Gunter Gabriel ist tot

Wie am Donnerstagnachmittag bekannt wurde, verstarb Countrysänger Gunter Gabriel eineinhalb Wochen nach seinem 75. Geburtstag an den Folgen eines schweren Treppensturzes. Wie ein Freund von ihm jetzt in einem Interview berichtet, hat Gabriel die Auswirkungen seines Unfalls wohl tragischerweise unterschätzt.

Quelle: Focus

Sonderrechte für Helmut Kohl – Das geht ja gar nicht!

„Mit Erstaunen lese ich, daß Helmut Kohl zu Hause aufgebahrt ist und das für mehrere Tage. Das stinkt gewaltig nach einer Bevorzugung des Herrn Dr. Kohl. Wie man sieht, gilt hier wieder mal nicht gleiches Recht für alle.
In Rheinland-Pfalz muss eine Leiche in 36 Stunden begraben sein. Warum wohl nicht Herr Kohl? Mafia der politischen Bevorzugung!“

Die Aufbahrung eines Verstorbenen daheim ist eine alte Tradition.
In den Zeiten bevor es hauptberufliche Bestatter gab, war es sowieso Tradition, die Verstorbenen zu Hause bis zum Beerdigungstag aufzubahren.

Das örtliche Bestattungsgesetz schreibt vor, daß ein Leichnam spätestens nach 36 Stunden in eine Leichenhallte überführt werden muß.
Es heißt aber auch: „Die örtliche Ordnungsbehörde kann Ausnahmen von dieser Verpflichtung zulassen, wenn gesundheitliche Gefahren nicht zu befürchten sind und eine würdige Überführung gesichert ist.“

Dieses Recht gilt für jedermann und wird auch von ganz normalen Bürgern immer mal wieder in Anspruch genommen.
Es gibt hier also keinerlei besonderen Vergünstigungen für die Angehörigen des Herrn Kohl.

In Anbetracht des sogenannten „Leichentourismus“, der immer einsetzt, wenn eine prominente Person in einer öffentlichen Trauerhalle liegt, ist es möglicherweise eine gute Entscheidung hier das gesicherte Heim vorzuziehen.

INFO BOX

Fall aus der Schlagerszene im Jahr 1969 überliefert

Fälle von Einbrüchen in Leichenhallen gibt es im Bundesgebiet immer wieder. Rund um den mysteriösen Tod der Schlagersängerin Doris „Alexandra“ Nefedov („Mein Freund der Baum“) im Jahr 1969 in Schleswig-Holstein ist jedoch ein Detail überliefert. Demnach waren zu der Zeit zwei Jugendliche in die Leichenhalle eingebrochen, in der der Körper der Sängerin lag. Sie hätten die Tote noch ein letztes Mal sehen wollen, sagten sie später. Weil sie aber von der falschen Seite her in die Halle eingebrochen waren, und sie darauf der Mut verließ, waren sie gar nicht erst an die Leichenkammer gelangt. Quelle: Badische Zeitung

Man mag von Helmut Kohl als Mensch und als Politiker halten was man will, grundsätzlich steht ihm die gleiche Verneigung vor dem Toten und eine ehrende Haltung zu, wie jedem anderen Verstorbenen auch.
Über seine Lebensleistung mag man unterschiedlicher Meinung sein, aber er ist Mensch, Vater, Ehemann und Nachbar. Die Menschen, die ihn liebten und mochten haben einen Verlust zu beklagen; und der Respekt gebietet es, daß man angesichts der Trauer mit bösen Worten der Abrechnung sparsam umgeht.

Bildquelle: Von Konrad Adenauer Stiftung – Marie-Lisa Noltenius – http://www.flickr.com/photos/kasonline/7886352756/, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25314756

Darf man einen Verstorbenen fotografieren?

In letzter Zeit erreichten mich einige Fragen zu diesem Thema.
Einer fragte, ob es statthaft sei, von einer aufgebahrten guten Freundin ein Erinnerungsfoto zu schießen.
Ein anderer wollte wissen, ob er für seinen Account bei einem sozialen Netzwerk Bilder von Unfallopfern anfertigen darf.
Und eine dritte Person hatte die Frage:

„Ich bin auf Beerdigung von ein Freund eingeladen. Sein Freundin ist gestorben. Sie war Türkin. Ist es erlaubt die zu fotografieren? Will ein Selfie machen. Nur so zum erinnerung!“

Grundsätzlich ist es eine sehr alte Tradition, Verstorbene zu fotografieren.
Mit einem solchen Foto möchte man die Zeit festhalten, die Erinnerung auf Fotopapier bannen und sich ein Andenken schaffen.
Das Vergängliche soll für alle Zeit konserviert werden.
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Die Nacht der langen Messer

Chef, wir haben ein Problem!“

Mit diesen Worten betrat Manni mein Büro und hielt mir seine ausgestreckte Hand hin. Auf seiner Handfläche lag etwas. „Gucken Sie sich das mal an!“

Ich schaute und sah kleine schwarze Stäbchen, vielleicht 2 bis 3 Millimeter lang. „Und?“, fragte ich.

„Ratten, Chef, Ratten, ganz eindeutig!“

Ich schaute wieder auf Mannis Hand, setzte vorsichtshalber die Brille auf und betrachtete diese schwarzen Klümpchen näher. „Nee, Manni, das sind keine Ratten, das sind kleine schwarze Klümpchen.“

„Aber Chef, das hier ist Rattenkacke. Die habe ich in der Werkstatt gefunden, direkt bei den Hobelspänen.“

Hobelspäne, auch als Kleintierstreu bekannt, verwendeten wir in großer Menge. Wir polsterten und füllten damit die unteren Teile der Särge. Manni konnte also durchaus Recht haben. So ein Material ist bei Nagetieren sicher sehr beliebt, um Nester zu bauen, oder so.
Aber bauen Ratten Nester?

„Gibt’s denn sonst noch Hinweise auf die Anwesenheit von Ratten?“

„Ja, Chef. Dem Otto haben die Biester gestern eine Stulle geklaut. Eben noch lag die Stulle auf dem Tisch in unserem Aufenthaltsraum, wir mußte nur für zehn Minuten weg, und als wir wiederkamen, waren nur noch ein paar Krümel da. Und neben dem leeren Butterbrotpapier lagen auch diese kleinen schwarzen Köttel.“
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Ich will Sie! – Weshalb ich nicht häufiger auftrete

Die Anfragenden:

Wir

  • eröffnen im September unser Café
  • haben dieses Jahr 25jähriges Jubiläum unseres Bestattungshauses
  • feiern den 60. Geburtstag unseres Bestattermeisters
  • haben im Oktober Kirchenfest
  • sind im Juli mit unserem Umbau fertig
  • haben eine tolle kleine Buchhandlung
  • führen eine schöne Bücherei
  • machen ein tolles Seminar

und

  • würden Sie gerne für eine Lesung buchen
  • möchten Sie unbedingt für einen Abend einladen
  • würden uns wahnsinnig freuen, wenn Sie zu uns kommen könnten
  • können ohne Ihren Auftritt bei uns nicht mehr leben
  • wären so stolz, wenn Sie bei uns zu Gast wären
  • hätten gerne einen Vortrag mit großer Präsentation

Bitte

  • teilen Sie uns kurz mit, ob Sie Zeit haben. Geld spielt keine Rolle.
  • sagen Sie mir Bescheid, ob Sie kommen können. Geld spielt keine Rolle.
  • schreiben Sie mir doch eben, ob das klappt. Geld spielt keine Rolle.
  • prüfen Sie, ob der Termin bei Ihnen frei ist. Geld spielt keine Rolle.

Der Autor:

Schickt eine nette Mail. Bestätigt, daß der Termin noch frei ist und daß er den Termin vorerst mal blockiert.
Nennt einen durchaus bezahlbaren Preis.1
Freut sich.

Die Zeit:

  • vergeht
  • Wochen rinnen davon
  • Monate gehen ins Land

Die Anfragenden:

– melden sich nicht

Der Autor:

Fragt nach einigen Wochen mal nach, was den los ist; ob es bei dem Termin bleibt, ob er mit Rücksendung der schriftlichen Bestätigung rechnen darf.

Die Anfragenden:

– 52 % melden sich gar nicht, nie wieder, niemals mehr
– 15 % sind baff erstaunt, daß das was kosten soll
– 8 % erinnern sich nicht, jemals eine Anfrage gestellt zu haben
– 5 % verbitten sich diese dauernden Werbemails, sie wollen keinen Auftritt, wie ich denn auf sowas komme!
– 3 % müssen leider absagen, weil die Oma in den Brunnen gefallen ist, die Katze Durchfall hat, sie gegen Masernimpfungen sind, Trump gewählt wurde…
– 3 % wollen gerne den Auftritt, aber meinen, ich solle doch Geld mitbringen und dankbar sein, daß sie mich bekannt machen
– 2 % schicken dann die Unterlagen zurück, der Auftritt findet wie geplant statt
– der Rest verläuft im Sande: Fax nicht angekommen, Mailserver abgestürzt, Hund hat den Vertrag gefressen, habe-jetzt-anderes-zu-tun

1 Auf die Gefahr hin, draufzulegen, habe ich auch schon mal probehalber nur 100 € verlangt. Hilft auch nix. „Passt leider aufgrund Ihrer hohen Gagenforderung nicht in unser Budget.“

Amerikanische Gräber

Guten Tag,
ich habe eine Frage zu amerikanischen Friedhöfen. Bzw. wie die Gräber angelegt sind. In diesem speziellen Fall, geht es um das Grab von Sharon Tate. Auf dem Holy Cross Cemetary sieht man ihren Grabstein im Boden eingelegt. Aber es gibt nicht, wie bei uns, das eigentliche Grab vor dem Grabstein. Oder ist es dort so, dass man quasi über dem Sarg steht und der Grabstein, dass Kopfende des darunter befindlichen Sarges darstellt? Sharon Tate wurde nicht eingeäschert, daher frage ich mich, wo ihr Sarg zu finden ist – bzw. der Erde übergeben wurde.
Ich danke Ihnen für eine rasche Antwort.
Liebe Grüße
Frank

Auf den meisten Friedhöfen in den Vereinigten Staaten werden Gräber für die Ewigkeit angelegt. Das bedeutet, daß sie nicht -wie bei uns- nach einer gewissen Zeit ablaufen, weil dann der Verstorbene weg ist oder als weg gilt.
Da in den USA viele Verstorbene einbalsamiert werden, ist auch generell eine sehr lange Liegezeit notwendig. Hinzu kommt, daß die Särge oft nicht direkt in die Erde gestellt werden, sondern in betonierte Kästen. Außerdem verwenden die Amerikaner vielfach Metallsärge, die so gut wie gar nicht vergehen. Weiterlesen

Erdbewegungen

Hallo Peter!

Ich habe einen Film für Dich und die Mitleser gefunden.
„Erdbewegungen“ ist eine 1,5 stündige Dokumentation über den Totengräber von Ottmanach in Kärnten.
Ein Heimatfilm der ganz besonderen Art, den ich in seiner Schlichtheit sehr bewegend finde. Manfred Bockelmann, der Bruder von Udo Jürgens (die Familie stammt von dort) kommt ausführlich zu Wort.
Sehr gelungen ist auch die Musik von Naked Lunch, ebenfalls Kärntner.
Vielleicht kannst du den Film für die BlogleserInnen verlinken.

https://www.google.at/?gws_rd=ssl#q=erdbewegungen+film&spf=1496164616473

melancholische Grüße aus dem Süden…