Bestattungen in verschiedenen Religionen und Kulturkreisen -Buddhismus-

2.4. Buddhismus

Den Buddhismus als einheitliche Religion mit festgeschriebenen Ritualen und Zeremonien gibt es nicht. Diese weit verbreitete Religion findet je nach Region sehr unterschiedliche Interpretationen.

In den mehrheitlich buddhistischen Ländern Südostasiens (also Laos, Thailand, Myanmar, Vietnam und Kambodscha) hat der Buddhismus z.B. zumindest im ländlichen Raum eine starke animistische Tradition, die jedoch mit dem Buddhismus amalgamiert ist (so treten zB Mönche als Geisterausteiber auf etc.)
http://www.thaivisa.com/forum/blog/thai/index.php?showentry=652 ist ein Bericht über eine Bestattung im ländlichen Thailand

Buddha („der Erleuchtete“) war der Ehrentitel für den indischen Prinzen Siddharta. Buddhisten betrachten den Tod wie ein Tor in eine andere Welt. Angesichts des Todes zeigen die Menschen eine größere Gelassenheit als in unseren Breitengraden. Dass Angst vor dem Tod dennoch präsent ist, zeigen sprachliche Wendungen. Statt direkt zu sagen, jemand sei tot, spricht man davon, er sei seinen Ahnen gefolgt, er sei hinter dem Berg verschwunden oder auf dem Kranich in den Himmel geflogen.

Buddhisten gehen davon aus, dass das Leben aus Leiden besteht. Antwort auf die Frage nach dessen Überwindung geben die vier edlen Wahrheiten. Den Weg zum Glück weist der achtfache Pfad durch die Lossagung von irdischen Gütern. Gelingt dies nicht, kann die Seele nicht zur Ruhe kommen und der Mensch wird nach seinem Tod in einem neuen Körper wiedergeboren.

Nur wer keine Wünsche mehr hat, wird erleuchtet. Erst dann sind die Gedanken frei für das Mitgefühl für andere Menschen, Tiere und Pflanzen. Nur unter dieser Voraussetzung lässt sich das höchste Ziel eines jeden Buddhisten -das Nirwana- erreichen, die Erlösung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten.

In diesem Zusammenhang spielt auch der Begriff Karma eine zentrale Rolle. Er besagt, dass das Schicksal eines Menschen nach dem Ablauf maßgeblich auf seinem abgelaufenen Dasein beruht. Je nach seinen Taten wird ein Verstorbener im Himmel, in der Hölle oder auf der Erde als Mensch, Tier oder Pflanze wiedergeboren. Verschiedene Zeremonien während der Bestattung und an den jährlichen Todestagen sollen helfen, die Verdienste des Menschen auf den Toten zu übertragen, um damit eine gelungene Wiedergeburt zu gewährleisten.

Für einen sterbenden Buddhisten ist es außerordentlich wichtig, in der letzten Phase Gelassenheit zu erlangen. Hektische Ärzte oder Krankenschwestern stören den Sterbenden bei seiner Vorbereitung auf den Tod.
Viele Religionen, denen der Reinkarnationsglaube innewohnt, tendieren dazu, ihre Toten zu verbrennen. Buddhisten kennen in der Regel nur die Kremation des Verstorbenen. Eine Erdbestattung wäre für sie undenkbar. Die Kremation findet in aller Regel drei Tage nach dem Tod statt. In der Zeit bis zur Bestattung erinnern Mönchen singend an die Vergänglichkeit. Vielerorts wird der Tote in weiße Tücher gehüllt, die schmucklos sein müssen, um die Seele beim Verlassen des Körpers nicht aufzuhalten.

Buddhisten benötigen normalerweise keine Aussegnungs- oder Trauerhalle und eigentlich auch keinen Friedhof. Sie verrichten das eher bescheidene, kleine Ritual vor der Kremation in der Kremationshalle. Die eigentliche Trauerfeier der tibetischen Buddhisten findet etwa eine Woche später mit der Urne in buddhistischen Klöstern oder Ritualstätten statt. Dort wo das nicht möglich ist, weil die Urne nicht ausgehändigt wird, müssen sie zwangsläufig eine kurze Zeremonie in der Trauerhalle durchführen und die Urne entsprechend den Vorschriften beisetzen.. In der Regel bevorzugen sie das Einstellen der Urne in eine oberirdische Urnenwand oder Urnenhalle.


Karma und Reinkarnation

Das Karma verstehen viele als eine Art Konto, auf dem unsere guten oder schlechten Taten angesammelt werden. Der gute oder schlechte Kontostand bestimmen dann im nächsten Leben unser Startguthaben – oder wir starten das nächste Leben sogar mit einem Bonus – viele Automatenspiele funktionieren so, auch unser Leben?

Was ist Karma?

Der Begriff Karma bezeichnet im Buddhismus unsere irrationalen Verhaltensweisen und Gedanken. Wir folgen unbewusst dem Ego. Erkennen wir das, können wir diese oft schnell als falsch oder unbegründet erkennen und lernen, sie zu vermeiden. Damit löscht man das Karma schon in diesem Leben. Das funktioniert natürlich nur, wenn man gute Taten tut, ohne eine Gegenleistung zu erwarten – weder von einem Menschen noch vom Karma. Das Karma lässt keine Tricks zu.
Zu einem neuen Leben gehört die Wiedergeburt. Unser Körper ist vergänglich, doch das Karma wird von Generation zu Generation wiedergeboren und vererbt.

Karma und Reinkarnation im Hinduismus
Im Hinduismus ist von der unsterblichen Seele, dem Atman, die Rede. Dieses Atman manifestiert sich immer und immer wieder in neuen Inkarnationen. Die Qualität dieses nächsten Lebens, beziehungsweise die Aufgaben, die dem Menschen im jeweiligen Leben gestellt werden, hängen davon ab, wie man das aktuelle Leben geführt hat.
Aus guten Handlungen entsteht Gutes, aus schlechten Handlungen Schlechtes. Der Tod ist im Hinduismus nicht das Ende des Lebens, sondern nur eine Übergangsphase und eine Transformation.

Das Atman bleibt ständig bestehen, es ist die Essenz von allem. Unsere individuelle Seele nennen die Hindus Jiva. Wo sich diese Seele zwischen zwei Leben aufhält, darüber gibt es – selbstverständlich – keine eindeutigen Angaben.
In jedem Fall ist der Aufenthalt ist für immer: Nach einiger Zeit kehrt das Jiva in einem neuen Körper auf die Erde zurück. Der neue Mensch wird mit dem Karma aus früheren Leben wiedergeboren – und muss weiter Aufgaben lösen, bis er endlich zur Erlösung kommt. Diese Vereinigung mit dem Absoluten – dem Brahman – erlangt der Mensch durch gute Taten und durch die Erkenntnis, dass alles Eins ist. Alles was geboren wird, wird sterben, nur die universelle Seele Atman ist ewig. Und wir sind Teil eines Systems des Universums. Im hinduistischen Glauben gibt es zwei Richtungen von Gläubigen. Die einen glauben, dass nur der Mensch selbst sein Karma auflösen kann, andere bitten um die Hilfe der Götter, um dieses Karma zu vernichten – oder zumindest dabei zu helfen. Das Ziel der Hindus ist es, aus dem Kreislauf der Wiedergeburt, dem sogenannten Samsara, aussteigen zu dürfen. Das nennt man Moksha – die tatsächliche Erleuchtung. Ein Mensch, der zu Lebzeiten das Moksha erreicht, ist frei von Anhaftung, benötigt keinerlei Besitztum und lebt im Einklang mit der universellen Seele – und diese ist nichts anderes als das, was andere Religionen Gott nennen. Der Weg dorthin ist die Bewusstheit, dass der Mensch vergänglich und nur Teil eines unendlichen Ganzen ist. In der Meditation kann der Mensch einen Zustand erreichen, in dem er sich tatsächlich nicht mehr als Individuum fühlt. Wer imstande ist, diese Erkenntnis auf das tägliche Leben zu übertragen, wird automatisch eher gute Dinge tun, die niemandem schaden. Der Hinduismus spricht von drei klassischen wegen zur Erlösung: den Weg des Wissens, den Weg der Tat und den Weg der Hingabe an Gott – oder eben Atman.