Aug
08
Express-Leiche
Ich soll ja nicht so fett essen, ich soll eigentlich überhaupt nichts essen, zumindest nichts was mir schmeckt...
Meine Frau ist da ziemlich konsequent und beteuert, sie überwache mein Essverhalten nur aus lauter Liebe, das hinterhältige Weib.
Nun gut, ich füge mich und futtere brav handgeschöpften Ziegenmagerkäse aus Nepal und bitteren, rötlichen Salat aus Italien. Sie ist sehr zufrieden mit mir und das ist auch Paolo aus Neapel. Diese Südländer! Ich könnte ob ihrer Gastfreundlichkeit ins Schwärmen geraten. Paolo ist so nett, daß er mir immer wunderbare Leckereien aus seiner Heimat zubereitet und schenkt.
Zu diesem Zweck schickt er einen seiner acht Söhne mit dem Moped vorbei und der hat dann immer eine große grüne Styropor-Box mit dem guten italienischen Essen. Ich will nicht unhöflich sein und erwidere Paolos Geschenke immer mit einem Gegengeschenk, so etwa 15 Euro.
Ich meine, solche Geschenke lehnt man besser nicht ab, vor allem dann nicht, wenn sie von einem Italiener kommen, man hört da ja so einiges, Mafia und so. Und bevor ich mit einem Zementklotz am Bein im Fluß lande, soll meine Frau doch lieber mein niedliches kleines Bäuchlein in Kauf nehmen, oder?
Aug
08
Sonntagsgeld
Ich bin ja noch in einer Zeit groß geworden, in der Kinder ihr Taschengeld nicht einklagen konnten und man mit 50 Pfennig Sonntagsgeld zufrieden war. Taschengeld habe ich erst mit 15 oder so bekommen, zunächst ganz stolze 10 Mark im Monat (für Uneingeweihte: Mark = echtes Geld). Dann kam die großartige Zeit als ich ledig, jung und frei war, da hatte ich manchmal sogar mehr als 10 Mark in der Geldbörse.
Heute als Ehemann und Familienvater bin ich wieder bei den 50 Pfennig angekommen. Na gut, ich will ehrlich sein, es sind 50 Cent.
Aber was wollte ich eigentlich erzählen? Ach ja:
Sonntags gehen die Leute gerne mal auf den Friedhof und das macht auch Frau Stingelmann. Sie muß sich an die Gepflogenheiten erst noch gewöhnen, sie ist noch nicht besonders lange Witwe und muß das alles erst kennenlernen, deshalb war sie auch am Donnerstag und am Freitag auf dem Friedhof und letzten Sonntag gar nicht. Ach stimmt ja, da war ihr Mann auch noch nicht beerdigt.
Weil sie aber auf dem Weg zum Friedhof bei uns vorbei muß, klingelt sie mal eben und will ihre Rechnung bezahlen.
Aug
08
Schüler bauen Sarg für sterbende Lehrerin
Tobias fand diesen Artikel hier, in dem es darum geht, daß eine Lehrerin sich im Rahmen des Werkunterrichts ihren Sarg von ihren Schülern bauen läßt.
Aug
08
Tod in der Seniorenanlage
Da zieht man im Alter in eine seniorengerechte Wohnanlage und dennoch bemerkt keiner daß man stirbt.
Hier gibt es die ganze Story dazu.
Aug
08
Notfallanleitung
Auf jedem Schiff, das dampft und segelt,
gibt's einen, der die Sache regelt.
Was sich zunächst wie eine Binsenweisheit anhört, ist aber eine durchaus praktische Sache, wo käme man hin, wenn sich in menschlichen Gruppierungen jeder um alles oder keiner um nichts kümmern würde?
So ist das auch in den meisten Familien und Partnerschaften so, daß einer sich um den Schriftverkehr und die finanziellen Dinge kümmert. Doch was passiert wenn ausgerechnet diese Person vorübergehend oder ganz ausfällt?
Dann steht der andere Partner oft vollkommen hilflos da und kann selbst die einfachsten Dinge des täglichen Lebens nicht organisieren.
Als Bestatter erleben wir das Tag für Tag, daß Witwen oder Witwer vor uns sitzen und noch nicht einmal wissen wo derjenige das Geld aufbewahrt und wo die Konten sind oder wissen wie bestimmte Leute zu erreichen sind. Die Verwendung eines PCs als mulitfunktionale Kommunikationszentrale steht einer raschen Orientierung eher noch im Weg.
Daher sollte jeder, auch der Partner der nicht der große Regler ist, für den Fall von Krankheit und Tod vorsorgen.
Dazu dient eine Notfallanleitung.
Aug
08
TV-Tip: 10.09.2008 Leiche zu verkaufen
BBC exklusiv: Leiche zu verkaufen
Mittwoch, 10.09.2008, 23 Uhr
BBC exklusiv
"Leiche zu verkaufen"
Dokumentationsreihe.
Was geschieht mit dem Körper, wenn man tot ist? Für die meisten Menschen gibt es auf diese Frage nur zwei mögliche Antworten: Beerdigung im Sarg oder Einäscherung. Dabei gibt es eine Alternative, für die sich immer mehr Menschen entscheiden: die Körperspende. Der Bedarf an Leichen ist groß. Nicht nur als Übungsmaterial in der Medizinerausbildung, sondern auch als Ersatzteillager in der modernen Transplantationsmedizin können Körperspenden dem wissenschaftlichen Fortschritt dienen.
gefunden von Carsten
Aug
08
A celebrity death!
A celebrity death?
WRESTLING PIONEER 'KILLER' KOWALSKI DIES AT AGE 81
http://deathbeeper.com/0152026.html
Thanks to JohnBoy for sending this in.
Thank all 22,186 of you for using http://CelebrityDeathBeeper.com
Why unsubscribe?
Aug
08
Herr Newton und der Kamm
Ich habe ja nix gegen Herrn Newton an sich. Wenn der Tünnes die Schwerkraft nicht erfunden hätte, würden wir ja alle nur so umeinand schweben.
Auf der anderen Seite ist diese ganze Schwerkraftgeschichte schon deshalb unpraktisch, weil mir heute eine Flasch Lampenöl heruntergefallen ist. Lampenöl!
Und heruntergefallenes Lampenöl kann man steigern: Lampenöl genau auf der Schwelle zwischen Teppichboden und Steinfußboden. So hat man wenigstens jede Ausprägung der Sauerei, glitschiges Geschwummel auf glattem Stein und großflächige Flecken im Teppichboden, prima!
Aug
08
Langes Leben
Am Freitag hatte ich ein nettes Wiedersehen. Nicht mit einem Menschen, den ich schon lange nicht mehr gesehen hatte, sondern mit einem Auto.
Im Jahr 1979 "lief" mir dieses Auto das erste Mal über den Weg. Es handelt sich um einen ehemaligen Lieferwagen, der sehr aufwändig zu einem Bestattungswagen umgebaut worden war. Geräumig, praktisch und doch sehr würdevoll. Es gehörte einem Bestatter in der Stadt in der ich damals lebte und ich hatte Gelegenheit, dieses Auto näher anzuschauen und der damalige Besitzer versicherte mir sehr glaubwürdig, es handele sich um ein absolutes Einzelstück.
Es vergingen zwanzig Jahre und ich hatte diese Begebenheit schon längst vergessen, da bot mir ein Kollege aus den neuen Bundesländern ein Tauschgeschäft an.
Dazu muß man wissen, daß den Bestattern im Osten nach der Wende zum Teil übel mitgespielt worden ist. Die VEB- und kollektivgeprüften Ex-Genossen waren den gewieften Kaufleuten aus dem Westen in keinster Weise gewachsen und unterschrieben damals Verträge, die würde man unter anderen Umständen einfach als gemeine Frechheit bezeichnen.
Kurzum: In der Folge waren die meisten ihre Institute los, diese gehörten dann irgendeiner Kette und während die ehemaligen Besitzer heute erfahren dürfen, was Hartz IV bedeutet, reiben sich konzerngewinnorientierte Geschäftsleute in irgendeiner deutschen Großstadt heute die Hände.
Aug
08
Sehr privat gepflegt III
Neue Details im Fall der "diebischen Elster":
Ich habe es hoffentlich deutlich genug gemacht, als ich von Frau Botterow schrieb, daß ich mir absolut nicht sicher bin, ob sie im Rahmen ihrer Pflege den Bogen der Fürsorglichkeit überspannt und hin und wieder auch mal etwas mitgenommen hat. Sie sagt ja, der alte Prof. Klugsam habe ihr die Sachen bereitwillig und im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte geschenkt und zwar über einen längeren Zeitraum.
Insbesondere das Sparbuch habe sie von ihm bekommen, weil Klugsam immer noch die Hoffnung hatte, eines Tages mal mit Frau Botterow eine Nilkreuzfahrt zu machen. Frau Botterow erzählt so viele kleine liebevolle Details, das passt für mich fast nicht zu jemandem, der sich irgendeine Geschichte ausdenkt, um einen bloßen Diebstahl zu kaschieren.
So habe eines Tages ihr Handy geklingelt und als Klingelmelodie sei da dieses, die Intelligenz beleidigende "Ich bin Schnappi das grüne Krokodil" gelaufen und eben dieses Schnappi-Krokodil lebe nun ja mal im Nil.
Das habe der Alte erstaunlicherweise ganz doll lustig gefunden, sogleich einen Bildband von Ägypten aufgeschlagen und angefangen, Pläne zu schmieden. Er sei quasi zu einer Zeit, als die Pyramiden noch im Rohbau standen, schon einmal in Ägypten gewesen, als ganz junger Mann, vermutlich mit dem Fahrrad, keinen Pfennig Geld in der Tasche und genau sowas wollte er jetzt mal mit Frau Botterow machen. Die hat lachend abgelehnt und zu erkennen gegeben, daß man heute besser fliegt.
Ja und genau dafür und für so manch andere Anschaffung habe er ihr das Geld gegeben.
Sowas erfindet, meiner Meinung nach, niemand der mal eben was klauen will.
Aug
08
Wenn man's genau nimmt
Frau Lotz kam mitten in die private Parfümvorführung und hatte ein kleines Problem.
"Sie, Frau Büser, Sie müssen mal meine Rechnung nachrechnen!"
Frau Büser zog die Akte und setzte sich mit Frau Lotz zusammen. Es kann ja immer mal vorkommen, daß mit einer Rechnung was nicht stimmt. Aber das was heute passiert war, kommt einer mittleren Katastrophe gleich!
Das Ehepaar Lotz hatte 1.720,18 Euro zu bezahlen und als es an das Ausfüllen der Überweisung ging, hat Herr Lotz seiner Frau den Betrag vorgelesen und sie hat es falsch verstanden und statt 18 Cent am Ende 80 Cent eingetragen.
Meine Güte! 62 Cent zuviel haben die uns überwiesen!!!
Da muß man schon ganz fest darin geübt sein, immer ernst bleiben zu können und man muß fest daran glauben, daß bestimmte Gemütszustände nicht ansteckend sind...
Frau Büser hat die 62 Cent natürlich erstattet, gegen Quittung versteht sich.
Ordnung muß sein!
Aug
08
Kleine Anfrage
hallo lieber bestatterwebblogger ![]()
ich heiße XXX und studiere an der uni XXX theologie... ja, ich möchte lehrer werden... und im moment schreibe ich meine masterarbeit über den tod. genauer gesagt dreht sich alles um folgendes thema: zwischen todesbildern
und bildern vom tod - spannungen im systematisch-theologischen dialog.
ja, es klingt ein wenig komisch, aber die sache ist so, dass ich metaphorische theologische todesbilder mit ganz realen skizzen oder anderen bildern in verbindung bringe.
hierbei meine frage an dich:
mir fehlen echt noch eine ganze menge exemplare...
bestände die möglichkeit, dass du eine anfrage mit meiner mail auf deinem blog postest und fragst, ob mir ein paar leute "ihre" bilder vom tod zumailen würden?
letztlich ist das nichts spektakuläres... eine skizze eingescannt oder nen paint-doc als anhang...
wichtig ist nur ein namenskürzel (was letztlich zur unterscheidung dient, aber anonymisiert ist) und sehr wichtig: der geburtsjahrgang oder das alter.
meinst du, da gäbe es irgend eine möglichkeit?
es würde mir echt sehr helfen und nebenbei würde ich es sehr spannend
finden, was da so herauskommt.
sei herzlich gegrüßt
Nachtrag 30.08.2008:
Name und E-Mail-Adresse auf Wunsch der Einsenderin entfernt. Sie hatte das so nicht gemeint und eigentlich nicht gewollt, daß die Mail im Weblog erscheint und es haben sich auch schon so viele Leute bei ihr gemeldet....
Aug
08
Mir stinkt es - jetzt ist Schluss!
So, das habt ihr jetzt davon, ich hab die Schnauze voll.
Statt mich hier abzumühen kann ich genauso gut in einem schönen Biergarten sitzen und das Leben genießen.
Aug
08
Sehr privat gepflegt II
Eine Leserin hat den Beitrag "Sehr privat gepflegt" gelesen und fühlt sich ansatzweise an eigene Erlebnisse erinnert.
"Mein Opa war nach dem Tod seiner Frau nicht mehr richtig anwesend. 7 Jahre lang saß er eigentlich nur noch trübsinnig auf dem Sofa und war zu nicht mehr zu bewegen als: "Ich folg' dir bald, jetzt ist's nicht mehr lang" zu sagen. 7 Jahre lang! Meinen Opa von vorher gab es nicht mehr, nichts konnte ihn da rausholen, bis er so zerstreut war, dass meine Mutter plus die drei weiteren Geschwister eine private Pflegehilfe organisiert haben, die sich zu Hause um ihn gekümmert hat, damit er weiter in seinem Garten sein konnte.
Was die mit ihm gemacht hat, weiss ich nicht. Vielleicht einfach nur täglich mit ihm einen Kaffee getrunken und geredet (er wohnte ziemlich weit weg von allen, sodass tägliche Besuche von der Verwandschaft nicht drin waren), aber auf jeden Fall kam in den 3 Monaten Pflegedienst mein "alter" Opa wieder zurück.
Aug
08
Der Astronom
Vorhin war ein junger Mann mit einer seltenen Bitte bei mir.
Er stellte sich als Hobby-Astronom vor und erklärte, schräg überm Hof im Nachbarhaus zu wohnen. Allabendlich warte er auf klaren Himmel, um mit seinem Fernrohr die Sterne und den Lauf der Planeten zu beobachten.
Dabei störe aber jegliches Fremdlicht und ausgerechnet die Straßenlaterne, die unseren Hof ausleuchtet, sei ihm ein Dorn im Auge, genauergesagt sorge sie für soviel Helligkeit, daß er seit Monaten schon seinem Hobby nur unter einem großen schwarzen Tuch nachkommen könne.
Der Mann ist vor knapp einem Jahr eingezogen und jetzt habe er sich ein besonders schönes und leistungsfähiges Teleskop gekauft. Die Laterne hängt an unserem Haus, ist unser Eigentum und wird auch von uns mit Strom versorgt.
Der Typ rennt offene Türen bei mir ein. Mich nervt der Stromverbrauch schon lange. Wir hatten es mal mit einem Bewegungsmelder versucht, der die Lampe nur bei Annäherung einschalten sollte, aber unser Hof ist abends Spielplatz vieler Katzen und da ging das Licht immer an und aus.
Manni hat die Lösung: Er installiert eine Funkschaltung und in jedes unserer Autos kommt so ein Handsender. Und dem jungen Mann spendieren wir auch so'n Ding, damit er die Lampe selbst ausschalten kann, falls wir es mal vergessen.
Ja und sobald mal abends der Himmel klar ist, gehe ich mit meinen Kindern rüber zum Sternegucken.
©2012 Bestatter-Weblog
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Kommentare
1:10 Uhr und noch keine Fort.
Genau, wenn die jetzt noch'n.
Genau, immer der Leiche mit .
Habe jetzt gerade alle Teile.
@rudibee: nein. weils unhygi.
Super, das es mit einer so s.
Hey, was soll das, mich zu w.
-Carlos Gastropoda in die Ru.