Amerikanische Gräber

Guten Tag,
ich habe eine Frage zu amerikanischen Friedhöfen. Bzw. wie die Gräber angelegt sind. In diesem speziellen Fall, geht es um das Grab von Sharon Tate. Auf dem Holy Cross Cemetary sieht man ihren Grabstein im Boden eingelegt. Aber es gibt nicht, wie bei uns, das eigentliche Grab vor dem Grabstein. Oder ist es dort so, dass man quasi über dem Sarg steht und der Grabstein, dass Kopfende des darunter befindlichen Sarges darstellt? Sharon Tate wurde nicht eingeäschert, daher frage ich mich, wo ihr Sarg zu finden ist – bzw. der Erde übergeben wurde.
Ich danke Ihnen für eine rasche Antwort.
Liebe Grüße
Frank

Auf den meisten Friedhöfen in den Vereinigten Staaten werden Gräber für die Ewigkeit angelegt. Das bedeutet, daß sie nicht -wie bei uns- nach einer gewissen Zeit ablaufen, weil dann der Verstorbene weg ist oder als weg gilt.
Da in den USA viele Verstorbene einbalsamiert werden, ist auch generell eine sehr lange Liegezeit notwendig. Hinzu kommt, daß die Särge oft nicht direkt in die Erde gestellt werden, sondern in betonierte Kästen. Außerdem verwenden die Amerikaner vielfach Metallsärge, die so gut wie gar nicht vergehen.

Aufgrund der langen Liegezeiten und einer anderen Friedhofskultur, sowie den großen Entfernungen ist eine permamente Grabpflege in den meisten US-Staaten nicht üblich und auch nicht vorgesehen.
Nachdem das Grab verschlossen wurde, wird es eingeebnet und an dieser Stelle Gras ausgesät. Vom eigentlichen Grab sieht man dann meist nur noch den Grabstein.

Tatsächlich befindet sich aber der Sarg in etwa an der Stelle, wo er sich auch bei unseren Gräbern befinden würde. Das heißt, wenn man unmittelbar vor dem Grabstein steht, steht man im Grunde auf dem Grab.

Ein Punkt ist noch zu berücksichtigen: Oftmals werden die Grabsteine von Gräbern prominenter Personen einige Fuß versetzt aufgestellt. Die exakte Lage des Sarges kann somit nicht anhand des Grabsteins ermittelt werden. Dies geschieht, um Grabschädnungen vorzubeugen.

Bild: BernerAchim – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=39116947

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  • 7. Juni 2017 - 4 Kommentare - Lesezeit ca.: 2 Minuten - Kategorie: Frag den Bestatter

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Veröffentlicht von

Hier erzählt und informiert der Schriftsteller Peter Wilhelm. Der Sachverständige ist Chefredakteur von "Bestatter heute". Der Satiriker veröffentlicht Satiren und
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peter wilhelm autorenlesung

Peter Wilhelm
Peter Wilhelm7. Juni 2017

4 Kommentare von 138028.

  1. Hmmm… woran liegt es, dass auf der Startseite der Anfang des Artikels (bei mir) eine lange Reihe untereinanderliegender Einzelbuchstaben ist?
    A
    l
    s
    o

    u
    n
    g
    e
    f
    ä
    h
    r

    s
    o?

  2. Das ist nicht mehr nur in Amerika so. Wir haben auch eine neuere Grabstelle in der Familie, die aus Rasen besteht mit einer Platte am Kopfende, auf der sich der Grabstein befindet und zusätzlich Vasen u. ä. abgestellt werden können. Die Rasenfläche des Grabs wir vom Friedhofspersonal gepflegt, so dass keine zusätzliche Pflege notwendig ist.

  3. Ich schaue mir stets besonders hübsche Gräber an. Mir gefällt, wenn ein schöner Stein was aussagt.Wenn eine Platte dann noch über dem Grab liegt, mit nur höchstens 2 freien Flächen: sparsam und durchaus dann noch pflegbar, wenn man selbst in die Jahre kommt. Auch Vasen, die mit in die Grabplatte integriert wurden: schön!

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