Sep
07
Gebirge
Und dann sagte da gerade eben eine Kundin am Telefon: "Aber Sie kommen doch nicht mit Blaulicht und Matterhorn, oder?"
Sep
07
Platz 3
Sep
07
Unser Grab ist weg
Da stehe ich in der Einfahrt und spiele etwas mit den Kindern und der zugelaufenen Katze, da bremst auf der Straße hinter mir ein Auto scharf ab. Ein Ehepaar (Mitte 50) steigt aus und er kommt wild gestikulierend und mit hochrotem Kopf auf mich zu. Er ist noch 10 Meter entfernt da ruft er schon: "Haderlump, elendiger!" und schüttelt die Fäuste. Seine Frau sieht nicht minder gefährlich aus.
Da ich nicht weiß, was der geraucht hat, winke ich den Kindern zu und die verschwinden im Haus.
"Was wollen Sie bitte?" frage ich.
"Sie sind ein Verbrecher! Ein Gauner!" röhrt der offensichtlich bajuwarische Hirsch mit dem roten Kopf.
Viel Angst muß ich vor dem nicht haben, ich bin groß, breit und 10 Jahre jünger. "Was für ein Problem haben Sie denn?"
"Sie, wir waren auf dem Friedhof und das Grab von meiner Mutter ist weg!"
Mir ist immer noch nicht ganz klar, was der von mir will. Das sagt er mir dann aber gleich: "Bei Ihnen haben wir das Grab bestellt und Sie haben die Beerdigung gemacht und jetzt ist das Grab weg."
Sep
07
Werbung auf dem Friedhof
Eine Kommentatorin schrieb:
"Wir dürfen ja auf dem Friedhof keine Reklame machen." - davon war ich auch immer ausgegangen. aber ich hab es mehrmals erlebt, daß bei der beerdigung auf dem friedhof vor der kapelle unter dem kondolenzbuch bzw. -zettel eine ganze reihe visitenkarten steckten. ich fand das unmöglich und hab die alle eingesteckt. ich war noch nicht drei schritte weg, als einer der angestellten der bestattungsfirma wieder welche druntergeklemmt hat. ich finde das absoltut unangemessen. ist es wirklich (gesetzlich) untersagt? dann hätte ich nächstes mal endlich ein argument statt nur unbehagen. - immerhin hat besagter angestellter entsetzt geguckt, als ich ihm erzählt habe, daß ich die visitenkarten eingesteckt habe, damit ich möglichst vielen leuten zeigen kann, welche firma sie nicht beauftragen sollten ...
Ein anderer meinte per E-Mail:
Dürfen Bestatter wirklich keine Werbung auf dem Friedhof machen? Bei uns steht direkt am Eingang des Friedhofs eine Reklame vom städtischen Bestattungsinstitut.
Ob und inwieweit man dort Werbung machen darf, hängt von den Bestimmungen der jeweiligen Kommune ab.
Anständige Bestatter halten sich aber an den Kodex und werben nicht auf Friedhöfen, vor Altersheimen und in/an Krankenhäusern.
Allerdings muss man das etwas differenzierter sehen. Auch wir halten es für unangebracht, mit Reklametafeln o.ä. an diesen Orten zu werben. Allerdings möchten wir natürlich auf dezente Weise kenntlich machen, daß wir diejenigen sind, die eben diese Bestattung dort ausrichten.
Hier ist es z.B. verboten. daß unsere Mitarbeiter auf dem Friedhof als Angestellte unseres Hauses kenntlich sind. Kleine Namensschilder oder Schriftzüge bzw. Logos an der Kleidung sind untersagt. Bei manchen Bestattungen stellen wir einen Bestattungswagen in Friedhofsnähe ab, sodaß die Trauergäste sehen können, wer da tätig ist. Auch die Kugelschreiber, die wir zu den Kondolenzbüchern legen, sind entsprechend beschriftet und wir haben überhaupt nichts dagegen, wenn jemand die mitnimmt.
Visitenkarten auszulegen, ging uns allerdings zu weit.
In manchen Gemeinden halten sich die örtlichen Bestatter nicht an den Kodex und werben ungeniert neben dem und gegenüber vom Friedhof. Oft auf dem Gelände einer Friedhofsgärtnerei.
Dass städtische Bestattungsdienste alles Mögliche "dürfen", was anderen Bestattern verboten ist, ist ein uraltes Problem.
Viele Kommunen unterhalten ja (noch) städtische Bestattungsinstitute. In manchen Städten sind diese inzwischen in so genannte städtische Eigenbetriebe ausgegliedert, was faktisch aber an der Konkurrenzsituation zu den niedergelassenen Bestattern nichts ändert. Aber das soll ein anderes Mal Thema hier sein.
Sep
07
Da fahren wir jetzt mal hin 2
Ich war ja ebenso wie ihr gespannt auf den Ausgang der Geschichte. Manfred und Harry haben mir gerade Bericht erstattet und ich habe viel nachgefragt. Jetzt weiß ich, wie es war.
Da hatten ja über Tage hinweg Kinder vor allem in den Abendstunden unter unserer Firmennummer angerufen, und immer wieder den selben Spruch ins Telefon gesungen: "Drei Schnaps, drei Bier, das trinken wir!" Manchmal konnte man gar nicht verstehen, was die da riefen, so laut mussten die schon während des Anrufs lachen.
Die machten sich also offensichtlich einen Spaß und wir verstehen Spaß. Nur ist es für uns nervig, weil wir ohnehin immer in Alarmbereitschaft sind und bei jedem abendlichen Telefonklingeln immer denken, daß wir jetzt ausrücken müssen. Immerhin sind dann ja bis zu vier Mitarbeiter involviert. Bei echten blinden Alarmen ist der Mann am Telefon betroffen, zwei Fahrer die ausrücken und eventuell noch jemand der die Beratung machen soll.
In diesem Fall war ja aber schon beim ersten Zuhören offensichtlich, daß das nur Juxanrufe waren. Ich hatte überlegt, was man da machen kann. Ganz klar, es handelte sich um Kinder, die offenbar Gefallen an unserer "glatten " Rufnummer gefunden hatten.
Eine glatte Rufnummer, manche werden das wissen, ist eine Telefonnummer, die so ähnlich ist wie beispielsweise 222333 oder 203040 oder 404040. So in dieser Art ist unsere Nummer auch. Man kann sogar vermuten, daß die Kinder einfach irgendeine lustige oder einfache Zahlenkombination getippt haben, ohne zu wissen, wer sich da meldet.
Sep
07
Chemnitz
Von den vielen Kollegen die hier mitlesen könnte u.U. einer aus Chemnitz kommen oder als Bestatter für Chemnitz und Umgebung tätig sein. Falls das so ist, soll er/sie sich doch bitte per E-Mail bei mir melden.
Sep
07
Crazy coffins - Verrückte Särge
Gleich mehrere Leser haben mich auf die "verrückten Särge" aufmerksam gemacht.
Die Bildergalerie findet man hier im Web.
Einige haben die Frage damit verbunden, ob solche Särge bei uns auch angeboten werden und ob damit ggfs. eine Bestattung möglich sei.
Ich wüßte derzeit nicht, wer hierzulande solche Sargmodelle oder ähnliche Särge vertreibt. Ein Import würde sich kaum lohnen. Amerikanische Modelle beispielsweise verteuern ihren Preis nahezu um 100% allein durch den Transport.
Allerdings steht es auch zu bezweifeln, daß solche Modelle tatsächlich ernsthaft nachgefragt würden. Selbst normale Sargmodelle, die nur geringfügig in Form oder Farbe abweichen, verkaufen sich äußerst schlecht.
Sofern die Särge die Bedingung der meisten Friedhöfe erfüllen und aus Holz sind, dürfte eine Verwendung hier kaum verboten sein. Bleibt fraglich inwieweit manche Friedhofchefs sich aufgrund der ungewöhnlichen Optik aufregen und eine Verwendung untersagen. Ein anderes Problem könnten außergewöhnliche Formen bei der Lagerung, dem Transport und bei der Beisetzung aufwerfen, da die meisten Einrichtungen auf normale eher quaderförmige Särge eingerichtet sind.
Sep
07
Da fahren die jetzt mal vorbei
Seit drei Tagen rufen abends immer Kinder bei uns an und krähen dann ins Telefon: "Drei Schnaps, drei Bier, das trinken wir!"
Manchmal rufen die zwölf Mal hintereinander an, auch nach 23 Uhr und da liege ich manchmal schon im Bett.
Heute Abend haben Harry und Manfred Dienst. Manfred ist klein und untersetzt, aber Harry hat ganz lange dünne Arme und Beine und ist fast 2 Meter groß. Er macht selbst immer Späße über seinen Totengräber-Look. Ja und heute fahren die mal da hin. Rufnummernübertragung und Klick-Tel machen's möglich. Mal sehen, ob die Kinder dann noch Lust haben, bei uns anzurufen.
Sep
07
Zugelangt
Am Nachmittag spricht mich heute eine ältere Damen vor dem Haus an. Ob auch wir solche Grabkreuze verkaufen, will sie wissen.
Natürlich haben wir Grabkreuze. Das sind jene Holzkreuze von etwa 1 Meter Höhe, die nach der Beerdigung bis zum Aufstellen des Grabsteines auf das Grab gestellt werden.
Ob wir ihr bitte eines mit dem Namen ihres Mannes beschriften können, damit sie es aufs Grab stellen kann.
"Kein Problem", sage ich, "das kann ich Ihnen sofort machen, wenn Sie möchten."
Sie wartete bei einer Tasse Kaffee, während ich ein Kreuz aus dem Keller holte, auf dem Computer den Schriftzug setzte und auf Klebefolie ausdruckte. Die wird dann auf die Tafel am Kreuz geklebt und das Ganze noch mit Klarlack übersprüht.
"Passen Sie auf, das ist noch feucht", sage ich zu ihr und sie fragt, was sie mir schuldig ist.
Normalerweise verlangen wir da 29 Euro, aber dann hätte sie mir 30 gegeben und ich habe keine Lust, meinen Geldbeutel aus der Wohnung zu holen, um zu wechseln und ich möchte auch kein Trinkgeld nehmen. Also sage ich, daß es 25 kostet.
Sep
07
Ausser Spesen nix gewesen
Er (44, Sozialversicherungsfachangestellter) hatte eine Beerdigung bei uns abgewickelt und wir hatten seine Mutter beerdigt. Etwa 14 Tage nach der Bestattung haben wir eine Rechnung an ihn geschickt. Ich schrieb ja schon mal, daß unsere Kunden von Anfang an über alle Kosten genau informiert sind. Sobald das Beratungsgespräch abgeschlossen ist, können wir einen Strich ziehen und alles zusammenrechnen. Unter diesen Betrag bekommen wir dann eine Unterschrift. Am nächsten Tag händigen wir dem Kunden dann eine Kostenübersicht aus, die alles noch einmal bestätigt. Böse Überraschungen gibt es da von unserer Seite nie.
Jetzt hat er die Rechnung erhalten und es folgte ein Anruf in dem er sich entrüstet zeigte, über so viel Pietätlosigkeit, daß wir ihm jetzt auch noch eine Rechnung schicken. Ja, was hat der erwartet? Daß wir in tiefer Ergriffenheit über sein persönliches Schicksal auf unsere Bezahlung verzichten?
Höflich wie ich bin, habe ich ihm das aber nicht gesagt, sondern darauf hingewiesen, daß auch wir unser Geld benötigen und falls er die Summe nicht auf einmal aufbringen kann, durchaus bereit sind, auch Ratenzahlungen anzunehmen.
Das wiederum empfand er als bodenlose Frechheit, nicht zu überbietende Unverschämtheit und eine Einmischung in seine finanziellen Verhältnisse. Alles, aber auch wirklich alles bezahle er immer sofort, dafür sei er bekannt.
Ja, warum er denn unsere Rechnung dann nicht bezahle, will ich wissen.
Das sei seine Sache, das ginge mich ja wohl am allerwenigsten an und ich hätte jetzt zwei Möglichkeiten, entweder ich warte, bis er in der Lage sei, sich irgendwann mal darum zu kümmern oder er übergibt das alles seinem Anwalt.
Eine Woche später war immer noch kein Geld da und wir haben dem Mann eine Mahnung geschickt. Wir schicken keine zwei oder drei Mahnungen, sondern weisen immer schon in rechtlich korrekter Form im Fuß der Rechnung darauf hin, wie die Zahlungsziele sind und ab wann sich der Kunde in Verzug befindet. Eine Mahnung, ein Anruf, Anwalt. So läuft das, wenn der Kunde sich nicht in irgendeiner Weise erklärt oder kooperativ zeigt. Es kann ja immer mal was sein, es mag so viele Gründe geben, warum jetzt auf einmal das Geld fehlt, da kann man ja mit uns reden...
Kaum hatte er die Mahnung erhalten, rief er bei uns an: "Wenn Sie es wagen sollten, mir nochmals eine Mahnung zu schicken, werde ich sie wegen seelischer Grausamkeit verklagen!"
Ich kann nicht anders, ich muß lachen. Das merkt er und poltert ins Telefon, ich sei ein geldgieriger Geier, der sich ungerechtfertigterweise am Tod der Menschen bereichere und der die Angehörigen in den Ruin treibe.
Nochmals wage ich es, ihn darauf hinzuweisen, daß wir ja auch mit einer kleinen Abschlagzahlung durchaus für den Anfang zufrieden seien.
Abermals kassiere ich für dieses Entgegenkommen eine unverschämte Abfuhr, ich solle es bitte unterlassen, seine persönliche finanzielle Leistungsfähigkeit anzuzweifeln, sonst stünde es mir ins Haus, daß er mich wegen übler Nachrede verklagen werde.
Ich lege dann in solchen Fällen auch gerne mal einfach auf. Soll sich doch die Kanzeli Dr. Rechtsprech-Aktenwurm & Dr. Robenklau darum kümmern.
Innerhalb eines halben Jahres schwoll die Akte auf die Stärke des Hamburger Telefonbuches an, soviele Schriftsätze gingen hin und her. Grundtenor der gegnerischen Partei: Er habe ja zahlen wollen, sei aber ob meines unverschämten Drängens in eine psychische Schieflage geraten, derzeit in Behandlung und absolut nicht in der Lage seinen täglichen Verrichtungen nachzukommen.
Albern das Ganze, mit sowas beschäftigt sich kein Richter.
Am Ende war die Gesamtsumme um fast die Hälfte höher und auf einmal war dieser Betrag auf dem Konto der Anwaltskanzlei.
Insgesamt war ein Jahr vergangen, die Taschen zweier Anwälte gut gefüllt und außer Spesen nix gewesen.
Sep
07
Bestattungen in verschiedenen Religionen und Kulturkreisen
Bestattungen in verschiedenen Religionen und Kulturen
1. Einleitung:
Im folgenden Text wurden Informationen über die Bestattungsriten verschiedener Religionen und Kulturen zusammengetragen.
Es dürfte mittlerweile der umfassendste Text zu diesem Thema in dieser Form überhaupt sein.
Es gehört sich, meiner Meinung nach, im Internet nicht, eine unfertige Seite zu präsentieren. Hier muß ich es dennoch tun und zwar aus einem sehr gut nachvollziehbaren Grund: Es kommen ständig neue Informationen hinzu und beinahe jeden Tag meldet sich ein Leser, oft Angehöriger einer mir fremden Religion, mit neuen Hinweisen. Deshalb lebt dieser Text und wandelt sich stetig.
Da er quasi niemals fertig ist, würde er nach meiner Regel, unfertige Seiten nicht zu präsentieren, auch niemals erscheinen. Also MUSS ich von dieser Regel abweichen.
Verbesserung und Änderungsvorschläge bitte gerne an undertaker@europa-host.de
2. Bestattungsriten in den verschiedenen Religionen
2.1. Christentum
Das Christentum ist eine monotheistische Religion (es gibt nur den einen, einzigen Gott).
Christen berufen sich auf Jesus Christus und die Heilige Schrift. Bedeutung in der Bibel hat der Gedanke der Sünde. Durch die Auflehnung Adams gegen Gottes Gebot wurden die Menschen aus dem Paradies vertrieben, sie wurden sterblich. Durch die Sünde kam der Tod in die Welt. Jesus ist gekommen, um die Sünder zur Buße zu rufen und ihnen zu vergeben. Durch den Tod Jesus am Kreuz wurden die Menschen von ihren Sünden erlöst. Jesus Auferstehung drei Tage nach seiner Kreuzigung bedeutet für Christen die Hoffnung auf ein neues Leben nach dem Tod, auf ein ewiges Angenommensein vor Gott.
Es bekennen sich weltweit etwa 1,8 Milliarden Menschen zum Christentum.
Jedoch gibt es Untergruppen der Gläubigen die trotz dem gleichem glauben an den nur einen einzigen Gott immer noch Unterschiede in ihren verschiedenen Bestattungskulturen aufweisen.
Einigkeit herrscht jedoch im weitgehenden Verzicht auf anonyme Bestattungen. Der Mensch hat in der Taufe vor Gott einen Namen bekommen und kann daher nicht als anonymes Wesen behandelt werden.
Als Symbol bei christlichen Trauerfeiern wird das Kreuz verwendet, das Sinnbild für den Kreuztod Jesus. Eine Variante praktiziert der griechischkatholische Zweig, der ausschließlich auf das dreiarmige Kreuz zurückgreift, in der Heraldik als "orthodoxes Kreuz" bezeichnet.
Sep
07
Dingeling
Heute hat bei einer Trauerfeier plötzlich ein Handy angefangen zu klingeln.
Normalerweise macht jeder sein Handy ja bei so einem Anlass aus. Wir sind schon vor zwei Jahren dazu übergegangen, daß wenn ein Mitarbeiter von uns anwesend ist, dieser die Trauergäste in der Trauerhalle begrüßt und insbesondere bei Abweichungen vom normalen Ablauf diesen kurz erklärt. Wir sagen dann auch noch, wo Blumenspenden abgegeben werden können, daß wir Kondolenzschreiben entgegennehmen und wo das Kondolenzbuch aufliegt usw.
Bei dieser Gelegenheit wiesen wir auch darauf hin, daß man möglichst sein Handy ausschalten sollte. Es ist doch erstaunlich, wie viele dann erst nach dem Ding kramen und es abschalten.
Als es heute geklingelt hat, fuhren auch wenigstens 20 Hände in die Taschen...
Jaja, das schlechte Gewissen ![]()
Sep
07
Tod in Norwegen 3
Diese Sache hat mich heute (u.a.) auf Trab gehalten.
Wir haben nun doch den Subunternehmer beauftragt, die Verstorbene aus Norwegen abzuholen.
Zunächst mal was zu diesem Subunternehmer:
Diese Firma ist mir seit vielen Jahren vertraut und macht nichts anderes, als Verstorbene ins Ausland zu überführen bzw. aus dem Ausland zu holen. Ein Spezialist erster Güte, der sich erstklassig mit allen Konsulatsbestimmungen, Zollregelungen usw. auskennt. Billig ist das Ganze nicht, aber dafür liefert er eine gute Arbeit.
Und geholt werden muss die junge Frau. Eine Einäscherung in Norwegen kommt für die Familie überhaupt nicht in Frage. Natürlich habe ich diese Variante angesprochen, bin damit aber nicht nur auf taube Ohren, sondern auf allseitige heftige Ablehnung gestoßen.
Am Montag werden die Konsulats- und Behördenangelegenheiten geregelt und dann kommt das Mädchen zu uns. Dienstag wird sie hier sein.
Ich habe etwas Angst vor dem, was mich da erwartet. Der norwegische Kollege ist ebenso geschäftstüchtig, wie professionell. Er hat das Mädchen natürlich in einen Sarg eingebettet und nicht in eine Transportkiste oder einen Überführungssarg. Und die Preise in Norwegen sind gesalzen, aber heftig gesalzen. Soviel ich jetzt überblicken kann, wird alleine der Einsatz des norwegischen Bestatters mehr kosten als bei uns normalerweise eine komplette Beerdigung.
Zwei Überführungen, die Aufbewahrung und Kühlung, eine Einbalsamierung, Behördenwege, der Sarg..., das läppert sich.
Ich habe mir die Entscheidung vorbehalten, ob man das Mädchen noch aufbahren kann. Das ist der ausdrückliche Wunsch der beiden Familien und wenn immer möglich, will ich den erfüllen.
Die Aufbahrung wird bei uns im Haus stattfinden, da der Sterbefall durch die lokale Presse gegangen ist und zu vermuten steht, daß bei einer offenen Aufbahrung auf dem Friedhof sehr viele Gaffer kommen.
Das gibt mir Gelegenheit, auf eine in den Kommentaren gestellte Frage einzugehen.
Sep
07
Voll im Stress
Heute konnte ich nicht bloggen, wie ich wollte. Wir haben wahnsinnig viel zu tun und ich bin gefordert.
Vielleicht komme ich später noch dazu, ansonsten morgen.
Sep
07
Tod in Norwegen 2
Wir sind jetzt einen Schritt weiter. Zumindest wissen wir, welcher Bestatter in Norwegen die Verstorbene in Obhut genommen hat. Glücklicherweise sprechen die alle Englisch und so kommen wir doch wesentlich besser weiter als noch vor ein paar Monaten, als wir was mit Kirgisien zu tun hatten.
Die Familie der Verstorbenen habe ich mal einer Beschäftigungstherapie unterzogen. Der junge Mann soll die Trauerkarten zu Hause am Computer mal vorentwerfen, das kann er und da hat er was zu tun. Die beiden Väter habe ich mal in Auftraggeber (der Vater der Toten) und Co-Auftraggeber (Vater des Jungen) dividiert und auch mit Aufgaben versehen: Geburtsurkunde besorgen, beim Gärtner Blumen aussuchen, Liste mit Trauergästen schreiben, Adressen für Totenbriefe zusammenstellen usw.
Heute am Nachmittag kommen die nochmals vorbei, dann besprechen wir die Trauerzeremonie und alles weitere.
Jetzt steht es im Vordergrund, wie wir die Verstorbene hierher bekommen. Wir können sie einfliegen lassen, mit unserem Auto abholen, bringen lassen oder einen Subunternehmer mit der Fahrt beauftragen.
Ich warte auf den Anruf vom Subunternehmer, der für Auslandsfahrten ein Spezialist ist, damit er mir die Kosten mitteilt, dann entscheide ich.
©2012 Bestatter-Weblog
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ältere Beiträge

Kommentare
1:10 Uhr und noch keine Fort.
Genau, wenn die jetzt noch'n.
Genau, immer der Leiche mit .
Habe jetzt gerade alle Teile.
@rudibee: nein. weils unhygi.
Super, das es mit einer so s.
Hey, was soll das, mich zu w.
-Carlos Gastropoda in die Ru.