Sep
LECKer
"Chef, möchten Sie gerne einen Schokoriegel?"
Wie bitte? Antonia will mir freiwillig etwas Essbares abgeben? Das kann nicht wahr sein, also bin ich skeptisch und frage zurück: "Meinst Du mich?"
"Ja sicher, einen Schokoriegel. Möchten Sie einen?"
"Gerne."
"Hier bitteschön."

Sep
Mit Anlauf ins Vergnügen
Wie sie das macht, das ist mir sowieso schleierhaft. Als Mann habe ich mich mit dem Thema auch noch nicht wirklich ernsthaft beschäftigt, und wenn überhaupt, dann passiv.
Es geht um lange Fingernägel und hier konkret um die langen Fingernägel von Sandy. Ich meine, diese Frau arbeitet auch in der Werkstatt, sie bedient Computertastaturen und muss immer wieder hauchdünne Gummihandschuhe an- und ausziehen... Wie macht die das mit diesen langen Dingern? (1)
Was mir persönlich gefällt, das ist die Tatsache, daß es sich um echte Fingernägel handelt und nicht um so etwas Angeklebtes oder Hingebasteltes. Das kann auch ganz schön sein, aber wenn's "in echt" geht, finde ich es schöner.
Nun bin ich absolut kein Fingernagelfetischist (2), ich beurteile Frauen sowieso nicht nach den Eigenschaften irgendwelcher Einzelteile, sondern eher als Gesamtpaket Gesamtpäckchen.
Aber Sandys Fingernägel fallen auf, zumindest dann wenn sie sich einen abgebrochen hat:
Aug
Ist Österreich geteilt?
"Ach, das ist ja gut, daß ich Sie treffe. Sagen Sie mal, haben Sie nicht Arbeit für meinen Sohn?"
"Eigentlich suchen wir im Moment niemanden."
"Der ist ja gelernter Speditionskaufmann. Also das erste Lehrjahr hat er fast fertig gehabt, bis auf 8 Monate, die fehlen ihm noch und dann haben die sich im, wie sagt man da so, gegenseitigen Einvernehmen getrennt. Der ist also nicht gekündigt worden; ist ein guter Junge."
"Wie gesagt, wir suchen derzeit niemanden."
"21 ist er jetzt und der kann viel. Der Jochen hat mit sogar gestern die Küchenwaage aufgehängt. Das kann der, da staunen Sie, jaja, so ist der Jochen."
Aug
Ein Wüsteneinbrecher namens Otto
Frau Büser liebt die Oper, sie gibt zu, daß sie mehr die populären Stücke und Inszenierungen liebt, aber sie geht etwa einmal im Monat mit ihrem Mann in eine Vorstellung.
Ihr Mann geht mehr oder weniger nur so mit; ihm wirft sie vor, direkt nach dem Öffnen des Vorhangs einzuschlafen und erst wieder aufzuwachen, wenn die anderen Leute klatschen.

Jetzt war das Ehepaar Büser in "La Traviata" und weil die Vorstellung sehr lang gegangen ist, leidet die erste Bürodame heute Morgen unter erheblichen Übermüdungserscheinungen.
Antonia kommentiert das mir gegenüber, durchaus passend und ihrem Kunstverständnis entsprechend:
"Frau Büser war gestern in 'La Triviala'."
Ich schaue sie über meine Brille hinweg an und sage: "Ach, so eine Gewerkschaftsaufführung?"
"Was ist das denn?"
"Frag' Frau Büser von wem die Oper ist!"
Aug
Freitag der Dreizehnte
Ich kann dieses ganze abergläubische Gehabe nicht haben. Mann oh Mann! Heute ist Freitag der Dreizehnte und meine Damen da vorne drehen hohl. Frau Büser kam schon mit hochgezogenen Augenbrauen herein und sagte zu allererst: "Bin ja gespannt, was heute alles passieren wird, 's ist ja Freitag der Dreizehnte. Am Besten wäre, man bliebe heute im Haus und ginge gar nicht vor die Tür."
Antonia kam wenig später und durfte sich von Frau Büser das selbe anhören. Ihr Kommentar dazu: "Eigentlich ist das ja Aberglaube und ich bin nicht abergläubisch, aber so ein bißchen dran glauben tu ich schon. Ich meine, die würden ja nicht jedes Jahr ein paar Mal einen Freitag den Dreizehnten veranstalten, wenn da nix wär', oder?"
Sandy war inzwischen auch eingetroffen, tippt sich nur an die Stirn und klopft dreimal auf Holz: "Aberglaube ist doof. Es ist statistisch erwiesen, daß am Freitag dem Dreizehnten nicht mehr passiert als an anderen Tagen auch." Sie nimmt den Anhänger mit dem umgedrehten Pentagramm, der an einer silbernen Kette um ihren Hals in ihrem Ausschnitt hängt, küsst ihn und drückt ihn dann kurz an die Stirn.
Aug
Die EAV und die rauchenden Terrornazis
Eine meiner Lieblingsgruppen, die EAV aus Ö, sang einmal in einem Titel "Das Böse ist immer und überall..."
Dabei gefällt mir die Stelle mit dem "überall" so gut, denn der Sänger rollt dabei das R so geil und singt eigentlich "übe-rrrralll".
Nun schrieb ich gestern, daß bei uns in der Firma überrralll geraucht werden darf und das rief einen vernünftigen Kommentator und einen sagen wir mal etwas kritischeren Kommentator auf den Plan:
Jul
Püree
Antonia ist unheimlich lustig. Sie liebt es, Witze zu erzählen und lustige Wortspiele zu veranstalten. Nun gehen bei ihr aber der Spaß an der Sache und die Fähigkeit es zu tun völlig getrennte Wege, was zur Folge hat, daß sie einen ganz bekannten Witz immer und immer wieder ungefähr folgendermaßen erzählt:
Antonia steht Frau Büser gegenüber, löffelt dabei aus einem Schälchen Exquisa Ananas-Mango Brotaufstrich und fragt Frau Büser: "Ha! Jetzt kommt einer! Aufpassen!"
Dann stellt sie sich in ihre Witzpositur. Dabei dreht sie einem die rechte Seite zu, schaut mit einem neckisch, gespannten Blick so halb über ihre Schulter, setzt einen Fuß etwas vor und holt immer ganz tief Luft, so als wolle sie jetzt die Schlussarie einer ganz großen Oper singen. Dann leckt sie noch einmal über ihre Lippen, was mit dem Frischkäsekrempel nicht besonders elegant aussieht, und erzählt endlich ihren Witz:
"Wie heißt das Kartoffelpüree mit Vornamen?"
Sofort nachdem sie die Frage gestellt hat, beginnt sie innerlich zu glucksen, kann es kaum abwarten, daß jemand eine falsche Antwort gibt und ihr gestautes Lachen gluckst sich in einer Art wabberndem Tidenhub wellenartig vom Bauch über die Brust bis zur Unterkante des Mundes hoch.
Jul
Fliegendreck
Vielleicht kommt es mir nur so vor, aber ich habe den Eindruck, als ob es in diesem Jahr besonders viele Fliegen gibt.
An und für sich mag ich Fliegen ja, ich mag auch Spatzen und Rohrdommeln.
Aber die Fliegen hinterlassen überall ihren blöden Fliegenschiss und ich habe schon alle verfügbaren Reinigungstücher verbraucht, weil die mir mit Vorliebe den weißen Rand meines iMacs und den Bildschirm mit ihren Klecksen versehen.
Frau Büser hat ein ähnliches Problem und rückt dem Problem mit einem Fliegenfänger zu Leibe. Da hängt also in einer nicht sofort einsehbaren Ecke dieses grünlich-gelbe Klebeteil von der Decke und etwa 2,4 Millionen tote Fliegen kleben daran. Ihr Büro ist damit wirklich praktisch grätenfrei fliegenfrei.
Vor den Fenstern haben wir schon vor Jahren Fliegendraht anbringen lassen und es stehen auch sonst nirgendwo den ganzen Tag die Türen offen. Weiß der Geier...
Jul
Tinnitus
"Du Chef, wie heißt das, wenn's einem im Ohr so pfeift?" fragt mich Sandy, bohrt mit einem ihrer langen Finger im rechten Ohr und schüttelt den Kopf, so als habe sie Wasser im Ohr.
Ich schaue sie nur etwas verständnislos an und schon kommt aus dem Büro gegenüber, wo man ihre Frage auch hören konnte, die Antwort von Antonia: "Tyrannus!"
"Was ist los?" frage ich und Sandy legt den Kopf auf die andere Seite und schüttelt ihn wieder: "Wenn's so im Ohr pfeift, das ist doch irgendeine Krankheit, oder? Bei mir pfeift es."
"Das weiß ich."
"Ach komm, mach jetzt keinen Scheiß, sag doch mal, was ist das wenn's so pfeift?"
"Tinnitus."
Jul
Kutteln
Jawoll, die Schwaben haben was an der Waffel. Das behaupte ich nicht und niemals pauschal, aber ich gelangte partiell und momentan zu dieser Erkenntnis, als MacKaber ganz aufgeregt von einem Bein aufs andere trippelte und verkündete, er wolle jetzt den Vormagen eines Wiederkäuers essen.
Gut, so hat er das nicht gesagt, er sagte vielmehr: "Ui, da hen sie Kutteln, die ess ich jetzat!"
"Kutteln?" fragte ich erstaunt zurück und hatte eine Fehlassoziation, denn vor meinen Augen sah ich die Hoden irgendeines Säugetieres gekocht auf einem Teller liegen. "Bääääh!"
"Nix Bäh, die sind lecker, ei die sind fein."
"Kutteln, das sind doch die Klöten von irgendeinem Tier, vom Hund oder vom Schaf oder?"
Jul
Zwölf
Ein Vertreter sitzt schwitzend und tropfend in meinem Büro. Da ist es nicht heiß, aber er schwitzt trotzdem wie ein undichter Duschkopf. "Boah, diese Hitze bringt mich noch um. Wenigstens haben Sie schönes kaltes Wasser, vielen Dank. Aber diese Lauferei, das mach ich sowieso nicht mehr lange. Jetzt wo der junge Chef drin ist bei uns, da ist sowieso alles nicht mehr so wie das früher mal war. Wir hatten es früher ja mal richtig gut. Jetzt kriegen haben sie uns ja alles gestrichen, wir kriegen Weihnachten nicht mal mehr das zwölfte Monatsgehalt."
Jun
Dampfdruck
Frau Büser kommt zur Arbeit und hat ein Pflaster am Kinn. Darauf angesprochen reagiert sie unwirsch, verweigert jegliche Auskunft und man merkt sofort, daß sie am Liebsten verschweigen würde, wie diese Verletzung zustandegekommen ist.
Meine Erfahrung lehrt mich, daß dann häufiges und bohrendes Nachfragen der völlig falsche Weg sind. Die mit dem Doppel-X werden dann bockig. Aber das wäre an sich ja kein Problem, denn weit über 90% der Dinge, die Frauen im Allgemeinen für erwähnenswert oder wichtig und problematisch halten, sind für Männer nicht mal wert, daß sie selbst die kleinste ihrer Synapsen kitzeln dürften.
Jun
Verlängerung
So eine Geburtstagsfeier bei Antonia ist schon ein Ereignis. Es war schön, das kann man ohne weiteres sagen.
Natürlich hat auch Antonia eine dieser vollautomatischen Kaffeemaschinen, die immer nur zwei winzige Schlückchen Schaumkaffee gleichzeitig machen kann und somit war klar, daß Antonias Mann den ganzen Nachmittag in der Küche stand, Wasser nachfüllte, klemmende Bohnen freistemmte, Bohnen nachfüllte, und am Ende in viel zu großen Abständen riesige Kaffeepötte (die mit dem Antoniabild drauf) servierte, bei denen gerade der Boden mit Kaffee und lauwarmem Schaum bedeckt war.
Antonias Mann erzählte dann zwischendurch noch folgende Geschichte:
Jun
Antonia
Antonia feiert heute Geburtstag. Ich geh' dann mal feiern.
Wen es interessiert: Aktuell, also nicht in dem Zeitraum in dem die Antonia-Geschichten im Weblog spielen, geht es Antonia wieder recht gut. Nach mehreren Wochen im Rollstuhl braucht sie jetzt nur noch Krücken und die auch nicht immer. So ein Vierteljahr wird sie noch brauchen, bis sie wieder "fit" ist. Das "fit" steht in Anführungszeichen, weil es wohl als sicher gilt, daß Antonia etwas zurückbehalten wird.
Sowohl die Hand als auch das Bein werden nie wieder voll belastbar sein bzw. nie mehr die volle Beweglichkeit haben.
Jetzt geht der "Ärger" mit den Versicherungen und Gutachtern los. Auch alles nicht so einfach und vor allem ist es sehr langwierig.
Jun
Evangelisch auf Folie
Frau Büser und vor allem auch Antonia neigen dazu, ganz bekannte Redensarten gerne mal zu verhunzen.
Dieses Kabinettstückchen stammt von Frau Büser.
Der UPS-Mann poltert mit seiner Sackkarre durch die Halle während in der Trauerhalle gerade eine Trauerfeier stattfindet.
Frau Büser kommt aus ihrem Büro um die Ecke geschossen, wirft dem Paketboten einen bösen Blick zu, hebt kurz den Zeigefinger vor die Lippen und macht "Pscht!", dann sagt sie: "Sie benehmen sich ja wie ein Protestant im Zellophanladen."
©2010 Bestatter-Weblog
Serendipity-Template von Michael Kaiser, Undertaker-Image © by Mike Worley.
Administration Tiggerswelt auf Servern von MANITU
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Kommentare
Nicht viel was anderes als e.
@17 Christina: [quote]wie ka.
Den frittierten Marsriegel f.
Wobei sich natürlich nun di.
@Tzsoch, kein Fake, selbs.
Unter dem Bild steht bei wik.
Ich dachte immer "gemeinfrei.
"Anwälte tun auch nur, was .