Bestatter Christoph Kuckelkorn soll Kölner Karnevals-Präsident werden

Auch Bestatter lachen herzhaft.
Ein schöner Satz, mit dem mal ein Veranstalter die Plakate aufgemacht hatte, die zu einer Veranstaltung mit mir einluden.
Gestört hatte mich daran das Wort „auch“.
Bestatter sind ganz sicher empathische Menschen, die beruflich viel mit Trauernden und der Trauer zu tun haben.
Aber sie sind ganz normale Menschen, die weder besonders traurig sind, noch ein düsteres Leben führen.
Ganz im Gegenteil. Viele Bestatter, die sich unter der Woche beruflich um die Trauer anderer kümmern, gehen am Wochenende oder sonst in ihrer Freizeit recht abwechslungsreichen Hobbys nach.
Man muß ja auch mal den Kopf frei bekommen, von traurigen Anlässen, Geschichten und Schicksalen.
Aber Lachen und Scherzen, das können meiner Meinung nach Bestatter ganz besonders gut.

Ob das aber nun eine besonders gute Voraussetzung ist, um ausgerechnet in der ernstesten Klüngelparade der Welt, die in ihrer Ernsthaftigkeit nur noch von päpstlichen Umzügen um den Petersdom getoppt wird, dem Kölner Karneval eine führende Rolle zu spielen, das weiß ich nicht.

Jedenfalls hat der, über die Grenzen Kölns weit bekannte Bestatter Christoph Kuckelkorn , als Leiter des Kölner Rosenmontagszugs immer eine sehr gute Figur gemacht.
Bekannt wurde Kuckelkorn durch mehrere Fernsehbeiträge über ihn und seine Arbeit und seine Familie.
Im Zuge einer Dokumentation über seinen Beruf, kam seine erste Frau auf tragische Weise ums Leben, und Kuckelkorn brach die Aufnahmearbeiten nicht ab, sondern ließ die Zuschauer an seinem Schmerz teilhaben. Auch eine Form des Berufsverständnisses.
Auf jeden Fall geriet die Sendung zu einem einfühlsamen Bilddokument, das auf eindrucksvolle Weise das Berufsbild des Bestatters und den Menschen Kuckelkorn zeigte.

Christoph Kuckelkorn wurde am 7. September 1964 in Köln geboren. Seit 1984 arbeitet er als Bestatter. Zunächst im 1864 gegründeteten Institut seines Vaters, der die Pietät Medard Kuckelkorn bereits in vierter Generation führte. Christoph Kuckelkorn qualifizierte sich dort zum Thanatopraktiker und zum Bestattermeister.
Seit 2002 ist er Chef des Unternehmens, das zu den führenden Bestattungshäusern Kölns zählt und bundesweit eines der bekanntesten ist. Die Firma führte unter anderem die Bestattungen von Hans Gerling, Willy Millowitsch, Hans-Jürgen Wischnewski und Dirk Bach durch.
Ab 2007 firmiert das Unternehmen mit der vollständigen Übernahme der Geschäftsführung unter Pietät Christoph Kuckelkorn.

Laut Wikipedia ist Christoph Kuckelkorn im Festkomitee Kölner Karneval Vizepräsident und seit 2005 Leiter des Kölner Rosenmontagszugs.
Außerdem ist er Geschäftsführer der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kölner Karnevals. Kuckelkorn ist auch Mitglied im Kuratorium der Willy-Millowitsch-Medaille.

Bestattermeister Kuckelkorn ist in zweiter Ehe verheiratet. Aus seiner ersten Ehe hat er zwei Kinder.

„Der Zeit sagte er, die Planung einer Bestattung und die des Rosenmontagszuges seien „im Prinzip das Gleiche“, da beide Ereignisse höchste Präzision erfordern würden.“ [1]

Jetzt soll Bestatter Kuckelkorn Kölner Karnevals-Präsident werden. Und das ist im katholischen Karnevalstiegel Köln fast schon mehr als Oberbürgermeister oder Domherr.
Im restlichen Deutschland, vor allem im Norden, der Mitte und im Osten kann man sich gar keinen Begriff davon machen, welchen Stellenwert der Karneval für viele Familien in Köln hat.

In der Münsterland-Zeitung heißt es zum Führungswechsel im Kölner Karneval:

Führungswechsel im Kölner Karneval: Der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Markus Ritterbach, hat seinen Rücktritt verkündet und Bestatter Christoph Kuckelkorn als seinen Nachfolger vorgeschlagen.

Am Aschermittwoch 2017 wolle Ritterbach sein Ehrenamt nach elfjähriger Amtszeit beenden, sagte der 53-Jährige am Dienstag in Köln. „Es ist alles geschafft, was ich mir vorgenommen hatte.“ Er hinterlasse keine offenen Baustellen.
Als Nachfolger will Ritterbach der Mitgliederversammlung seinen Vizepräsidenten Christoph Kuckelkorn vorschlagen. Der 52-Jährige arbeitet hauptberuflich als Bestatter und ist seit 2005 Leiter des Kölner Rosenmontagszugs. Nach den Worten Ritterbachs wolle sich Kuckelkorn zur Wahl stellen.
Markus Ritterbach ist seit 2005 Präsident des Festkomitees Kölner Karneval. Das Festkomitee ist die Interessensvertretung der meisten im Kölner Karneval tätigen Gesellschaften und Vereine. Seit 2012 ist Ritterbach auch Vize-Präsident des 1. FC Köln.

[1] Quelle Wikipedia

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Peter Wilhelm7. Dezember 2016

5 Kommentare von 138685.

  1. Ich hatte mal im Rahmen der Kollegenhilfe mit ihm zu tun, auf mich machte er einen sehr verschlossenen Eindruck. Vielleicht hatte er einen schlechten Tag! Näheres kann man natürlich nicht sagen, in der kurzen Zeit die man miteinander verbracht hat.

    • @Josef: Ich hatte zweimal mit ihm zu tun, und auf mich machte er den gleichen Eindruck. Ich kann Deine Aussage also bestätigen. Aber das Eine hat ja mit dem Anderen nichts zu tun.

  2. Naja so wie er ja selber sagt, muss das Ganze minutiös durchgeplant sein – sowohl Beerdigung als auch Humbahumba. Vielleicht ist er total der Tüftler, bei dem die zwischenmenschliche Seite etwas unterausgeprägt ist?

  3. In Werl (NRW) ist es schon seit langem der Fall, dass der Präsident des Karnevalsvereins der örtliche Bestatter ist.

    • @Alex: Liegt Werl nicht schon in Westfalen? Dann wundert mich das nicht.
      Sorry – musste raus. Zahle auch gerne 5€ in die Vorurteilskasse…

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