Nov
08
Einbalsamierung, Einbettung und Totenkosmetik
Einbalsamierung, Einbettung und Totenkosmetik, das zeigt dieser Juhtjub-Film:
Weitere ähnliche Filmchen gibt es hier (The Embalmer), hier, hier.
Jeweils neben der Filmen findet man weitere Links zu ähnlichen Filmen.
Nov
08
Schwierigkeiten
Frau Büsers Lieblingstippfehler bringt mich immer wieder zum Schmunzeln. Sie schreibt immer mal wieder statt Oktober das Wort OKOTBER.
Ich find's lustig.
Aber manchmal weiß ich nicht ob ich lachen oder weinen soll. Eine Abiturientin mit dem Notendurchschnitt 1,6 sitzt mit bei einer Prüfung der IHK gegenüber und soll über die Begriffe Bonus und Gratifikation etwas sagen.
Das Wort Bonus kann sie gut und flüssig erklären, ihr triumphierendes Grinsen sagt deutlich, daß sie ausgerechnet das noch vorher gelernt hat. Dann fragt meine Prüferkollegin nach: "Ja und was bedeutet es, wenn Ihr Chef Ihnen am Ende das Jahres eine Gratifikation in Aussicht stellt?"
Antwort: "So eine Sauerei mache ich nicht mit und schon gar nicht wenn's umsonst ist."
Nov
08
Zuschauer
Ist es nicht üblich, dass die Angehörigen bei der Kremierung anwesend sind? Oder habe ich mich da vom US Fernsehen hinters Licht führen lassen?
Es gibt in der Tat auch in Deutschland Krematorien die zumindest teilweise eine Teilnahme der Angehörigen ermöglichen.
Dort ist in der Trauerhalle eine Luke oder Klappe hinter oder in der der Sarg nach der Feier verschwindet. Er wird dann ins Feuer gefahren.
Oft ist das aber auch nur scheinbar so und der Sarg verschwindet zwar im Boden oder hinter einer Klappe, wird dort aber gelagert oder verladen um dann später oder anderenorts eingeäschert zu werden.
Die allermeisten Krematorien sind rein technische Anlagen, die auf den Besuch von Angehörigen nicht eingestellt sind und bei denen deshalb auch keine Angehörigen bei der Einäscherung dabei sein können.
Nov
08
Nobelsärge gegen Billigsärge ausgetauscht
Der Fall der beiden Bestatterinnen aus Wilhelmshaven zieht ja enorme Kreise. Ich hatte gestern mehrfach Presseanfragen und das Begehren war immer gleich: Ist das überall so? Können Sie uns Kollegen nennen, die sowas machen? usw.
Beschiss am Kunden gibt es doch überall und in jeder Branche. Man kann aber grundsätzlich nicht von einigen schwarzen Schafen auf die ganze Branche schließen.
Die Waren die ein Bestatter einkauft sind für ihn vergleichsweise günstig. Ein Austausch von vermeintlich nobleren Waren gegen billigere Waren ist mit einem so hohen Aufwand verbunden, daß sich das für wohl die allermeisten Bestatter nicht lohnt.
Wer sowas dennoch macht hat entweder eine hohe kriminelle Energie oder dem geht es finanziell so dreckig, daß er anders gar nicht über die Runden kommt.
Als Methode eignet sich das Ganze für den normalen Bestatter nicht.
Nov
08
Wundersames
Fincut hat im Online-Angebot des Hamburger Abendblattes gar Wundersames entdeckt.
Die Zeitung berichtet über zwei betrügerische Bestatterinnen, die im Rahmen von Einäscherungen wertvollere Särge gegen billigere ausgetauscht haben sollen. Nur schreibt das Abendblatt:
Luxussärge wurden von zwei betrügerischen Betstatterinnen gegen einfache Särge ausgetauscht.Hinterbliebene bestellten für ihre toten Angehörigen Luxussärge, ... die betrügerischen Bestatterinnen tauschten die guten teuren Stücke nach der Feuerbestattung einfach gegen billige Kisten aus.
Fragespiel:
1. Was ist eine Betstatterin?
2. Wie tauscht man NACH einer Feuerbestattung den Sarg aus?
Nov
08
Sehr viele Leute
Hallo Tom.
Charly Neumann (Spielerbetreuer und Ikone des FC SCHALKE04) ist tot.
Es folgte eine Beerdigung mit 2.000 Trauergästen, Videoleinwand, Reisebusses als Shuttleservice uä.
Ist sowas überall möglich, oder kann eine kommune sagen: Über 200 Gästen nicht bei uns?
Es ist sicherlich klug, schon bei der Anmeldung der Bestattung darauf hinzuweisen, daß sehr viele Trauergäste erwartet werden. Die Verwaltung wird dann entsprechende Hilfestellungen leisten. Entweder muß man die Trauerfeier außerhalb, z.B. in einem anderen Saal oder einer Kirche, machen oder aber ein Teil der Trauergäste wird es hinnehmen müssen, der Zeremonie über eine Leinwand und Lautsprecher zu folgen.
Mir ist kein Fall bekannt in dem eine Bestattung hinsichtlich der Personenzahl beschränkt wurde.
Nov
08
Jetzt aber mal flott
Passend zum letzten Artikel fällt mir eine Begebenheit ein, die sich schon vor gut zwei Wochen, am 11.11., ereignet hat und die mir beinahe durch die Lappen gegangen wäre. Hätte Lisa nicht nach Sonderrechten für Bestattungswagen gefragt, hätte ich sie vergessen.
In der Gaststätte "Zum güldenen Schwan" hat es einen Stammgast getroffen. Beim mittäglichen Martinsgansessen ist ein 72-jähriger Mann tot vom Stuhl gekippt. Vorher hatte er sich ans Herz gefasst, konnte aber nichts mehr sagen. Man kann sich vorstellen wie groß die Aufregung unter Personal und Gästen des "Schwan" waren, besonders weil die ebenfalls anwesende frischgebackene Witwe erst aufhörte zu jammern und zu zetern, als der von nebenan herbeigerufene Arzt ihr was gegeben hatte.
Nov
08
Sonderrechte für Bestattungswagen
Heute erreicht mich eine Mail von Lisa, die in einem Bestattungsinstitut arbeitet. Wie viele andere Bestatter auch legt sie, wenn sie irgendwo mit ihrem Fahrzeug parken muß, ein etwa postkartengroßes Schild mit der Aufschrift:
Bestatterim Diensthinter die Windschutzscheibe. Nun fragt sie:
...lese ich Deinen Blog und ich muss sagen dass ich selten sowas Informatives aber auch gleichzeitig Interessantes gelesen habe. Ich bin seit einiger Zeit in einem Bestattungsunternehmen beschäftigt. Natürlich bin ich wie Du auch mit dem Auto unterwegs, um für das Unternehmen Urkunden oder ähnliches abzuholen. Dann lege ich den Parkausweis mit der Aufschrift "Bestatter im Dienst" auf die Ablage, sodass diese für die Ordnungshüter gut lesbar sind. Sind solche Ausweise wirksam, kann ich trotz dem Ausweis ein Knöllchen bekommen oder gibt es diesbezüglich Ausnahmeregelungen oder Sondergenehmigungen?
Grundsätzlich haben Bestattungsfahrzeuge zunächst einmal keinerlei Sonderrechte. Dies ist auch schon vor Gerichten ausgefochten worden, weil -die Retter unter den Lesern werden es kennen- es immer mal wieder blaulichtsüchtige Genossen auch unter den Bestattern gibt.
Nov
08
Martin
Man meint ja immer, daß nur Homosexuelle, Prostituierte und Drogensüchtige oder arme Menschen in Afrika AIDS bekommen können. Bei Martin Steubel ist das anders, kein Mensch weiß, wie er an den HI-Virus gekommen ist. Seine Frau Monika empfindet das als besondere Tragik, zerknüllt verzweifelt ihr Taschentuch und schluchzt laut.
Ihre Mutter bringt die beiden Kinder nach oben, damit Monika und ich uns über die Bestattung des erst 41-jährigen Mannes unterhalten können. Das Wohnzimmer der Steubels ist gemütlich, hell, warm und sehr geschmackvoll eingerichtet. Frau Steubel kann nicht stillsitzen, sie ist von innerer Unruhe getrieben, steht alles Nase lang auf, holt mal Tee, mal Zucker, muß mal, holt dann wieder Taschentücher, muß wieder Tee nachschenken und irgendwann wird mir das zu bunt und als sie wieder einmal aufspringen will, lege ich meine Hand auf ihren Arm und beruhige sie ein bißchen.
"Es ist ja nicht nur weil Martin jetzt tot ist, damit haben wir ja gerechnet, das haben wir ja gewußt, aber ich weiß jetzt so gar nicht, wie es jetzt weitergeht und das macht mich ganz kirre", sagt sie und ich kann sie nur zu gut verstehen.
Nov
08
Wie lange kann der Opa auf den Kaminsims?
Frau Pfederer kommt gleich mit einer Jutetasche, sie habe sich das überlegt und wolle jetzt doch nicht, daß ihr Großvater in 14 Tagen in einem Urnengrab beigesetzt wird. Das sei jetzt doch alles etwas zuviel für sie und außerdem könnten die anderen Verwandten jetzt gerade ganz schlecht kommen, schließlich sei ja bald Weihnachten, dann Silvester, dann Heilige Drei Könige und bald schon Karneval. Überhaupt sei so eine Urnenbeisetzung doch was für die Karwoche vor Ostern oder wenigstens für die Fastenzeit, das würde viel besser passen. Ja, ob sie denn den Opa gleich mitnehmen könne? Sie habe doch schon beim Friedhof angerufen und Bescheid gesagt, daß die Beisetzung ausfällt und die hätten ihr gesagt, daß die Urne beim Bestattungsinstitut, also bei uns sei.
Tja, die Urne ist wirklich bei uns und man muß sie tatsächlich nicht binnen einer bestimmten Frist beisetzen. Manche Urnen lümmeln sich schon seit Monaten, manchmal seit Jahren untätig in den Regalen herum und warten darauf, daß sie beigesetzt werden.
Es kommt sogar immer mal wieder vor, daß sich Angehörige nach der Einäscherung gar nicht mehr kümmern, nicht mehr melden und dann vergehen auch schon mal zwei Jahre, bis die Verwaltung endlich eine Beisetzung von Amts wegen anordnet.
Aber leider dürfen wir Frau Pfleiderer die Urne nicht aushändigen, das ist nunmal eben bei uns in Deutschland so. Zwar gibt es seit Jahren Bestrebungen von EU-Seite, die Bestimmungen europaweit zu vereinheitlichen und wenn die eines Tages mal durchgesetzt werden, wäre auch bei uns beispielsweise die Aushändigung der Totenasche möglich, wie auch der Bau von privaten Urnenwänden usw.
Doch bis das einmal wahr wird, werden sicher noch ein paar Jahre vergehen und solange das eben so ist, bleiben Angehörigen, die diesen Wunsch haben, nur die bereits zur Genüge beschriebenen Wege über das Ausland.
Die Friedhöfe begegnen unterdessen den Wünschen der Angehörigen durch immer mehr Alternativangebote, die eine individuelle Behandlung der Asche und den Friedhofszwang unter einen Hut zu bringen versuchen. Überdies bleiben den Angehörigen ja auch noch die Waldbeisetzungen und die Seebestattung als weitere Möglichkeiten.
Was wir für unsere Kundin tun können: Wir können die Asche solange aufbewahren, bis der richtige Wunschtermin gekommen ist.
Nov
08
Friedhofsberater
"Nobody0815" ist Leser des Weblogs und hat einen Artikel in den Stuttgarter Nachrichten entdeckt.
Er schreibt:
Im verlinkten Artikel geht es neben dem mir neuen Berufsfeld des "Friedhofsberaters" unter anderem um alternative Bestattungsformen wie Grabkammenr, etc., die die Bildung von Wachsleichen verhindern, viellleicht interessiert dich das ja...
Nov
08
Hier kommst Du nicht rein!
Dass Begräbnisse nicht ganz billig sind, weiß jeder und daß Bestatter in der Regel auch nicht schlecht verdienen, das ist auch bekannt. Um die lukrativen Aufträge buhlen Bestatter seit jeher, das ist bei ihnen nicht anders, als in anderen Branchen auch.
Welch kuriose Blüten das aber treiben kann, zeigt ein Beispiel aus Braunau.
Schon 1963 hat die Gemeinde ihre Leichenhalle an ein privates Bestattungsunternehmen verkauft. Das spart der Kommune Geld und brachte im Grunde für alle Beteiligten Vorteile.
Nun hat sich aber noch ein Bestatter in der Gemeinde niedergelassen und macht dem alteingesessenen Platzhirsch seine Pfründe streitig und das offenbar mit Erfolg, denn es finden regelmäßig Familien ihren Weg zum Neuen, um ihm einen Bestattungsauftrag zu erteilen.
Der hat aber seine Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn der sitzt in Form des Alteingessenen auf/in der Leichenhalle wie ein Krake und nutzt die verzwickte Situation gewaltig aus. So verlangt er vom Neuen nahezu unverschämte Gebühren für die Benutzung der Leichenhalle, die bei weitem über dem Betrag liegen, den er selbst den Angehörigen in Rechnung stellt.
Der Neue ist sauer, fühlt sich ungerecht behandelt und der Alte fühlt sich völlig im Recht.
Verzwickt.
eingesandt von Flo aus Österreich und von Christian
Nov
08
Der perfekte Mord
Mir geht immer wieder die Idee eines perfekten Mordes in einem Bestattungsinstitut durch den Kopf. Wäre nicht der Bestatter nicht die ideale Adresse für einen perfekten Mord? Die Leiche verschwinden lassen mit anschließender Feuerbestattung finde ich wegen der zweiten Leichenschau aber nicht geschickt. Aber die ermordete Person bei einer Erdbestattung mit in einen Sarg zu packen würde ich als geschickt empfinden. Wie sähe dein perfekter Mord aus?

Es ist erstaunlich wie oft diese Frage gestellt wird. Eine ganze Reihe von Lesern scheint sich mit dieser Thematik zu beschäftigen und aufgrund der Einblicke, die dieses Weblog in den Bestatterberuf bietet, danach zu suchen, ob es da irgendwo ein Schlupfloch für den perfekten Mord bzw. die perfekte Beseitigung der Leiche geben könnte.
Und in der Tat bietet das Bestattergewerbe hier ganz andere Voraussetzungen als andere Sparten. Niemand würde zunächst einmal das bloße Vorhandensein von Leichen für irgendwie verdächtig halten.
Nov
08
Der Erwin
Der alte Bahnhof weckt in mir romantische Erinnerungen. Früher glänzte dort alles in hellgrünen Fliesen aus der Kaiserzeit, es roch nach Bohnerwachs und amtstragender Staatsgewalt und man mußte eine Bahnsteigkarte lösen, um auf die Bahnsteige zu gelangen. Überall Staatsdiener in blauen Uniformen, deutsche Ordnung so weit das Auge reichte.

Das Größte überhaupt war es, wenn man ein 10 Pfennigstück in die Personenwaage stecken durfte. Mit einem unglaublichen mechanischen Getöse setzte sich eine Maschinerie in Gang, wog, druckte, stempelte und am Ende hielt man glücklich ein kleines Kärtchen aus Pappe in der Hand, das einem das genaue Körpergewicht verriet.
Der Niedergang des altehrwürdigen Gebäudes begann in den späten 70er Jahren, am Ende waren die Schalter zugemauert und der Geruch nach Bohnerwachs war dem von Urin und Erbrochenem gewichen.
Nov
08
Kleine Urnen
Ich habe jetzt mehrfach im Schaufenster von Bestattern Urnen gesehen, in die ganz sicher keine herkömmliche Aschenkapsel passt. Wie geht das? Du schrubst doch dass diese Aschenkapsel verpflichtend sei.
Manche Urnen werden mit extra dafür gefertigter, sozusagen maßgeschneiderter Aschenkapsel geliefert. Der Bestatter muß diese dann eben rechtzeitig im Krematorium anliefern. Ganz so gern haben das die Mitarbeiter der Krematorien nicht, da zumeist die Abfüllanlagen usw. auf die Normmaße eingestellt sind. Aber es geht durchaus.
Ansonsten hilft nur Umfüllen. Im Prinzip sind das Öffnen einer Aschenkapsel und das Umfüllen der Asche nicht erlaubt, jedoch wird es inzwischen so häufig praktiziert, daß es in manchen Kommunen/Regionen schon fast normal ist. Außerdem öffnen sich viele Friedhofsverwaltungen bzw. Friedhofsämter neuen Trends und sehen großzügig über solche Regelverletzungen hinweg, wenn ansonsten alles im Rahmen der vorgegebenen Regeln abläuft.
©2012 Bestatter-Weblog
Layout © von Michael Kaiser u. Tom, Undertaker-Image © by Mike Worley.
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Kommentare
Frage an Tom: in Frankreich .
@ Designierter Komposti (in .
Ich glaube ich werde mir sti.
Schade zu spät gesehn, hät.
wie es mit dem "aufhalten" i.
Soso, auch Tom hat ein lange.
Ja, diese Viktorianerverehru.
Ja danke zusammen, so dachte.