Mai
09
Frohe Pfingsten
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein schönes Pfingstfest; hoffe, daß möglichst viele frei haben und das lange Wochenende bei schönem Wetter genießen können.
Bei uns sind Verwandte zu Besuch, die Kinder haben Ferien und wir haben (man traut es sich als Blogger ja kaum zu schreiben) Katzennachwuchs.
Nächste Woche gehen zumindest die Menschenkinder zu den Großeltern, dann habe ich wieder mehr Zeit.

Mai
09
Der Krankenpfleger und sein Umgang mit Toten
Hallo Tom,ich weiß nicht, ob es Dich interessiert und ob Du überhaupt die Zeit dafür hast, aber ich habe aus aktuellem Anlaß mal etwas über meinen Umgang (also dem eines Krankenpflegers im Krankenhaus) mit Verstorbenen berichtet.
Ulf
Klar, interessiert mich das und meine Leser gewiss auch:
Mai
09
Ich habe Leichen vertauscht
Bei Beichthaus.com kann man mehr oder weniger wahre "Sünden" beichten. Leser Andi hat dort eine Geschichte entdeckt, in der jemand behauptet, Leichen vertauscht zu haben.
Möglich wäre so etwas. Wenn in beiden Fällen die Angehörigen den Leichnam nicht mehr sehen wollen, bzw. die Abschiednahme schon erfolgt ist, merkt das normalerweise kein Mensch.
Mai
09
Das Hexenhaus
Elfriede Würmling sah einfach grauenhaft aus. Ich sag ja immer, jede Frau hat etwas Schönes und entdecke eigentlich an jeder weiblichen Person irgendetwas Reizvolles, bei manchen muß man nur eben etwas länger suchen.
Bei Elfriede Würmling hätte ich aber sicher vergeblich gesucht und auch kein anderer hat etwas Attraktives an ihr gefunden, so ist sie zeitlebens "Frollein" geblieben und bestand auch auf dieser Titulierung.
Ganz einsam machte sie das aber nicht, denn ihre Schwester Henriette war von ähnlich gewöhnungsbedürftiger Physiognomie und teilte mit ihr Haus und Schicksal. So nannte man das Haus der beiden Würmling-Schwestern allgemein den Schraubenbunker und ganz Alte kennen es auch noch als "Hexenhäus'l".
Beide Schwestern, von eben jener Häßlichkeit geplagt, litten auch noch an körperlichen Merkmalen, die ihr Erscheinungsbild besonders für Kinder sehr hexenhaft erscheinen ließ: Elfriede hatte einen Buckel und ihre Schwester Henriette ein zu kurzes Bein, weshalb sie einen dicken Schuh mit extrem hoher Sohle tragen mußte und an trotzdem sehr ungelenk an einem Stock ging.
Während man besonders schönen Menschen oft eine überirdische Schönheit attestiert, wäre bei Elfriede und Henriette der Ausdruck 'außerirdische' Schönheit oder gar 'unterirdische' eher angebracht gewesen.
Und es begab sich vor einigen Jahren, daß eben diese Elfriede bei mir erschien und sich um eine Stelle als Putzfrau bewarb. Die bekam sie auch und putzte forthin unsere Büros.
Zunächst nahm Elfriedes Geschichte eine doch recht überraschende Wendung...
Mai
09
Leichen vergessen II
Zum letzten Artikel hatte ein Leser gleich eine Frage mitgeschickt:
Wie regelt das eigentlich ein Insolvenzverwalter hier in Deutschland? Er darf ja im Insolvenzfall Aufträge stornieren, sobald die Insolvenz eingetreten ist, schafft er dann Oma Kasubke wieder zu ihrer Familie und sagt "kümmerts Euch halt!"?
Dazu passt auch folgende Frage:
Was ist denn wenn ein Bestatter stirbt? Wer erledigt die liegengebliebenen Aufträge?
Vor einigen Jahren ist hier ein Fleischermeister gestorben und seine Witwe hat das berühmte Schild:
An die Tür gehängt und die Rolläden an den Fenstern heruntergelassen. Die Anteilnahme der Bevölkerung war groß und insbesondere viele der Nachbarn und Kunden gingen mit zur Beerdigung.
Die Nachbarn waren es aber auch, die nach etwas mehr als anderthalb Jahren die Polizei verständigten, weil der Geruch und die Belästigung durch Insekten nicht mehr auszuhalten waren.
Mai
09
Leichen vergessen
Vier verweste aber noch nicht vergangene Leichen fand die neuen Besitzer eines Bestattungsinstitutes in Indiana/USA in den übernommenen Geschäftsräumen vor.
Eine Kirchengemeinde hatte das Institut, das Jahre unbenutzt war, von einem Bestatter übernommen, dem bereits vor drei Jahren die Lizenz zur Ausübung seines Berufes entzogen worden war.
Es war immer wieder zu Unregelmäßigkeiten gekommen.
"Zwei Körper waren schon stark verwest, die Kleider lagen verstreut umher, wie die Zeitung "Chicago Tribune" am Donnerstag berichtete. Eine weitere Leiche sei in ein Stück Pappe eingewickelt gewesen, die vierte in einem Leichensack auf einem Tisch gefunden worden, hieß es."
Danke an die ganz vielen Leser, die diesen Artikel gefunden hatten.
Mai
09
Ärzte und Leichenschau -II-
Am früheren Morgen schreib ich über Ärzte und Leichenschau und brach eine Lanze für die Ärzte. Nach wie vor bleibe ich dabei, daß die allermeisten Ärzte einen guten Job machen.
Aber eine Begebenheit muß ich in diesem Zusammenhang dann auch noch erzählen.
Wir wurden zum verstorbenen Herrn Plettenberg gerufen, viel zu früh, der Herr Doktor hatte sich etwas verspätet und so mußten wir vor Ort mit den Angehörigen auf sein Eintreffen warten.
Der Arzt kam dann, mit wehendem Mantel und kleinem Köfferchen, er bat die Angehörigen, das Schlafzimmer bitte zu verlassen, winkte uns aber zu, mit ihm beim Verstorbenen zu bleiben.
Als die Familie draußen und die Tür geschlossen war, hieß es: "Ihr könnt anfangen."
Ich fragte: "Und was ist mit der Leichenschau?"
"Mach ich doch gerade", sagte der Arzt, tastete nach dem Puls, leuchtete mit einer Stiftlampe in die Augen des Verstorbenen und schon saß er auf der anderen Bettkante und schrieb die Leichenschaupapiere aus.
Gut, bei Herrn Plettenberg bestand auch für uns kein Zweifel daran, daß er tot ist, weit aufgerissene Augen, offener Mund, die beginnende Leichenstarre in den Knochen, er hatte schon Stunden gelegen.
Aber es geht ja nicht nur darum, festzustellen, daß jemand tot ist, sondern auch warum.
Mai
09
Ärzte und Leichenschau
In den letzten Tagen ging es ja ein paar Mal schon um Ärzte und Leichenschau.
Ich muß aber mal eine Lanze für die Ärzte brechen. Im Großen und Ganzen arbeiten diese völlig korrekt und erledigen die gesetzlich vorgeschriebene Leichenschau schnell, zuverlässig und machen auch kein unnötiges Theater wegen der Leichenschaugebühr. Ja manche verzichten bei eigenen Patienten sogar völlig auf die Berechung. Das muß einfach mal gesagt werden.
Auch die Ärzte müssen ja, ebenso wie wir Bestatter, bei Tag und Nacht, werktags wie wochenends und an allen Sonn- und Feiertagen bei Wind und Wetter raus, um diese Arbeit zu erledigen. Jede Mühe verdient ihren Lohn, sage ich immer und gemessen am Aufwand einer Leichenschau ist das was ein Hausarzt u.U. nur berechnet, aus meiner Sicht durchaus viel zu wenig.
Mai
09
Die ersten Stunden und die Leere
Wir erinnern uns noch an Frau Schaltrunk und ihren Käsekuchen.
Am Rande erzählte ich von ihrem Bedürfnis, in diesen schweren Stunden nicht allein sein zu wollen. Das aber kommt gar nicht so selten vor und wird mir von vielen Witwen und Witwern als ganz besonders schwere Zeit geschildert. Auf einmal kommt der Anruf vom Krankenhaus, daß der Ehepartner verstorben ist oder er stirbt gar zu Hause und dann sitzt man da und weiß im ersten Moment überhaupt nicht, wie es weitergehen soll.
Und das bezieht sich auf das gesamte Leben, die komplette Lebensperspektive und natürlich auch auf die ersten Schritte, die jetzt nötig sind.
Viele alten Leute, aber durchaus auch nicht ganz so alte, sind heute alleine und haben niemanden, der ihnen hierbei wirklich zur Seite stehen kann. Die Kinder und anderen Verwandten leben oft weit weg und so ist man beinahe ohne jede Unterstützung.
Mai
09
Parachute Effect
Hallo aus USA....
Ich habe eine Frage ... die Mutter (89 Jahre) meiner Freundin ist Montag verstorben, sie war einige Wochen sehr krank. Sie war erstens durch ihr Alter und dann durch den Gewichtsverlust sehr faltig geworden.
Als meine Freundin gestern beim Bestatter Abschied genommen hat war sie ganz erstaunt wie glatt die Haut im Gesicht war. Am Hals waren noch starke Falten , im Gesicht waren kaum noch welche, wie kommt das ? Die Tochter meiner Freundin war erschrocken, sie meinte das ist doch nicht die Oma, sie sieht aus wie 60 und hat keine Falten mehr.
Vielleicht kannst du mir die Frage beantworten
Gruss aus Arizona
Ich gehe mal davon aus, daß sich das alles in den USA abgespielt hat, wo Du derzeit lebst. Lies bitte zum besseren Verständnis diesen Artikel hier über Einbalsamierungen.
Durch das Eingeben von Flüssigkeit in den Körperkreislauf bzw. das Körperinnere kann es zu einer Straffung kommen. Außerdem wird in den vereinigten Staaten kräftig gecremt und gepudert.
Hinzu kommt -und das trifft auch bei uns so zu- daß das Gesicht natürlich völlig aus der Mimik gerät. Jegliche bewußte Kontrolle der Gesichtszüge ist verloren gegangen und beim Schminken und Pudern versucht der Bestatter, dem zumeist kein Foto vorliegt, nach eigener Vorstellung ein "schönes Gesicht" zu erzeugen.
Da sich die Haut von Verstorbenen mitunter leicht verschieben läßt, kann man ein durchaus faltenfreies Gesicht hinbekommen. Englische Kollegen nennen das den "parachute effect", den Fallschirm-Effekt, weil beim Absprung mit einem Fallschirm (allerdings auch durchaus ohne Fallschirm) durch den 'Wind' das Gesicht nach hinten gezogen und geglättet wird.
Mai
09
Olaf Plietsch
Es wird ja derzeit viel über Olaf gemutmaßt und ich erzähle auch noch was von ihm. Aber mir fiel bei Olaf dann auch diese Geschichte von Herrn Plietsch wieder ein.
Mai
09
Geplätscher
Frau Schupfrieder ist mit ihrem formlos gestellten Antrag gescheitert.
"Sowatt gibt's bei uns nicht!" lautete der ebenfalls formlose Bescheid der Friedhofsbehörde, vorgebracht von Friedhofsverwalter Hubert Trampelmann.
Um was geht es?
Die Schupfriederin hatte letztes Jahr ihren Gatten beerdigen lassen müssen und beschäftigt sich seit nunmehr rund sieben Monaten mit der Ausgestaltung des Grabes. Es dauert ja immer eine Weile bis der Grabstein aufgestellt werden kann. Einerseits muß sich die Erde setzen und verfestigen und andererseits ist es besser, wenn die benachbarten Gräber auch belegt sind und das Gräberfeld richtig angelegt wurde.
Nun also steht der Stein, ein schöner, polierter und hat in der Mitte oben ein Loch. Dieses ist auch poliert und nach vorne leicht abgeschrägt.
Jetzt wollte die Frau hinter dem Grabstein eine Pumpe aufstellen und durch das Loch Wasser plätschern lassen, das hätte sich Trampelmann ja noch gefallen lassen, zumindest hätte er sie mal machen lssen und dann geguckt, ob jemand sich beschwert und wie das Ganze wirkt. Aber den Wunsch, nun ein 45 Meter langes Verlängerungskabel zu verlegen, den konnte Trampelmann der Witwe nicht erfüllen. "Sowatt gibt's bei uns nicht!"
Mai
09
Drohung wahrgemacht
Mephistophelia leistet Schützenhilfe und sendet ein Papprollenbild ein und erspart es mir, ein entsprechendes Foto selbst zu machen:

Ist doch eh alles nur Quatsch
Mai
09
Olaf
Sandy ist ganz aufgelöst und verwirrt und das kommt selten genug vor. Sie war bei Familie Kröpplinger, weil Herr Kröpplinger gestorben ist.
Die Kröpplingers kennt man, sie gehen jeden Tag spazieren und zwar immer zu Dritt. Herr Kröpplinger, seine Frau Erna und der 32jährige Sohn Olaf.
Immer so gegen Abend hat man das Trio gesehen, samstags und auch oft am Sonntag.
Von Olaf weiß ich, daß er eine leitende Position bei einem Wetterdienst in der Nachbarstadt und seit frühester Jugend Diabetes hat, beides steht ursächlich nicht in Zusammenhang.
Man hat immer schon über Olaf, das Muttersöhnchen, gemunkelt und die Gemüsefrau erzählte mir vor etlichen Jahren, da war Olaf etwa 20 Jahre alt, daß der alte Kröpplinger ihr ein gebrauchtes Fahrrad zum Kauf angeboten habe. Da der Preis recht niedrig war, hatte sie das Fahrrad für eines ihrer Kinder gekauft und festgestellt, daß es noch wie neu aussah. Ja, das läge vor allem daran, hatte damals Herr Kröpplinger ganz stolz gesagt, daß Olaf auf alle seine Sachen so gut aufpasse und überhaupt sei er ja nur in der geräumigen Wohnung damit herumgefahren...
Mai
09
Was kostet eine Leichenschau?
Die Rechnung des Arztes für die Leichenschau und die Todesbescheinigung darf max. 76,-- Eur betragen.
Das aber auch nur dann, wenn alle Posten der GOÄ (amtliche Gebührenordnung für Ärzte) wirklich zusammentreffen. Eine Pauschalierung ist nicht zulässig, Einzelauflistung ist Pflicht!
D.B. die Nr. 100 GOÄ (Untersuchung des Toten und Ausstellung Todesbescheinigung) mit Faktor 3,5 (nur mit plausibler Begründung wie bspw. „Tätigkeit nachts“ ist der Faktor 3,5=51.- Eur statthaft, Regelfall ist mit Faktor 2,3=33,50.- Eur zu berechnen).
Hinzu kommt das Wegegeld (bspw. 10-25 km tags=15,40.- Eur, nachts 25,60.- Eur; weniger Strecke = weniger Wegegeld; zu finden in §8GOÄ.
Der gerne zusätzlich berechnete Posten Nr.50 GOÄ (="Hausbesuch, Untersuchung und Beratung") kann nur abgerechnet werden,wenn der Arzt zu einem lebenden Patienten gerufen wurde, dieser aber verstorben ist, während der Arzt noch auf dem Weg zum Patienten war.
Dieser Posten ist dann aber nur mit der GKV/PKV abzurechnen. Die PKV/GKV zahlt für Leistungen am Patienten, die Bestattungspflichtigen/Erben für Leistungen am Toten.
Alle anderen gerne innovativ berechneten Posten neben Nr.50, wie „Nr.4 = Einholung Fremdbefund vom Hausarzt, Beratung der Angehörigen usw.“ sind nicht mit den Familienangehörigen abzurechnen!
Zuschläge (z.B. wie in "V. GOÄ: E-H“ für „Feiertags, dringend, Tiefen-Nachtzuschlag“ (am Besten noch zus. zu Nr. 100 mit Faktor 3,5 s.o.) können auch nicht berechnet werden.
Steht so auch im Ärzteblatt wegen div. Gerichtsurteile und TV-Berichte. Die Todesbescheinigung ist beim Toten zu belassen oder bspw. der Familie oder Pflegeleitung im Heim auszuhändigen.
Wenn der Bestatter die Unterlagen erst beim Arzt abholen muss, so hat der Arzt die Kosten für die Abholung zu bezahlen (div. Urteile).
Außerdem ist die Rechnungslegung Vorschrift (GOÄ, Steuergesetze, GoRl und GoB).
Wenn sich scheinbar nicht viele Bestatter mit fehlerhaften Arzt-Rechnungen herumärgern wollen, kann man sich auch an die Ärztekammer wenden.
mit herzlichem Dank aus einem Kommentar von Leser Klaus Brinkmann.
Ohne Gewähr.
©2012 Bestatter-Weblog
Layout © von Michael Kaiser u. Tom, Undertaker-Image © by Mike Worley.
Administration Tiggerswelt auf Servern von MANITU
Powered by Europa-Host.
Anmelden
Template Version: Emperor 2.0 -9/11-Release


ältere Beiträge

Kommentare
Frage an Tom: in Frankreich .
@ Designierter Komposti (in .
Ich glaube ich werde mir sti.
Schade zu spät gesehn, hät.
wie es mit dem "aufhalten" i.
Soso, auch Tom hat ein lange.
Ja, diese Viktorianerverehru.
Ja danke zusammen, so dachte.