Die Brücke

Manni kommt an meiner offenen Bürotür vorbei, ich sehe, daß er sich im Laufen seine Krawatte anzieht und weiß, daß er sich jetzt im Büro die letzten Instruktionen für einen bevorstehenden Einsatz holt. Auch Sandy hat sich in Schale geschmissen, im Grunde trägt sie dasselbe wie Manni, nur statt der Krawatte hat sie schwarzes Bäffchen an.

Sie kommt zu mir ins Büro und sagt nur diese zwei Worte, die uns immer einen Schauer über den Rücken jagen: „Die Talbrücke.“

Bei der Brücke handelt es sich um eine Autobahnbrücke, die an der höchsten Stelle weit mehr als 50 Meter über Grund spannt und die immer wieder Menschen anzieht, die sich das Leben nehmen wollen. Selbst eine Erhöhung des Geländers vor einigen Jahren hat nur wenig gebracht, etwa drei bis fünf Mal im Jahr muß irgendein Bestatter in die kleine Ortschaft unterhalb der Brücke, um einen Körper dort aufzulesen.

Es gibt sogar einen Bestatter in dieser Ortschaft, aber der weigert sich seit über 40 Jahren, diese Opfer zu bergen und so fällt diese traurige Arbeit neben den Rettungskräften immer dem Bestatter anheim, der gerade turnusmäßig Polizeidienst hat. Uns erwischt es etwa alle zwei Jahre, meistens haben wir Glück…
…heute aber nicht.

Ich will es dem geneigten Leser ersparen, näher darauf einzugehen, was unsere Leute an solchen Einsatzorten erwartet. Jedenfalls hat es mit der friedlich eingeschlafenen Großmutter, die mit einem Lächeln auf den Lippen ihrem Schöpfer gegenübertritt, nicht das Geringste zu tun.
Nach solchen Einsätzen kommt es immer mal wieder vor, daß selbst hartgesottene Bestattungshelfer einen freien Tag benötigen und ich habe auch schon von Kollegen gehört, daß Männer wortlos ihre Sachen packten und nie wiederkamen.

Als Sandy und Manni gut zweieinhalb Stunden später zurückkommen, sind sie einsilbig und tun beide so, als wären sie ganze Kerle. Das gehört wohl dazu, man will wenigstens nach außen hin nicht schwächlich erscheinen und, das muß ich auch noch erzählen, manchmal retten sich die Bestattungshelfer auch in Scherze und ein Vokabular, das Angehörige besser nicht zu Ohren kommen sollte.
Ich will nicht sagen, daß meine Leute da ganz anders sind, aber zumindest habe ich so ein Verhalten in meinem Stall noch nicht beobachtet. Allerdings brauchen die Erlebnisse halt doch irgendwo ein Ventil…

Manni legt mir den Ausweis des Verstorbenen auf den Tisch, ich muß schlucken, es ist ein junger Mann, geboren 1990. Sandy tippt auf das Foto und sagt: „So sieht der aber nicht mehr aus.“ Dann schauen sich Manni und Sandy an, ich mache die Schreibtischschublade auf, schieben jedem einen Fünfziger über den Tisch und wir wechseln kein weiteres Wort darüber.

Manni ist das Geld wichtiger als Sandy, er will seinem Sohn ein Fahrrad kaufen, Sandy schiebt mir das Geld wieder rüber, bedankt sich und meint, ich solle es bis Freitag aufheben, dann wolle sie mit Freunden nach Holland, Pilze kaufen.
Ich bin ja so doof. Man glaube mir bitte, daß ich ernsthaft glaubte, das blöde Teufelsweib kaufe wirklich Champignons oder sowas – ich glaube, ich werde langsam zu alt für diese Welt…

„Wo ist der Verstorbene jetzt?“ will ich wissen, Manni sagt: „Unten bei Huber, die Freigabe können wir heute wohl noch holen, die [männlichen Kühe] sagen, der hätte einen Abschiedsbrief hinterlassen und ein Brummifahrer hat gesehen, daß der ohne fremde Hilfe den Abgang gemacht hat.“
Als Manni sieht, wie ich ihn über meine Brille hinweg ansehe, verbessert er sich und sagt: „…wie der Mann in die Tiefe gesprungen ist.“

Jetzt können wir warten, ob sich jemand von den Angehörigen bei uns meldet oder ob die einen anderen Bestatter beauftragen, der dann den Verstorbenen bei uns wieder abholt. Ich jedenfalls rufe jetzt nicht bei den Angehörigen an, es kann nämlich durchaus sein, daß sich die Behörden, wie schon einmal, sehr üppig Zeit lassen und viele Stunden vergehen, bis da jemand bei der Familie vorbeigeht, um denen zu sagen, was passiert ist.
Ich erinnere mich da an einen Fall, daß ich nach fast vier Stunden wegen eine dringenden Frage bei einer Familie anrief und sofort merkte, daß die noch gar nicht Bescheid wußten. Glücklicherweise hatte ich mich nur mit meinem Nachnamen und nicht mit der Firmenbezeichnung gemeldet. Damals tat ich so, als habe ich mich geirrt und habe dann viel später nochmals angerufen.

Einer jungen, vielleicht auch etwas unerfahrenen, Kollegin ist es aber so passiert, daß sie im Auftrag der Polizei einen Verstorbenen abholen mußte und man ihr sagte, daß man jetzt sogleich zu der Familie fahre und es wegen der Umstände am Besten wäre, wenn sie kurz darauf direkt zu denen hinfahre. Das hat sie dann auch gemacht und stand dann da, mit ihrem Beratungskoffer bei der Mutter der Familie vor der Tür und stellt sich als Bestatterin vor, die wegen der Beerdigung ihres Mannes und Vaters der Familie hergekommen sei. Leider wußte die Frau noch gar nicht, daß sie Witwe war und es ergab sich eine äußerst peinliche Situation.

Jetzt ist es natürlich nicht üblich oder die Regel, daß die Bestatter sich sofort mit den Angehörigen einer „Polizeileiche“ in Verbindung setzen. Selbstverständlich wartet man normalerweise darauf, daß sich die Familie dann nach einigen Stunden meldet. Aber manchmal sind die Beamten, die die Todesnachricht überbringen, sagen wir es mal vorsichtig, etwas überfordert. Man darf nicht vergessen, daß sie oft kurz zuvor noch die teils dramatischen Bilder an der Unfallstelle sehen mußten und nun vor Menschen stehen, die mit nichts Bösem rechnen. Die Situation ist für alle nicht sehr einfach. Ja, und da kann es eben vorkommen, daß die einen falschen Bestatter nennen oder vergessen, den Bestatter zu nennen oder sonst was schief läuft. Wir haben dann einen Verstorbenen in der Kühlung und die Angehörigen haben keinen blassen Schimmer, wo der ist.
Wenn sich also so überhaupt gar keiner bei uns meldet, dann müssen wir die Leute irgendwann mal anrufen und fragen, was denn jetzt ist.

In diesem Fall hier habe ich aber überhaupt keine Lust, bei den Leuten anzurufen. Ich hoffe einfach nur, daß die sich bei uns melden, das ist für mich wesentlich einfacher.

Fehler durch Lektorin Anya bereinigt.

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  • Veröffentlicht am: 11. Juni 2008
  • 25 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Allgemein

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

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  1. Wenn ich von einem Selbstmord in diesem Alter höre, gehen mir sofort verschiedene Dinge durch den Kopf.

    – Das ganze Leben noch vor sich
    – Nichts ist so schlimm, das so eine Tat gerechtfertig ist.

    Ich kann es einfach nicht verstehen. Ich unterscheide da jetzt etwas ob man 18 oder 40 Jahre alt ist, weil der 40 Jährige andere Hintergründe hat als jemand der 18 Jahre alt ist.

    @Tom: Besteht die Möglichkeit den Grund herauszufinden warum er das getan hat. (Abschiedsbrief z.b.) ? Ich hoffe das ist keiner dieser „Sie/Er hat mich verlassen“ Sprünge gewesen.

  2. Ich habe mal in einem kleinen Ort im Schwarzwald gewohnt, in dem es ein recht populäres Viadukt gibt, das an der höchsten Stelle 24m über dem Boden liegt. Wenigstens einmal im Jahr kam es zu einem ähnlichen Ereignis wie oben beschrieben. Einmal bin ich, kurz nachdem jemand von diesem Bauwerk gesprungen ist, daran vorbeigekommen. Die Polizei war schon verständigt, ist aber wohl ziemlich zeitgleich mit mir dort eingetroffen. Jedenfalls war der Betreffende noch nicht abgedeckt oder sonst wie meinen Blicken entzogen und deshalb kann ich mir, glaube ich, vorstellen was in deinen Leuten vorgeht.

  3. Die Talbrücke bei Betzdorf/Siegen ist auch so ein Ding, allerdings waren die letzten „Springer“ irrc nachts mit dem Auto liegengeblien und wollten einem LKW ausweichen.
    @Balli: mit 18 kann eine Krise für den Betreffenden viel beeindruckender sein als mit 40 und viele 40-Jährige werden nur durch aufgenommene Verantwortung (Familie, Kinder) im Leben gehalten.

  4. @Falk D.
    Das ist mir klar, das meinte ich auch mit „andere Hintergründe“
    Ich hab selbst fast jeden Tag mit Jugendlichen in dem Alter zu tun. Bei einer Diskussionsrunde zum Thema Selbstmord, kam unter anderem heraus das einige zumindest schonmal daran gedacht haben, die Gründe dafür aber , um es mal auf Deutsch zu schreiben, total bescheuert waren. Schulstress, Eltern, erste Liebe. Die Argumente für so eine Tat aus sicht eines älteren sind vielleicht lächerlich aber daran kann man auch den Reifungsprozess erkennen.

  5. Ich habe viele Jahre als Jugend- und Heimerzieherin geareitet und auch vereinzelt solche Fälle gehabt. Ist für keinen Betreffenden leicht.
    Das die „Argumente“ für eine solche Tat bei Jugendlichen andere Motivationsgründe vorweisen ist damit zu begründen, dass diese (Jugendlichen) noch nicht den Erfahrungswert mit „traumatischen“ Erlebnissen hatten. Man lernt durch Erfahrung solche Dinge zu verarbeiten, manche halt besser, andere weniger. Es kommt auch immer darauf an, wie weit einen das Umfeld unterstützt und hilft.

    Ich würde nie soweit gehen, einen Beweggrund zum Suizid als labidar abzutun, denn die Gefühls- und Sozialwelt des Betroffenen muss wirklich erschüttert worden sein. Nur weil ich in dieser Situation anders gehandelt hätte, heißt das nicht, dass meine Meinung allgemeine Gültigkeit hat.

    @Undertaker: Toller Blog. Keep up the good working!

  6. Ich glaube, fast jede genügend hohe Brücke weist eine große Anziehungskraft auf Suizidgefährdete auf. Legendär sind zwei Brücken aus meiner Region, die Ruhrtalbrücke und die Müngstener Brücke (siehe bei Bedarf Wikipedia). Ich kenne aber noch einige weitere.

    Bei der Müngstener Brücke ist es letztes Jahr passiert, dass bei der Bergung eines Opfers auffiel, dass sich etwas im Eisenfachwerk der Brücke verfangen hatte. Der Höhenrettungszug der Feuerwehr wurde gerufen, um den Gegenstand zu bergen.

    Es stellte sich heraus, dass es sich um einen weiteren Suizidienten handelte, der gute zwei Wochen vorher sprang, sich nach ca. 10 Metern im Fachwerk verfing und (anfangs) schwerstverletzt dort liegen blieb. Wie gesagt, nach zwei Wochen fiel es dann mal auf…

    Zu den Pilzen: Ich hatte meine Erkenntnisstunde, als ich einmal Spazieren ging und ich Leute, die ich sonst von der Sorte her nur von der „Platte“ kenne, auf einmal in der freien Natur die Schafsweiden absuchten. Wenigstens kamen die dabei mal an die frische Luft. :-)

  7. Wir hatten hier vor kurzem in sehr kurzem Abstand 2 „Springer“ auf unterschiedlichen Brücken. Ein Mädel und einen Jungen. Er wäre 3 Wochen später 17 geworden…

    Das sind „Man in Black“ Einsätze die man wirklich nicht jeden Tag braucht…

  8. „Sturzopfer“ sind wohl meist ein schlimmer Anblick für die Anwesenden.

    >>Auf dem Trottoir fanden die Ermittler den zerbrochenen Körper von Jennifer Nitsch,
    das Gesicht vom Aufprall zerstört. Sie trug noch die gestreifte Bluse vom Vorabend, in der Hand hielt sie eine Jeans.>>

    http://www.focus.de/politik/deutschland/tragoedie-tanz-auf-den-scherben_aid_203222.html

    Warum ich diesen Fall hier einbringe?

    Weil der Selbstmord von Jennifer Nitsch fast exakt vor 4 Jahren geschah, es indirekt zum Threat passt.
    Und ich damals sehr erschüttert war, als ich davon in den Nachrichten hörte, ich mochte sie sehr als
    Schauspielerin

  9. Ein Verkehrsunfall-, Eisenbahn- oder Brandtoter ist oft ein deutlich unschönerer Anblick, als ein „Sturzopfer. Der menschliche Körper ist robuster als man denkt. Sogar die friedlich eingeschlafene Großmutter, wenn sie schon eine Weile liegt, geht deutlich mehr an die Substanz (Geruch, Insekten, Verwesung). Weshalb sind also gerade die Toten von der Autobahnbrücke bei Tom so dramatisch zerstört, dass selbst „hartgesottene Bestatter“ die Flucht ergreifen, welche die oben genannten Dinge, die auch nicht selten auftreten, leichter ertragen?

  10. @110
    ….vielleicht weil es sehr oft so ist? Es kommt auch immer auf die Höhe der Brücke und den Untergrund des Bodens an auf dem der Körper „aufschlägt“. Aber egal unter welchen Umständen jemand ums Leben kommt – es ist nie „schön“…! Tom möchte wahrscheinlich nur verdeutlichen, das unser Bestatterleben auch oft sehr unangenehme Seiten hat…

  11. Oha, ich bin auch 1990 geboren… und da ziehe ich logischerweise auch diverse Vergleiche.

    Aber ich habe beim besten Willen kein Verständnis für Selbstmord. Da muss einem doch immer etwas anderes einfallen.

    Auch ich hatte die ein oder anderen kleineren und größeren Steine in meinem Lebensweg bis jetzt liegen, aber die konnte ich immer auf andere Weise als durch Selbstmord wegräumen und werde es auch hoffentlich weiterhin können.

    Die armen Angehörigen. Durch diese Aktion überträgt er meiner Meinung nach seine Lasten nur in anderer Form auf seine Mitmenschen und Angehörigen. Los wird er sie so nicht.

  12. @BigL
    Korrekt. Und das der Bestatterberuf mehrheitlich unangenehme Seiten hat, ist jedem klar, der Toms Blog regelmäßig liest. Aber wie ich oben schon schrieb, gibt es deutlich belastendere Einsätze für Bestatter, da ein Brückentoter in den meisten Fällen äußerlich relativ intakt bleibt, es sei denn, er schlägt stumpf mit dem Schädel auf oder landet z.B auf einem Pfahl.
    Bei mir stellt sich manchmal einfach die Frage was bei diesem Blog noch „journalistische“ Reportage aus dem Alltagsleben eines Bestatters ist und wo schon die künstlerische Freiheit des Schriftstellers beginnt.

  13. @110: Davon steht da gar nichts. Es wird lediglich die Parallele zwischen der normalen im Bett verstorbenen Leiche und dem Brückenopfer gezogen.

    Dass es noch andere, weitere schreckliche Anblicke gibt, mag ja sein, nur ist hier davon gar nicht die Rede. Ich glaube du willst da bewusst was herbeikonstruieren.

  14. @110: Ich schließe mal aus deinem Namen, dass du „vom Fach“ bist.

    Ich kann mir als Laie aber trotzdem vorstellen, dass ein Mensch nach einem 50m-Sturz kein schöner Anblick ist. Bei der Höhe dürfte dann auch die Art des Untergrunds keine allzu große Rolle mehr spielen… ob Sand oder Beton ist bei einer Aufprallgeschwindigkeit von ca. 100 km/h ziemlich egal.

  15. Na ja. So sehr vom „Fach“ kann der nicht sein. Wer glaubt, dass eine Leiche, die über 50 Meter tief gefallen ist, noch intakt aussieht, der hat sowas noch nicht oft gesehen. Mir scheint, der kennt das nur vom Fernsehen, wo sich ein Schauspieler mit angewinkelten Beinen hinlegt und man etwas Ketchup aus dem Mundwinkel rinnen lässt.

    Wer sich eine Vorstellung davon machen möchte, wie ein Kopf danach aussieht, der kann ja mal eine Melone aus 10 Meter Höhe auf den Boden fallen lassen.

  16. Ich sagte auch nie, dass es ein schöner Anblick ist. Ich sagte nur, dass eine Brückenleiche ein relativ harmloser Anblick ist, im Vergleich zu dem was bei anderen Leichen so auftreten kann und der Arbeit die Bestatter da leisten müssen.

  17. sich darüber zu streiten, wer jetzt die schlimmere leiche kennt/gesehen/gerochen hat, ist aber auch nicht die feine art. außerdem hatte ich den eindruck, es geht mehr noch um die art und weise, wie man es den angehörigen nahebringen sollte.
    mich erinnert es an den unfall von meinem vater. da stehen dann plötzlich zwei polizisten vor der tür und überbringen eine schlechte nachricht. oh, und am nächsten tag legte ein anderer polizist meiner mutter nahe, den lkw-fahrer, der einfach mal nachts auf der bundesstraße rückwärts aus einer parkbucht rausfährt, nicht die schuld zu geben, er hätte ja eine frau und zwei kleine kinder zu hause … sagte er meiner mutter mit zwei kleinen kindern aber ohne mann … aber das ist wieder eine andere geschichte.

  18. „Guten Tag, sind sie die Witwe Müller?“

    „Nein, ich bin Frau Müller.“

    „Wollen wir wetten?“

  19. Ich glaube, die Ereignisse aufgrund derer die Personen freiwillig aus dem Leben scheiden sind weniger Gruende als Ausloeser. Jemand, der sein Leben lang zufrieden mit dem Leben war, springt nicht, nur weil die Freundin einen Neuen hat. Nur jemand, der sowieso schon nie viel Freude an seinem Leben hatte. Woher ich das weiss? Woher wohl?

  20. Habe selber schon genüg gesehen, die aus 20 -40 m gesprungen sind!meist sieht man von aussen gar nichts, außer es werden beim hängenbleiben gliedmassen abgerissen. und auch direkt kopf voraus fällt keiner den ich gesehen habe. von innen schauts ganz anders aus. die gerichtsmedziner reden von Haut-Knochensack.denn die haut ist soo widerstandsfähig, dass höchstens mal ein knochen oder schienbein durchsticht. glaubt mit. ich weiß bescheid.

  21. @11: Man geht davon aus, daß ein nicht geringer Anteil von Suiziden durch Depressionen kommen (siehe bei Wikipedia unter Suizid). Wer davon nicht betroffen ist, KANN es nicht verstehen. Die psychischen Schmerzen, die schwere Depressionen verursachen können, lassen im Patienten den Wunsch aufkommen, „es“ möge schnell vorbeigehen, egal wie. Dieser Druck kann so groß werden, daß irgendwann nur noch der eigene Tod als Lösung gesehen wird. An Freunde und Verwandte kann der Betroffene dabei nicht mehr denken, weil alles vom Schmerz beherrscht wird.

    Gruß, Frosch
    – die weiß, wovon sie redet

  22. @22: Da hast du sicherlich mit Recht, dass weiss ich auch. Aber glaub mir, es macht es für die Hinterbliebenen nicht leichter, damit zu leben. Auch wenn sie genau wissen, dass Depression eine Krankheit ist und die Person schon viele Jahre damit gelebt hat. Ich habe fast 10 Jahre gebraucht um nicht mehr voller Wut und Zorn an die Person denken zu können.

    Gruss
    S.

  23. Mit den Polizisten würde ich nicht tauschen wollen. Wer will schon so eine Nachricht überbringen.

  24. Bei Suiciden sind die Polizisten meißt die Ersten, die in Begleitung eines Notfallseelsorgers oder eines Mitarbeiters einer Krisenintervention die Todesnachricht überbringen.
    Bei Unfällen wissen die Angehörigen oft schon bescheid, da die Handykette ausgelöst durch beteiligte Freunde und Verwandte heiss läuft.

    Hier im Süden gibt es Autobahnbrücken, bei denen Schutzzäune am Geländer angebracht wurden. Diese sollen verhindern, dass ein Mensch auf einen, der darunter auf dem Weg läuft, aufprallt und diesen auch mit in den Tod nimmt.

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