Da tropft was aus dem Sarg

Völig aus dem Häuschen waren die Angehörigen einer verstorbenen Amerikanerin, als beim Abschiedsgottesdienst in der Kirche eine wässrige rote Flüssigkeit aus dem Sarg tropfte und unter diesem eine Pfütze bildete.

Immerhin 11.000 US$ hatte sich die Familie die Bestattung beim renomierten Bestattungshaus Conroy-Tully Crawford kosten lassen und wollte die Erklärungsversuche des Bestatters, es könne sich auch ohne weiteres um Blumenwasser gehandelt haben, nicht hinnehmen.

Conroy-Tully Crawford ist Mitglied in gleich mehreren angesehen Bestatterverbänden und tragen sogar ein Gütesiegel auf ihrer Homepage. Auch wenn’s in Amerika ist: Ein Verband oder Siegel schützen vor gar nichts.

Oder wie Mr. Crawford vielleicht gesagt haben mag: „Shit happens!“

Beim Klick auf WEITERLESEN gibt es einen Nachrichtenbeitrag zu diesem Vorfall aus dem November 2007.



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  • Veröffentlicht am: 25. Juni 2008
  • 13 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Allgemein

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

13 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Marmorschlösschen – nobles Eingangsportal – Zertifikate und Siegel an den Wänden der Empfangshalle,
    sicher alles in der erstklassigen Rechnung mitbezahlt.
    Als Gegenleistung aber 3.-klassiger Service.

    Blumenwasser ?
    Vielleicht hat man auch grundlegende Dinge der Grundversorgung unterlassen ?
    Ordentlicher Verschluß der Körperöffnungen, ev. Windel anlegen,
    oder in der (nehme ich an) s…. teuren Sargaustattung wurde an der saugfähigen Einlage gespart.

    Billig ist nicht immer gut, aber teuer auch nicht

  2. Seit wann ist Blumenwasser wässrig-rot?

    BTW: blöde Frage – aber gibt es wässrig-rote Körperflüssigkeiten von Leichen???

    Das, was mir als Laie einfällt, was bei ’ner Leiche als Körperflüssigkeit austreten könnte, ist jedenfalls nicht rot …

  3. auch als Laie; vermute ich mal es könnte sich um
    überschüssige Einbalsamierungsflüssigkeit handeln, die aus den Poren austritt.

  4. @ Silke:

    Leider finde ich trotz Nutzung der Such-Funktion das entsprechende Zitat nicht, aber ich meine mich erinnern zu können, dass bei Einbalsamierung die Einbalsamierungsflüssigkeit in die Blutbahnen kommt. Wie soll diese Flüssigkeit dann aus den Poren austreten?

    Vielleicht kann ja einer der Fachleute eher mutmaßen, was die rote Flüssigkeit gewesen sein könnte.

    Neugierig bin ich ja schon, auch wenn ich in „live“ keinen Sarg erleben möchte, aus dem irgendetwas ausläuft …

  5. Und was genau hat das nun noch mit dem Alltag des Undertaker-Bestatter-Dingsbums-Chefs TOM zu tun? Wo sind die Geschichten aus dem täglichen Leben eines deutschen mittelständischen Bestatters geblieben?

    Kommen die irgendwann wieder? Oder war es das nun und das ist jetzt ein Nachrichtenticker?

  6. hey Long Dong, nun mal langsam mit den jungen Gäulen! Tom schreibt sich ja wirklich ’nen Wolf und wenn er sich nicht ab und zu rar macht, wird’s vielleicht langweilig (jeden Tag Champagner und Kaviar ..).
    Ich find es interessant, wenn Tom mal über den Tellerrand schaut.
    Die nächste Story kommt bestimmt! :-D

  7. Wenn man „Einbalsamieren“ in das Suchfeld eingibt, findet man diesen Artikel [url]http://www.bestatterweblog.de/archives/Einbalsamierung-Embalming/248[/url].

  8. Wenn die sich nicht außergerichtlich einigen können, dann läuft das bestimmt auf schätzungsweise 37 Jahre Haft wegen seelischer Mißhandlung für den Bestatter und 15 Millionen Dollar Entschädigung für die Hinterbliebenen raus.

  9. Also dann hätten sich ja die $11.000 wirklich gelohnt. Bestattungen bei „Conroy-Tully Crawford“ eine lohnende Investition!

  10. In Deutschland würden die Opfer im Regen stehen, mit irreparablen psychischen Schäden belastet sein, während der Bestatter mit vielleicht 40 Stunden gemeinnütziger Arbeit zur Bewährung davon käme. Ausserdem würde ihm ein Therapeut zur Seite gestellt werden, da ihn der Fall und wie er aufgebauscht wurde, stark belastet hat.

  11. @Mac Kaber: Wenn die Familie den Bestatter verklagt, dann würde er garantiert nicht Sozialstunden bekommen. Dazu müsste die Familie ihn nämlich anzeigen, die Sache an die Staatsanwaltschaft gehen, der Fall verhandelt und der Bestatter verurteilt werden. Und jetzt wüsste ich mal gerne welche strafrechtlich relevante Tat, das eventuell nicht vollkommen ordnungsgemäße Versorgen eines Leichnams darstellt. Aber Hauptsache es gab mal wieder eine Gelegenheit zu behaupten, das deutsche Rechtssystem verhängt zu lasche Strafen, gell? (Im Übrigen gibt es auch in Amerika den Unterschied zwischen Straf- und Zivilprozessen)

  12. @ 11: „(Im Übrigen gibt es auch in Amerika den Unterschied zwischen Straf- und Zivilprozessen)“

    Wenigstens hat man im zivilisierten Europa keinen Strafschadensersatz mehr, so dass z.B. der Liebeck-Fall (-> verschütte heißen Kaffee auf deine Hose und werde stinkreich) hier nie solche Wellen geschlagen hätte.

  13. @ Zeitlos. in Amerika ist es Wurscht, was der Grund ist.
    Erst mal wird verklagt, und dann gibt es satt Kohle für dem psychischen Schaden, den sie erlitten haben. deshalb sind ja alle Amis Dollarmillionäre. Wie hätten sie sonst zu ihrem Reichtum kommen sollen?

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