Aug
09
In der Psychiatrie III
Martin hat sich selbst getötet. Die Nachmittagsgruppe versammelte sich an diesem Tag um 15 Uhr, jeder achtete darauf, ja nicht zu spät zu kommen, denn Verspätungen wurden vom Therapeuten gerne als Therapieverweigerung gewertet und das könnte für den einen oder anderen bedeuten, daß er länger als geplant in der Einrichtung verbleiben muß.
Für Martin spielte das keine so große Rolle, denn er war fest für genau 4 Wochen eingewiesen worden und unterlag keinerlei Beschränkungen hinsichtlich seiner Bewegungsfreiheit. Das bedeutet: Er konnte sich auf dem gesamten Gelände der Anstalt frei bewegen und hätte es auch verlassen können.
Als Martin um 15.15 Uhr immer noch nicht aufgetaucht war, fragte man seinen Zimmergenossen nach dessen Verbleib und es hieß nur: "Der wollte nachkommen, er hatte noch irgendwas zu erledigen."
Zehn Minuten später fand man Martin dann, er hatte zwei Krawatten zusammengebunden und sich damit an einem in Deckennähe befindlichen Absperrhahn im Badezimmer aufgehängt.
Aug
09
Mehrstöckiges Grab, Personen übereinander
Ich wollte noch mal etwas fragen.
Ein Bekannter hat mir kürzlich erzählt, dass auf einem Friedhof in St. Ulrich die Toten aus Platzgründen übereinander beerdigt werden. Ich hab mal gegugelt aber nichts dergleichen gefunden. Ich kanns mir einfach nicht vorstellen. Gibt’s das tatsächlich?
Gruß und Dank falls die Frage beantwortet wird.
Ja, aber sicher doch.
Schau Dir die Mehrpersonengräber auf dem Friedhof doch mal an. Im günstigsten Fall sind die so breit, daß zwei Leute nebeneinander Platz hätten. Nur in seltenen Fällen sind sie breiter.
Zuerst wird tiefbestattet, d.h. die erste Leiche kommt ein ganzes Stück tiefer in die Erde. Bei der nächsten Bestattung hat man dann die Wahl ob "hoch" oder "tief" beerdigt werden soll, also ob der Sarg über den ersten oder daneben kommt.
Wird in diesem Fall "hoch" gewählt, ist die nächste Bestattung wieder tief und die vierte dann hoch.
Würde "tief" gewählt, sind die letzten beiden dann "hoch"
Es gibt auch Gräber die sind, wenn man mal etwas überlegt und sich die Maße anschaut, eigentlich zu kurz. Hier befindet sich ein Teil des Grabes unter dem Weg.
Aug
09
Praktikum beim Bestatter mit 15 Jahren II
Warum soll ein Praktikant mit 15 zu jung sein? Kommt auch auf das Bewerbungsgespräch an, in dem man erkennt, wes Geistes Kind er/sie ist. Schliesslich schleichen die Bestatterkinder, die noch viel jünger sind jeden Tag durchs Haus, oder sollen mal etwas helfen, ohne dass sie einen seelischen Schaden davon tragen.
Es geht doch nicht darum, ob der Praktikant seelischen Schaden davonträgt.
Was sollte diesen Schaden verursachen? Er/Sie hat in "The dark World of Evil Monster-Empire" schon mehr Menschen getötet und Leichen gesehen, als ich es in meinem Leben jemals tun werde.
Es geht um praktische Dinge, die ich auch in einem Kommentar ausführte.
Ein 15jähriger (und hier ging es um eine 15jährige!) kann keinen 150 Kilo-Sarg schleppen, sie kann nicht Autofahren, ist bei den Behörden nicht unterschriftsberechtigt und wird definitiv von den Kunden nicht akzeptiert.
Aug
09
Sozialbestattung für Kinder
neulich abends ist im bekanntenkreis ein kleiner junge bei einem unfall ums leben gekommen. die mutter des kindes bekommt nur den sozialhilfesatz der kinderbestattung. :
Neben den Kosten unter anderem für Leichenschau, Leichenbeförderung und einfachen Sarg seien auch die Gebühren für ein Grab ortsüblicher, einfacher Art zu übernehmen. Die Ortsüblichkeit beziehe sich dabei auf den Sterbeort. Kosten für eine Überführung an einen anderen Ort seien hingegen nicht zu übernehmen. Angemessen sei zudem lediglich ein einfaches Reihengrab. Eine Vorfinanzierung der Grabnutzung für Jahrzehnte aus Sozialhilfemitteln sei - so die Richter - aber auch insoweit ausgeschlossen.heisst das jetzt ganz konkret, dass der junge ohne blumen, luftballons, rede etc. begraben wird?
kann man in form einer spende, incl. der bestattungskosten durchs amt, eine kinderbestattung ausrichten lassen?
gelder sind da, es ist kein aufruf zum spenden.leider konnten uns die angerufenen bestatter nichts 100 % sagen.
hat wer ahnung?
und was kostet eine dem jungen würdige kinderbestattung?
Aug
09
Das Kawasaki-Netz
Die Nacht ist schwül und heiß, die Klimaanlage muß schweigen weil es sonst meine Frau nicht tut, sie findet das leise Rauschen nervig und obwohl ich ein Wahnsinnsgeld in eine nahezu lautlose Kälteapparatur investiert habe, empfindet meine Frau das leise Ausströmen der gekühlten Luft als "das Donnern eines Jumbo-Jets". So wundert es nicht, daß wir beide nebeneinander im Bett liegen und vor lauter tropischer Nachtschwüle nicht einschlafen können.
Man könnte sich jetzt einem tiefschürfenden Gespräch über die Nöte nicaraguanischer Kaffeebauern hingeben, sich über Schalke 04 unterhalten oder einfach nur Sex machen, doch schon bei den Nicaraguanern mauert meine Frau, sodaß ich zu Punkt Drei nichtmal versuchsweise vorzustoßen wage. Sie ist stinkesauer weil ich kurz vorher den Jumbo-Jet für eine Sekunde gestartet hatte.
"Mach bloß diese Höllenmaschine aus!" lautete ihre höfliche Bitte und die in ihrer Stimme mitschwingende Sanftheit wurde durch das Werfen eines Damenpantoffels (Größe 39 1/2) in meine Richtung noch unterstrichen.
Aug
09
Franziskas Vater ist tot
Franziska hat mir einen netten Brief geschrieben, der jetzt im Gästebuch zu finden ist. Unten an diesen Brief hat sie angefügt, daß sie einen Text über den Tod ihres Vaters verfasst hat, den sie gerne mit uns teilen möchte. Warum nicht?
Mein Vater ist tot. Vor drei Wochen habe ich ihn verloren. Eineinhalb Jahre hatte er gegen einen bösartigen Hirntumor (die hinterhältige Sorte, die auch Edward Kennedy ins Grab gebracht hat) gekämpft. Als er eines Nachmittages einen epileptischen Anfall erleidet, schmeiße ich schnell ein paar Klamotten in meine Fahrradtasche. Schwarze sind auch dabei. Ich komme spätabends bei ihm an.. Er schläft tief, fast komatös. Ruhige lange Atemzüge, die morgens immer schwächer werden. Bis zum Schluss halte ich seine Hand, merke wie sein Puls langsamer und leichter wird, und ich schließlich nur noch meinen eigenen spüren kann. Dann gehe ich- es ist noch ganz dunkel, hinaus in den Garten, wo ich eine der Rosenblüten am Hauseingang und eine Sommerflieder-Dolde abschneide, und zu ihm aufs Kissen lege. Ein langer langer Morgen bricht an. Ich sitze da und sitze und sitze, auf der Bettkante, halb an seiner Seite, bis mir abwechselnd das eine oder das andere Bein einschlafen.
Aug
09
Auge um Auge, Zahn um Zahn
Wotan hat das schon irgendwie richtig eingerichtet, daß Frauen normalerweise etwas länger leben als Männer. Böse Zungen behaupten ja, der Allmächtige würde den Frauen nur am Ende des Lebens die Zeit gutschreiben, die sie mit vergeblichen Einparkversuchen verplempert haben. Ich persönlich sehe es pragmatischer: Vor Jahren sprach ich mal mit einem alten Herrn, der nach 50 Jahren Ehe seine Frau zu Grabe tragen mußte. Nein, in seiner Ehe sei nicht alles schlecht gewesen, erklärte er mir damals, seine Augen schauten durch mich hindurch und er schien für einen Moment sein Leben Revue passieren zu lassen. Dann nickte er, schaute mich an und meinte: "Nein, die sechs Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft, die waren eine gute Zeit in unserer Ehe."
Vielleicht schickt der große Weltenlenker uns Männer also nur deshalb ein paar Jahre früher ins Nirwana, damit wir vor dem immerwährenden Besabbeltwerden durch unsere Frauen (immer!) noch ein paar Jährchen durchatmen können.
Rein praktisch und faktisch gesehen stelle ich aber fest, daß Frauen in aller Regel besser mit dem Verlust ihres Ehegatten klar kommen. Männer tun sich da erfahrungsgemäß doch erheblich schwerer.
Das ist auch der Grund gewesen, warum ich zu einem Kunden sagte, wie sehr ich seinen herben Verlust bedauere und daß ich gut verstehen kann, daß er nun befürchtet, im täglichen Allerlei von Waschen, Putzen, Kochen und Bügeln unterzugehen. Er nickte und meinte: "Da muß ich halt jetzt die Augen zusammenbeißen. Wie sagt man? Zähne zu und durch!"
Aug
09
Warum darf der Sarg nicht zusammenbrechen?
Irgendwie habe ich jetzt immer noch nicht verstanden, welchen rationalen Grund es gibt, warum der Sarg in der Erde nicht so früh zuammenbrechen soll.
Es ist gar nicht so einfach, heute festzulegen auf welche Religion oder welchen Mythenkreis die einzelnen Elemente unserer Trauertradition zurückgehen. Manche machen es sich einfach und führen alles was unverständlich, lästig oder kompliziert ist, auf kirchliche Ursprünge zurück. Andere sehen in allem Schwerverständlichen behördliche Ursachen, nur geschaffen um den mündigen Bürger zu gängeln.
Dabei sieht es im Grunde genommen schon seit Ewigkeiten so aus, daß die Menschen ihre Toten so bestatten, wie sie es selbst für richtig halten und wie sie es seit Urzeiten aus gewachsener Tradition machen.
Die Behörden geben in ihrer Regelungs- und Ordnungswut nur den urdeutschen Rahmen vor.
Die Kirche hingegen hat sich selbst gar nicht so viel Neues einfallen lassen, denn es wurde schon bestattet, längst bevor sie hier an Einfluss und Macht gewannen. Vielmehr haben sie einen Großteil der bereits existierenden Bestattungsriten einfach übernommen, umgedeutet und auf ihre Belange umgemünzt.
Warum Tote beispielsweise vorwiegend mit den Füßen voran aus dem Haus getragen werden, ist ganz genau gar nicht mehr zu klären. Am wahrscheinlichsten ist tatsächlich die Theorie, daß der Grund darin liegt, daß die Menschen früher so ein Wiederkehren der Seele oder des Geistes verhindern zu können glaubten.
Dennoch wird das in vielen Regionen Deutschlands als sozusagen strengreligiöse Regel betrachtet und beim Überschreiten jeder Schwelle des Hauses wird noch eine religiöse Gebetsformel gemurmelt und die Anwesenden bekreuzigen sich.
Aug
09
Leichensex bleibt verboten
Gunther von Hagens hat vor Jahren das Verfahren der Plastination maßgeblich entwickelt und sich damit unglaublicher Verdienste um die Wissenschaft verdient gemacht.
Kurz gesagt dient die Plastination dazu, Leichen und Teile davon durch das Einbringen von klaren und gefärbten Kunststoffen haltbar zu machen und in wissenschaftliche Schaupräparate zu verwandeln.
Kein anderes Verfahren erlaubte bislang eine solche Detailfülle und Haltbarkeit der Präparate.
Diese sind nicht nur wissenschaftlich hochinteressant, sondern aufgrund ihrer schaurig-morbiden Schönheit auch für den Laien durchaus sehenswert, erlauben sie doch Einblicke in echte menschliche Körper, die sonst so nicht möglich wären.
Um nun dem Laien sowohl das Verfahren an sich, als auch die Anatomie näher zu bringen, ist von Hagens mit seiner Schau "Körperwelten" auf Tournee gegangen. Millionen haben inzwischen seine Ausstellungsstücke gesehen, die zum Teil mit anatomisch-wissenschaftlichen Schaustücken nichts mehr zu tun haben, sondern eher an bizarre Kunstwerke erinnern.
Und genau hier scheiden sich die Geister: Handelt es sich um Wissenschaft oder um einen Jahrmarktsrummel?
Aug
09
Erinnert sich noch jemand?
General Kießling ist verstorben.
Quelle: InfoBw / Express.de
Aug
09
Bestatterweblog geht offline
Mitteilung von unserem Serverbetreiber Manitu:
Um die Netzinfrastruktur auf dem aktuellsten Stand zu halten, sind Wartungsarbeiten unabdingbar. Leider ist es uns nicht immer möglich, diese Wartungsarbeiten ohne Unterbrechungen durchzuführen.Somit möchten wir diese E-Mail nutzen, um Ihnen eine notwendige Wartungsarbeit anzukündigen:
In der Nacht vom 01.09.2009 auf den 02.09.2009 (Dienstag auf Mittwoch) zwischen 00:00 Uhr und 05:00 Uhr morgens werden wir verschiedene zentrale Netzkomponenten erweitern. Dabei kann es in dem angegebenen Zeitraum zu kurzfristigen Unterbrechungen kommen.
Wir bitten Sie diesen kurzen Ausfall zu entschuldigen und um Ihr Verständnis.
Aug
09
Ein Stück vom Tuch
Das hat mir sehr gut gefallen. Die Familie hat sich für einen sehr schlichten Sarg entschieden und ich habe ihnen auch abgenommen, daß sich sich bewußt für dieses Modell entschieden haben weil die verstorbene Mutter das so gewollt hat. Ansonsten sind solche Aussagen ja immer mit Vorsicht zu genießen. Man glaubt ja gar nicht, wieviele schlichte Menschen es angesichts des Todes auf einmal gibt.
Auf der einen Seite sehe ich die älteren und alten Menschen die zum Bestatter kommen und sich selbst einen Sarg aussuchen und weiß, daß kaum einer von ihnen die "Apfelsinenkiste" will. Die meisten sagen, daß sie einen nicht zu teuren Sarg wollen, aber bitte auch nicht das Allereinfachste. Kommen hingegen die Angehörigen, dann hört man als Bestatter oft den Satz: "Mein Vater war ein schlichter Mann und hat den allereinfachsten Sarg gewollt."
Dem Bestatter ist das im Grunde genommen egal, lieber wäre es ihm aber, die Leute würden die Wahrheit sagen, nämlich: "Wir wollen für das ganze Trallala nicht soviel ausgeben und hätten gerne was Günstiges."
Es ist nämlich so, daß jeder Bestatter auch günstige Särge im Angebot hat und bei entsprechender Vorgabe hier gut beraten kann, denn bekanntlich ist nicht jeder Sarg für jeden Zweck geeignet.
Beharren aber Leute auf dem allergünstigsten Modell so läuft das oft auf die einfache Verbrennerkiste hinaus. Dieser Schlichtsarg hat keine Griffe, oft keine Füße, keine Deckelschrauben und ist wirklich nur dafür gedacht, einen Verstorbenen direkt vom Sterbeort zum Krematorium zu bringen. Der Sarg genügt den gesetzlichen Anforderungen, mehr aber auch nicht.
Aug
09
Der Kopfschuss zum Wochenende
Gefunden von Klaus und zwar hier
Aug
09
10 Dinge, die man als Sargträger nicht tun sollte
Aug
09
Wenigstens kein Arschgeweih
Frühstück beim Käsewanzen-Ami, das ist ganz was Besonderes für meine Kinder. Nee, ehrlich! Würde ich fragen, was sie lieber haben wollen, einen 3er BMW oder einen superschnellen Computer oder ein Frühstück bei McDonalds, ja dann würden sie unisono "Mäckes" rufen.
Gut, wenn es denen da so schmeckt und so gefällt, so tat ich ihnen den Gefallen und nahm sie einen Morgen mit. "Ich muß ganz früh in die Stadt, da gehe ich mit Euch zu McDonalds, helfe Euch noch beim Aussuchen und Bestellen und dann fahr ich schnell in die Stadt, erledige meinen Termin das dauert nicht lange und dann komme ich zu Euch und trinke noch eines dieser hervorragenden, entfernt an Kaffee erinnernden Automatenheißgetränke aus dem Pappbecher."
Das stieß natürlich auf große Gegenliebe und einen ganzen Tag lang waren die Kinder aufgeregt und tuschelten untereinander darüber, wer was nehmen würde, was es alles gibt und ob es wohl auch Happy-Meals mit tollen Spielzeugen gibt.
©2012 Bestatter-Weblog
Layout © von Michael Kaiser u. Tom, Undertaker-Image © by Mike Worley.
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Kommentare
zum Thema Sterbehilfe was lu.
Vielen Dank für die Buchtip.
"Auch stellt sich mir die Fr.
Weder Bestatter noch Pastore.
Das ist schockierend. Obwohl.
...."ich wußte es, sie war .
@bestattungsunternehmen... .
@undertaker-mike warum sagst.