Grüße
Shan Dark
Ich persönlich bin sehr gerne auf schönen Friedhöfen. Für mich erzählen Friedhöfe und die Gräber darauf Geschichten und beflügeln meine Phantasie und über eine beruhigende, keinesfalls beängstigende Wirkung auf mich aus.
Es gibt viele Friedhöfe,die ich mag.

Als vor einer Woche eine Verwandte gestorben ist, hat der Bestatter den Spiegel von der Wand genommen. Ist er dazu berechtigt oder machen das alle Bestatter so? Ich habe das in meinem Beruf noch nicht mitbekommen das ein Bestatter den Spiegel abnimmt, ich bin Altenpflegerin im häuslichen Pflegedienst.
Es ist eine der Traditionen, über die es sehr viele Geschichten gibt.
Es ist in vielen Kulturen, z.T. auch bei uns, durchaus üblich, im Trauerhaus befindliche Spiegel mit einem Tuch zu verhängen, mit der spiegelnden Seite zur Wand verkehrt aufzuhängen oder sie abzunehmen.
Die Begründungen hierfür sind so vielfältig wie die Regionen und die Religionen und entsprechen auch zumeist einem Aberglauben.
Hierzu zählt auch der Brauch, im Haus eines Toten die Spiegel zu verhängen. Man befürchtete, der Tote könne sonst, von seinem Spiegelbild gebannt, länger im Haus verweilen. Oder der Tod würde weitere Todesfälle nach sich ziehen, da Spiegel ja die Kraft der Verdopplung und Vervielfältigung haben. Quelle: antike-Spiegel.ch
Da fliegst Du durch die ganze Republik, schlägst Dir zwei Tage um die Ohren und hast Dich noch weitere zwei Tage vorher im Büro sorgfältig für Deinen Vortrag vorbereitet.
Ich reise nicht gerne, ich mag es nicht aus dem Koffer zu leben, ich mag es nicht, in Hotels schlafen zu müssen und kein eigenes Auto vor der Tür zu haben, sondern auf Taxis angewiesen zu sein.
Aber man macht das, weil die Fans und Leser es verdient haben, daß man zu Lesungen, Vorträgen und Auftritten kommt; und weil man meistens dabei auch etwas verdient.
Nun bin ich also weit gereist und halte an einem Tag drei Vorträge über den Beruf des Bestatters. Ich tue das im Auftrag einer, nennen wir es mal so, Consulting-Firma, die ein größeres Unternehmen betreut.
Vereinbart ist eine feste Summe für den kompletten Auftritt zuzüglich Spesen.
Ich habe ein schönes Hotel, treffe mich mit den Leuten von der Consulting-Firma zum Abendessen, die Stimmung ist ausgezeichnet. Am nächsten Tag spreche ich beim Kunden dieser Consulting-Firma vor drei größeren Gruppen und ernte viel Beifall.
Schon zwischendurch wird mir begeistert berichtet, der “Flurfunk” habe gezeigt, wie angetan die Zuhörer von meinem Vortrag sind.
Entsprechend motiviert und locker gehen mir die weiteren Vorträge von der Hand bzw.über die Lippen.
”Nein, Sie müssen nicht die ganze Zeit über Ihren Beruf sprechen, Sie sollen authentisch als Autor rüberkommen, lesen Sie ruhig auch ein Kapitel aus einem Ihrer Bücher”, hatte es geheißen.
Ich habe das nicht gemacht, ich hatte einfach viel zu viel zu erzählen und die Zuhörer waren viel zu interessiert und stellten viele Fragen, sodaß für eine kleine Zwischendurchlesung keine Zeit blieb.
Was ich denn anziehen solle, hatte ich vorher gefragt, man weiß ja nicht, was dieser Kunde denn eigentlich erwartet.
”Was Sie wollen! Sie sollen authentisch sein!”

Den Jüngeren unter meinen Lesern wird der Name wahrscheinlich gar nichts sagen. Esther Williams ist Sportlerin gewesen und immerhin 91 Jahre alt geworden, da kann man sich denken, daß ihre sportliche Karriere lange, lange zurück liegt.
Aber der Name Esther Williams wäre auch mir kein Begriff gewesen, denn ihre sportliche Karriere als Schwimmern hatte sich in den späten 30er und in den 40er Jahren abgespielt. Doch nach der sportlichen Karriere hatte sich Esther Williams ein zweites Standbein als Hauptdarstellerin recht seichter, vielfach amüsanter, aber immer groß ausgestatteter Hollywood-Revuefilme aufgebaut. “Die badende Venus” war wohl der bekannteste Streifen.
In allen Filmen, in denen Sänger mitspielen, kann man auf den Moment warten, an dem sie anfangen zu singen und bei Esther Williams Filmen war der Moment, in dem sie ihre Robe abwarf und in einem atombusenbetonenden Badeanzug ins Wasser sprang ebenfalls absehbar und vorprogrammiert. Ihr schwimmerisches Talent überwog ihre Schauspielkünste, soviel darf man sagen. 