Bares für Rares ZDF

Trödel-Shows gibt es ja mittlerweile viele im Fernsehen. Urvater all dieser Sendungen ist wohl „Kunst und Krempel“ vom Bayerischen Fernsehen.
Typisch für diese Art von Sendung ist es, daß Menschen Kitsch- und Kunstgegenstände Experten vorführen, die dann eine Bewertung vornehmen.
Für den Zuschauer ergibt sich ein gewisser Kick, weil er entweder mit den Gästen auf einen schön hohen Preis hofft, oder sich an der Schadensfreude labt, weil der vermeintliche Rembrandt doch nur eine schlechte Kopie ist.

In der vom omnipräsenten Horst Lichter präsentierten Sendung „Bares für Rares“ im ZDF kommt noch eine weitere Komponente hinzu:
Einige derjenigen, deren mitgebrachte Gegenstände von einem der drei Experten bewertet wurden, erhalten von Horst Lichter die Zugangsberechtigung zu den Händlern.
Das sind in fast immer gleicher Besetzung fünf Trödel- und Antiquitätenhändler, die dann für den betreffenden Gegenstand mehr oder weniger bieten.

Auch hier entpuppt sich oft schon bei den Experten, manchmal aber auch erst bei den Händlern, so mancher Schatz als Flop, oder man ist als Zuschauer überrascht, wieviel ein an sich eher geringwertiger Gegenstand dann am Ende doch einbringt.

Neulich lief ein Sonderformat dieser Trödelshow, bei der zwei der Händler mit vorgegebenem festen Betrag auf einem Schweizer Trödelmarkt möglichst profitabel einkaufen sollten, um dann in einer anschließenden Auktion im Wettbewerb so viel wie möglich zu erzielen. Es ist sehr interessant zu sehen, mit welchen Tricks die Profi-Trödler günstig Sachen einkaufen.

Warum schreibe ich das hier im Bestatterweblog?

Nun, schauen wir uns das nachstehende Bild einmal gemeinsam näher an:

urne-troedel

Da verkauft tatsächlich einer der Schweizer Flohmarkthändler eine Kupferurne.

Muß ich ehrlich sagen: Das ist mir jetzt in all den Jahren noch nicht untergekommen, daß ein Kunde kam und eine Urne mitbrachte: „Die hab ich vom Trödelmarkt.“

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  • Veröffentlicht am: 11. Januar 2016
  • 17 Kommentare
  • Veröffentlicht in: TV/Medien

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
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Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

17 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. …da man den Schweizern ja eine gewisse Langsamkeit nachsagt,dauert es schonmal etwas länger,bis die Urne in die Erde gelangt… ;-)

  2. Vielleicht eine neue, alternative Bestattungsart: In die Urne füllen und am Flohmarkt verkaufen lassen! Wenn man sich auf den Ort der letzten Ruhe nicht festlegen will….. So bleibt es spannend, bei wem und wo man letztendlich landet!;-)

  3. Der Inhalt ist doch bei Glatteis gut als Streugut zu verwenden ;-)

  4. Handelt es sich nicht eher um eine Urne aus Stahl Blech, die kupferfarbig ist? Ein ähnliches Modell hatten wir auch im preiswerten Segment.
    Lg Josef

    • @Josef:
      Kommt mir aus meiner Bestatterzeit auch als „preisgünstiger Standard(-Bembel)“ bekannt vor.

    • @Josef: Ja, es sieht mir sehr nach einer verkupferten Urne aus. Etwas Besonderes ist das auf keinen Fall.
      Einen höheren Wert könnte sie haben, wenn sich evtl. die Asche einer bekannten Person darin befindet oder wenn die Urne sonst ein anderes Alleinstellungsmerkmal hat.

  5. Wird wohl eine Kupferurne sein, die gedacht ist um die Asche auszustreuen (was in der Schweiz nicht verboten ist). Und danach ist diese zur freien Verfügung der Hinterbliebenen.

  6. Habe bis jetzt weder von dieser Sendung gehört, noch sie gesehen. Gibts denn nichts mehr zu kochen für Herrn Lichter?

    • @Rumpel: Horst Lichter ist ja nicht nur für seine Kochkünste bekannt, sondern er ist auch ein bekennender Trödelsammler und Autonarr.
      Von den ganzen Fernsehköchen ist er mir im Moment fast noch am Liebsten. Er spricht eine etwas andere Sprache als die anderen und hängt sich nicht an jeden Modetrend.
      Außerdem: Wenn ich Horst Lichter wäre, ich würde es genauso machen. So lange die Popularität anhält, mitnehmen was mitzunehmen ist.
      Er hat ja seine Popularität einem Zufall zu verdanken. Ursprünglich sollte nur ein Bericht über den außergewöhnlichen Koch, der in einer von seiner Sammelleidenschaft geprägten Gaststätte vor den Augen seiner Gäste auf einem alten flämischen Holzofen kochte, berichtet werden.
      Ähnlich wie bei den Ludolfs, die auch zuerst nur Gegenstand eines Berichts waren, war das Zuschauerinteresse an ihm aber so groß, daß er forthin öfter mal Gast in TV-Sendungen war, bis er schließlich eigene Sendungen bekam.

      Das Fernsehen beschert einem einen schnellen und hohen Bekanntheitsgrad.
      Da man aber vom Bekanntheitsgrad alleine nicht leben kann, ist es durchaus klug, als One-Man-Show diese Popularität so gut auszunutzen, wie es geht, um auch Geld zu verdienen.

      Man weiß ja nie, wie lange das Publikum einem die Gunst der Aufmerksamkeit gönnt.

      Also muß man die Zeit nutzen.

  7. Na wenn Opa nicht genug hinterlassen hat, verkauft man ihn bei Ebay oder dem ZDF…ist doch eh# was für ältere Leute

  8. Mich rief mal der Bruder einer Verstorbenen an, er hätte bei eBay einen viel günstigeren Sarg gefunden und ob er den nicht kaufen und mitbringen könnte….

  9. In einer nahen Zukunft ohne Bargeld würde eine solche Sendung zur Farce. Der Händler würde seine Bankkarte zücken, den Betrag in ein Gerät eingeben und bestätigen. Wie armsehnlich wäre das!? Ich hoffe es kommt wieder eine Zeit in der mit Gold bezahlt wird. Gold ist nicht beliebig vermehrbar. Somit wäre dem Irrsinn der Erschaffung von Phantastillionen aus dem Nichts ein Ende gesetzt.

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