Bestatterwerbung

Was haltet ihr von diesem Werbetext? Meint ihr, daß man das ohne weiteres so schreiben kann?

Letztes Jahr wählten 30.662 Leute in diesem Land den Freitod.
30.662 Leute können sich nicht irren!

Bring Dich um!

Hänge auch Du mit denen, die „in“ sind.

Autorisiert und bezahlt von der Vereinigung der Bestattungsunternehmer.
Unterstütze Deinen örtlichen Bestatter. Auch wir müssen essen, weißt Du?

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  • Veröffentlicht am: 27. Mai 2008
  • 25 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Allgemein

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

25 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Auf der einen Seite ganz schön makaber, auf der anderen Seite hingegen ein Fass voll scharzem Humor. Eine Frage die zwischen den Seiten entscheidet: Inwiefern ist die Anzeige ernst gemeint?

  2. Ich muss gerade an „Schneller leben“ von den Ärzten denken: Stirb jung, stirb so früh es geht. Stirb jung, am besten in der Pubertät. Stirb jung, für mich ist es leider schon zu spät. Aber du, stirb jung! ;)

  3. Ich finde diesen Werbetext verboten….es gibt so viele labile Menschen, die das auch noch als Aufforderung aufasssen könnten. Ausserdem ist es pietätlos, hat mal jemand an die Hinterbliebenen gedacht? Selbstmord ist immer ein Verzweiflungsakt…….

  4. Mwuahahahaha!
    Also, das „h“ aus „authorisiert“ würde ich noch entfernen, ansonsten ist das bestimmt ein Reißer. Allerdings sollte man dafür Sorge tragen, dass die nächsten 30622 Sarginsassen nicht gerade alle zur Schicht der Leistungsträger gehören, sonst wird es irgendwann dünn in diesem Land. Vielleicht sollte man Sonderkonditionen für Leistungsverweigerer anbieten: alleinerziehende Mütter, Hartz-IV-Empfänger, Alte, Kranke, etc. Möglicherweise gibts da sogar eine staatliche Förderung?
    Schwarzhumorige Grüße!

  5. Du könntest noch die „lustigen Werbeballons“, die Dir damals angeboten worden sind, mit dem Text bedrucken lassen und in der Innenstadt verteilen…

  6. Vielleicht sollte man das Plakat lieber rosa machen. Schließlich bringen sich mehr Männer als Frauen um (es waren glaube ich 70%), also sollte man versuchen, die weibliche Kundschaft mehr anzusprechen.

    Ganz ehrlich: Es ist einfach ein sehr böser Humor. Den man Schülern wohl weniger übel nimmt als Bestattern. ;-)

  7. Ich finds lustig!!!
    Aber Sozialarbeiter dürfen solche Dinge lustig finden, schließlich sind wir die Gutmenschen ;-)
    Und ernsthaft gedacht ist es schlimm wie wenig Aufklärungsarbeit in Deutschland über das Thema Suizid geleistet wird!
    Jede Viertelstunde geschieht in Deutschland ein Selbstmordversuch!
    Die meisten „unerfolgreichen“ Versuche bei Mädchen in der Pubertät, die meisten „erfolgreichen“ bei Menschen über dem Siebzigsten Lebensjahr.
    In der Leistungsgesellschaft ist es ein Tabu darüber zu reden wie schlecht es einem geht, man muss immer gut gelaunt, fit, Leistungsfähig sein!
    Unter allen Krankheiten, die zu Suiziden führen, steht die Depression mit 40-70% an der Spitze (vor Alkoholismus, der oft auch durch eine Depressive Störung ausgelöst wird).
    Die depressiv Erkrankten erleben ihre Erkrankung fälschlicherweise als persönliches Versagen und schämen sich, zum Arzt zu gehen. Dabei wird es oft als Erleichterung empfunden endlich zu wissen, dass man nicht selbst schuld ist an diesem Leidensdruck, sondern, dass es eine behandelbare Krankheit ist, von der in Deutschland geschätzte 4Millionen Menschen betroffen sind!
    Hier ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten!
    (super Quelle: kompetenznetz-depression.de)

  8. Humor ist, wenn man trotzdem lacht *g*
    @Silke: Du glaubst doch nicht im ernst, dass sowas wirklich als seriöse Anzeige geschaltet worden wäre??????

    @Texthexe: Jau. Erst mal den Leistungsverweigerern dieser Gesellschaft das Wahlrecht entziehen. Geht ja nicht an: Beziehen Geld aus der Solidarkasse und wagen es dann noch über ihre Wohltäter zu bestimmen. Und als nächstes zur Erneuerung schicken….

  9. Achja, der Film ist schon was älter:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Flucht_ins_23._Jahrhundert

  10. Oh, ist das schön schwarz… Da kann ich sogar als betroffene drüber lachen…Hoffentlich kommen jetzt nicht wieder ein Haufen Kommentare, dass der böse, geldgeile Tom die Leute jetzt in den Selbstmord treiben will, um sein Geschäft zu verbessern…

    Gruss
    S.

  11. @ Kerstin:

    Bei Film denke ich eher an »Soylent Green« (Jahr 2022 – die überleben wollen), in dem bereitwillig Suizidale wieder dem Nahrungskreislauf zugeführt werden (wovon sie natürlich nichts wissen).

    In »Flucht ins 23. Jahrhundert« wird den Bewohnern der Kuppelstadt seit Generationen weisgemacht, dass sie mit 30 Jahren im »Karussell« in eine neue Welt und noch besseres Leben gleiten (aber einfach nur gekillt werden, um eine Überbevölkerung zu verhindern), und nicht im Sinne von Selbstmord freiwillig aus dem Leben scheiden.

    :-)

  12. hm, wieso können sich von 30.662 leuten nur 30.622 nicht irren?

  13. @Textehexe: welche Leistung verweigern denn nach Deiner Meinung alleinerziehende Mütter?

  14. ist doch klar alleinerziehende Mütter sind auch schmarotzer….die bekommen Kindergeld (Paare auch aber das ist ja egal)und verweigern wegen dem Balg die Arbeit….geht ja gar nicht ;-)

  15. Beinahe wäre ich der 30.663te gewesen. Mittlerweile bin ich froh, daß es nicht geklappt hat.

  16. Hehe, nette Anspielung an all die Trolls, die hier regelmäßig auftauchen und behaupten Tom würde für die Vereinigung der Bestatter arbeiten. Und somit die Leute zum Bestatter treiben.

  17. @Kerstin Nein mir ist klar, dass sowas nicht geschltet wird und sehr schwarzer Humor ist.

    Aber trotzdem finde ich ist Selbstmord eine heikle angelegenheit, ich war schon zweimal kurz davor und gerade Kids sind sehr beeinflußbar….aber ich muss auch sagen, es hat mich heute morgen einfach auf dem falschen Fuß erwischt, mein Humor ist auch sehr schwarz ;)

  18. Vielleicht sollte man auch die für den Bestatter angenehmste Art des Suizids bewerben. Nicht dass sich nachher Tausende vor irgendwelche Züge werfen und der Bestatter den Kunden über mehrere 100 Meter verteilt einsammeln darf… Dann lieber Tabletten.

  19. Entweder hat der Verfasser zu viele synchronisierte Filme gesehen, oder das Ding ist aus dem Amerikanischen übersetzt… Support your local blogger!

  20. Das ist genau so beknackt, wie die Werbung in der U-Bahn: „Treten Sie doch näher“

    Da halten sich Zeitungen daran, nicht über Freitode bei der Bahn zu berichten, um Nachahmer nicht zu verleiten.
    Das war ganz voll naneben.

  21. wie wär’s mit:

    Praktisch denken, Särge schenken!
    oder
    Ans Ende denken, Särge schenken!

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