Jun
09
Fachgeprüfter Bestatter
Gerade fuhr ich hinter dem Wagen eines in der Nähe ansässigen Bestattungsunternehmers hinterher. Auf der Heckscheibe fiel mir unter dem Firmennamen auf "Fachgeprüfter Bestatter"
Das erinnert mich irgendwie an irgendwelche DIN-Normen und sonstigen Sachen. Daher meine Frage an dich: Wer prüft den da, wie was und warum?
Wird ja sicherlich kein TÜV sein der guckt ob die Leichen alle bequem liegen und den Abstand zum Fußende einhalten.
Ein fachgeprüfter Bestatter hat eine zusätzliche Ausbildung absolviert, entsprechende Gebühren dafür bezahlt und eine Prüfung vor der Handwerkskammer abgelegt und darf dann diese Bezeichnung führen. Zu erkennen sind fachgeprüfte Bestatter auch an dem typischen Bestatter-Schild mit den drei Kirchenfenstern und dem Sarg. Kritiker dieses Verfahrens führen an, daß es sich früher lediglich um eine verbandsinterne Maßnahme handelte, die keinerlei hoheitliche Bedeutung hat und keinem ordentlichen Berufsabschluß gleich kam.
Dem halten Befürworter dieser Qualifizierung entgegen, daß der Bestatterberuf aus den Handwerksberufen im Bereich der Holzverarbeitung und des Fuhrwesens entstanden ist und mit dem "Fachgeprüften Bestatter" schon vor Jahrzehnten den Leute eine hochwertige Ausbildungsmöglichkeit an die Hand gegeben wurde.
So gesehen signalisiert diese Bezeichnung und das "Fachzeichen", daß in dem entsprechenden Betrieb jemand den Beruf gelernt und eine Prüfung abgelegt hat.
Nicht geeignet ist dieses Zeichen zunächst jedoch, um herauszufinden, ob es sich bei diesem Bestatter um einen guten oder seriösen Bestatter handelt. Immerhin haben sich Mitglieder von Verbänden mit ihrer Aufnahme zur Einhaltung bestimmter Grundsätze verpflichtet und Verbände ahnden Verstöße dagegen auch, jedoch kann kein Prüfzeichen irgendetwas garantieren.
Es stört mich persönlich, daß in Ratgebersendungen im Fernsehen oft so getan wird, als könne man als Verbraucher überhaupt nur zu Bestattern gehen, die diese Bezeichnung und das Fachzeichen führen und überall sonst gebe es keine Gewähr für eine seriöse Geschäftsabwicklung. Das ist so nicht richtig und auch durch nichts zu belegen.
Die Deutschen neigen etwas dazu, Vereinen und Verbänden, die schon sehr lange tätig sind und entsprechend viele Mitglieder haben (z.B. ADAC) fast schon hoheitliche Kompetenz zuzubilligen. Ein Beispiel: Auch ein Hund der keine Papiere vom VDH hat, kann ein sehr schönes Tier sein und dennoch wird das gesamte deutsche, nicht im VDH erfasste, Hundewesen vom VDH überhaupt nicht wahrgenommen und dieser Hund gilt als Bastard. Ja sogar vor Gericht werden verbandsinterne Regelungen oft auch für Nichtmitglieder als verbindlich angesehen, eben weil der Verband schon so alt und eingeführt ist und als maßgebend in Zweifelsfällen anerkannt wird.
Das ist bei den Bestatterverbänden manchmal nicht viel anders, aber in der Realität sieht die Sache dann doch etwas anders aus. Letztlich definiert sich ein guter Bestatter durch Menschlichkeit und eine gute Arbeit zu fairen Preisen. Ein Verbandsabzeichen bietet nur die Gewähr, daß dieser Bestatter in gewissem Umfang fachspezifische Kenntnisse erworben und dies in einer Prüfung belegt hat.
Letztlich definiert sich ein guter Bestatter durch Menschlichkeit und eine gute Arbeit zu fairen Preisen. - Dem ist eigentlich nichts hinzu zu fügen. Natürlich nützt die schöne Ausbildung nichts, wenn Bequemlichkeit und Schlamperei den Unternehmer plagen. Jedoch würden sich solche Leute in den meisten Fällen die Mühe sparen. Das Fachzeichen an der Tür garantiert zwar nicht Klasse, macht sie aber wahrscheinlich. Da nun durch die Zertifizierung des Fachzeichens nach ISO 9001 nach und nach alle Träger des selben in den Genuss einer regelmäßigen Prüfung kommen, dürfte die Wahrscheinlichkeit eher noch steigen. - Wirklich nichts gegen die guten Bestatter, die für so etwas kein Geld ausgeben, aber geschadet hat eine gute Ausbildung noch keinem.
Tom schreibt:
So gesehen signalisiert diese Bezeichnung und das "Fachzeichen", daß in dem entsprechenden Betrieb jemand den Beruf, aufgrund der Prüfungsordnung eines Berufsverbandes, nicht etwa der IHK oder HWK (1), richtig gelernt und eine Prüfung vor einem verbandseigenen Ausschuß abgelegt hat...
NUR ZUR INFO:
es gibt z.B. Verbandsgeprüfte Bestatter - auf diese trifft vorstehender Text zu und es gibt geprüfte / fachgeprüfte Bestatter, die ihre Prüfung vor einer HWK abgelegt haben.
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Kommentare
@ Gabi Erdmann Fändest D.
@Wolfram Das kann es in D.
@Malkura Malkura: Falls e.
wenn der Bestatter oder sein.
Ich habe es gestern in den N.
Das tut weh. Was für ein fe.
Oh weh, jetzt fühle ich mic.
@mister Q: das ist ja auch e.