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Da kannst du alleine hin fahren, da kommt nicht viel!

Leser Josef berichtet wieder einmal aus seiner Tätigkeit als Bestatter:

In der zweiten Firma, in der ich tätig war, wurde die Dekoration der Aussegnungshalle von uns gestellt sowie auch die Sargträger. Es war damals der Friedhof in der Innenstadt mit den meisten Beisetzungen. So riefen immer mal wieder Kollegen von auswärts an, die unsere Träger und die Dekoration buchen wollten, die sogenannte Kollegenhilfe. Manche Kollegen mochten nicht selber kommen, dann wurde die Dekoration von uns durchgeführt.
Am Morgen kam ich ins Büro, und mein Arbeitgeber sagte, dass ein Kollege den kompletten Service gebucht hätte. Ich kannte das schon, mein lieber Chef würde nicht mit fahren, und hatte bestimmt einen wichtigen Termin.
Er sagte: Da kommt nicht viel, da kannst du alleine hin fahren!

Mir war das auch Recht, denn er war ein penetranter Besserwisser vor dem Herrn.

So hatte ich meinen Frieden, und es klappte ja auch alles bestens. Also packte ich Ersatzkerzen und Zündwachs in den alten 23o er und machte mich auf den Weg zum Friedhof. Dort erwartete mich eine Überraschung, so ein Blumenmeer hatte ich selten gesehen.
Die ganze nicht gerade kleine Leichenhalle war zugepackt und in der Aussegnungshalle lag auch schon einiges! Als ich nach einiger Zeit die Lage im Griff hatte, passte kein Blumenstrauß mehr in die Halle. Stolz blickte ich auf mein Werk.
Aus einem Haufen ungeordneter Blumengaben war eine schöne Deko geworden! Ich dachte gerade an einen Besuch in dem schönen Café gegenüber vom Friedhof, als fast nacheinander alle Türen aufgingen, bis auf den Haupteingang. Drei Gärtner hatten vor, ihre Bullis zu entladen. Also sagte ich dass wir jetzt draußen weiter machen müssen. Nach dem Öffnen des Haupteingangs wurde mir im wahrsten Sinne des Wortes blümerant!

In der Zwischenzeit hatte der Gärtner, der sein Geschäft neben dem Friedhof hatte, mit seinen großen Handkarren ganze Arbeit geleistet. Der Vorplatz hatte sich ebenfalls mit Kränzen und anderen floristischen Gütern gefüllt. Gut, das ich an dem Tag besonders früh los gefahren war, ich hätte es in dem normalen Zeitrahmen nicht alleine schaffen können!
Irgendwie habe ich es damals geschafft, die 33 Kränze und circa 45 Gestecke, Gebinde, Schalen und Sträuße zu verarbeiten. Wie der Pfarrer mit den Aussegnungsfeierlichkeiten anfing hatte ich wenigstens eine Verschnaufpause.
Nach der Beerdigung nervte mich ein Träger, der fragte ob er noch einen zweiten Kranzwagen holen sollte. Ich sagte dass er auch noch einen dritten benötigen wird, und alle Träger helfen bitte mit, die Wagen zu beladen!

Jetzt war aber jede helfende Hand nötig, und mit vereinten Kräften luden wir die drei Wagen voll. Leise grummelnd zogen jeweils zwei Träger mit einem Wagen ab. Ja das ging natürlich von der Zeit in der Pinte ab, das mochten die Träger gar nicht so gerne. Beisetzungen in diesen Dimensionen kamen nicht alle Tage vor, aber die Herren Rentner haben es ja immer eilig.
Als ich wieder in der Firma war, fragte mein Chef ob ich in dem Café gewesen wäre, das hätte ja wieder gedauert. Ich antwortete: Welches Café….?

erzählt von Leser Josef

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Peter Wilhelm27. Juli 2017

4 Kommentare von 138847.

  1. Entschuldigung, den verstehe ich nicht. Zeig mir doch bitte jemand den Witz.

    • @Glückauf:

      vermute mal, wg. der vielen Blumen, Gestecke und Kränze hinräumen, dachte der Chef, das Josef im Cafe versackt ist……

  2. Tanja hat es erkannt. Mein Chef hatte die Eigenschaft, mich manchmal etwas zu necken, dieses besagte Cafe kannte jeder der in unserer Stadt lebte.
    Es war dann meine humorvolle Reaktion, zu leugnen das ich das Cafe kenne. Auch bei einer Überführung zum Nordpol hätte mein Chef behauptet, das ich dort wohl in einem gemütlichen Cafe gesessen hätte, war eben sein spezieller Humor!Der Konditor und Besitzer von dem Cafe an dem Friedhof machte alle Torten noch selbst nach alten Rezepten. Und er war ein Meister seines Fachs. Man konnte dort blind jede Torte bestellen, sie hat geschmeckt.
    Leider hat das schöne Cafe für immer seine Türen geschlossen, es ist jetzt ein Ketten Bäcker drin. Mir bleiben aber die Erinnerungen an manch schöne Pause, die man dort gemacht hat.
    Übrigens wusste mein damaliger Chef, das ich manchmal ein Päuschen bei einer Beerdigung dort gemacht habe, er hat das aber geduldet. Dafür wusste er, das ich mich zum Beispiel wegen Überstunden auch nicht zierte, und immer einsatzbereit war.

  3. Ach so, ich vermutete die Blumendeko wäre evtl. Für das Caffee gewesen und irrtümlich in der Halle gelandet. Wenn man die Beteiligten kennt, macht es Sinn.

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