Jan
09
Notfalls mitten auf der Straße
Da kommen ja tatsächlich einige Kommentatoren und weisen auf Ordnungswidrigkeiten, fehlende Sonderrechte usw. hin.
Richtig, Bestattungsfahrzeuge haben keine Sonderrechte, führen kein Blaulicht und müssen sich an die Verkehrsregeln halten. Das hindert uns aber nicht daran, bei Abholungen unsere Fahrzeuge so wenig verkehrsbehindernd wie möglich, aber auch so nah wie möglich am Abholungsort zu parken. Notfalls bleiben wir auch mal mitten auf der Straße stehen.
Wer dafür kein Verständnis hat, der tut mir leid. Es geht um den pietätvollen und ehrenden Transport eines verstorbenen Menschen, dessen Angehörige ein Recht darauf haben, daß ihre Gefühle nicht verletzt werden und daß wir nicht mit dem Verstorbenen drei oder vier Blocks auf der Fahrtrage oder im Sarg herumlaufen, um zu unserem "ordnungsgemäß geparkten" Auto zu kommen.
Wenn überhaupt, dann dauert diese Verkehrsbehinderung nur wenige Minuten.
Jan
09
Zausel
Es gibt ja Leute, die müssen ihren Hund überall mit hinnehmen. Aber wenn das schon so ist, kann man dann nicht erwarten, daß diese Leute ihr Tier im Griff haben? Familie Börger kam zu Dritt, Vater, Mutter und Kind, nur daß die Stelle des Kindes in diesem Fall ein vier Jahre alter Spanien-Mischling von der Größe einer mittleren Hauskatze einnahm. Der arme Hund muß auf den Namen "Böselager" hören und schon allein das treibt mich zu der Frage, wes Geistes Kind jemand ist, der seinen Hund so nennt.
Ich selbst habe seit Ewigkeiten Hunde und mich immer bemüht, denen einen kurzen und griffigen Namen zu geben, bei dessen Rufen ich mich nicht blamiere und länger als nötig aufhalte.
Nun, einen Hund mit zum Bestatter zu bringen ist eine Sache, vielleicht bleibt er nicht alleine und bellt sonst zu Hause die Bude voll, aber dann soll er doch bitte bei Herrchen oder Frauchen bleiben, oder sich brav zusammenrollen und Ruhe geben. Aber nein, der Wuffel ist hypernervös, rennt von einem zum anderen, rutscht ständig an meinem Hosenbein hoch, weil er mir die Hände abschlecken will und weil ich keine Zeit habe, mich abschlecken zu lassen, fängt das Vieh an, mein Bein zu rammeln.
Jan
09
Tote haben Zeit
"Ich hab es blitzen gesehen", sagte Manni und zog sich schmollend in den Keller zurück.
Was er damit sagen will: Er ist zu schnell gefahren und da wird wohl ein Knöllchen auf uns zukommen. Mal sehen, was das jetzt kostet. Ich halte das ganz einfach: Falschparken und solche Sachen zahlt der Chef, Geschwindigkeitsübertretungen der jeweilige Fahrer.
Warum ich Falschparken übernehme? Nun, Tote sind schwer.
Warum ich zu schnelles Fahren nicht übernehme? Nun, Tote haben Zeit.
Jan
09
Probeliegen beim Bestatter erlaubt?
Ich meine diese Frage jetzt ernst: Dürfte man denn bei Dir (also nicht als Blogleser, sondern als potentieller Kunde) ernsthaft mal in einem Sarg Probeliegen? Oder was würdest du in so einem Fall zu den Anfragenden sagen?
Fragen tun das viele, die meisten winken jedoch ganz schnell wieder ab, wenn man dann so tut, als ob sie es mal eben machen könnten.
Die Leute haben eine gewisse Scheu vor dem Tod und allem was damit zusammenhängt, so auch vor Särgen. Da hat man schneller mal einen Spaß gemacht oder was gefragt, als daß man es dann tatsächlich tut.
Käme aber jemand, dem das ein echtes Herzensanliegen wäre, dann würde ich mich dieser Bitte nicht verschließen. Ich weiß z.B. auch, daß mancher Mitarbeiter das schon mal ausprobiert hat. Im Grunde ist es ja nur eine, sehr angenehm nach frischem Holz riechende, Holzkiste, in der man durchaus bequem liegen könnte.
Allerdings machen sich vor allem manche Goths da falsche Vorstellungen vom Komfort, die eine so schmale Liegestatt bietet. Als dauernde Schlaflösung ist das eher nur für Leute geeignet, die auch mit dem Kopf nach unten hängend im Gebälk des Dachstuhles schlafen können.
Jan
09
Nachspiel
"...auffordern, die unter dem Pseudonym Sommerfee abgegebenen Kommentare in Ihrem Forum unverzüglich zu löschen. Für unsere Auftraggeberin war es zum Zeitpunkt der Abgabe dieser Kommentare nicht einwandfrei ersichtlich, dass diese Kommentare gespeichert und einer grösseren Zahl von Lesern zugänglich gemacht werden. Sollten wir bei Überprüfung Ihrer Benutzerbedingungen feststellen, dass hier ein Verschulden Ihrerseits vorliegt, behalten wir uns weitere Schritte vor. ..."
Das schreibt ein Marco B., Inhaber einer "Internet- und Webagentur". Interessant, was Webagenturen so alles machen.
Ich finde, er soll den Dienstweg einhalten.
Jan
09
Betrug mit Totenscheinen
Leser des Bestatterweblogs wissen es: erst muß ein Arzt den Tod einer Person feststellen und bescheinigen, vorher geht gar nichts.
Diese Leichenschau kostet natürlich etwas. Manche Hausärzte, die jahrelang einen Patienten betreut haben, verzichten hin und wieder auf die Liquidation der Rechnung (um die 60 Euro), aber in der Regel werden die Angehörigen hier zur Kasse gebeten. Die Krankenkasse übernimmt übrigens diese Kosten nicht, ein Verstorbener ist eben nicht krank, sondern tot, die Mitgliedschaft in der Krankenkasse mit dem Tod erloschen.
Üblicherweise rechnet der Arzt die Leichenschaugebühr direkt mit dem Bestatter ab. Weniger geschickt ist es, direkt nach der Leichenschau im Trauerhaus die Rechnung auf den Tisch zu legen und das Geld von den Trauernden zu kassieren.
Jetzt ist eine gar nicht so neue Betrugsmasche wieder im Kommen: Dubiose Betrüger versenden unter anderem unter dem Namen „Dr. med. K. Joost, Medizinisches Zentrum für Pathologie“ von einer einer Oldenburger Adresse aus gefälschte Rechnungen über 68,24 Euro für die „Erstellung des pathologischen Befundes bezüglich des Totenscheines/Totenbescheinigung“ an die Hinterbliebenen. Aus Unerfahrenheit überweise viele die vermeintlich berechtigte Gebühr.
Wer eine solche oder ähnliche Rechnung erhält, sollte sich sofort an den Bestatter wenden, der die Formalitäten abgewickelt hat. Er kann sagen, ob eine Arztrechnung berechtigt ist oder nicht.
Jan
09
Jetzt habe ich mich zu so einem Twitter-Account überreden lassen und weiß nicht, was ich damit soll.
Jan
09
Antonia, das Trüffelschwein
Ach,was haben sich da einige wieder Gedanken gemacht, ob es angebracht ist, daß man hier über Antonias figurtechnische Probleme schreibt und sich über dicke Menschen lustig machen sollte. Dabei habe ich gar nicht vor, mich über Dicke, Dumme, Dünne oder Dröge lustig zu machen, es geht immer um die Situation, um das Verhalten von Menschen und die Wirkung dieses Verhaltens auf die anderen.
Antonia beispielsweise ist eine äußerst liebenswürdige Person, die selbstverständlich eine gute Arbeit abliefert, sonst hätte ich sie nicht genommen. Als Praktikantin, das erste Mal mit Arbeit konfrontiert, hatte sie so allerhand Schwierigkeiten gehabt, sich in den betrieblichen Ablauf zu integrieren und zwischen Pause und Arbeitszeit zu unterscheiden. Das hat sich dann weitestgehend gelegt und man konnte sich darauf verlassen, daß sie zugeteilte Aufgaben auch zuverlässig erfüllt. Es gehört aber zu Antonias Wesen, daß sie immer nach folgender Methode arbeitet:
Jan
09
Witzig!
Daß irgendwelche Leute am Telefon mit dem Bestatter einen Schabernack treiben, das erleben wir immer mal wieder. Meine Güte, wir haben nunmal einen sehr außergewöhnlichen Beruf und kaum einer hat ja wirklich eine Vorstellung davon, was wir alles machen. Es gehört also irgendwie dazu, daß Leute da ihre Späßle machen.
Was ich nicht mehr hören kann, sind so Anrufe wie: "Habt ihr das Feuer schon an, hier spricht die Leiche, mir ist kalt."
Auch alt und langweilig ist: "Ist das das Beerdigungsinstitut? Wann kann ich denn mal zum Probeliegen vorbeikommen?"
Gestern scheint irgendwo in der Stadt eine Party von Halbwüchsigen gewesen zu sein. Die haben in zwanzigminütigen Abständen angerufen und sangen immer ins Telefon: "Ding Dong die Hex' ist tot". Schade, daß die keine Rufnummer übertragen haben, sonst hätte man sich ja wieder mal was einfallen lassen können.
Jan
09
Stadtrundfahrt
Man weiß es nicht genau, aber vermutlich hat der Mann in der Nacht noch fünf bis sechs Stadtrundfahrten gemacht, bevor der Fahrer der Straßenbahn mal einen Kontrollgang durch seinen Zug machte und entdeckte, daß der Mann nicht nur eingeschlafen war sondern tot auf der hintersten Sitzbank saß.
Dann hatte der Fahrer seelenruhig seine Bahn ohne weitere Fahrgäste ins Depot gesteuert und von unterwegs seine Zentrale verständigt. Die wiederum hat die Polizei gerufen, solche Fälle kommen immer mal wieder vor. Die Polizei verständigte den Notarzt und uns als Bestatter.
Als wir dort ankamen, war noch ein Rettungswagen eingetroffen und der 'Tote' wurde vom Rettungsdienst antransportiert. Einer der Polizisten: "Ihr könnt wieder umdrehen, der ist gar nicht tot, der ist wirklich nur besoffen, aber sowas von besoffen."
Selbst der Notarzt schüttelte mit dem Kopf und meinte sinngemäß, den Mann hätte jeder für tot gehalten, starre Augen, kein Puls fühlbar, auf den ersten, laienhaften Blick tot. Aber bei näherer Untersuchung habe sich dann schnell herausgestellt, daß der Mann tatsächlich nur hochgradig alkoholvergiftet zu sein scheint.
Merke: Es ist gar nicht so einfach, den Tod eines Menschen festzustellen.
Jan
09
Auch nicht schlecht
Jan
09
Der Suppenkoch löste 300 Leichen in Säure auf
Der Mexikaner Santiago Meza López hat im Auftrag eines Drogenbosses mindestens 300 Leichen in Säure aufgelöst. Nach seiner Festnahme zeigte er keine Hemmungen, den Medien Details zu seiner Technik mitzuteilen.
Quelle und mehr dazu hier und hier und hier.
Jan
09
A celebrity death!
A celebrity death?
LYNYRD SKYNYRD KEYBOARDIST BILLY POWELL DIES AT 56
http://celebritydeathbeeper.com/3169021.html
Created intro to 'Free Bird'; survived the plane crash.
Jan
09
Karten oder Anzeige?
Angeregt durch Deinen Beitrag von heute und anläßlich eines wohl leider bevorstehenden Sterbefalls in der Familie stellen wir uns hier die Frage ob wir besser eine Anzeige in die Zeitung machen oder Totenbriefe verschicken. Was meinst Du?
Tja...
Also, ich frage meine Kunden immer, wo denn der Verstorbene seine meisten Bekannten hatte und von wo sie die meisten Trauergäste erwarten.
Wenn die Leute dann antworten, man kenne sie in der Stadt sowieso nicht, dann rate ich eher zu Karten.
Wird mir allerdings gesagt, daß man einen sehr großen Personenkreis informieren muß, dann könnte eine Zeitungsanzeige wirkungsvoller und evtl. auch günstiger sein.
Man kann es aber grundsätzlich nicht pauschal sagen, manchmal muß man sowohl eine Anzeige schalten, als auch Karten versenden. Im ungünstigsten Fall kommt es sogar in Frage, eine Anzeige am jetzigen Wohnort und eine am Heimatwohnort o.ä. zu schalten.
Manchmal kann man auf all das aber auch verzichten und ruft die Trauergäste einfach an.
Es gilt also zu klären, wieviele Menschen man erreichen will und wo diese wohnen und wie sie am besten erreicht werden können.
Sind fast alle in einer Stadt, dann schaltet man eine Anzeige und verständigt den Rest anderweitig. Wohnen alle weit verstreut, sind Karten die bessere Alternative.
Jan
09
A celebrity death!
A celebrity death?
JOHN UPDIKE, PRIZE-WINNING WRITER, DEAD AT AGE 76
http://celebritydeathbeeper.com/3081421.html
And:
FORMER MAJOR LEAGUE PITCHER DOCK ELLIS
http://sports.espn.go.com/mlb/news/story?id=3782859
BRITISH ARTIST AND TV PERSONALITY TONY HART DIES
http://news.google.com/?q=TONY+HART
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Kommentare
1:10 Uhr und noch keine Fort.
Genau, wenn die jetzt noch'n.
Genau, immer der Leiche mit .
Habe jetzt gerade alle Teile.
@rudibee: nein. weils unhygi.
Super, das es mit einer so s.
Hey, was soll das, mich zu w.
-Carlos Gastropoda in die Ru.