Asche vom Ballon aufessen

Aus dem Heissluftballon verstreut zu werden – eine friedliche Vorstellung. Allerdings frage ich mich jetzt ganz naiv, ob ich künftig beim Eis essen damit rechnen muss, von oben „bestaubt“ zu werden? Nicht dass ich das eklig fände, normalerweise hats ja auch Dreck in der Luft. Der weitere Gedanke wäre dann: Kann man die Asche (nur eine kleine Prise – in Anlehnung an das Blattgold dass mehr und mehr im kulinarischen Bereich verwendet wird) auch essen?

Die Verstreuungen vom Heißluftballon finden außerhalb deutscher Grenzen statt. Unter anderem wird ein solcher Dienst im grenznahen Frankreich angeboten. Dabei werden Wald-, Wiesen- und Ackerstücke ausgesucht, auf denen sich keine Spaziergänger befinden.

Man muß also nicht bei jeden Heißluftballon, den man sieht, damit rechnen, daß da neuerdings überall Asche herunterrieselt.

Ob man Asche essen kann? Ja, sie ist steril. Warum also nicht, wenn man mag.

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  • Veröffentlicht am: 6. Mai 2008
  • 16 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Allgemein

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
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Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

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  1. Man hat ja schon von Dir gehört das es Mittel und Wege gibt die Asche der/des Verstorbenen zu erhalten bevor sie dann „nicht“ im Meer versenkt wird…allein das wär wahrscheinlich schon ungesetzlich nehme ich an. Die Asche zu verputzen hört sich für mich aber doch stark nach Störung der Totenruhe an, oder? Außerdem ist es Kannibalismus, die Leiche ist halt nur etwas mehr „durch“ als man es vom Grill her mag.

  2. Upps, hatte auf den Orginalkommentar schon geantwortet; kopiers hier noch mal rein:

    Klar kann man Asche essen. Stellt sich nur die Frage ob das Verzehren von Totenasche eine Form des Kannibalismus wäre.

  3. > Ob man Asche essen kann? Ja, sie ist steril. Warum also nicht, wenn man mag.

    sie ist sogar so steril, dass man sie tättowiertinte in spuren beimengen und verwenden kann… es gibt mehrere beispiele, in denen leute sich ein gedenktatto mit einem teil der asche der person an die sie sich erinnern wollen haben machen lassen… (was für ein satz!)

    > Klar kann man Asche essen. Stellt sich nur die Frage ob das Verzehren von Totenasche eine Form des Kannibalismus wäre.

    ist es… einige stämme äschern ihre verstorbenen ein und rühren aus der art eine art suppe an, die von allen gemeinsam verzehrt wird, damit die kraft des verstorbenen in allen aufgeht…

  4. Da müßte sich mal ein Rechtskundiger zu äußern. Ich kann nicht sagen, inwieweit es sich bei der Asche eines Verstorbenen noch um einen Menschen oder Leichnam in rechtlicher Hinsicht handelt. Nach allgemeiner Lesart ist das nicht so.
    Störung der Totenruhe käme eher in Frage, ob es aber Kannibalismus ist, weiß ich nicht und ob das dann gar strafbar wäre oder nur eine Ordnungswidrigkeit?

    Der Besitz von Totenasche ist keine Straftat, sondern nur eine nicht strafbewehrte Ordnungswidrigkeit.

  5. Wikipedia sagt zum Thema Kannibalismus : „Es gibt in Deutschland kein explizites gesetzliches Verbot von Kannibalismus.“ Solange also vorher kein Mord geschehen ist und der Verbleib der Leiche damit nicht verschleiert wird scheint das keine Straftat zu sein. Furchtbare Vorstellung – aber wer würde schon freiwillig Leichenasche essen wollen?

  6. meine aussagen bezogen sich natürlich auf die etymologische definition von kannibalismus, nicht die strafrechtliche…

  7. Die Asche von toten Tieren wird doch schon lange in Tierfutter gemischt (Tiermehl). Insofern ist die Frage nach der Essbarkeit von Asche doch längst geklärt… Auch finden sich in dem ein oder anderen Nahrungsmittel für den Menschen in den Zutaten „Asche“ – auch wenn ich nicht weiss bzw wissen möchte, was es damit konkret auf sich hat…

  8. Asche hat keinen Nährwert und Tiermehl besteht mitnichten aus der Asche von verbrannten Tieren. Tiermehl wird vielmehr aus zermahlenen Tieren und tierischen Schlachtprodukten hergestellt.

  9. Tjo, wenn ich nun verstreut werden will aus einem Heißluftballon UND in Deutschland z.B. Brandenburg, gibts anscheinend Probleme. So lese ich den Text.

    Warum will ein Deutscher in z.B. Frankreich vertreut werden. :)

  10. „Tiermehl besteht mitnichten aus der Asche von verbrannten Tieren. Tiermehl wird vielmehr aus zermahlenen Tieren…“

    Macht das wirklich einen Unterschied? ;)

  11. Natürlich macht es einen Unterschied.
    Du nimmst ja auch Mehl für den Kuchen und verbrennst nicht vorher das Weizen, oder?

  12. Es geht ja aber garnicht um pflanzliches Mehl… Ich möchte keine zermahlenen Knochen oder andere unappetitliche Tierreste essen – genausowenig, wie ich Asche essen möchte. Das war alles, worauf ich hinaus wollte ;)

  13. Dann darfst Du aber bei manchem Frikadellenbräter und wenn es in der Kantine mal wieder Hackbraten gibt ebensowenig was essen, wie bei dem berühmten amerikanischen Gastronom der die Hühnchen-Goldklumpen anbietet.

    :-)

  14. @Ines:
    Weshalb immer nur das Filetstück vom Kalb und ja keine Innereien?
    Knochensuppe war früher ein übliches Mahl, das Knochenmark wurde dann rausgekratzt, soll sehr gesund (gewesen) sein. Für mich eine logische Sache, dass man alle essbaren Teile des Tieres isst, wenn man es schon schlachtet.

  15. „Ob man Asche essen kann? Ja, sie ist steril. Warum also nicht, wenn man mag.“

    Das staubt doch… dann lieber Kakao draus machen…

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