Beschäftigt

Mann, was für ein Tag! Gestern bin ich zu nichts anderem gekommen als zu Familiensachen.
Endlich hatten wir den Termin bei einem Arzt, der uns die Gewissheit gab, daß mit meiner Frau alles in Ordnung ist, soweit man das bei Frauen sagen kann. Parallel dazu arbeitete meine Tochter seit Tagen an einem geheimnisvollen Plakat für die Schule, in das sie ungewöhnlich viel Fleiß investierte und das sie uns gestern Morgen als Überraschung präsentierte.

Die Kinder sollten, das erfuhr ich dann gestern Morgen, ein Plakat machen, auf dem sie den Beruf ihres Vaters vorstellen.
Also, ich muß sagen, das hat meine Kleine fein gemacht. Sie hat sich aus unserem Hausprospekt unser Leistungsangebot herausgesucht, ein paar allgemeine Fotos ausgedruckt und alles schön aufgeklebt.

Nun ist das Plakat recht groß geraten und deshalb verstand ich den Wunsch meiner Kleinen, sie ausnahmsweise in die Schule zu fahren. Dort angekommen eröffnete mir das kleine Hexenweib: „Du mußt natürlich mit reinkommen. Ich habe der Klasse versprochen, daß du was vormachst.“

Jetzt hatte ich gerade ausnahmsweise mal keine Leiche dabei, was hätte ich also vormachen sollen?
Außerdem sah ich mich schon umringt von zwei Dutzend 10jährigen, die mich auf halbtürkisch blöd anmachen, mich mit Kaugummi bewerfen und dabei ihre MP3-Stöpsel nicht aus den Ohren nehmen.

Aber es kam ganz anders. Ich verbrachte höchst angenehme 45 Minuten und war erstaunt, wie viele Fragen Kinder schon zu diesem Thema haben.

Den Nachmittag verbrachte ich in erster Linie damit, Fahrräder zu reparieren. Hier ging mir Manni zur Hand, aber wir kamen nur schleppend voran, weil sich herausstellte, daß mein Sohn einige essentielle Teile der Fahrräder an einen Freund verschenkt hatte. So fehlten am Fahrrad meiner Frau die Räder, an meinem der Sattel und der Lenker und an den anderen div. Kleinteile.

So war er dann damit beschäftigt, die Teile wiederzubeschaffen und Manni und ich bauten dann wieder funktionierende Drahtesel daraus zusammen.

Also irgendwas ist ja immer und so plätscherte der gestrige Tag ganz internetfrei vorüber.

Fehler durch Lektorin Anya bereinigt.

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  • Veröffentlicht am: 4. Juli 2008
  • 15 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Allgemein

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

15 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. „…soweit man das bei Frauen sagen kann.“ Hört sich etwas komisch an. Kann ich mir überhaupt nichts drunter vorstellen.

    Deine Kleine ist ja ganz schön frech. Von wem sie das hat? *g* Dein Sohn hat es auch faustdick hinter den Ohren.

  2. Boah… Wie kannst du nur immer diese Vorurteile gegen unsere lieben deutschen Mitbürger mit Migrationshintergrund haben??? Sauerei, das war der letzte Beitrag, den ich hier gelesen habe!!! Aber wart nur, die restlichen Kommentatoren werden dir schon den Marsch blasen!!!!!!!!!!!!11111111111111einseinselfundsoweiter

    Ach ne… Wir sind ja nicht beim Shopblogger…

  3. Ich bin Meister und Ausbilder und werde jedes Jahr von der Handwerkskammer durch mehrere Schulen geschickt um dort für den Beruf zu werben, das Berufsbild vorzustellen und den Schülern zu vermitteln, auf was es bei Bewerbung und Berufswahl ankommt.

    Damit wollen wir den jungen Leuten helfen. Im Ergebnis sieht das dann so aus:
    Die Hälfte der Schüler und Schülerinnen trinkt Limo, ißt, unterhält sich, dreht mir halb den Rücken zu. Die anderen sind grösstenteils gar nicht in der Lage dem zu folgen, was ich da erzähle. Entweder fehlen ihnen die sprachlichen Fähigkeiten oder das allgemeine Verständnis.

    Sehr viele haben Kopfhörer auf oder schreiben dauernd SMS auf dem Handy.
    Die Leherer sind gar nicht in der Lage, dagegen was zu machen.

  4. waaas mal keine leiche dabeigehabt? ich denk ihr bestatter habt sowas immer im handschuhfach…. tz

  5. Das halbtürkisch betrifft lustigerweise nicht nur die migrationshintergründigen Kinder sondern auch den Rest, stelle ich immer wieder mal fest.

    Und da erinnere ich mich dann auch leicht schamvoll daran, dass meine damals beste Freundin aus dem Problemstadtteil und ich uns gegenseitig immer „Digge“ nannten. Und weder sie noch ich haben internationales im Stammbaum vorzuweisen, wenn man von meinem schlesischen Großvater mal absieht.

  6. @Ruhtisheimer: Jetzt hast was gelernt. Sag beim nächsten Schuldurchgang einfach immer zu Anfang, dass du Menschen unter die Erde bringst :)

  7. Ja nee, so wird das auch nix.

    Du bist doch bestimmt mindestens Hair Fashion Designer. Ach halt, Meister! Dann also Senior Manager of Hair Design Fashion. Hast Du im Laden ausländische Mitarbeiter? Prima, „Senior Manager of International Hair Design Fashion“. Das macht was her! Wer will denn heute noch Friseur werden…

    SCNR, Matze

  8. Da will ein Junge Mechaniker werden, und muß sich was über Friseure anhören. Da würde ich auch desinteressiert mich auf meinen iPod konzentrieren und nebenher SMS schreiben. Zumindest Glaubtder dass ich SMS schreibe. In Wahrheit treibe ich Sport und mache ein Game, das fördert wenigstens meine Reaktionsgeschwindigkeit. Bei Bestattern ist was anderes, das kennt man aus dem TV, aus den Horrorfilmen, das ist geil. Erst am Wochenende war ich ja schließlich in der Geisterbahn und hab schon ein wenig Ahnung.

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