Bei uns

Ich schaue mir die Leute etwas genauer an, doch kann ich nichts an ihnen erkennen was irgendwie auffällig wäre oder einen Hinweis darauf gäbe, woher sie stammen. Ihr Deutsch ist einwandfrei, irgendeine Färbung kann ich nicht erkennen, beinahe reines Hochdeutsch. Und dennoch sagt die Frau zum wiederholten Male: „Bei uns ist das ja alles anders“ und ihr Mann bestätigt: „Da, wo wir herkommen, haben wir das immer anders gemacht.“

Wo kommen die denn her? Sie wollen keine Erdbestattung, nur eine Feuerbestattung kommt in Frage. Eine Feier mit der Urne empfinden sie als Zumutung: „Eine Sargfeier, das ist bei uns üblich.“
Die Frage nach dem Pfarrer beantwortet das Ehepaar mit: „Wiiir sind doch keiner Kiiiirche!“, man ist fast schon aufgebracht.

Bei uns gibt es das nicht, bei uns gibt es dieses nicht, wir machen jenes nicht, da wo wir herkommen gibt es das alles nicht.

Endlich ergibt sich eine Gelegenheit und ich frage, wo sie denn herstammen. Was werde ich als Antwort bekommen?
Eine längst vergessene deutsche Siedlung in Südamerika? Atlantis? Bielefeld?

Nein, aus Thüringen stammen die Leute, da hätte ich aber auch selbst drauf kommen können.

Fehler durch Lektorin Anya bereinigt.

Download PDF PDF erzeugen
  • Veröffentlicht am: 22. Juli 2008
  • 50 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Allgemein

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

50 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Wir sind eben nicht wie die anderen – hier in Thüringen ! :-) Und Hunde werden hier eigentlich nur noch auf speziellen Dörfern gegessen (so erzählt man es sich am Stammtisch) und dann auch schon eher in Richtung Bayern.

    Wie auch immer, ich bin stolz auf Thüringen, das grüne Herz und die Mitte Deutschlands, ja wenn nicht gar ganz Europas :-)

    MaikD

  2. „Thüringen … da essen sie noch Hunde, nach altem Rezept.“

  3. also musste es denn unbedingt bielefeld sein?*gggg* Bielefeld gibt es doch gar nicht

    und Herr/Frau Robinson tief ein- und ausatmen…färbung kann auch indianer, schwarze, chinesen, südamerikaner, eskimos oder sonstiges bedeuten. aber er wird es sich sicher zuherzen nehmen und absofort es anders ausdrücken

  4. „Eine längst vergessene deutsche Siedlung in Südamerika? Atlantis? Bielefeld?“

    *sich mal ganz stark räuspert*

    Liebe Grüße aus Bielefeld
    Bine

  5. *hüstel* ich will ja nix sagen, aber Thüringen ist immerhin die Mitte Deutschlands.

    Wir essen keine Hunde. :P Dafür gibt es hier die besten Bratwürste der Welt und mir kann keiner erzählen man könnte außerhalb Thüringens gefahrlos irgendwo eine Bratwurst essen.

    Aber immerhin hat Tom jetzt mal belegt, daß Thüringer nicht sächsisch sprechen. ;)

    Übrigens gibt es in Thüringen durchaus auch Erdbestattungen. Nur zu DDR-Zeiten war das eher unüblich. Aber diese Zeiten haben wir ja nun schon lange hinter uns.

  6. @16: Und warum, oh warum nur zeigt sie bei dir bloss immer noch keine Wirkung???

    Salat

  7. „Bei uns gibt es das nicht, bei uns gibt es dieses nicht“

    oder wie man es früher formulierte:
    Hammwanich!

  8. um den Witz von Ma Rode, den ihr nicht verstanden habt, weiter zu treiben, bzw. weiter zu zitieren: „…Seit wann sind Herzen grün? Grün vor Neid aufgrund Bedeutungslosigkeit?…“
    :D

  9. @Himemia
    ich wusste gar nicht dass die Krakauer aus Thüringen kommen … :)

    ansonsten finde ich die Aufzählung mit der deutschen Siedlung in Südamerika, Atlantis und Bielefeld durchaus logisch.

  10. „Ihr Deutsch ist einwandfrei, irgendeine Färbung kann ich nicht erkennen, beinahe reines Hochdeutsch.“

    Es ist eine Unverschämtheit allen afronegriden Zuwanderern gegenüber, ihnen hier zu unterstellen, sie könnten kein richtiges Deutsch. Afrikaner können sehr wohl gut Hochdeutsch.

    Ich weiss gar nicht, warum hier immer wieder auf Minderheiten herumgehackt wird, dies mal sind es die Farbigen, nächstes mal wieder die Religionen.

    Geschmacklos, Herr Undertaker!

  11. Äh, da steht doch nix von Farbigen? Genauer lesen könnte manchmal hilfreich sein. Es ist nur die Rede davon, dass die Sprache der beiden „keine Färbung“ aufweist, im Sinne von „keinen Akzent oder Dialekt“. Die Leute selbst sind gar nicht näher beschrieben.

    Also vor dem Meckern lieber nochmal nachlesen, lieber Robinson!

  12. Ich glaube der Satz ist nur etwas ungluecklich formuliert. Ich wurde beim ersten Lesen auch stutzig, ob hier wohl die Hautfarbe gemeint ist. Letztlich wird es aber klar, dass hier wohl nur von der Faerbung der Sprache die Rede ist. Faerbung in Sinne von Klangfarbe bzw. Dialekt. ;-)

  13. Wo ist denn da was unglücklich formuliert. Jeder der halbwegs seine Sinne beisammen hat und Deutsch kann, sieht dass da nichts von Farbigen steht.

    Kann es sein, dass man mal wieder politisch überkorrekt ist und auf ganz korrekt und normal verwendete Wörter allergisch reagiert.

    Zigeunerschnitzel
    Negerkuss
    Mohrenkopf
    Schwarzarbeiter
    Braune Sauce
    Nationalbibliothek
    Führerschein
    KiSSenschlacht

    So, da habt ihr Futter genug.

  14. Genau. Eigentlich gings eher gegen die Türken und Albaner…. weissu, Alda?

  15. Es ist doch wieder mal ganz eindeutig. Unterschwellig und von den Meisten unbemerkt wird hier eine politische Botschaft lanciert. Farbige sind dumm und können kein Deutsch.
    Die Claqueure nicken diese Politagitation dumm ab und merken nicht, dass der Scheiberling hier reinste Politpropaganda im übelsten kapitalistischen Sinne betreibt.

    Seit über einem Jahr wird hier doch systematisch Gehirnwäsche betrieben.

  16. Eigenartig. Ich selbst komme aus Thüringen und habe noch keinen Thüringer getroffen, der nicht jenen liebgewonnenen typisch thüringischen singsang-Dialekt gesprochen hätte.

  17. @Ines: Wobei es durchaus so ist, dass die Menschen sich bemühen ihren Dialekt zu unterdrücken, wenn sie auf einen Hochdeutschen treffen.

  18. Endlich stopft mal einer dem Kadaverschrubber hier das Maul.
    Wir sind beim Shopblogger noch nicht ganz fertig, aber der dreht jetzt wenigstens jedes Wort drei mal rum bevor er was schreibt.

    Soweit kriegen wir den hier auch noch.

    Das web ist ja kein meinungsfreier Raum in dem frei nach Schnauze Farbige und Minderbemittelte beschimpft werden dürfen.

  19. @Tom: Das ist echt süß! Wobei ich als Bayer meinen Nationalstolz mal kurz über Bord werfe und mich als Fan des thüringischen Dialekts oute. Der klingt so ein bisserl nach weichem Gesang…

    @20/Gehtdichnixan
    Kadaverschrubber?!? Wie geschmacklos ist denn das? Würdest du deine tote Oma als Kadaver bezeichnen?
    Und bevor du dich groß aufregst, erzähl mir erst mal wie viele türkische, schwarze, asiatische, südamerikanische, transsexuelle oder homosexuelle Freunde du hast. Na?
    Solange du nicht einen Meter in deren Schuhen rumgelaufen bist (oder wenigstens nebenher) hast du keine Berechtigung, hier den großen „Rächer der Diskriminierten“ zu spielen. Und dann auch noch so „mutig“ sein und nicht mal den Namen Preis geben???
    IDIOT!

    Die bayerisch gefärbte Antonia

  20. Man man man… alles Juden hier.

    @Alex II
    Ich tippe auf 4.

  21. Ich find diese politisch-korrekte Aufregung einfach nur niedlich

    Hat der böse, böse Undertaker doch wirklich die Möglichkeit geäussert, dass man eine ferne Herkunft vielleicht am Akzent, am Benehmen oder OMG! an der Hautfarbe erkennen kann

    Was für ein schlimmer, schlimmer Rassismus
    *g*

  22. @5 tyler
    „.. oder wie man es früher formulierte:
    Hammwanich!“
    falsch: korrekt hiess es „is aus!“
    :-D

  23. Es ist doch unglaublich, welche Kommentarflut sich aus Toms harmloser Anmerkung bezüglich der „Färbung der Sprache“ ergeben hat.
    Tom beschreibt frei von der Leber weg die Begegnung und was bekommt er daraufhin alles zu lesen. Da bleibt doch jeder unbefangene Bericht auf der Strecke, wenn er sich bei jedem Wort überlegen muss, ob es evtl. noch eine andere Interpretation hervorrufen könnte.

  24. @Roland (Nr.19): sich bemühen heisst ja noch lange nicht, dass ihnen das auch gelingt ;-)
    Meine Großmutter sprach zB sehr sehr gutes Deutsch, manche mögen es Hochdeutsch nennen. Aber dieser Thüringer Ton in der Stimme war dennoch vorhanden.

  25. @Edith: Das lese ich so aber nicht. Da ist von Dialekt, Färbung und Hochdeutsch die Rede. Kein Wort von Hautfarbe. Selbst mit viel Phantasie kann ich da keine Anspielung in Hinblick auf die Hautfarbe erkennen. Färbung steht ganz eindeutig für die sprachliche Färbung und für nichts anderes.

    Ob Leute hell- oder dunkelhäutig sind, kann man doch auf den ersten Blick erkennen und müsste gar keine diesbezüglichen Überlegungen anstellen.

  26. @Robinson und andere (?),

    In diesem Satz:

    Ihr Deutsch ist einwandfrei, irgendeine Färbung kann ich nicht erkennen, beinahe reines Hochdeutsch.

    geht es erkennbar um eine sprachliche Färbung. Das hat nichts mit einer Hautfarbe zu tun. Ein Hamburger spricht in der Regel mit einem anderen Akzent (einer anderen Färbung) als ein Franke, Schwabe oder eben Thüringer. Dass Tom eben *keine* Färbung erkennen konnte, heißt, dass er die regionale Herkunft nicht heraushören konnte, also gar keine Schublade fand, die man als stereotyp kritisieren könnte. Soweit man nicht die Thüringer als ethische Minderheit begreift (was dann aber her leserseitig auf latenten Rassismus hindeuten würde), kann man hier selbst beim schlimmsten Willen keine ethnischen Vorurteile herauslesen.

    Sie können Ihren erhobenen Zeigefinger also getrost wieder einfahren und ein paar politisch korrekte Schaumküsse vertilgen, damit die Mohren und die Bestatter ihre Köpfe und Sie ihre Fingerglieder da behalten, wo sie hingehören.

  27. Eine kurze Kritik an unseren Undertaker und ein Lob an die Leserschaft:
    Ich muss inzwischen mehr über einige der unsinnigen Kommentare lachen als über die eigentliche Geschichte. Ich denke da muss du dir in Zukunft mehr Mühe geben Tom ;-)
    In diesem Sinne an alle:
    schreibt fleißig weiter das macht den Blog meiner Meinung nach nur besser!
    Und an diejenigen die ihre Namen nicht nennen wollen:
    Ihr schreibt immer noch am lustigsten. Diese unsinnigen Drohungen und Ausdrücke *lach*

  28. Lustig. Dass du es wirklich geschafft hast und dein Blog bekannt und viel gelesen ist, merkst du daran, dass all die Leute aus ihren Löchern kriechen, die jedes Wort falsch verstehen wollen und nur nach Wegen suchen wie sie deine Sätze falsch (und natürlich immer negativ) auslegen können ;)

    Zur Sache an sich: Unnötige Diskussion, die Formulierung ist klar ;)

  29. Kinners, was meint ihr wohl, wie viele verschiedene IPs diese Pseudo-PC-Kommentare abgegeben haben? Mein Tip: Eine.

  30. Und außerdem heißt es nicht „Neger“, sondern „stark pigmentierter Südschwede“. So. ;-)

  31. Alles Pfeifen. Außer Mutti.

    Mama, ich grüße dich an dieser Stelle ganz doll. Hast du gut gemacht damals.

  32. Aber ihr müsst zugeben, die Trolltaktik funktioniert offenbar… kaum zieht man die Rassismuskarte raus wird nur noch darauf geschossen, und nicht mehr auf die Nichtexistenz von Bielefeld…. :P

  33. Warum sollte man auch auf Bielefeld schießen, wo es doch gar nicht existiert? Das wäre ja Munitionsverschwendung.

  34. He, Du – Nummer 13
    nix gegen Mohrenköpfe, die schmecken nicht nur gut, die sehen auch noch gut aus ;-)

  35. Ich glaub ja immer noch, dass das ein armer verirrter war, der wirklich glaubt, dass Bielefeld existiert und Nebelkerzen wirft, damit man nicht weiter nachforscht.

    Tom? Lach mal. Das sind Idioten, die wollen Stunk machen und das aus der feigen Deckung heraus. Internet ist ja sooo anonym, da kann man sich mal ruhig benehmen wie ein…tja, wie umschreibt man jetzt Schwein politisch korrekt? *g*

  36. Ich sach nur: Rainald Grebe – „Thüringen“
    http://de.youtube.com/watch?v=Y4gCkWjS7CE

    (daher stammt auch das Zitat mit den Hunden)

    :-)

  37. höher entwickeltes Säugetier mit naher genetischer Verwandtschaft zum Menschen? ;-)

  38. @46 du meinst bestimmt Bayer oder Kölner , was anderes kann man darauf einfach nicht antworten.

  39. Vorschlag: wie wärs sicherheits- oder vorsichtshalber morgen abend um acht mit einer Lichterkette?
    Mit Grablichtern! Vielleicht bringt es die eine oder andere Erleuchtung?

  40. So liebe Leutchen…….. Dialekt hin oder hier…… mit oder ohne Färbung (ich bin am liebsten blau *lach*).

    Ich bestehe darauf, dass Bielefeld existiert, sonst wäre auch ich nicht existent, ebensowenig meine IP – diese Buchstaben….

    guggstu hier: http://maps.google.de/maps?hl=de&tab=wl

    Axo: Trolle werden von mir nicht gefüttert !!!

    Liebe Grüße aus Bielefeld
    Bine

Schreibe einen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Bitte beachte die Nutzungsbedingungen des Bestatterweblogs!

Du bist ein Troll? Fein! Dir kann geholfen werden. Klicke hier!

Dein Kommentar ist nicht erschienen? Dann klicke bitte hier für weitere Informationen!

Diese Smileys kannst Du nutzen, und das bedeuten die Zeichen oben in der Textbox.