Mai
09
Mohn II
Weil so schön war:
Inzwischen hat eine andere Mohnsorte ihre Blüten geöffnet. Diese sind schön dunkelrot, nicht so orange wie der erste, den ich hier zeigte. Besonders beeindruckend das Blüteninnere:

Bevor mir wieder einige Leute schreiben, wie doof sie Bilder finden und wie doof sie mich finden und wie doof sie das Weblog finden, was sie ja "sonst immer ganz gerne lesen", nur der Hinweis: Wenn's mir danach ist, knipse ich jeden Tag leere Klorollen.
Mai
09
Wasser und Käsekuchen II
Am nächsten Morgen kommt Frau Schaltrunk zu uns ins Bestattungshaus, um für ihren dahingeschiedenen Gatten alles Notwendige zu besprechen. Inzwischen hat sie auch das Stammbuch gefunden und trägt es in der rechten Hand. Auf der linken balanciert sie, na was wohl? Richtig, den halben Käsekuchen vom Vortag. Ich freu' mir einen Knopf ans Hemd, strahle über das ganze Gesicht und stelle den Kuchen im Gang auf eine Kommode: "Habe gerade erst gegessen, trotzdem vielen Dank!"

So ein Stammbuch ist was Schönes, schade daß das langsam aus der Mode kommt und die veränderten Lebensgewohnheiten immer mehr Einzelurkunden verursachen. Früher bekam jedes Ehepaar bei der Heirat vom Standesbeamten das Stammbuch ausgehändigt. Darin war die Eheschließung beurkundet und auch Platz für kirchliche Eintragungen, etwa für die kirchliche Hochzeit und Kindstaufen. Gesellten sich Kinder zu Familie dazu, wurde auch deren Geburt im Stamm- oder Familienbuch eingetragen und auch die Sterbefälle wurden hier notiert. Für Ahnenforscher, Bestatter und jeden der eine Familienurkunde benötigte, eine durchaus praktische und übersichtliche Sache. Früher waren Ehen ja auch noch für die 'Ewigkeit' und die lebenslange Monotonie Monogamie Gang und Gäbe.
Heute bekommen wir immer mehr lose Blätter und oftmals haben lose Blätter auch nicht den Stellenwert wie ein Buch mit Wappen und Siegel und gehen verloren. Das bedeutet dann oft für den Bestatter, daß er erst detektivisch tätig werden muß und verlorene Urkunden wiederbeschaffen darf. Weitreichendes Kenntnisse aus dem Beurkundungs-, Familien- und Standesrecht sind also auch ein Teil des Berufsbildes eines Bestatters.
Aber Frau Schaltrunk hat ja ein Stammbuch und das macht es einfach für uns und während sie sich einen schönen Sarg aus glänzend lackierter Kiefer aussucht, hat Antonia den Käsekuchen entdeckt und aufgefuttert.
"Das war aber nett von Ihnen, Chef, daß Sie uns einen Kuchen hingestellt haben. Ein Stück habe ich Ihnen ins Büro gestellt. Bißchen Sahne dazu?" fragt sie, hat noch ein weißes Fleckchen Sahne an der Nasenspitze und fuchtelt mir mit einer Dose Sprühsahne vor dem Gesicht herum und freut sich kugelig, als ich ihr großzügig auch mein Stückchen Kuchen abtrete.
Bild: Pixelio.de, © Herzraser
Mai
09
Bestattung im Vulkan
Für rund 300 Euro bekommt man eine Bergwiesenbestattung und wem so eine Bergwiese nicht spektakulär genug ist, der kann sich auch auf einem über 5.000 Meter hohen Berg in Chile beisetzen lassen, was dann aber schon fast das Zehnfache kostet. Auch eine Bestattung im Lavastrom eines Vulkans wird von "Seven Summits" angeboten.
Da sage nochmal einer, es gäbe bei uns nicht ausreichend Bestattungsvarianten.
>Bevor da noch jemand ins Grübeln kommt: Einer Beisetzung an solche spektakulären Orten geht notwendigerweise eine Kremation voraus und es wird normalerweise nur die Asche an dem ausgewählten Ort verstreut/beigesetzt. Bei einer Luftbestattung über dem Matterhorn werden also keine Leichen und Särge vom Flugzeug abgeworfen.
Mai
09
Zahlemann und Söhne
Die "Main-Spitze" berichtet einmal mehr über einen Fall, in dem eine Ärztin des ärztlichen Notdienstes über die Stränge geschlagen hat.
Normalerweise stellt den Totenschein der behandelnde Arzt aus. Das ist im besten Fall der Hausarzt oder der zuständige Arzt im Krankenhaus. Die zweitbeste Variante ist der Vertretungsarzt, also der Mediziner der den Hausarzt während eines Urlaubs vertritt oder der Stationsarzt der gerade Dienst hat.
Eher wenig hilfreich ist ein richtiger Notarzt, der eventuell mit Blaulicht anrückt. Seine Aufgabe ist es, Leben zu retten und deshalb stellt er als Notdienstler und Retter zumeist auch nur eine Bescheinigung über den Tod aus, jedoch keine Leichenschaupapiere. Eine richtige Leichenschau durch einen der o.g. Behandler muß dann nachgeholt werden.
Dazwischen gibt es aber noch den ärztlichen Notfalldienst. Keine Rettungsärzte, ganz normale niedergelassene Ärzte tun hier außerhalb der Dienstzeiten und an Wochenenden Dienst. Oft kommen sie mit dem Taxi und mit dem blinkenden Schild "Arzt im Einsatz" auf dem Dach. Auch wenn es sich hierbei um einen Augenarzt oder einen Hautarzt aus einer benachbarten Stadt handelt, stellen diese Ärzte ordentliche Todesbescheinigungen und Leichenschauscheine aus.
Mai
09
Wasser und Käsekuchen
Herr Fach-Ing. E.R. Schaltrunk ist verstorben und seine Witwe ruft zu allererst uns an. Ich frage natürlich ob der Arzt schon da war, sie sagt: "Nein, wieso denn, mein Mann ist doch tot, da kann kein Arzt mehr was machen." Die Gute ist ziemlich durch den Wind, wie man so sagt und ich erkläre ihr geduldig und so, daß auch sie in ihrer besonderes Situation es verstehen kann, wie jetzt vorzugehen ist.
Frau Schaltrunk sagt zwar mehrfach, sie habe genau verstanden, fragt dann aber: "Und Sie kommen jetzt?"
"Nein, erst muß der Arzt kommen und den Totenschein ausstellen."
"Ja, ist gut. Und Sie kommen jetzt, ja?"
Noch unzählige Male könnte ich es ihr erklären, sie würde es nicht begreifen, besser wird es sein, ich fahre da hin.
Mai
09
Pizza gefällig?
Mai
09
Friedhof verwüstet II
Nach der ersten Presseveröffentlichung haben sich weitere Geschädigte bei der Polizei gemeldet und mitgeteilt, dass die unbekannten Täter nicht nur Grabschmuck beschädigt, sondern vermutlich gestohlen haben. Auf einem der Gräber wurde ein MP3-Player der Marke Tevion mit einem auffälligen Kopfhörer mit integriertem Mikrofon der Marke "Sharkoon" aufgefunden. Die Kripo geht davon aus, dass das Gerät von einem Täter verloren worden ist. Bilder des Gerätes sind in der Anlage beigefügt. Hinweise auf den Eigentümer des Gerätes erbittet die Kripo Kempen unter Tel.: 02162/377-0.

Kreispolizeibehörde Viersen
- Leitungsstab / Pressestelle -
Wolfgang Wiese, KHK
E-Mail: Pressestelle.Viersen@polizei.nrw.de
Lindenstraße 50, 41747 Viersen
Tel.: 02162 / 377-1191
Fax: 02162 / 377-1199
Zentrale: 02162 / 377-0
Mai
09
Mohn
Hat zwar mit Bestattung so gar nichts zu tun, aber in meinem Garten blüht gerade der Mohn:

Mai
09
Pfffft -3-
So, ich habe jetzt eine etwas längere rituelle Fußwaschung hinter mir. Schon gestern Nacht bin ich kurz unter die Dusche gehüpft, aber im Nachhinein erschien mir diese doch recht oberflächliche Reinigungsmaßnahme in der Nasszelle nicht mehr ausreichend zu sein. Okay, Duschen ist immer nur eine oberflächliche Sache, sofern es nicht mit einem Klistier oder so verbunden ist, aber einfaches Abwaschen reichte nicht.
Denn ich fragte Nachbar Nasweis-Lästig noch ganz genau, was denn alles kaputtgegangen sei. Ich wollte doch unbedingt herausfinden, in was ich da hineingetreten sein könnte. Es fühlte sich wirklich an wie ein Kuhfladen, aber Kuhmist soll ja schön machen. "Nein, ich habe da eine Waschschüssel eingegraben in der befindet sich eine Mischung aus Malzbier, Essig und Schweineblut vom Metzger. Da werfe ich alle Nacktschnecken rein, die ich im Garten finde. Die ersaufen da und vergammeln. Wenn der Tiegel voll ist, schütte ich die ganze Brühe auf den Kompost. Ist gerade wieder voll, die werden ganz grau und lösen sich auf, die Nacktschnecken."
Ich geh' nochmal Füße waschen...
Mai
09
Friedhof verwüstet
Die Menschen am Niederrhein sind ja an sich für ihr überschäumendes Temperament und ihre fast schon südländische Lebensart bekannt.
Doch selbst diese mediterrane Toleranz und der Hang zu üppigen Orgien läßt es nicht zu, daß sie es hinnehmen, daß nun der Friedhof in Kempen verwüstet wurde.
"Unbekannte Täter haben 30 bis 40 Gräber auf dem Friedhof an der Berliner Allee in Kempen verwüstet, Pflanzen herausgerissen und Grableuchten zerstört. Ein Friedhofsbesucher meldete sich Sonntag gegen 8.30 Uhr bei der Polizei in Kempen und teilte seine Beobachtung mit. Ein Strafverfahren wegen Störung der Totenruhe und Sachbeschädigung wurde eingeleitet. Geschädigte sollten sich bei der Polizei unter 02162/377-0 oder beim Grünflächenamt unter 02152/917-0 melden."
Mai
09
Wer hat einen Schlüssel?
Mir kam eine ganz andere Frage: Wie ist Antonia reingekommen, wenn ihr zu hattet? Hat bei Euch jeder Mitarbeiter einen eigenen Schlüssel?
Ja.
Wir sind ein Unternehmen, das einen klassischen Notdienst anbietet und nicht nur zu den bekannten Öffnungszeiten arbeitet. Somit muß sichergestellt sein, daß die Mitarbeiter auch jederzeit an ihren Arbeitsplatz gelangen können. Alles andere würde ja erforderlich machen, daß immer irgendjemand den "Lord Schlüsselwächter" spielt und anwesend ist um die anderen hereinzulassen.
Nicht jeder Mitarbeiter ist im Beratungs- oder Fahrdienst eingesetzt, aber es kann theoretisch jeden Mitarbeiter treffen, auch mal außerhalb der Dienstzeiten ins Büro kommen zu müssen.
Mai
09
Pfffft -2-
Montagmorgen, der Briefträger hat einen unglaublichen Stapel an Post gebracht, ich bin an meinen Schreibtisch gefesselt und die Schnur mit der ich angebunden bin heißt Büser.
Frau Büser ist ja sowas von gut gelaunt heute Morgen und man merkt es ihr förmlich an, daß ihr die Arbeit Spaß macht; das ist ja auch gut so, aber muß sie das an mir auslassen?
Ich gucke lieber aus dem Fenster und während ich da so in den strahlend blauen Himmel schaue, fällt mir plötzlich die Leiter ein, die noch von letzter Nacht am Zaun lehnt.
Die Leiter brauchte ich ja nur, weil mein Grundstück etwas tiefer liegt als Nasweis-Lästigs Garten. Gerade an der rechten Seite ist der Zaun nur kniehoch und kann leicht überwunden werden. Der Zaun an sich ist also kein Hindernis, aber in Verbindung mit der mannshohen Stützmauer bildet sie einen bisher unbekannten Teil des Westwalls.
Mai
09
Pappsärge, mal wieder
Immer wieder gehen die Hersteller von Pappsärgen und so genannten Peace-Boxen an die Öffentlichkeit und weisen auf ihr innovatives Produkt hin. Und immer wenn das geschieht, gerade jetzt am Wochenende gab es wieder solche Berichte, quillt bei mir das Mail-Postfach über.
Was denn an diesen Pappsärgen dran sei und warum sich die Bestatter denn immer weigern, diese Särge zu nehmen, wo die Dinger doch so billig sind?
Ganz einfach: Kein Bestatter verschließt sich neuen Methoden und Herstellungsverfahren. Wenn es da was Neues gibt, stellen sie es sich in ihren Laden oder nehmen es zumindest völlig risikolos in ihren Katalog auf und bieten es ihren Kunden an. Die allein entscheiden dann, was gekauft wird und was nicht. Als vor einigen Jahren Urnen aus gepresstem Zellstoff aufkamen, dachte ich persönlich zunächst, die würde gewiss kein Mensch kaufen.
Mai
09
Dann graben wir ihn eben wieder aus
Die Familie eines Verstorbenen bestellte bei einem Bestatter eine anonyme Bestattung.
Was jeweils unter anonym verstanden wird, ist von Stadt zu Stadt verschieden. Meist erfährt man weder Ort noch Zeitpunkt der Beisetzung, manchmal kann man doch dabei sein und es gibt hinterher eben nur keine angelegte Grabstätte.
Je nachdem wie neu so eine anonyme Begräbniswiese ist, kann die auch schon mal aussehen wie eine Trampelwiese, so wie jedes neue Reihengrab den Charme einer Postbaustelle hat.
Da hat schon mancher entsetzt geschaut, der sich ein Grab mit Grabstein und Kreuz vorstellte und dann nur vor dem kleinen Loch stand (Grabstein und Kreuz kommen erst nach der Beisetzung).
Um so eine "Trampelwiese" entspinnt sich derzeit ein Drama, das jetzt sogar die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen hat.
Als nämlich die von weiter her angereisten Geschwister sahen, auf welche Weise ihre vor Ort lebenden Verwandten den Verstorbenen bestatten lassen wollten, monierten sie beim Bestatter.
Der grub dann die nachträglich wieder aus, damit der Verstorbene, wie offenbar inzwischen "umbestellt", in einem richtigen Urnenreihengrab beigesetzt werden konnte.
Ist das Störung der Totenruhe, fragt sich jetzt die Staatsanwaltschaft und wir haben es wieder einmal mit dem doch recht häufigen Problem zu tun, daß die anreisende Sippe die Bestattung, so wie sie von den engsten Angehörigen und Bestattungspflichtigen bestellt wurde, nicht in dieser Form haben will.
So ein Theater hatten wir auch schon, haben aber vielleicht etwas mehr Fingerspitzengefühl gezeigt, als der Kollege, um den es hier geht.
Mehr Infos zu dem Thema gibt es hier.
Mai
09
Pfffft
Pffft, pffft, pffft, pffft, witsch, witsch, witsch, witsch, witsch wischt... pffft, pffft...
So macht es ohne Unterlaß und immer wieder von vorne, seit wenigstens 30 Minuten und es ist jetzt genau 1 Uhr und 16 Minuten früh am Montag.
Herr Nachbar und Seniorenschrat Nasweis-Lästig hat seinen vollautomatischen Rasensprenger computergesteuert in Gang gesetzt und ist überhaupt nicht zu Hause.
Mit relativ großem Tamtam hatte er sich am vergangenen Mittwoch für einige Tage in die Fränkische Schweiz (Gruß an die Eidgenossen: Wir haben selber welche, also Schweizen meine ich).
"Mach was!" bittet mich meine Frau liebevoll um die Einleitung irgendeiner effektvollen Maßnahme zur sofortigen Eindämmung des Geräuschpegels.
"Brrrrr, hmmmm, knurrrr", antworte ich und drehe mich in meinem stets zusammengeknubbelten Kopfkissen auf die andere Seite.
©2012 Bestatter-Weblog
Layout © von Michael Kaiser u. Tom, Undertaker-Image © by Mike Worley.
Administration Tiggerswelt auf Servern von MANITU
Powered by Europa-Host.
Anmelden
Template Version: Emperor 2.0 -9/11-Release




ältere Beiträge


Kommentare
1:10 Uhr und noch keine Fort.
Genau, wenn die jetzt noch'n.
Genau, immer der Leiche mit .
Habe jetzt gerade alle Teile.
@rudibee: nein. weils unhygi.
Super, das es mit einer so s.
Hey, was soll das, mich zu w.
-Carlos Gastropoda in die Ru.