Billige Reklame im Bestatterweblog

Da fragt ein Tourismus-Verband bei mir an, ob ich nicht einen Link für seine Urlaubsregion anbringen könnte.
Nun gut, solche Anfragen kommen hier täglich herein und meistens sind die Anfragenden dann auch noch so dreist, diese vom mir natürlich kostenlos zu erbringende Werbedienstleistung mit den Worten zu begleiten: „Für Sie ist der Link auf unseren hochwertigen Content natürlich absolutkostenlos.“

Klar doch!

Dieser Tourismus-Verband ist aber clever. Damit es mir auch Spaß mache, bekäme ich für das Anbringen des Links einen Hotelgutschein in Höhe von 100 Euro und nochmals 50 Euro, so ich denn noch jemanden benenne, der auch so einen Link anbringt.

Ha!

Da kam mir doch die Idee, ich könnte ja mal die Leser hier fragen, ob sie nicht netterweise diesen Link auf diese Ferienregion anbringen. Sicherlich würden das ein paar Leute machen und ruckzuck hätte ich Gutscheine im Wert von 500 oder 700 Euro zusammen und meine Frau und ich könnten dann demnächst mal kostenlos da Urlaub machen.

Naja, irgendeinen Haken wird die Sache ja haben, dachte ich mir und frage vorsichtshalber nach, ob man die Gutscheine auch aufaddieren kann und es recht wäre, wenn ich gleich mehrere Blogger und Seitenbetreiber finde, die da mitmachen. (Die bekommen natürlich ihrerseits auch wieder den 100 Euro-Gutschein.)

Ja, das geht alles, schreibt man mir, weist aber darauf hin, daß man die Gutscheine nur einlösen kann, wenn man zu zweit kommt und wenigstens sieben Übernachtungen bucht.

Aber dann kommt es: „Die Entscheidung über die Akzeptanz der Gutscheine liegt allein beim besuchten Hotel.“

Na klasse. Dann hast Du am Ende diese Gutscheine und der von Dir ausgesuchte „Güldene Schwan“ scheißt Dir was…

Können’se behalten.

Überhaupt sind Reisegutscheine immer so eine Sache. Keiner hat was zu verschenken.
Mit dem Gutschein spart man die Übernachtungskosten, muß dann aber Vollpension teuer dazu buchen oder sich verpflichten, immer im Restaurant des Hauses zu essen.

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  • Veröffentlicht am: 30. Juli 2010
  • 12 Kommentare
  • Veröffentlicht in: PR-Reklame-Werbung

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

12 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Ich finde das Thema durchaus hierher passend.
    Wie war das doch gleich noch: „Neapel sehen und sterben“ … :-)

  2. Das erinnert mich an die [url=http://en.wikipedia.org/wiki/Hoover_free_flights_promotion]Fluggutscheine, die die Staubsaugerfirma Hoover herausgab[/url], wenn man für £ 100 Waschmaschinen oder Staubsauger kaufte.

    Zu viele Leute hatten den Braten gerochen, und das Ganze entwickelte sich zu einem PR-Desaster, 50 Millionen £ Verlust und dem Verkauf von Hoover…

  3. Also besser find ich nur noch die Linkfarmer. Setzen sie doch bitte einen Link auf meine tolle $eite, dann platziere ich auf meiner tollen $eite mit 3 Besuchern im Monat einen Link auf ihre Seite :) Übrigens mag Google Linkfarmen nur noch begrenzt.

    gruß

  4. Da soll es mal einen Mann gegeben haben, der eine ganze Wagenladung voller Schokopuddings kaufte, weil dort je Packung ein paar Bonusfliegermeilen drauf waren.
    Die Puddings vergab er dann an irgendein Hilfswerk, mit der Auflage, die Bonuspunkte zu bekommen.
    Er konnte dann wohl theoretisch diverse Male First-Class um die Erde fliegen, und hat am Ende weniger dafür zahlen müssen als für reguläre Flugtickets.

  5. @Flamebeard:

    Nix 70er. 1999, das ist noch gar nicht so lange her:
    http://www.snopes.com/business/deals/pudding.asp

    Aber es stimmt, bei Punch-Dunk Love wurde das verwurstet.

  6. @Henning: Jau, war irgendwann in den 70ern. Dieses Thema wird übrigens auch in der Komödie „Punch Drunk Love“ aufgegriffen. Netter Film, das… ^^

  7. Nix für ungut Tom. Einen kostenlosen Urlaub hätte ich Dir und Deiner Frau gerne gegönnt. Aber für irgendeine Seite deswegen Reklame machen? Nicht wirklich. Für Dich jederzeit gerne.

  8. @6
    Danke, Tante …. Jay, die (billigen) Reize Eurer Mütter waren mir bislang entgangen, alle anderen (Titel) auch.

    So kommt man wegen der Links von einem zum anderen und plötzlich ist die Zeit schon wieder viel zu knapp.

  9. Nee, das würde auch dein schönes Webdesign zunichte machen…Mir jedenfalls gefällt die Idee mit dem statischen linken Teil und dem Fenster und der Semitransparenz recht gut..Schöner Blog..Werbung wollte ich hier als Neu-Leser nicht sehen…

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