Bud Spencer in Rom öffentlich aufgebahrt

Bud Spencer wird uns ewig in Erinnerung bleiben. Gleich, ob man seine Filme mochte oder nicht, das sympathische Schwergewicht hat überall einen bleibenden Eindruck als humorvoller und netter Mensch hinterlassen.
In Italien wurde gestern öffentlich um den verstorbenen Schauspieler getrauert.

Eine große Menschenschar hat in Rom dem Schauspieler Bud Spencer die letzte Ehre erwiesen.
Auf dem berühmten Kapitolshügel war der Sarg mit dem am Montag im Alter von 86 Jahren verstorbenen Leinwandhelden aufgebahrt.

Sogar die Polizei mußte einschreiten, um der riesigen Menschenmenge Herr zu werden.
Sehr viele Leute gingen langsam mit Tränen in den Augen am Sarg des gebürtigen Neapolitaners vorbei.

Bud Spencer, der mit bürgerlichem Namen Carlo Pedersoli hieß, wurde mit Musiktiteln aus seinen Filmen verabschiedet.

Dazu eine Leserzuschrift:

Schade das man Bud Spencer auf eine Kühlplatte im Sarg gelegt hat, aber wahrscheinlich ist es in Italien wegen der Hitze nicht anders möglich. Der Kompressor steht ein wenig entfernt am Kopfende des Sarges. Zudem sieht man beim genaueren hinsehen das er Watte in der Nase hat.

Ich beglückwünsche alle Verstorbenen, bei denen so etwas nicht gemacht werden musste.

Bud Spencer aufgebahrt

In Rom herrschten am Tag der Aufbahrung 33 Grad.
Da ist es absolut angezeigt, bei einer mehrstündigen Aufbahrung eine zusätzliche Kühlmöglichkeit zu schaffen.
Die Kühlung des ganzen Körpers, auch mit Sarg, kann in einer Kühlkammer erfolgen, wo man in etwa Temperaturen zwischen 3 und 8 Grad einstellen wird.
Die ideale Temperatur liegt bei rund 5 Grad.

Um eine weitere Kühlung zu gewährleisten, auch wenn der Sarg nicht mehr in einem Kühlraum steht, kann man unter dem Leichnam eine Kühlplatte in den Sarg legen.
Diese wird entweder, ähnlich den Kühlakkus, die man zu Hause für die Kühltasche verwendet, vorher gekühlt und halten dann die Temperatur über eine gewisse Zeit; oder aber man verwendet elektrisch betriebene Kühlplatten, in denen ein Kühlmittel kreist, das von einem Kompressor kalt gemacht wird.

Das ist ein durchaus übliches Verfahren, das auch in Deutschland vielerorts von sehr vielen Bestattern und Friedhöfen angewandt wird.

Verstorbene unterliegen gewissen Veränderungen. Der Zersetzungsprozess beginnt recht bald nach dem Tod. Er kann zu unerwünschten Begleiterscheinungen führen, die zwar durchaus natürlich sind, aber einer offenen Aufbahrung im Weg stehen können.
Diese Begleiterscheinungen sind olfaktorischer und optischer Natur.

Schmale und magere Personen sind von diesen Veränderungen nicht in dem Maße und nicht in der Kürze der Zeit betroffen, wie dickere und große Menschen. Außerdem spielen hier Vorerkrankungen, Alter und vorherige Medikamentengaben eine Rolle.

Es ist also vollkommen richtig, normal und sogar sehr angeraten gewesen, Bud Spencer auf eine kühlende Unterlage zu legen, vor allem bei über 30 Grad.

Daß Bud Spencer kleine Wattebäuschchen in den Nasenlöchern hatte, ist auch vollkommen normal. Üblicherweise kann man diese Wattebäuschchen kaum sehen, man muß schon sehr genau hinschauen. Hinzu kommt aber, daß man das bei liegenden Personen natürlich noch deutlicher sieht. Das wird bei sehr vielen Verstorbenen so gemacht.
Der Mensch an sich enthält eine Menge Flüssigkeit. Durch die rasch einsetzende Zersetzung der inneren Organe nimmt das Volumen dieser Flüssigkeit auch zu. Deshalb trifft ein guter Bestatter Maßnahmen, die verhindern, daß diese Flüssigkeiten aufgrund von Transport des Sarges und entstehenden Gasen im Körperinneren des Verstorbenen, nach oben steigen und aus dem Leichnam austreten.
Mit den kleinen Wattebäuschchen wurde die Nase wirkungsvoll verschlossen, sodaß dieser unangenehme Begleitumstand nicht eintreten konnte. Der italienische Bestatter hat völlig korrekt und fachgerecht gehandelt.

http://www.n-tv.de/leute/Abschied-von-Bud-Spencer-article18077646.html

Körperöffnungen

http://bestatterweblog.de/koerperoeffnungen/

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  • Veröffentlicht am: 30. Juni 2016
  • 5 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Allgemein

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
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Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

5 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Ich nehme an, dass der offene Sarg mit einem transparenten Tuch bedeckt war, um die Kühlung zu unterstützen? Oder hatte das andere Gründe?

    • @McDuck:

      Ich hätte jetzt eher gedacht, dass der Schleier über dem Sarg war, damit die Leute die hitzebedingten Veränderungen nicht so genau sehen können?

      Es gab hier vor knapp 10 Jahren mal eine Geschichte „Tod in Norwegen“, wo ein Mädchen nach ihrem Abitur mit Freund nach Norwegen fährt, dort verstirbt, nach relativ langer Zeit dann zurück kommt, Familie aber dennoch offene Aufbahrung wünscht. Wenn ichs recht in Erinnerung habe, hat in der Geschichte Sandy die halbe Nacht an der Leiche des Mädchens gearbeitet, um die wieder halbwegs präsentabel zu machen. Die engste Familie (Eltern) durfte das Mädchen dann „direkt“ sehen, für den Rest (Freunde) kam damals dann auch ein Schleier entweder übers Gesicht oder über den Sarg (wie ich es verstanden hab, quasi als „Weichzeichner“).

  2. … und ich dachte, dass der Schleier die Fliegen fernhalten soll

  3. Schade das Bud Spencer eine Sargkühlung hatte, und Watte in der Nase war auch vorhanden.
    Ein (Normaler) Bestatter hätte es auch ohne geschafft

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