Mär.
10
Sozialer Bestattungsdienst Heilbronn
In Heilbronn scheint das Sterben besonders teuer zu sein. Eine Grabstelle kostet schnell mal 2.600 Euro, ein Betrag für den andere Bestatter in anderen Städten die komplette Bestattung abwickeln. Auch im Vergleich zu anderen süddeutschen Städten steht Heilbronn recht teuer da, denn sogar in der Landeshauptstadt Stuttgart kostet ein vergleichbares Grab rund 1.000 Euro weniger.
Da sind die etwa 3.500 Euro, die ein neuer Billigbestatter für eine einfache Feuerbestattung verlangt, im Bundesvergleich sehr teuer, für Heilbronner Verhältnisse aber wohl recht günstig.
An diesem Bestatter und vor allem der Wahl seiner Firma (vulgo: des Firmennamens) reiben sich Kommune, andere Bestatter und zunehmend auch die Bürger Heilbronns.
Feb.
10
Her mit der Kohle -III-
Die Polizei ist nicht gekommen, kein SEK, keine Männer mit schwarzen Sturmhauben, niemand hat mich morgens um halb sechs aus dem Schlaf gerüttelt und keiner hat unsere Geschäftsunterlagen durchsucht und beschlagnahmt.
Und daß, obwohl doch Frau Himmelreiter doch der Meinung ist, wir hätten 3.000 Euro unterschlagen oder verprasst, Geld das ihre inzwischen verstorbene Mutter, Frau Schönleber, auf einem Sparbuch für ihre Bestattung angelegt hatte.
Zunächst hatte dieses Sparbuch ja auch tatsächlich bei uns gelegen, wir hatten es aber gegen Quittung an Frau Schönleber ausgehändigt, weil diese an einen anderen Ort verzogen war und die Vorsorge an den dortigen Kollegen übertragen ließ.
Irgendwo dazwischen muß dieses Geld auf ominöse Weise verloren gegangen sein. Bei uns war es nicht mehr, dessen konnte ich mir ja absolut sicher sein, beim Kollegen war es aber auch nicht angekommen; also wo war es geblieben?
Feb.
10
Her mit der Kohle! -II-
Feb.
10
Her mit der Kohle!
Das ist ja eine merkwürdige Geschichte.
Frau Himmelreiter steht vor mir und will 3.000 Euro von mir. Ihren Salz-und-Pfeffer-Mantel hat sie aufgeknöpft und öffnet nun auch den um den Hals geknoteten Schal, so warm ist es ihr vor lauter Aufregung geworden.
"Das ist ja Halsabschneiderei!" ruft sie empört aus und fuchtelt mir mit einem Schnellhefter vor der Nase herum. "So kommen Sie mir nicht davon!"
Ich versuche, die Frau etwas zu beruhigen und biete ihr einen Platz und ein Getränk an, doch sie lehnt entrüstet ab und fordert: "Her mit der Kohle! Wenn Sie mir jetzt einfach mein Geld geben wollen, bin ich schon wieder verschwunden."
Zum wiederholten Male erkläre ich ihr die Situation:
Jan.
10
Der Galerist und der Bestatter
Bestatter und Galeristen haben einiges gemeinsam. Sie verkaufen recht teuren Tinnef, warten manchmal tagelang vergeblich auf einen Kunden und immer mal wieder haben sie die Bude voll mit fremden Leuten. Was dem Galeristen seine Vernissage, das ist dem Bestatter eine Trauerfeier im eigenen Haus.
Diese Parallelen fielen mir und Herrn Kohnen, der Inhaber einer Gemäldegalerie ist, vor einiger Zeit bei einem Glas Wein auf. Und diese gewissen Gemeinsamkeiten trugen mir eine nette Zusammenarbeit mit der Galerie Kohnen ein. Seitdem haben wir in regelmäßigem Wechsel echte Kunstwerke an den Wänden hängen, das macht ordentlich was her.
Kohnen achtet darauf, daß die Motive neutral sind und nicht zu grell und wir passen auf, daß nichts kaputt geht.
Ob er auf diese Weise jemals etwas verkaufen wird, das bezweifle ich persönlich ja, aber -zumindest sagt er das- darauf kommt es ihm gar nicht an; und immerhin hat schon zweimal jemand wegen der Bilder nachgefragt. Scheinbar fällt es auf, wenn irgendwo mal etwas anderes hängt, als immer nur diese Kaufhausdrucke.
Jan.
10
Vorsorgevertrag im Altersheim aufgenötigt
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Seit zwei Wochen ist unsere Tanze im Altersheim verbracht. Sie ist 82 Jahre dement. Am Montag war ein Herr von Stadtgrün da und hat für alle Neuinsassen ein Info gemacht. Die Frau ist nicht entmündert und nicht bevormundschäftigt. Wir arbeiten daran beim Familiengericht-Amtsgericht und bekommen eine Betreute.
Nun hat diese eine Versorgung bei einem Leichenbestattungsbeerdiger unterschrieben ohne die Tragweite zu kennen. Da sollen nun 4.035 Euro in die Kasse von dem Halzabschneider rennen. Der Bestatterunternehmer ist die Stadtverwaltung mit einem eigenen Institut. Wir sind beim Heim vorständig geworden und haben Prothest eingelegt. Die können so eine alte Frau nicht ein solchen Vertrag untersignieren lassen. Das Heim sagt sie arbeiten immer mit der bestattung vom Stadtgrünamt weil das Standard ist. Ist das Deutsches recht?
Wenn Menschen in einem Heim untergebracht werden, verlangen die Heimleitungen in den meisten Fällen auch handfeste Informationen über die im Sterbefall zu unternehmenden Schritte. Wer als Angehöriger energisch genug ist, wird auch mit der Aussage: 'Wir werden uns, wenn es soweit ist, darum kümmern' durchkommen, aber zumeist wird doch auf einem Vorsorgevertrag mit einem Bestatter bestanden.
Jan.
10
Im privaten Krematorium gibt es Leichenprämien
Mehrere Leser sandten mir Artikel aus dem Frankfurter bzw. Offenbacher Raum.
Es geht darum, daß z.B. das städtische Krematorium in Frankfurt einen dramatischen Rückgang an Einäscherungen zu verzeichnen hat, während andere Krematorien sich vor lauter Arbeit kaum retten können.
Als Grund vermutet man, daß die Bestatter vermehrt auch weiter entfernte Krematorien ansteuern, weil sie dort eine Art Rückvergütung, von der Presse gerne "Leichenprämie" genannt, erhalten.
Dez.
09
Das Eck
Am vergangenen Donnerstag habe ich einen Bestatter besucht, der in den nächsten Tagen sein brandneues Bestattungshaus direkt am Hauptfriedhof seiner Stadt eröffnen wird.
Er hatte mich um eine Hausbegehung gebeten, weil es immer gut ist, wenn ein Externer noch einmal über alles drüberschaut und seinen Senf dazu abgibt. Manchmal ist man in seinem eigenen Betrieb so betriebsblind, daß man vieles, was eigentlich ganz offensichtlich ist, einfach übersieht.
Nov.
09
Prämien, Provisionen, Schmiergelder
Eine kurze Frage für den Bestattungsprofi: Ist es in der Bestattungsbranche üblich eine Prämie für die Kontaktvermittlung zu bezahlen? Wenn nein, gibt es dafür eine rechtliche Grundlage bzw. einen Berufskodex?Bei Ärzten ist mir klar, dass das nicht geht. Aber wie sieht es aus, wenn ich für meinen Lieblingsbestatter im Internet Werbung schalte und er mir eine Prämie zahlt?
Es ist in der Branche durchaus üblich Provisionen für die Vermittlung von Aufträgen zu erhalten und zu gewähren.
Solange es sich hierbei nicht um ernsthafte Bestechung handelt, ist das auch durchaus in Ordnung.
Ich habe meinen Standpunkt in dieser Sache ja schon mehrmals verdeutlicht. Mal einem Friedhofsarbeiter einen Zehner als Trinkgeld zustecken ist eins, die Pflegeleitung eines Hospizes über Jahre hinweg mit großen Summen zu "schmieren" ist was anderes.
Wenn ein Steinmetz, ein Bestatterkollege, ein Versicherungsmann oder ein sonstiger Dienstleister Empfehlungen für einen Bestatter ausspricht oder dessen Werbung auslegt, dann kann das auch eine kleine Belohnung wert sein. Bei Ärzten, Pfarrern und Krankenschwestern sieht das auch wieder anders aus.
Man würde es nicht glauben, wenn öffentlich würde, was es da alles an Schmiergeldzahlungen und "internen Dienstanweisungen nichtschriftlicher Art" gibt. Anders ist es schlichtweg nicht zu erklären, warum beispielsweise in Kommunen mit einem kommunalen Bestattungsdienst ausgerechnet dieses Unternehmen 90% aller Sterbefälle aus den städtischen Altersheimen abwickelt.
Okt.
09
Hiebeler feiert doppelt
Vor Jahren habe ich einmal mit einer Bestatterin in der schönen Stadt Heidelberg zu tun gehabt. Frau Manuela Hauser-Hiebeler führt dort das Bestattungsinstitut Pietät Hiebeler.
Normalereise hebe ich hier keine einzelnen Unternehmen besonders hervor, aber Frau Hauser-Hiebeler hat mich schwer beeindruckt. Ich kenne ja nun wahnsinnig viele Bestattungsunternehmen, einmal weil ich mich sowieso dafür interessiere, dann weil ich immer mal wieder bei Kollegen vorbeischaue und mich informieren lasse und natürlich weil eine immer größer werdende Zahl von Kollegen mich bittet, bei ihnen mal vorbeizukommen und mir ihr Unternehmen anzuschauen und Verbesserungsvorschläge zu machen.
Ich hatte nur ein paar Mal Gelegenheit, mit Frau Hauser-Hiebeler vor Jahren zu telefonieren und kenne sie nicht einmal persönlich. Ich bin vor langer Zeit auf der Durchreise mal an ihrem Bestattungshaus vorbei gefahren und habe auch ihren damaligen Mann am Rande einer Veranstaltung kurz kennengelernt.
Man muß schon arg zwischen den Zeilen lesen, wenn man die Hiebeler-Homepage besucht, um die Hintergründe dessen zu erkennen, was da vor ein paar Jahren alles vorgefallen ist.
Man kann mit Fug und Recht sagen, daß Frau Hauser-Hiebeler eine ganze Reihe von herben Schlägen hat hinnehmen müssen, manche davon waren Schicksalsschläge, die andere nicht verkraftet hätten.
Daß sie das alles durchgestanden hat, das ist mehr als beachtlich.
Wann immer ich aber von Leserinnen und Lesern auf die Region um Heidelberg herum angesprochen werde, höre und lese ich, daß sich die Menschen in diesem Bestattungshaus einwandfrei betreut fühlen und daß man dort nicht nur auf den schnellen Euro schaut, sondern das Anliegen der Menschen ernst nimmt und sie an die Hand nimmt und durch die schwere Zeit begleitet. Auch Kollegen und Lieferanten tragen Informationen hin und her und man darf natürlich niemals alles glauben, was man da so hört. Aber die ganzen Geschehnisse um dieses Traditionsunternehmen haben mich interessiert und gefesselt.
Ich bin beeindruckt von Leistung und Persönlichkeit der Chefin.
Wenn ich richtig informiert bin, feierte man in Heidelberg gestern gleich doppelt. Sowohl das Unternehmen, als auch seine Chefin feierten einen runden Geburtstag. Grund genug für mich, der Kollegin von dieser Stelle aus, fast unbekannterweise, ein kleines, liebes Winke-Winke zukommen zu lassen und ganz herzlich zum Doppeljubiläum zu gratulieren.
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Kommentare
Und wenns mir dort oben nich.
Da Ungarn in der Landessprac.
Ich finde es gut das sich To.
Simpelste Lösung is ja imme.
@Big Al (16): [url=http://w.
@Tom: Der etwas bissige Komm.
Quatsch! "Der Magier" ist do.
Der nette Bestatter von nebe.