Apr
12
Das Rosenservice
Eine Tasse Kaffee wird mir angeboten, ich nehme sie gerne.
Doch beim Betrachten der Tasse kommen Erinnerungen an die 60er Jahre hoch.
Hatte nicht irgendwann einmal jeder dieses Service?

Mär
12
Wenns Gras sich um das Messer wickelt
Der Opa ist im Krankenhaus gestorben, Du bist Bestatter und sollst zu den Leuten nach Hause kommen, aber bitte den Leichenwagen mitbringen, die wollen den sehen.
Die Leute wohnen in Z.-hausen, das liegt am Berg, dort ist alles steil. Du bekommst vor dem Haus keinen Parkplatz, Du bekommst überhaupt in der ganzen Straße, die an einem dicht bebauten Hang liegt, keinen Parkplatz.
Du fährst und suchst und suchst, spielende Kinder haben den einzigen Parkplatz in 300 Meter Entfernung mit einem Tretroller blockiert.
Du winkst denen freundlich zu, deutest an, daß Du da vielleicht parken möchtest, ach zu gerne...
Die Kinder ziehen ihre Hosen runter und zeigen Dir den nackten Hintern und lachen sich kaputt.
Mär
12
Reden Sie kein Blech!
"Hamse Urnen da?"
"Ja natürlich, Urnen in allen Ausführungen."
"Hamse auch welche aus Blech?"
"Selbstverständlich, aus Blech, aus Holz, aus Kupfer, aus Keramik..."
"Auch aus Blech?"
"Ja, sagte ich doch. Schauen Sie doch hier mal, die sind alle aus Blech."
Feb
12
Die Falten der Alten
"Mein Gott, was sieht meine Frau faltig aus!"
Ich bin erschrocken. Der Mann ist bei uns im Haus um am offenen Sarg Abschied von seiner Frau zu nehmen. Wir haben alles getan um die Frau gut aussehen zu lassen, aber wir kennen ja die Toten zu Lebzeiten nicht und wissen oft nicht, wie sie z.B. die Haare trugen. Einmal hatte Sandy einen Verstorbenen, den wir ganz struppig aus der Klinik bekommen hatten, glatt rasiert und dann waren die Angehörigen etwas enttäuscht, weil gerade sein Fünftagebart sein Markenzeichen gewesen wäre...
Aber gegen eine faltige Frau, meine Güte, was sollen wir da machen?
Feb
12
Ohne mich ist nix
"Willi, Du nimmst den da!"
"Trude, ich will aber keinen Eichensarg, ich mag keine Eiche."
"Eiche ist aber haltbar, hat der Mann gerade gesagt."
"Ich will aber doch keine Eiche!"
"Ja, unser Wohnzimmerschrank ist doch auch aus Eiche."
"Den hast Du ja auch gewollt, mir hätte Nussbaum besser gefallen."
Feb
12
Neue Automarken
Chelsea, Hickton und Barama. Neue Automobilnamen von Ford oder so?
Weit gefehlt!
Da wirst Du nachts zu einem Sterbefall gerufen. Aber so richtig mitten in der Nacht, die Uhr zeigt kurz vor drei.
Der tote Opa liegt in einem Krankenhaus, der wäre ja morgen auch noch tot und die Leute könnten ja morgen in aller Ruhe zu Dir ins Büro kommen.
Aber das wollen sie nicht.
Jan
12
Schöne Decke
Schrieb ich eigentlich schon mal, daß ich sehr tierlieb bin, auch zu meinen Mitmenschen?
Aber wenn ich etwas hasse, dann sind das kleine bis mittelgroße Hunde, die sofort nach meinem Eintreffen keinen Zentimeter von meinem Hosenbein weichen. Sobald ich mich setze, habe ich eine verschmierte und versabberte Hundenase im Schritt.
"Der will nur spielen, da riecht es ja auch immer so gut!"
Ja klar, da riecht es immer so gut. Mir gefallen auch viele Dinge, aber hänge ich deshalb überall meine Nase oder meine Zunge rein? Also meine Hunde machen das nicht.
Jan
12
Blumenkohl
Während der Trauerfeier soll die "Blumenkohlpolka" gespielt werden, sagen die Angehörigen.
Ich kenne dieses Lied nicht.
Der Organist hat auch keine Ahnung was das sein soll.
Die Angehörigen beharren aber, es muss unbedingt die Blumenkohlpolka sein.
Der verstorbene Vater habe IMMER nur von der Blumenkohlpolka gesprochen und das sei definitiv seine Lieblingsmusik gewesen. Ein gut geführtes Bestattungshaus müsse so etwas doch wohl besorgen können, ohne diese Polka könne die Trauerfeier jedenfalls nicht stattfinden.
Jan
12
Die Wolfsschanze
"Na hörn'se mal, das ist mir ja wohl völlig egal, was Sie mit dem anderen Sarg machen. Ich bin die Kundin und ich bezahle SIE und da werde ich ja wohl auch bestimmen können, welchen Sarg mein Vater bekommt."
"Das dürfen Sie ja auch, aber Sie hatten sich für das Modell 'Rom' entschieden, dafür haben Sie auch den Auftrag unterschrieben. Nach der ersten Aufbahrung haben Sie dann gesagt, der Sarg sei Ihnen nun doch zu dunkel. Okay, ohne großes Theater haben wir dann auf Ihren Wunsch den Verstorbenen in das Modell 'Königsberg' umgebettet. Aber wenn Sie jetzt verlangen, daß wir den Verstorbenen noch einmal in einen anderen Sarg umbetten, dann müssen wir Ihnen das schlicht und ergreifend in Rechnung stellen."
"Ja, wieso das denn?"
"Sie haben Recht, wenn Sie sagen, daß derjenige, der die Musik bezahlt, auch bestimmen kann, was gespielt wird. Wenn Sie dann aber noch ein Stück wollen und noch ein Lied und noch eins, dann werden Sie da auch mehr bezahlen müssen. Oder wenn Sie sich ein Rumpsteak bestellen und dann wenn es vor Ihnen steht, lieber doch ein Schnitzel hätten und dann vom Schnitzel zum Seelachsfilet wechseln, dann ist das alles Ihr Problem und sie müssen für ihre Unentschlossenheit bezahlen."
Jan
12
Wie Maiglöckchen
Der Angehörige: "Also, datt ist 'ne Unverschämtheit! Wir waren gerade auf dem Friedhof bei unser Omma und datt geht ja mal gar nicht!"
Der Bestatter: "Ach, um Himmels Willen, was ist denn nicht in Ordnung? Haben wir sie nicht wie gewünscht aufgebahrt?"
"Nee, datt isses nich, die liecht schon richtich innen Sarg drinne, datt is alles okay."
"Und warum regen Sie sich dann so auf?"
"Weil die am stinken is', die stinkt, ach nee, datt kann ich Ihnen gar nicht sagen, datt is' ja fürchterlich!"
"Oh, das tut mir leid, aber da kann man manchmal gar nichts machen. Wir tun ja schon alles, damit der Geruch sich auch nach einigen Tagen noch in Grenzen hält, aber jeder Verstorbene ist anders und das mit dem Verfall..."
"Nix Verfall, die is' am stinken und zwar stinkt die genau so, wie der Oppa immer zu Lebzeiten gerochen hat, wenn'er frisch gebadet hatte und sich sein billiges Rasierwasser drauf getan hat."
Okt
11
Die Dinger
"Wir wollen eine günstige Bestattung für meinen Schwiegervater, das ist der Vater meines Mannes. Erwin, sag doch auch mal was, es ist ja schließlich Dein Vater. Das war ja ein ganz einfacher Mann, müssen Sie wissen, der wollte ja gar kein großes Brimborium, wir wollen nicht auf den Pfennig schauen, sparen wollen wir wirklich nicht, aber unnötig was ausgeben - das muß ja nun nicht auch noch sein. So an eine Feuerbestattung hatten wir gedacht. Mein Gott, Erwin! Dir muß man aber auch jedes Wort aus der Nase ziehen. Was meinst Du denn jetzt?
Sollen wir den grauen Sarg da drüben nehmen, so wie der Mann das gesagt hat? Der kostet doch auch nicht so viel. Mensch, sei doch nicht immer so mundfaul. Äußere Deine Meinung, dann kannst Du hinterher auch nicht sagen, man hätte Dich nicht gefragt. Also gut, wir nehmen dann den Grauen, auch wenn mein Mann nichts sagt, ich seh das an seinen Augen, was der meint.
Okt
11
Die Anzeige
Ich: "Das können wir so nicht schreiben."
Die Witwe: "Und wieso nicht? Das hat mein Sohn geschrieben, der ist bei der Verwaltung und kennt sich aus."
Ich: "Das geht aber so nicht, den Text müssen wir umstellen, nur ein bißchen. Sonst ist ja alles in Ordnung und Ihre Traueranzeige ist wirklich sehr schön. Nur der erste Satz, den müssen wir umstellen."
Die Witwe: "Da wird mein Sohn aber gar nicht mit einverstanden sein. Das wird dem nicht passen."
Ich: "Aber so gebe ich das nicht an die Zeitung weiter."
Die Witwe: "Na gut, wenn Sie meinen, aber nicht, daß es nachher Ärger gibt."
Ich: "Gibt es nicht, glauben Sie mir."
Jetzt möchten die Leser wissen, was da als erster Satz über der Anzeige stand?
Okt
11
Wegen die Amseln
Das Telefon: klingelt
Der Bestatter: Hallo? Bestattungshaus blablabla....
Der Anrufer: Ich brauch watt für die Amseln.
Der Bestatter: Wie bitte?
Der Anrufer: Die Amseln.
Der Bestatter: Das habe ich schon verstanden. Was brauchen Sie genau wofür?
Der Anrufer: Na sagen Sie mal, verstehen Sie mich nicht?
Der Bestatter: Doch, aber ich weiß nicht, was Sie wollen.
Der Anrufer: Wegen die Amseln.
Der Bestatter: Ja, das habe ich verstanden.
Der Anrufer: Warum fragen'se denn dann?
Der Bestatter: Und was möchten Sie jetzt?
Der Anrufer: Da datt Zeuch für die Amseln.
Der Bestatter: Was für ein Zeug?
Jul
11
Römer
Familie Schlottbacher ruft an. Es ist der Tag der Beerdigung ihres Opas. Eigentlich müssten die Schlottbachers noch beim gemeinsamen Kaffeetrinken mit den übrigen Trauergästen sitzen, doch sie rufen bei uns an.
Genauer gesagt ruft die Schwiegertochter des Verstorbenen, Frau Fricklingshausen-Schlottbacher, bei uns an:
"Wir sind in hellster Aufregung! Hier steht alles Kopf! Wir sind ganz aufgelöst! Wir müssen sofort mit Ihnen persönlich sprechen und zwar mit Ihrem Chef."
Jun
11
Des Menschen Wille ist sein Himmelreich
...sagt man oft seufzend, wenn jemand sich einen Wunsch erfüllt, oder man jemandem einen Wunsch erfüllt, von dessen glücksbringender Wirkung man selbst nicht ganz so überzeugt ist.
Aber fangen wir andersherum an:
Einen Spruch in den Glückwunschanzeigen der Tageszeitungen kann ich wirklich nicht mehr lesen:
"Kaum zu glauben, aber wahr
Hertha wird heut' 80 Jahr!"
Wobei man Hertha durch jedweden Namen und die 80 durch eine beliebige andere Zahl ersetzen kann.
Offenbar haben immer diejenigen den Drang, ihre Worte in Reime zu verpacken, die es nicht besonders gut können, wodurch sie auf der gleichen Ebene stehen, wie Leggins-Trägerinnen oder Männer in Sandalen.
©2012 Bestatter-Weblog
Layout © von Michael Kaiser u. Tom, Undertaker-Image © by Mike Worley.
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Kommentare
Ich warte übrigens noch auf.
Oh, es wird immer spannender.
@Lowlander: Linda Hunt? Wä.
TOM: es ist 17:46 und ich ha.
@Helmut (29): Google Transl.
@tante pffffft, ich wills a.
@Tom: Seriously? Für Roland.
Aber nicht dass dann der Kof.