Ausbildung Bestattungsfachkraft

Guten Abend Tom!
Ich Interessiere mich sehr für eine Ausbildung als Bestattungsfachkraft (Bestatter), nur leider konnte ich bis jetzt kaum Informationen zum Thema „Ausbildung als Bestattungsfachkraft“ im Internet finden. (Villt. bin ich einfach zu „doof“ um mit Google richtig um zu gehen) Wie auch immer, ich bin sehr froh Ihren Blog entdeckt zu haben und hoffe das Sie mir bei einigen Fragen weiter helfen können.

1. Ich habe im Internet gelesen das es die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft erst seit 2003 gibt, desweiteren brauch man wohl keine Ausbildung absolviert zu haben um die Tätigkeit des Bestatters auszuüben.

2. Über die Ausbildungsvergütung konnte ich in Ihren Blog schon einiges erfahren doch weiterhin wäre meine nächste Frage wie die Beruflichen Perspektiven in diesem Berufsbild sind. (Hier ein Beispiel,es heißt doch immer Sozialpädagogen gibt es wie Sand am Meer. – so mit soll es schwirig sein einen Arbeitsgeber als Soz.päd. zu finden)

3. Zur Zeit bin ich dabei meine allgemeine Fachhochschulreife zu erlangen, 1,5 Jahre würde ich für meine Fachhochschulreife noch benötigen. Nun stelle ich mir die Frage ob ich meine Fachhochschulreife erst ein mal absolvieren sollte oder, sollte es mir wirklich zusagen, schnellst Möglich eine Ausbildung beginnen bzw. versuchen zu bekommen

4. Wie sieht es mit den Vorurteilen aus? – Seit ca. 6 Jahren bekenne ich mich zur Schwarzen Szene (Gothic Subkultur), hier gibt es oft mals das Vorurteil das „Schwarzkittel“ Leichenschänder, Grabschänder oder ähnliches sein. – Nun würde mich Interessieren wie der Arbeitgeber auf einen bekennenden Szenen Gänger reagieren würde.

Mit freundlichen Grüßßen

P.W

Es ist richtig, daß es die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft erst seit etwa 10 Jahren gibt. Sie hat sich inzwischen etabliert und die Bestattungsfachkräfte sind sehr gut ausgebildet.
Aber es ist auch richtig, daß man diese Ausbildung nicht benötigt, um als Bestatter arbeiten zu können. Viele Unternehmen in der Branche bilden auch Bürokaufleute mit dem Schwerpunkt Bestattungswesen aus. Manche Bestatter sind aber auch der Auffassung, daß eine Ausbildung direkt im Beruf von der Pike auf die beste Ausbildung sei.

Die beruflichen Perspektiven muß man vorsichtig beurteilen. Zwar sind Fachkräfte allenthalben gesucht, aber die Branche hat nur eine gewisse Aufnahmekapazität.
Hier ist Geduld und die Bereitschaft zur Mobilität gefragt, um eine Ausbildungsstelle und später eine Festanstellung zu bekommen.

Selbstverständlich solltest Du die anderthalb Jahre noch die Schule fertig machen. Das ist gar keine Frage. Die Bestattungsbranche steht nicht unbedingt auf junge Bewerber und jedes Jahr, das Du in die schulische Ausbildung investierst, ist gut für Deinen Kopf und für Deine Chancen bei der Jobsuche.

Die Vorurteile gegenüber Schwarzkitteln werden nur dann zu einem Problem, wenn man sich nicht zu benehmen weiß.
Ein gewisser Hang zur Morbidität und eine in gewisser Hinsicht verklärt, romantische Sichtweise auf unsere Friedhofskultur sollte eigentlich kein Problem darstellen.
Eher könnte es zu Problemen kommen, wenn man versuchen würde, extremes Make-Up, sehr ausgefallene Bekleidung oder störende Frisuren auch im beruflichen Alltag zu tragen.

Was man privat macht und wie man sich in der Freizeit anzieht, dürfte einen normalen Arbeitgeber herzlich wenig interessieren, wenn man am Arbeitsplatz ordentlich ausschaut und eine gute Arbeit abliefert.

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  • 24. Oktober 2013 - 6 Kommentare - Lesezeit ca.: 3 Minuten - Kategorie: Frag den Bestatter

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Veröffentlicht von

Hier erzählt und informiert der Schriftsteller Peter Wilhelm. Der Sachverständige ist Chefredakteur von "Bestatter heute". Der Satiriker veröffentlicht Satiren und
Produkttests. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor finden Sie u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
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peter wilhelm autorenlesung

Peter Wilhelm

6 Kommentare von 137586.

  1. Dass der/die Fragesteller/in während der Arbeitszeit nicht wie sonst in seinen/ihren Gothic-Klamotten rumlaufen kann, sollte wohl klar sein.

  2. Wie jemand privat rumläuft kann gerade bei Berufen mit sensiblerem Kundenkontakt gerade in kleineren Gemeinden aber durchaus ein Problem werden. Blöde Gerüchte machen da doch schneller die Runde als positive Erfahrungen.
    Ich kenne z.B. auch Bankberater, die schon bei „schlampiger“ Normalkleidung einen neuen Job suchen dürften (ist natürlich kein offizieller Kündigungsgrund, aber irgendwas findet sich immer. Zur Not „betriebsbedingt“). Am besten weit weg oder in einer anderen Branche…

  3. Man sollte sich schon privat etwas anpassen. Wenn man in der Öffentlichkeit zu tun hat, ist es wichtig, sich auch in der Freizeit dementsprechend präsent zu sein.

    • Das seh ich nicht so. Ich finde es hängt sehr davon ab WO man arbeitet bzw. seine Ausbildung macht.

      Ich bin gerade selbst auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz zur Bestattungsfachkraft.
      Momentan mache ich ein Praktikum in einem 1000 Seelen Dorf in Bayern. Hier ist es selbstverständlich dass Mensch auf seine private Kleidung achten sollte.

      Wenn Mensch allerdings einen Ausbildungsplatz/ eine Stelle in einer normal-großen bzw. größeren Stadt bekommt ist die private Kleidung ja wohl „Prvatsache“ ;)

      • huhu^^
        ich stimme Clara zu, dass es auf die Umgebung ankommt wie die Menschen auf dein Äußeres reagieren.
        Ich bin selbst ein Goth und falle privat durch mein Augen-Make-up und knallrote Haare auf. In meinem Heimatdorf wird man da schon schnell mal blöd angeschwätzt und die Leute tuscheln. (aber hier haben sich die Leute an mich gewöhnt, da ich trotzdem ja ganz lieb bin und noch niemanden gefressen hab.:P)

        Für meine Ausbildung als Bestattungsfachkraft nächstes Jahr in der nächst größeren Stadt hab ich meine Haare jetzt aber in einer dezenteren, natürlicheren Farbe und mein Kleidungsstil ist schlichter und eleganter geworden.(der bodenlange Ledermantel und die Springer bleiben halt daheim, ebenso wie auffälliger Schmuck.) Schwarz bleibts dennoch :) Nur auf meine aufwendigen Augen werd ich verzichten müssen.
        Mein zukünftiger Chef weiß wie ich privat rumlaufe und hat mir gesagt was geht und wo die Grenze liegt. So komme ich ganz gut klar.

        Für mich ist das ganz einfach Arbeitskleidung wie meine Einsatzklamotten ausm Rettungsdienst auch.

        Klar findets mein Freundeskreis jetzt witzig dass ich das Grufti-klischee ganz erfülle, aber ich hab in dem Beruf meine Bestimmung gefunden und fühl mich pudelwohl.

        Liebe Grüße

        Miya

  4. Der Beruf des Bestatters ist vielen Klischees ausgeliefert und vielleicht auch nicht gerade sehr populär. Wer denkt schon gerne über diesen Bereich des Lebens nach? Um so wichtiger, dass es Menschen gibt die sich dieser Sache aus Überzeugung annehmen.
    Alles Gute dafür!

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