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        <published>2010-03-09T14:24:18Z</published>
        <updated>2010-03-09T15:04:12Z</updated>
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        <title type="html">ZDF heute Abend</title>
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                <p>Hallo Tom,</p><p>TV-Tipp für heute abend: </p><p><a href="http://tinyurl.com/ygom2ao">Frontal21 im ZDF, Beginn 21 Uhr</a></p><p>Einsamer Tod<br />
"Bestattung von Amts wegen"</p><p>Ein Mensch stirbt, und niemand ist da, der ihn beerdigt. Dann kümmert sich das Amt um die einsamen Toten. In der Münchner Friedhofsverwaltung kommt das jeden Tag vor.  ...</p><p><small>gemeldet von Ma Rode</small></p> 
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        <published>2010-03-09T11:15:11Z</published>
        <updated>2010-03-09T17:33:49Z</updated>
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        <title type="html">Friedwald, Baumbestattung, Waldbestattung, Seebestattung</title>
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                <blockquote>Tom, ich lese Deinen Blog schon lange und es ist schon eine Weile her, dass Du was über Seebestattung, Diamantbestattung und Waldbestattung geschrieben hast. Aktuell stehe ich vor der Situation, dass ich mit einer krebskranken Freundin deren letzten Weg plane. Sie will das ganz bewusst frühzeitig entscheiden und selbst mit gestalten, solange sie noch kann.<br />
Nun finde ich die ganzen Artikel nur mit Mühe. Könntest Du insb. zu der Bestattung im Friedwald und zur Seebestattung nochmal was schreiben?</blockquote><p>Seit Oktober sitze ich daran und will eine Übersichtsseite mit den gängigsten Bestattungsformen erstellen.<br />
Angefangen habe ich jetzt ausgerechnet mit dem Thema Friedwald und schreibe gerade am Thema Seebestattung.<br />
Alles zu Friedwald findest Du unter dem entsprechenden Link rechts in der Seitenleiste im Hauptmenü. Das zum Thema Seebestattung sende ich Dir vorab per Mail zu, es ist noch nicht fertig zum Veröffentlichen.</p> 
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        <published>2010-03-09T11:13:36Z</published>
        <updated>2010-03-09T21:36:30Z</updated>
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        <title type="html">Alles Essig</title>
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                <p>Essig, Essig, Essig...</p><p>menno!</p> 
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        <published>2010-03-09T08:43:55Z</published>
        <updated>2010-03-09T19:56:37Z</updated>
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        <title type="html">Das ölige Haar des Operettenbuffos</title>
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                <p>Ich frühstücke fast nie. Das ist <em>furchtbar</em> ungesund und gemessen an dem, was Mutter, Doktor und Ehefrau über diese meine Angewohnheit sagen, müßte ich schon mindestens 20 Jahre tot sein.<br />
Ich krieg' morgens nix runter. Ein Tässchen schwarzer, heißer Kaffee, gerne auch mal zwei oder drei, das ist mein frühes Lebenselexier und Appetit bekomme ich erst immer wenn es auf elf Uhr zugeht.<br />
Ist halt so, war schon immer so, wird sich auch nicht ändern.</p><p>Außer...<br />
 Ja, außer ich habe abends vorher fulminant gespeist. Meistens esse ich mittags ganz gut und abends nur ausnahmsweise mal noch was Größeres. Abends esse ich lieber so blödes Zeug wie Süßig- und Salzigkeiten...<br />
(Jaja, Mutter, Doktor, Frau..., ich weiß.)</p><p>Aber neulich hatte ich abends drei bis vier Gänge bei Luciano dem Italiener und hinterher noch "Türamisssuuuuh" (wie das die Frau am Nebentisch nannte) und immer wenn ich abends viel futtere, dann wache ich morgens mit einem Loch im Bauch auf. Es ist so als würde ein inneres Vakuum die Bauchdecke sozusagen nach innen saugen.</p><p>Auf dem Weg zu einer Kundin, die gerne zu Hause beraten werden wollte, kam ich an so vielen Bäckereien und Metzgereien vorbei, daß es mir schon fast weh tat, daß ich etwas unter Zeitdruck stand und nicht anhalten und was kaufen konnte. Sogar eine McDonalds-Filiale ließ ich links liegen (man lobe mich ob meiner unbändigen Willenskraft, denn ich hatte sogar Mäcces-Gutscheine im Handschuhfach!).</p><p>Neben dem Haus, in dem die Kundin wohnte, fand einen Stellplatz auf einem Parkplatz und als ich aus dem Auto stieg, umwehte mich der Hauch des fetten Orients, eine Dönerbude blies ihre Drehspieß-Abluft direkt durch die Wand auf den Parkplatz. Im Treppenhaus roch es so, wie es anderswo riecht, wenn jemand ganz was Falsches gegessen hatte..., hier wurde nur Kohl gekocht (hoffe ich mal). Eine Etage höher umschwallte mich der fettige Wabber von altem Pommesfett, der durch eine spaltbreit geöffnete Wohnungstür ranzte, ganz offensichtlich wird in diesem Haus sehr intensiv gekocht.</p><p>Auch Frau Kuschel empfing mich mit umgebundener Küchenschürze und einem Pfannenwender in der Hand: "Ach, Sie sind schon da? Na ja, wir hatten ja auch zehn Uhr gesagt, dann setzen Sie sich mal ins Wohnzimmer oder noch besser, kommen Sie mit in die Küche, ich muß noch eben was fertigkochen, nachher kommt ja die ganze Familie, die wollen ja alle meinen Mann nochmal sehen, ziehen Sie dem auch seinen guten Anzug an, ach, das ist ja alles so schnell gegangen, aber für ihn ist es eine Erlösung, wissen Sie, der hatte ja alles was Männer so haben können, ist wirklich besser für ihn, Sie wissen ja, daß wir eine Feuerbestattung wollen..."</p><p>In der Küche räumte ich zwei, drei Dutzend Heftchenromane auf der Eckbank beiseite, nahm Platz und harrte der Dinge die da kommen. Frau Kuschel nahm vorerst keine weitere Notiz von mir und fuhrwerkte mit wenigstens drei Töpfen und einer Pfanne herum. Dabei produzierte sie eine solche Menge fettigen Dunst und Dampf, daß ich sie zeitweise gar nicht mehr richtig sehen konnte. Ein Dunsthaube über dem Herd saugte das Gedunste nur unzureichend ab und verteilte es dann, infolge einer fehlenden Abluftmöglichkeit, wieder nach oben an die Küchendecke.<br />
Tauschwere Tropfen hingen da an den braunfarbigen plastiküberzogenen Styroporplatten, mit denen man vor Jahren noch jede Zimmerdecke verschandelte.<br />
Langsam begann meine Brille zu beschlagen und als ich sie dann putzen wollte, merkte ich, daß es beinahe pures Fett war, was sich da niedergeschlagen hatte.</p><p>"Wollen'se mal probieren, is lecker, is Schwein, koch ich immer in Gänseschmalz und Entenfett, obendrauf noch Speck, lecker!"</p><p>Nee, ich wollte lieber nicht probieren, in der Küche lag der schwere Geruch von "fettigem Löffel", jener Mischung aus ranzigem Pommesfett, leicht verbrannter Panierung und irgendwelchen sauer gewordenen Lebensmitteln. Nein, mein Magen war wie zugeschnürt.</p><p>"Schreibense doch schon mal auf, Südfriedhof, Familiengrab Kuschel, Pfarrer Mertens, keine Trauerfeier, wir gehen nachher alle zum Gucken auf den Friedhof, dann ab ins Krematorium, also mein Mann jetzt, nicht wir, dann sagen Sie uns wann die Urnenbeisetzung ist und wir kommen dann an dem Tag alle auf den Friedhof, mit dem Pfarrer. Nehmense den einfachsten Sarg."</p><p>Jau, so kann man natürlich auch alles bestellen.<br />
Ein paar Details gab es noch zu klären, Frau Kuschel kam nur einmal kurz vom Herd zum Tisch, setzte ihre Unterschriften unter die Papiere und etwa 40 Minuten später verließ ich mit operettenbuffoöligem Haar die Wohnung, kämpfte mich durch Pommesduft und Kohlgeruch zum orientbedufteten Auto und war froh, als ich auf der Umgehungsstraße mal die Fenster weit aufmachen konnte.</p><p>Für mich nur einen Salat, aber nur mit Essen, kein Öl!</p> 
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        <published>2010-03-09T08:41:47Z</published>
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                <p>...hat Andrea im Internet gefunden und zwar ganz genau an <a href="http://www.oddee.com/item_96991.aspx">dieser schönen Stelle hier.</a></p> 
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            <name>Undertaker TOM</name>
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        <published>2010-03-08T14:57:19Z</published>
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        <title type="html">Zwei Köpfe und vier Beine</title>
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                <blockquote>Sehr geehrter Undertaker,<p>ich lese Ihren Blog fast täglich und mit großem Vergnügen (ich hoffe, das ist jetzt nicht pietätlos. Gratulations zu der schönen Ausgewogenheit zwischen Ernstem, Trivialem und (Galgen)Humor.</p><p>Jetzt habe ich aber auch einmal eine Frage, ich bin zwar der Meinung die Antwort zu kennen, möchte es aber quasi von einem Experten bestätigt bekommen.</p><p>In einem Krimi, den ich kürzlich gelesen haben und der im Bestatter-Milieu spielt wird als eine der Mordmethoden die Verbrennung in einem Krematorium gewählt. Das Opfer wird mit einem Elektroschocker bewußtlos gemacht, entkleidet und in einen Sarg gelegt in welchem schon eine Leiche drin ist. Dann werden beide gemeinsam verbrannt (das Opfer natürlich bei lebendigem Leibe - grauenvolle Vorstellung), ohne daß es dafür dann Beweise bzw. Rückstände gibt. Das Ganze wird nur aufgeklärt, weil es beim zweiten Opfer schief läuft und die Täter den ersten Mord dann auch gestehen.</p><p>Meine Frage nun:</p><p>Ist es wirklich möglich, daß zwei Leichen in einem Sarg verbrannt werden, ohne daß dies bei den Rückständen (Asche, Knochenteile, evtl. Implantate, Goldzähne o.ä.) bemerkt wird?</p><p>Braucht man nicht zum "rückstandsfreien" Verbrennen von zwei Leichen auf einmal mehr Energie (Wärme, Feuer) und mehr Zeit, wie wenn nur eine Leiche (wie ja vorgesehen) im Sarg liegt?</p><p>Wie schon gesagt, in meinen Augen ist es kein gutes Plot, ich denke, daß ein solcher Mord nicht funktionieren könnte. Mich ärgern schlechte Tötungsmethoden in Krimis, nicht daß sie denken ich plane jetzt einen solchen Mord, aber eigentlich kann mir nur ein Fachmann wirklich sagen ob mein Bauchgefühl (das funktioniert nicht und ist schlecht) so stimmt.</p><p>Über eine Antwort würde ich mich freuen</blockquote><br />
 Sie haben Recht. Aus den von Ihnen genannten Gründen würde das tatsächlich nicht oder nur in einem sehr nachlässig geführten Krematorium funktionieren. Tatsächlich benötigt man zu Verbrennung einer größeren Menge Mensch auch mehr Energie und vor allem Zeit.</p><p>Auch wäre die Menge der Rückstände natürlich rund doppelt so groß, sodaß ein erfahrener Krematoriumsmitarbeiter sofort bemerken würde, daß da etwas nicht stimmen kann.<br />
Es ist ja nicht so, daß unten aus dem Krematoriumsofen feine Zigarettenasche herausrieselt, die man durch Aufstampefen der Aschendose zusammenstoßen könnte. Vielmehr sind vor allem die großen Knochen des Körpers (z.B. Oberschenkelknochen, Schädel) u.U. soweit intakt, daß sie nicht mal in eine Urne passen würden.</p><p>Daher müssen diese Knochen vor dem Abfüllen noch zermahlen werden und ich kann es mir nicht vorstellen, daß ein Krematoriumsarbeiter nicht stutzig würde, wenn da ein Mensch mit zwei Köpfen oder vier Beinen in seiner Aschenlade liegt.</p> 
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        <published>2010-03-08T07:15:00Z</published>
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        <title type="html">Einbalsamierung und Konservierung</title>
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                <p>Als vorerst letzten Beitrag aus der WDR-Mediathek empfehle ich heute einen <a href="http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2009/07/06/aktuelle-stunde-konservierung.xml">Video-Bericht über Einbalsamierungen.</a></p> 
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        <published>2010-03-07T07:13:00Z</published>
        <updated>2010-03-07T07:13:00Z</updated>
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        <title type="html">Abschied beim Tierbestatter</title>
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                <p>Ein weiterer Beitrag aus der <a href="http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2010/01/13/westblick-tierkrematorium.xml">WDR-Mediathek berichtet über Tierbestattungn.</a></p> 
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        <published>2010-03-06T08:46:00Z</published>
        <updated>2010-03-08T13:05:26Z</updated>
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        <title type="html">Zurück aus Amerika</title>
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                <p>Herrn Avenroid heißt eigentlich Avenarius. Aber eigentlich müßte ich schreiben, daß er eigentlich so <em>hieß</em>, denn einerseits ist Herr A. tot und andererseits hat er seinen Namen vor über vierzig Jahren ändern lassen. </p><p>In seinen Taschen trug er Papiere auf den Namen Avenroid und zu Hause in der Kommode lagen immer Papiere mit dem Namen Avenarius.<br />
Nebenbei bemerkt finde ich ja lateinische oder lateinisierte Namen sehr schön. Irgendwie haben die für mich einen ganz besonderes Klang. Aber Herr A. fand seinen eigentlichen Namen unpassend und entschied sich für einen ähnlichen Namen, der besser auszusprechen ist. Er lebte in USA und Kanada, da geht so was.<br />
 Als er noch Avenarius hieß, ist er mit seiner Frau und einem kleinen Sohn nach Amerika ausgewandert. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten wollte er sein Glück und sein Geld machen und hatte von einer Karriere geträumt, die ihn vom Tellerwäscher bis zum Millionär hätte führen sollen.</p><p>Warum er letztlich nicht Millionär geworden ist, mag an vielen Dingen gelegen haben, vielleicht aber in erster Linie daran, daß er nicht als Tellerwäscher, sondern als Zimmermann angefangen hatte.<br />
Das war vor über 40 Jahren und in all diesen Jahren hatten er und seine Familie es nicht zum erhofften Wohlstand gebracht. Wenn überhaupt, dann lebten die Avenroids in bescheidenem Luxus, denn aus unserer deutschen Sicht wird so manches als Luxus angesehen, was in Amerika und für Amerikaner selbstverständlich ist.</p><p>Kommt so ein Ami zu uns und erzählt uns, daß er ein Haus, einen Swimming-Pool, ein Boot am See und drei dicke Autos hat, dann klingt das für uns wie Luxus, bedeutet aber nicht viel. Das Haus besteht aus Gipskarton und Holzlatten, sämtliche Installationen würden bei uns so nicht mal von einem ungelernten Schwarzarbeiter gemacht und vom als Luxus empfundenen Boot aus muß der Ami zweimal die Woche Fisch fangen, weil der Familie der Supermarkt zu teuer ist. Nicht nur das, sondern vieles ist in Amerika eben anders.</p><p>Wenn man ein paar Amis kennt, schon mal dort war oder sich vernünftig informiert, dann vergeht einem recht schnell der Wunsch nach spontanem Auswandern, wie ihn offensichtlich besonders viele Leute ohne Ausbildung und englische Sprachkenntnisse hegen.</p><p>Grundsätzlich ist Amerika ein phantastisches Land, es ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und es ist, was das Umfeld anbetrifft, viel schöner, als uns immer vorgegaukelt wird. Wir haben uns jahrelang Gedanken und Sorgen über George Dabbeljuh gemacht, während Millionen Amerikaner nur eine ungefähre Vorstellung davon hatten, wer das überhaupt ist.<br />
Nirgendwo kann man so günstig an Land kommen, sich so problemlos eine Karriere aufbauen und auch mit der blödesten Idee noch Erfolg haben.<br />
Wer die amerikanische Lebensweise begriffen hat und dreimal so fleißig ist wie ein deutscher Gewerkschaftsarbeiter, wer mit 14 Tagen Urlaub im Jahr hinkommt und nicht 18 mal im Jahr zum Arzt rennt und wer bereit ist härter zu arbeiten, als er es sich vorstellen kann, notfalls in drei verschiedenen Jobs, der hat die Chance auf den Jackpot.</p><p>Wer aber hier nichts taugte, der wird auch drüben nichts taugen und tauscht den Plattenbau nur gegen eine amerikanische Mietskaserne oder ein Billighäuschen ein.</p><p>Nur: Hier hast Du das Backup durch Krankenkasse, Hartz-IV, Kirchen und Verbände, Tafeln, Suppenküchen und Kleiderkammer. In Amerika scheißen sie Dir was, denn Goodies gibt es nur für Cash und die Familie, die einem vielleicht sonst geholfen hätte, die sitzt tausende von Kilometern weit weg in Deutschland und ist neidisch und vielleicht sogar voller Häme, gerade weil es Dir schlecht geht.</p><p>Nee, nee, in Amerika muß man ran, da zählt Leistung und Tatkraft, dann kann's klappen.</p><p>Ob Herr Avenroid fleissig war, das kann ich nicht beurteilen. Zumindest mal haben seine zwei Söhne es halbwegs zu was gebracht. Der eine ist Manager in einem großen Elektronik-Laden und der andere hat eine kleine, eigene Autowerkstatt.<br />
Frau Avenroid ist schon vor Jahren gestorben und liegt auf einem Friedhof der "Southern Oaks Memorial Central" heißt. Das 'Central' hatte man hinzugefügt, als der alte, eigentliche "Südliche Eichen Gedenk"-Friedhof wegen einer Umgehungsstraße nicht mehr erweitert und weiter belegt werden konnte. Seitdem gibt es eben den alten Friedhof ohne 'Central' und den großen, neuen mit diesem Zusatz.<br />
18.000 Dollar hatte seinerzeit die Beerdigung von Frau Avenroid gekostet und das, obwohl man auf jeglichen außergewöhnlichen Pomp verzichtet hatte.<br />
Aber in Amerika kann ein recht einfacher Truhensarg auch schon mal 3.999 Dollar kosten und so ein Grab auf alle Zeit an einer schönen Stelle, ja auch das kostet schnell mal eben 4.000 bis 5.000 Dollar. Da sind die 10.000 Dollar für den übrigen amerikanischen Beerdigungspomp gar nicht mal viel. Wer nicht auf den Dollar gucken muß, der legt auch leicht das Drei- oder Vierfache hin, das geht problemlos!</p><p>Jetzt sitzt Dietmar P. Avenroid vor mir und hat ein Problem.<br />
Auch wieder nebenbei bemerkt: Ich verstehe es nicht, warum viele deutschstämmige Amerikaner ihren vermeintlich unamerikanisch klingenden und schwer auszusprechenden Nachnamen ändern, dann aber ihre noch viel komplizierteren Vornamen behalten und ihren Kindern wiederum solche geben.<br />
Jörg, Jürgen und alles andere mit Umlauten und vor allem Namen mit 'ie' und 'ei' machen den Amerikanern viel mehr Schwierigkeiten. <br />
Dieser Herr Avenroid beispielsweise erzählte mir, daß er sich seit einiger Zeit "Dan" nennen läßt, weil alle seinen Vornamen immer wie "Dei-et-mähr" ausgesprochen haben.</p><p>Aber das ist natürlich nicht das Problem, mit dem sich Herr Avenroid an uns gewandt hat. Er ist vor allem deshalb nach Deutschland gekommen, um die letzten Angelegenheiten seines Vaters in Ordnung zu bringen. Da gibt es noch eine Sechszehntel-Eigentümerschaft an einem Häuschen in Oberursel und vor allem den Wunsch seines Vaters, in Heimaterde beerdigt zu werden.</p><p>Und das, ja das ist gar kein so seltener Wunsch, wie man vielleicht glauben mag. Sehr viele Auslandsdeutsche, auch wenn sie inzwischen längst US-Bürger, Kanadier, Paraguyaner oder Australier geworden sind, besinnen sich in hohem Alter auf ihre Wurzeln und haben dann den Wunsch bei ihren Eltern oder Geschwistern irgendwo in Deutschland beerdigt zu werden. Oft scheitert dieser Wunsch an finanziellen Dingen, denn wir wissen ja schon, daß viele irgendwo auf dem Weg vom Tellerwäscher zum Millionär stecken bleiben und das zumeist eher in der Nähe des Tellerwäschers.</p><p>Nun haben die amerikanischen Avenroids genug Geld, sie sind nicht reich, aber sie können sich ein Grab hier leisten und ganz erheblich vereinfacht wird die Sache dadurch, daß Herr Avenroid sen. nicht nur eingeäschert worden ist, sondern daß 'Deietmähr' seine sterblichen Überreste in einer plastikbunten Urne in Technicolor praktischerweise einfach gleich im Gepäck mitgebracht hat. <br />
Ein Zettel mit County-Stempel, ein Aufkleber mit "HUMAN REMAINS" auf der Urne und ein paar amerikanische Sterbepapiere, das hat ausgereicht, daß er die Urne einfach so hat mitnehmen dürfen. Pfff, und wir müssen unser Haarshampoo ausschütten, wenn wir mehr als 100 ml davon mit ins Flugzeug nehmen wollen...</p><p>Was kommt jetzt alles?<br />
Das ganze amerikanische Zeug muß übersetzt werden, die Friedhofsverwaltung muß verständigt werden, ein Grab muß gekauft werden...</p><p>"Und whas, when isch die Ürn mit die Äsches so einfach örgendwo...?"<br />
Herr Avenroid macht eine Handbewegung, als würde er einen vereisten Gehweg mit Salz bestreuen und zieht fragend die Augenbrauen hoch.</p><p>Ihm schwebe da so eine Stelle vor, die er zwar erst noch finden müsse, von der seine Eltern aber immer mal wieder gesprochen hatten, irgendwo an einem Weiher, wo drei Bäume stehen, unter denen sich die Avenroids, als sie noch ganz junge Leute waren, immer getroffen hatten. An einem der Bäume müsse sogar ein Herz mit ihren Anfangsbuchstaben eingeritzt sein. Er bezweifle zwar, daß er genau diese Bäume finden würde, aber immerhin, er könne es doch mal versuchen, oder?</p><p>Tja, warum nicht? Offiziell weiß keine Behörde von der Anwesenheit des Herrn Avenroid sen. in unseren Gefilden und selbst wenn eines Tages herauskäme, daß irgendwo am Ufer eines Weihers die Asche des Heimgekehrten verbuddelt oder verstreut worden ist, wer und wie wollte einen in Amerika lebenden Nachkommen deswegen belangen?</p><p>Was er mir schuldig sei, will der Amerikaner wissen, ich heben nur hilflos die Achseln und schüttele den Kopf. Nix, denn nur für ein einstündiges Beratungsgespräch, das dann darauf hinausläuft, daß wir nichts tun müssen und können, kann ich nichts berechnen. </p><p>Er legt mir ein paar Dollarnoten auf den Tisch, ich kann nicht erkennen, wieviel das ist, denn die Ami-Währung hat die Eigenschaft in jeder Ausprägung grün und vor allem gleich groß zu sein. Später sehen wir, daß es dreißig Dollar sind, ich gebe sie in die Kaffeekasse der Damen und Sandy "kauft" sie den anderen gleich ab, denn sie kennt da jemanden, der in den Läden der amerikanischen Soldaten einkaufen kann und von dem lässt sie (Achtung, erotische Lese-Stolperfalle!) sich manchmal was von dort besorgen und er nimmt gerne Dollar-Bargeld dafür.</p><p>So packt Herr Avenroid jun. die grellbunte Urne mit der Asche seines Vaters wieder in den Samsonite-Kosmetikkoffer und schüttelt mir die Hand.</p><p>"Halten Sie mich auf dem Laufenden!" gebe ich ihm mitsamt einer Visitenkarte von uns auf den Weg und er verspricht, daß er sich melden wird.</p><p>Da geht er also mit der Asche im Gepäck und sucht irgendwo bei Oberursel einen Weiher dessen Namen er zwar kennt, von dem er aber nicht weiß, ob es ihn nach über 40 Jahren noch gibt.</p> 
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        <published>2010-03-06T07:06:00Z</published>
        <updated>2010-03-06T13:28:54Z</updated>
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        <title type="html">Berufswunsch Bestatter</title>
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                <p>Ein kurzer <a href="http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2009/03/04/hier-und-heute-bestatterlehrlinge.xml">Beitrag über Bestatterlehrlinge</a> findet sich in der WDR-Mediathek.</p><p>Ergänzung: <a href="http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2009/08/25/lokalzeit-duesseldorf-lehrstellenaktion-bestatter.xml">Hier gibt es einen weiteren Beitrag dazu.</a></p> 
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        <title type="html">Muslime auf deutschen Friedhöfen?</title>
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                <blockquote>Lieber Tom,<p>wenn in meinem Umfeld ältere Menschen türkischer Abstammung sterben, dann werden sie eigentlich immer in die Türkei überführt und dort begraben. Jetzt frage ich mich, ob sich manche auch in Deutschland bestatten lassen und ob, das auf ganz "normalen" Friedhöfen gemacht wird.</p><p>Es gibt ja auch viele jüdische Friedhöfe oder jüdische Abschnitte auf Friedhöfen. Gibt es z.B. auch muslimische Abschnitte oder ganze muslimische Friedhöfe in Deutschland. Weißt du ob, das dem Kanon nach für Muslime relevant ist, ob sie auf einem eigenen Friedhof/Abschnitt begraben werden, oder ob das nur Tradition/Brauch ist?</blockquote></p><p>Selbstverständlich gibt es auf deutschen Friedhöfen muslimische Abteilungen. Ob und in welcher Größe diese zur Verfügung stehen und welche Art der Bestattung (mit Sarg, mit teilgeöffnetem Sarg oder nur mit Tuch) dort möglich ist, ist von Land zu Land und Stadt zu Stadt unterschiedlich. Auskunft erteilt das örtliche Friedhofsamt.</p> 
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        <published>2010-03-05T07:01:00Z</published>
        <updated>2010-03-05T23:36:47Z</updated>
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        <title type="html">Krematorium Siegen</title>
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                <p>Einen Blick hinter die Kulissen des Krematoriums in Siegen gewährt <a href="http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2009/11/20/lokalzeit-suedwestfalen-krematorium.xml">dieser Video-Beitrag hier.</a></p> 
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        <published>2010-03-05T06:01:45Z</published>
        <updated>2010-03-08T06:59:32Z</updated>
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        <title type="html">Zoll</title>
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                <p>Mein Weg führte mich dann doch noch in den Mario-Barth-Markt und da bin ich fündig geworden.<br />
Der Fernseher war nicht für mich persönlich, um das mal noch dazu zu sagen. Da ich den Verkäufer dort von früher kenne, konnte er mir einen guten Preis machen und derjenige, dem wir den Fernseher abends an die Wand hängten freute sich kugelig.</p><p>Weil die aber in dem Laden gerade so eine Aktion haben, durfte ich mir noch für 100 Euro Waren aussuchen, für die man dann nichts bezahlen mußte. Klasse Sache!</p><p>Aber: Jetzt stehst Du da im völlig überhitzten Mario-Barth-Laden, für 30 Kunden gibt es nur einen Verkäufer, Du mußt immer mal wieder elendlich lange warten, bis der Flachfernseherflachverkäufer sich in seiner unendlichen Gnade Dir mal wieder zuwendet und dann sagt der sowas. "Sie können noch für 100 Euro was dazunehmen, für umsonst!"</p><p> Schön und gut, aber ich kaufte nicht für mich ein und mußte nun versuchen, meinen "Auftraggeber" per Handy zu erreichen, um ihn zu fragen, was ich ihm für die 100 Euro mitbringen soll.</p><p>"Was? 100 Euro? Es gibt da Fernseher für 100 Euro?"</p><p>"Nein, Du kannst Dir für 100 Euro was aussuchen, das bringe ich Dir dann auch noch mit und das kostet Dich nichts."</p><p>"Dann nimm einen für 100 Euro und einen von denen, die nix kosten."</p><p>Man merkt an diesem Dialog, daß die Handyverbindung nicht gerade bestens war. Es ging dann so weiter:</p><p>"Knirks, Raschel. Ich will wissen, was Du sonst noch gebrauchen kannst, DIE SCHENKEN DIR WAS FÜR 100 EURO DAZU!"</p><p>"Gut, dann nimm die hundert Euro und wir teilen uns die dann, haste Dir verdient."</p><p>"Nee, das bekommt man nicht in bar."</p><p>"Gut, gehen wir also in eine Bar, meinetwegen, aber ich sag Dir gleich, ich kenne keine Bar, ich kenne nur Kneipen."</p><p>"Hörst Du denn nicht was ich sage? GESCHENKT! 100 EURO! ABER NICHT ALS BARAUSZAHLUNG! MAN MUSS WAS KAUFEN!"</p><p>"Ach so, sag das doch gleich. Dann kauf' DVDs oder CDs."</p><p>"Was für DVDs?"</p><p>"Mit Filmen drauf."</p><p>"Was für Filme?"</p><p>"Oder Dreiersteckdosen. Jutta meint, wir brauchen noch Dreiersteckdosen."</p><p>"Ich soll Euch allen Ernstes für 100 Euro Dreiersteckdosen mitbringen?"</p><p>"Oder leere DVDs zum Brennen."</p><p>"Du kannst doch gar keine Filme brennen."</p><p>"Stimmt auch wieder. Dann bring Musik-CDs mit."</p><p>"Was für..."</p><p>"Gnurks, Raschel, Pieps."</p><p>"Was?"</p><p>"Von Krutschtel, Knacks, Rausch..."</p><p>Dann brach die Verbindung ab.</p><p>Okay, ich habe dann einen elektronischen Bilderrahmen gekauft, so einen wollte ich schon immer und meinem "Auftraggeber" habe ich die 99 Euro einfach ausgezahlt.</p><p>Entschieden haben wir uns übrigens für einen 42" Plasma-Fernseher von Panasonic.</p> 
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        <published>2010-03-04T12:00:56Z</published>
        <updated>2010-03-07T10:42:46Z</updated>
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        <title type="html">Fuchs, Du hast das Bein gestohlen</title>
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                <blockquote>Wir sind ein wenig in heller Entgeisterung. Meine Frau und ich waren gestern auf dem Friedhof am Grab meiner Schwester und haben die ersten Frühlingsboten gesetzt. Immer wenn wir auf dem Friedhof sind, ruhen wir uns anschliessend auf den Bänken am Hauptweg aus. Gestern sahen wir einen Fuchs der ganz eindeutig einen Knochen davongetragen hat. Das sind doch nicht etwa Menschenknochen die der Fuchs da ausgräbt? Das wäre ja ein eklige Sache.</blockquote><p>Es ist durchaus möglich, daß beim Ausheben eines Grabes auch Knochenfragmente von lang zurückliegenden Bestattungen mit ausgegraben werden. Friedhofsmitarbeiter und Bestatter, die etwas von ihrer Arbeit verstehen, werden diese aber unverzüglich einsammeln und in einer Setzgrube am Boden des Grabes vergraben. <br />
 <br />
Dennoch sieht man immer wieder, daß die knochendurchsetzte Erde einfach bis zur Wiederverfüllung in einen Container oder auf einen Haufen gekippt und nur mit einer Kunstgrasmatte abgedeckt wird. Das kann zur Folge haben, daß bei unsachgemäßer Ausführung Friedhofsbesucher die Knochen sehen oder Tiere diese wegschleppen.</p><p>Es wird zwar hin und wieder von Füchsen berichtet, die auf Friedhöfen unterwegs sind, aber auf frequentierten Friedhöfen werden sie keine Chance haben, einen tiefen Bau ausgerechnet im Bereich der Gräber anzulegen.<br />
Somit halte ich es persönlich für eher unwahrscheinlich, daß ein Fuchs beim Graben seines Baus auf Knochen stößt; ich glaube auch kaum, daß er sie dann wegtragen würde.<br />
Daß Füchse nun Löcher graben, um bewußt und gezielt an die in den Gräbern befindlichen Leichen zu kommen, habe ich noch nie gehört.</p><p>Füchse sind sehr geschickte Jäger und am wahrscheinlichsten ist es, daß der Fuchs in diesem Fall Knochen von eigener oder fremder Beute davongetragen hat.</p> 
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        <published>2010-03-04T11:50:37Z</published>
        <updated>2010-03-04T20:58:20Z</updated>
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        <title type="html">Sind Urnen unkaputtbar?</title>
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                <blockquote>In der WDR-Medithek habe ich nun gesehen dass der Verkäufer der Urnen sagte die würden alle im Boden zergehen. Also auch die aus Metall und Keramik. Du schreibst doch aber immer dass die Urnen nach der Ruhezeit alle wieder ausgegraben und woanders gesammelt werden. Was stimmt nun?</blockquote><p>Nein, ich schreibe, daß Urnen, wenn sie während der Ruhezeit nicht vergangen sind und noch intakt sind, entweder an Ort und Stelle belassen werden, falls sie beim Ausheben eines neuen Lochs entdeckt werden, oder daß sie dann an eine allerletzte Sammelruhestätte kommen.<br />
 <br />
Urnen, die schon so kaputt sind, daß der Inhalt nicht mehr von ihnen umschlossen wird, werden einfach entsorgt.</p><p>Das alles heißt aber nicht, daß grundsätzlich mit allen Urnen so verfahren wird. Es hängt von den Bodenverhältnissen und dem Material der Urne ab, was letztlich nach 15 oder 20 Jahren noch vorhanden ist. Selbsverständlich verrosten und verrotten die meisten Urnen innerhalb irgendeines Zeitraumes. </p><p>Ganz normale Blechurnen und vor allem solche aus Holz sind recht schnell weg. Man darf aber nicht vergessen, daß es auch immer mehr Urnen aus Keramik und edleren Metallen gibt, die je nach Bodenbeschaffenheit nahezu unzerstörbar ewig im Boden lagern.</p><p>Bei einem Kollegen habe ich neulich sehr ordentliche und würdevolle Urnen aus ungebranntem Ton gesehen.<br />
Hier ist es so, daß Feuchtigkeit das nur getrocknete Ausgangsmaterial in kürzester Zeit aufweicht.</p><p>Zu berücksichtigen ist aber auch, daß wir es in den meisten Fällen mit einer doppelten "Dose" zu tun haben, einmal die Aschenkapsel und außenherum die Schmuckurne.</p> 
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            <name>Undertaker TOM</name>
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        <published>2010-03-04T11:39:11Z</published>
        <updated>2010-03-08T08:32:29Z</updated>
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        <title type="html">Ist genauso lang, nur kürzer</title>
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                <p>"Kaufen'se bloß kein Plasma, dattis' out!"</p><p>"Plasma is' besser! Viel dollere Farben und so groß kriegste bei LCD gar nich!"</p><p>"Plasma war mal, gezz is LCD angesacht."</p><p>"Nee, Plasma kannste richtig schön groß für wenich Geld kaufen."</p><p>Soweit die Diskussion zweier Freunde im Elektronikfachmarkt. Aha, ich wende mich also lieber an einen Verkäufer. Der zeigt mir eine Panasonic-Kiste für utopisches Geld und meint: "Der da wird gern genommen."</p><p>Tja, auch die BILD wird gern genommen, aber wird sie dadurch besser?</p><p> "Da vorne hamm'wer noch SONY, wennse mal kucken woll'n."</p><p>Der angepriesene SONY ist über 120 cm breit, den kann ich nicht hängen bzw. stellen. Maximal 116 cm gehen.</p><p>"Dann nehmen'se 32 Zoll."</p><p>Ich: "So einen hab ich schon. Der neue soll größer sein."</p><p>"Wie groß denn?"</p><p>"Och, so maximal 116 Zentimeter breit."</p><p>"Hm, muß ich ma kucken watt datt in Zoll is."</p><p>"Sind Zoll und Inch eigentlich dasselbe?" frage ich.</p><p>Der im roten Hemd kratzt sich am Kopf, nickt dann und meint: "Nee."</p><p>"Ja wie jetzt, nee?"</p><p>"Zoll is mehr so in England... the Zoll sagt man da und Inch, naja datt kommt mehr so aus Amerika. Is wie Meter und Yards. Beim Fußball heißt datt Meter und bein Amercian Football sagen'se Yard, is aber im Prinzip dasselbe nur kürzer."</p><p>"Ja, wie jetzt, kürzer? Was ist denn da kürzer, das Meter oder der Yard."</p><p>"Kommt drauf an ob es amerikanisches oder britisches Maß is, glaub ich."</p><p>"Aha, aber Zoll und Inch sind gleichlang?"</p><p>"So in etwa, merkt man kaum."</p><p>"Und was ist jetzt besser, Plasma oder LCD?"</p><p>"Moment, ich hol mal den Herrn Transenfranz, der kennt sich da besser aus."</p> 
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        <published>2010-03-04T10:59:00Z</published>
        <updated>2010-03-04T21:43:15Z</updated>
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        <title type="html">Wie kommt der schwarze Rand an die Trauerkarte?</title>
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                <p><a href="http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2009/12/01/westblick-trauerraenderin.xml">Das erfährt man in diesem Radiobeitrag hier.</a></p> 
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        <published>2010-03-04T09:56:00Z</published>
        <updated>2010-03-04T11:06:43Z</updated>
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        <title type="html">Sargfabrik</title>
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                <blockquote>Hallo Tom,<p>beim WDR gibt es ein 5:07 Minuten langes <a href="http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2010/03/02/lokalzeit-duisburg-sargfabrikant.xml">Video über einen Bestatter und Sargfabrikanten in Wesel</a>.</p><p>Viele Grüße, Torsten</blockquote></p> 
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        <published>2010-03-04T09:18:20Z</published>
        <updated>2010-03-06T18:25:11Z</updated>
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        <title type="html">Wer hat's erfunden?</title>
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                <p>Dimitrios ist Grieche und somit Sohn des größten wichtigsten und erfindungsreichsten Volkes der Welt. "Onne die Griesse gibbe nichma Demmokratti!"<br />
Mit seiner Frau Elena betreibt Dimitrios ein griechisches Restaurant "mitt best Giiross von gansse Welt."<br />
Aufgrund der verletzungsbedingten Abwesenheit von Antonia hat Dimitrios einen gewissen Umsatzeinbruch zu verzeichnen, was ihn heute Morgen dazu brachte, mit einer Flasche "beste Rottwein von gansse Welt" bei uns aufzutauchen und Grüße vom "Restaurant Taverna Olympia" zu überbringen.</p><p>Nach der Übergabe von Rotwein und aktueller Speisenkarte an Frau Büser ("Wo iss dicke Frau mit grossse Hunger?") traf Dimitrios in unserer Eingangshalle auf den Portugiesen Carlos. Nun ist aber auch Carlos aus dem wichtigsten Land der Erde, denn bekanntlich ist Spanien bis rauf an die belgische Grenze, also unter Einschließung der ganzen französischen Nation, ja sozusagen nur eine tumbe Provinz Portugals; das weiß bloß außer den Portugiesen keiner.<br />
 Etwa eine Viertelstunde fabulierten die beiden in ihrem jeweils heimisch gefärbten Ausländerdeutsch über die Vorzüge der eigenen Nation und dann spielte Carlos einen Trumpf aus, dem Dimitrios nichts entgegenzusetzen hatte: Er gab sich kurzerhand als Mitarbeiter unseres Hauses aus.</p><p>Nun arbeitet Carlos ja wirklich für uns, Frau Büser hat ihn längst angemeldet und abgemacht ist, daß er noch bis Ende dieses Jahres bei uns bleiben kann, aber er ist eben ein besserer Hausmeister und kein Bestatter.<br />
Aber genau aus diesem Bereich hatte Dimitrios ihm eine Frage gestellt.</p><p>"Isse Beerdigung von Untertischleute mit Erde ein Problem?"</p><p>Ich habe nicht die geringste Ahnung, was Dimitrios da gefragt hat und was er meint. Carlos reckte sich und antwortete mit stolzgeschwellter Brust:</p><p>"Wann Du mitti Spaten tust!"</p><p>Dimitrios nickt und gibt zu bedenken:</p><p>"Habbe auch die Griesse erfunde. Wird in Thessaloniki schon seit 4.000 Jahre sso gemacht."</p><p>"In Portugal seit fimftausende Jahre!"</p><p>"Unte wirklich Untertischleute auf Grabung?"</p><p>"Jaja!"</p><p>"Gutt!"</p><p>"Vielleichte schonn Seßtausend Jahre, isse ganz alt."</p><p>"Demmokratti habe die Griesse erfunde!"</p><p>"Stimmt!"</p><p>Die beiden klopfen sich auf die Schultern und jeder geht seines Weges.<br />
Ich gehe dann mal wieder, um die Untertischleute mit Spaten auf die Grabung.</p> 
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        <published>2010-03-04T08:05:00Z</published>
        <updated>2010-03-06T09:52:10Z</updated>
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        <title type="html">Kriechgang</title>
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                <blockquote>Mir ist neulich bei einer Beerdigung aufgefallen, daß der Bestattungswagen mit dem Sarg sehr langsam und gleichmäßig vor der Trauergemeinde hergefahren ist. Haben diese Wagen so etwas wie einen Schleichgang?</blockquote><p>Manche haben tatsächlich einen Kriechgang, andere haben einen Bowdenzug, mit dem man das Standgas hoch"drehen" kann und so auch ohne Gasgeben sehr langsam fahren kann. <br />
Ein erfahrener Bestattungsfahrer kann aber mit jedem Bestattungswagen sehr langsam und gleichmäßig fahren.</p> 
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        <published>2010-03-04T05:58:49Z</published>
        <updated>2010-03-05T17:56:35Z</updated>
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        <title type="html">Plastikhaube</title>
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                <p>Manni hat Recht. Er mault weil man an den heutigen Autos nirgendwo mehr drankommt.<br />
Früher hast Du die Motorhaube aufgemacht und sofort gesehen, wo Vergaser, Verteiler, Zündkerzen und der übrige übliche Klumpatsch waren.<br />
Heute siehst Du eine schöne Plastikhaube auf der der Herstellername steht und alles andere kannst Du nur noch mit dem Computer der Werkstatt machen.</p><p>Selbst wenn Du findest was Du suchst und selbst wenn Du die benötigten Sachen leicht selbst machen könntest, z.B. Öl wechseln, Zündkerzen erneuern oder Luftfilter ersetzen, leuchtet hinterher die Servicelampe im Cockpitdisplay auf und im ungünstigsten Fall fällt das Auto in einen Schonmodus, aus dem es nur noch erwacht, wenn in der Werkstatt eine geheime Nummer in den Computer getippt wird.</p><p>Ich find' das doof. Ich hab' den Karren bezahlt und damit ist das meiner, dann will ich auch bestimmen können, wann und von wem es gewartet wird.</p> 
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        <published>2010-03-04T05:46:44Z</published>
        <updated>2010-03-05T14:34:56Z</updated>
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        <title type="html">Der Durchbruch ist geschafft</title>
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                <p>Carlos Gastropoda unser Heim- und Hofhandwerker hat den Durchbruch geschafft! Ich weiß gar nicht, seit wie vielen Monaten er in unserem Haus unterwegs ist und wie viele Löcher und Durchbrüche er schon gemeisselt hat.<br />
Ursprünglich hatte seine Aufgabe ja darin bestanden, die Leitungen von der rechten Seite des Kellers auf die linke Seite hinüber zu legen. Immer schön an der Kellerdecke entlang in einem schönen Kabelschacht aus feuerverzinktem Metall.</p><p> "Cheffe, habt Problem", lautete von da an seine Daueraussage und mal hielt er mir eine rostige Zapfmuffe, mal eine festsitzende Kurbelschelle und zuletzt eine eingedrückte Ballonkrapfung unter die Nase. Offenbar wurde beim Bau unseres Hauses nur Westwallbeton und ansonsten Schrott verbaut. Nichts aber auch gar nichts was das für Heizungs-, Gas-, Strom- und Wasserinstallation verwendet wurde, entspricht auch nur im Geringsten den in Carlos' Heimat in Portugal entsprechenden Sicherheitsrichtlinien. "Dasse musse alles raus und neu machen von Carlos!"</p><p>Hier muß eine Leitung ganz neu gezogen werden, da genügt es wenn eine Wand um 30 cm nach hinten versetzt wird. Jedenfalls hat Carlos vermutlich noch bis 2030 bei uns im Keller zu tun. Er ist sehr glücklich.</p><p>Seinen Vorschlag, unseren Aufzug rauszureißen, habe ich abgelehnt und im Aufzugrausreißverbot erteilt. Da war er kurzfristig, so für drei bis acht Wochen, etwas beleidigt, aber das hat sich inzwischen gelegt. Jetzt ist Carlos dabei, die Abwasserleitungen auf ein größeres Schachtmaß zu bringen, damit künftig niemand mehr unsere Toiletten verstopfen kann. "Da kann nachher Capitano Ahab mitti Weißwal zusamm durchschwimm!"</p><p>Man muß zuverlässige Allroundhandwerker kennen.</p> 
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        <published>2010-03-03T09:41:06Z</published>
        <updated>2010-03-04T16:56:03Z</updated>
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        <title type="html">Dieselmädchenrechnung</title>
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                <p>Wir haben auch einen neutralen Transporter. Damit fahren wir keine Verstorbenen, sondern holen zum Beispiel hin und wieder neue Särge vom Großhändler oder fahren Kränze zu den Friedhöfen. Wir haben auch einen Anhänger mit Plane und der Transporter hat die passende Anhängerkupplung.</p><p>Mit diesem Gespann sind wir in unserem Bekanntenkreis vor allem bei den Motorradfahrern sehr beliebt, die sich gerne mal Zugmaschine und Hänger ausleihen, um ihre Maschinen zu transportieren.</p><p>Aber auch sonst leihen sich Hinz und Kunz das mal aus, um einen Umzug oder Kühlschranktransport zu bewerkstelligen. Ich habe nichts dagegen und bis auf eine Schramme am rechten Außenspiegel ist bislang auch noch nie etwas passiert. Die meisten Leute stecken dann einen Zehner oder Zwanziger in die Kaffeekasse unserer Bürodamen und Manni kriegt auch noch mal was, weil er den Wagen waschen und pflegen muß.</p><p>Günther hat einen Hausmeisterdienst und er hat sich unser Gespann schon bestimmt 50 mal ausgeliehen. Ich habe letzte Woche erst gesagt: "Hör mal, wenn Du den Hänger so oft brauchst, dann kauf Dir doch mal einen, die kosten doch nicht die Welt. Ich verleihe den gerne, aber nur wenn es nur gelegentlich ist. Ich habe das Gespann doch nicht, damit nur Du damit durch die Gegend fährst."</p><p>Das habe ich vor allem deshalb zu Günther gesagt, weil er noch nie einen Euro gegeben hat.<br />
Heute Morgen kam er wieder und ich habe gesagt: "Okay, der ist vollgetankt und Du bringst ihn auch vollgetankt wieder zurück!"</p><p>Ich meine, das ist doch das Mindeste, oder?</p><p>Tja, Günther hat den Wagen vorhin auch zurückgebracht und ich frage ihn: "Und? Haste ihn vollgetankt?"<br />
Günther salutiert wie ein Soldat: "Jawoll, Chef, wie befohlen! Da war genug im Reservekanister, damit habe ich den Tank wieder vollgemacht."</p><p>"Du hast den Tank mit meinem eigenen Diesel wieder vollgemacht?"</p><p>"Ja, warum denn nicht?"</p><p>Okay, DER bekommt den Hänger bestimmt nicht mehr.</p> 
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        <published>2010-03-03T09:21:08Z</published>
        <updated>2010-03-03T20:42:38Z</updated>
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        <title type="html">Drei</title>
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                <p>Ich sag immer "Dreischlag". Damit meine ich einen bestimmten Rhythmus des Schicksals, der mir persönlich auf meinem Lebensweg aufgefallen ist. Man sagt ja für gewöhnlich, wenn es um besondere Begebenheiten mit einem anderen Menschen geht, man sehe sich immer zweimal im Leben.</p><p>Zum Beispiel, wenn man von jemandem übervorteilt wurde und nichts dagegen machen kann, dann sagt man so: "Warte ab Bürschchen, man sieht sich immer zweimal." Damit meint man, daß einem das Schicksal schon noch irgendwann die Chance einer Revanche einräumen wird.</p><p>Ich aber habe die Erfahrung gemacht, daß es immer dreimal Ding-Dong macht, bis eine Sache erledigt oder bewältigt ist. Eine gute Bekannte hat mich einmal ganz schwer enttäuscht und ich habe daraufhin den Kontakt zu ihr abgebrochen. Erstes Ding-Dong.<br />
Zehn Jahre hat es gebraucht, bis sich die Frau besann und irgendwann kriechend bei mir Abbitte leistete und um der Harmonie willen habe ich nachgegeben und sie wieder in unser Leben gelassen. Ich sage bewusst "unser", damit klar wird, daß es sich nicht um eine persönliche Beziehungskiste handelte. Nach einer Weile hatten wir aber den Eindruck, als nutze uns diese Frau mitsamt ihrer Familie nur aus. Und so war es auch, alle profitierten nur von uns, schmarotzten und zockten uns ab. Und hintenrum da wurde schlecht über uns geredet. Wir haben die Beziehung dann abgebrochen. Zweites Ding-Dong.</p><p>Dann brach über diese Familie die Katastrophe herein. Der Mann wurde arbeitslos, der Sohn wurde wegen Drogen verhaftet und unsere Bekannte muß nun doppelt und dreifach 'rödeln', um über die Runden zu kommen.<br />
Irgendwann stand sie dann mal vor der Tür und wollte Geld, man müsse ihr doch helfen, um der alten Zeiten willen, in der Not müsse man doch zusammenhalten...<br />
Ja, ich bin so, ich habe ihr Geld gegeben, aber ich habe sie auch vor der Tür warten lassen und ihr gesagt, daß damit sämtliche alten Zeiten abgegolten sind. Komm nie wieder! Drittes Ding-Dong.</p><p>Aber auch in anderem Zusammenhang habe ich den "Dreischlag" immer wieder erlebt. So zum Beispiel recht aktuell bei Messies in Einliegerwohnungen. Zweimal handelte es sich um Frauen, die der Trunksucht zum Opfer gefallen sind und bei denen die 'eigentlichen Hausbesitzer' glücklich sein konnten, daß sich die Situation auf natürliche Weise geklärt hat (beide Geschichten hier im Weblog) und erst vor einer Woche eine Geschichte bei der ein Mann der Saufbold war.<br />
Hier muß man sich die Situation auch mal auf der Zunge zergehen lassen: Ein Ehepaar baut gemeinsam ein Haus, zieht dort seine beiden Söhne groß und als die aus dem Haus sind, zerstreiten sich die Eheleute und lassen sich scheiden. Er zieht in die untere Wohnung des Hauses, sie nach oben.</p><p>Kurz darauf lernt er eine neue Frau kennen und führt vor der Nase seiner Ex-Frau fast zwölf Jahre lang ein sehr ausgiebiges Theaterspiel auf. In ganz übertriebener Weise wurde das gesamte neue Familienleben immer absichtlich besonders lautstark und offensichtlich so im Garten und auf dem Hof präsentiert, daß der Ex-Frau ihr Alleinsein ganz besonders unter die Nase gerieben wurde.<br />
Das alles wurde dann noch mit lauter "Nettigkeiten", wie verklebten Schlössern, unterschlagener Post, unter ihrem Namen bestellter Ware und nächtlichem Telefon- und Klingelterror garniert.</p><p>Die Ex-Frau hat das jahrelang in sich hineingefressen. Doch dann wendete sich das Blatt. Auch die zweite Ehe des Mannes ging schief und auf einmal saß auch er ganz alleine da, fing das Trinken an und verkam innerhalb von zwei, drei Jahren vollkommen.<br />
Am Ende ging der Mann nur noch aus dem Haus, um sich alkoholischen Nachschub zu besorgen.<br />
Als er dann starb, waren die Söhne drei Wochen lang mit dem Entrümpeln beschäftigt. Man mußte sogar den Putz von den Wänden klopfen, so versifft und verdreckt war diese Wohnung.</p><p>Das sind auch wieder drei solche Schicksale.</p> 
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            <name>Undertaker TOM</name>
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        <published>2010-03-03T05:22:38Z</published>
        <updated>2010-03-04T09:42:37Z</updated>
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        <title type="html">Einliegerwohnung</title>
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                <p>Das hatte sich Herr Gratewohl dann doch irgendwie ganz anders vorgestellt und weil alles so ganz anders gekommen ist, als er es erwartet hatte und weil die Umstände immer schlimmer geworden waren, ja genau deshalb schlägt er heute drei Kreuze, wie man so sagt, weil Frau Kranz gestorben ist.</p><p>Doch ich erzähle das am Besten mal von Anfang an.<br />
 Das Ehepaar Horst und Magdalene Gratewohl war vor 15 Jahren auf der Suche nach einem kleinen, freistehenden Häuschen mit großem Garten. Damals stand die Pensionierung des Herrn Gratewohl in ein paar Jahren bevor und er wollte gerne einen Garten, in dem er Gemüse und Obst für den täglichen Bedarf anbauen kann.</p><p>Es war zu dieser Zeit nicht leicht, ein passendes Objekt zu finden. Entweder war das Haus nicht freistehend oder es mangelte am genügend großen Garten. Da kam dann das Haus in der Blumenstraße wie gerufen. Es erfüllte nicht nur alle Anforderungen des Ehepaars Gratewohl, sondern war zudem auch noch erstaunlich preiswert.</p><p>Der niedrige Preis und die Tatsache, daß es schon lange auf dem Markt war, waren aber durch einen Umstand bedingt, den die Gratewohls nicht richtig bedacht oder falsch eingeschätzt hatten, eben durch die bereits erwähnte Frau Kranz.<br />
Diese Rentnerin hatte nämlich in der oberen Einliegerwohnung des Hauses ein lebenslanges Wohnrecht und man mußte sie quasi mitkaufen.</p><p>"Damals waren wir es leid, noch lange weiterzusuchen und außerdem hieß es, die Dame sei krank und komme vielleicht bald ins Heim. Wir haben uns das nicht richtig überlegt, sonst wären wir gleich drauf gekommen, daß man auch recht jung Rentnerin werden kann und daß die noch gar nicht so alt war."</p><p>Frau Kranz entpuppte sich als freundliche, aber sehr zurückgezogen lebende Frau, die viel spazieren ging und mit den Gratewohls ansonsten nicht viel zu tun hatte und auch nicht zu tun haben wollte.<br />
Bald schon merkten die Gratewohls aber, daß mit Frau Kranz etwas nicht stimmte. Sie spielte manchmal nachts sehr laute Radiomusik und empfing immer häufiger Herrenbesuche, was dann oft darin mündete, daß durch die offenen Fenster sehr laute Beischlafgeräusche zu hören gewesen sein sollen.</p><p>"Wir haben gedacht, da wird ein Schwein geschlachtet, so hat die gequiekt und gestöhnt. Meine Güte, das kann doch jeder machen wie er will, aber doch nicht so laut und bei offenem Fenster, daß das die ganze Nachbarschaft hört", empört sich noch heute Frau Gratewohl.</p><p>Schon nach einem Jahr kam ein weiteres Problem hinzu: Frau Kranz ließ niemanden in ihre Wohnung, keinen Schornsteinfeger, keinen Heizungsmonteur, keine anderen Handwerker. Der ganze Aus- und Umbau des Hauses kam dadurch ins Stocken. "Die hätte oben auch schon längst neue Fenster und Türen und eine neue Heizung. Aber die hat uns und die Handwerker nie reingelassen, obwohl das im Vertrag steht. Jetzt haben wir quasi zwei Häuser.<br />
Vorne ist der Eingang zum Treppenhaus von Frau Kranz, da wird die obere Etage noch mit Ölöfen geheizt und hinten haben wir angebaut und unseren eigenen Eingang", erzählt Herr Gratewohl und seine Frau ergänzt:<br />
"Vorne konnte man nicht mehr reingehen. Da stinkt es dermaßen von oben runter, das hält man nicht aus. Außerdem steht die ganze Treppe nach oben voll mit leeren Flaschen, die säuft nämlich, die Frau Kranz."</p><p>In den Jahren muß das immer schlimmer geworden sein. Die Spaziergänge der Frau Kranz entpuppten sich als Gänge zum Kiosk und Herumhängen am Rathausdenkmal mit anderen Hopfenfreunden. Die Leute auf der Straße erzählten sich, Frau Kranz schleppe hin und wieder einen dieser Trinker zu sich nach Hause ab, weil der ihr dann Bier und Wein dafür bezahle.<br />
Außerdem sei Frau Kranz nicht mehr ganz bei Sinnen gewesen, berichtet Herr Gratewohl. Oft sei sie nachts im Nachthemd oder sogar unbekleidet durch den Garten geirrt, habe auf die Erdbeeren uriniert und in die Regentonne habe sie einen dicken Haufen gemacht.</p><p>Vor einem Jahr kam dann der Tag, da ging es nicht mehr anders. Der Schornsteinfeger drohte mit einem Ordnungsverfahren, wenn er nicht endlich mal nach den Öfen und Kaminen sehen konnte und so wartete das Ehepaar Gratewohl eine Abwesenheit der Frau Kranz ab und ließen dann den Schornsteinfeger einfach ins Haus.<br />
Der und sein Lehrling gingen nach oben, werkelten dort eine kurze Weile und kamen dann mit vor den Mund gehaltenen Taschentüchern wieder runter.<br />
Was sie denn da oben vorgefunden hätten, wollte Herr Gratewohl wissen, doch der Schornsteinfeger sagte nur kopfschüttelnd: "Das wollen Sie gar nicht wissen!"</p><p>"So schlimm?"</p><p>"Schlimmer!"</p><p>Mir sagte Herr Gratewohl: "Das war ja streng genommen verboten und Hausfriedensbruch, aber die hätte mir vielleicht mal die Hütte abgefackelt. Damit es da künftig keine Probleme mehr gibt, habe ich mal beim Ordnungsamt angerufen, damit die da mal alles in die Wege leiten, so eine Frau braucht doch einen Betreuer, die kam doch alleine gar nicht mehr klar."</p><p>Und einen Betreuer hat Frau Kranz auch bekommen, nur kümmerte der sich eben nicht in dem Maße, das vielleicht notwendig gewesen wäre. Möglicherweise erstreckte sich die Betreuung aber auch nur auf Bereiche, die für die Gratewohls nicht von Bedeutung waren.<br />
Es schien aber so, als habe Frau Kranz damit begonnen, in ihrer Wohnung Müll zu sammeln. Von da an standen auch Tag und Nacht sämtliche Fenster der Wohnung offen, die Rolladen halb heruntergelassen.</p><p>"Den Gestank konnte man nicht mehr aushalten. Es hat da immer schon gestunken, aber das wurde so schlimm, man bekam fast einen Brechreiz, wenn man mal da ins Treppenhaus mußte. Ich war mal da drüben, weil ich die Wohnungstür unserer Wohnung, die früher der Zugang zum Treppenhaus war, von außen mit alten Decken abgedichtet habe, damit der Gestank und das Ungeziefer nicht auch noch in unsere Wohnung kommt", berichtet Herr Gratewohl.</p><p>Man kann es sich denken: Irgendwann am Wochenende ist Frau Kranz gestorben. Weil seit Montag kein Geräusch mehr zu hören war, hat Herr Gratewohl gestern Abend die Polizei gerufen.<br />
Natürlicher Tod, Arzt, dann der Bestatter, wir.</p><p>Man muß diese Müllwohnung nicht näher beschreiben. Alles was man sich vorstellen kann und das dann alles noch dreimal schlimmer... Kot an den Wänden, nicht mehr zugängliche Räume, einer komplett vollgestellt mit leeren Flaschen und gammelndem Müll in Plastiktüten, ein anderer mit von Urin aufgequollenen Bodendielen und eine offenbar seit Jahren zertrümmerte Badezimmereinrichtung. "Auf dem Klo war schon jahrelang keiner mehr", hatte einer der Polizisten gesagt.</p><p>Frau Kranz war zusammengerollt unter einer kotverschmierten Wolldecke in ihrem bitterkalten Schlafzimmer gefunden worden. <br />
Verwandte gibt es keine, der Betreuer war bis heute nicht zu erreichen, jetzt liegt sie erst mal in der Kühlung. Was kann das anderes werden als Feuerbestattung anonym?</p><p>Auf die Gratewohls kommt jetzt die Generalsanierung zu.<br />
"Selbst wenn ich die Wohnung für 1.000 Euro im Monat vermieten würde, was ja utopisch ist, so lange kann ich gar nicht mehr leben, als daß ein Mieter das einbringen würde, was uns da die Sanierung kosten wird. Da müssen alle Türen und Fenster raus, alles bis aufs Mauerwerk abgeklopft werden und die ganzen Böden und Decken erneuert werden. Da kann man neu bauen für das Geld", beschreibt Herr Gratewohl seine Situation.<br />
Seine Frau meint: "Am Besten wir lassen das alles von einer Firma grundreinigen, allen Dreck rausräumen und dann die Bude mit Sagrotan fluten. Dann machen wir die Rolläden runter und mauern die Wohnungstür zu. Das kommt uns billiger."</p><p>Nun, wir wollen jetzt erst mal sehen, wie Frau Kranz würdig unter die Erde kommt. Gern hat die so bestimmt nicht gelebt.</p> 
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        <published>2010-03-03T05:10:11Z</published>
        <updated>2010-03-05T17:01:22Z</updated>
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        <title type="html">Verwirrt und zum Gespött gemacht?</title>
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                <blockquote>"Schämst Du Dich gar nicht, dass Du alte Leute als Volldeppen da stellst?" (SIEHE BUS!)</blockquote><p>Ach herrje, da müssen Alte und leicht Verwirrte ja immer mal wieder für meine Geschichten und zur allgemeinen Belustigung herhalten. Man kann sich jetzt als dauerbemühter und immerbetrofener Gutmensch selbst geisseln und auch das ganz furchtbar finden, aber ich sehe das anders.</p><p>Als meine Großmutter in den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts sich zum Sterben hinlegte und fast ein Jahr lang siechte, war das von einem zunehmendem Ausfall der geistigen Fähigkeiten begleitet. Als meine Mutter ihr eines Tages das schöne lange Haar erst zu einem Zopf flocht und dann zu einem Kränzchen legte, meinte die Großmutter im Brustton der Überzeugung: "So, Mädchen, das hast Du fein gemacht; und jetzt legste noch 'ne Scheibe Käse drauf, dann hält das besser."</p><p>Noch heute ist dieser Satz ein geflügeltes Wort in unserer Familie und meine Kinder haben ihn so oft gehört, daß vermutlich noch meine Ururenkel den Käse-Satz der seligen Rosa verwenden werden, wenn wieder mal was gut festgemacht worden ist. Erst neulich mußte ich einen Dübel setzen und eine Schraube eindrehen, wobei mir mein Sohn half und am Ende der Arbeit sagte er wie selbstverständlich: "So, noch 'ne Scheibe Käse drauf, dann hält das besser."</p><p>  Das tut der Ehrerbietung und dem Respekt vor der Ahnin überhaupt keinen Abbruch, sondern zieht nur eine kleine Episode aus dem Leben heraus und zwar eine, über die zumindest wir immer wieder schmunzeln können.</p><p>So ist das auch hier im Weblog. Es liegt mir nicht, irgendwelche alten Leute runterzumachen oder als Volldeppen dastehen zu lassen. Aber die kleinen Schrullen des Alters und des Alltags, die stelle ich gerne mal dar, weil alles was vom täglichen Einerlei abweicht uns auch von diesem ablenkt und als Salz in der Suppe das Leben doch erst lebenswert machen.</p> 
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        <published>2010-03-02T16:53:27Z</published>
        <updated>2010-03-03T09:20:57Z</updated>
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        <title type="html">Wann kommt der Bus?</title>
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                <p>Die alte Dame tritt sehr resolut auf, stampft kurz mit ihrem Gehstock auf den Boden und verlangt von Frau Büser, einen der Verantwortlichen zu sprechen. Ich gehe in die Halle, will die Dame begrüßen, doch die stampft wieder nur mit ihrem Stock auf: "Halten Sie mich nicht auf, junger Mann, ich will nur eines wissen."</p><p>"Was denn? Wie kann ich Ihnen helfen?"</p><p>"Wann kommt der Bus?"</p><p>Also alles weiß ich auch nicht. Auszubildende Nadine hat es gewußt.</p> 
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        <published>2010-03-02T15:52:23Z</published>
        <updated>2010-03-04T17:28:56Z</updated>
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        <title type="html">Im Viertel</title>
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                <p>Manche müssen ja nicht einmal den Fernsehapparat ausschalten, wenn der Bestatter zum Beratungsgespräch kommt.<br />
"So sind Leute", hat der alte Michlinksy, den man nicht kennen muß, immer gesagt, wenn so etwas erzählt wurde und er fasste damit alle Absonderlichkeiten, die sich Menschen einfallen lassen, in drei Worten zusammen.</p><p>Ich komme mit Nadine zu einer Familie deren Opa im Krankenhaus gestorben ist. Nadine habe ich mitgenommen, damit sie auch in Hausbesuche eingeführt wird und ganz bewußt habe ich sie mitgenommen, weil uns dieser Besuch in "Viertel" führt. </p><p>Im Wohnzimmer lümmelt sich ein 15-jähriger in einem vollgekotzten T-Shirt vor dem Fernseher herum. "Das ist nicht vollgekotzt", raunt Nadine mir zu: "Das ist von Ed Hardy, das muß so aussehen." Der 15-jährige wirft uns einen bösen Blick zu, fast schon habe ich das Gefühl, er hat die kurze Diskussion zwischen Nadine und mir mitbekommen, dagegen spricht aber, daß er plötzlich mit sich selbst zu reden scheint. Des Geheimnisses Lösung ist aber ein blau blinkender Stöpsel in seinem Ohr, er telefoniert offenbar...<br />
 ...und fühlt sich erkennbar durch unsere bloße Anwesenheit gestört.<br />
Dabei stehen wir nur da, wie bestellt und nicht abgeholt und warten darauf, daß der Mann, der uns die Tür geöffnet hat und von dem ich annehme, daß er Herr Nümpenrath, unser Auftraggeber und der Anrufer von vorhin, ist, uns einen Platz anbietet.</p><p>Wäre da irgendwo ein sitzbarer Platz gewesen, so hätte ich vermutlich einfach Platz genommen, aber es liegt alles voll mit Zeitschriften, Boulvardzeitungen und Pizzaschachteln.</p><p>"Steht nicht so rum, setzt Euch doch!" sagt der Mann dann auch, haut dem mit der Ed-Hardy-Jacke kurz und trocken ein paar hinter die Ohren, der sagt nur "Arsch" und trollt sich in eine Ecke des Zimmers, um lautstark mit einem gewissen "Ey Alder" weiterzutelefonieren.</p><p>Der Mann fegt die Pizzaschachteln von einem Sessel und schiebt mit dem Fuß die Zeitungen und Zeitschriften auf dem Sofa so zusammen, daß noch ein Sitzplatz entsteht. Wir nehmen Platz.</p><p>"Wollt Ihr was zu trinken?" fragt der Mann und Nadine und ich schütteln nur mit dem Kopf. Das hindert ihn aber nicht daran, vom Balkon vier Flaschen Bier hereinzuholen, von denen er eine mit dem Feuerzeug aufmacht. Er sagt: "Falls Ihr Durst bekommt, da steht was."<br />
Dann setzt er sich auch und schaut uns fragend an.<br />
Der Fernseher blubbert irgendeine deutsche Dauerserie vor sich hin, in der Ecke wird immer noch "Ey Alder" geschrien und ich frage mal vorsichtig, ob wir es mit Herrn Nümpenrath zu tun haben. Jau, er ist es und als Nächstes sagt er uns: "Das zahlt alles das Amt, ich unterschreib' hier nichts."</p><p>Zwei Frauen kommen vom Einkaufen zurück, beide auffallend unecht schwarzhaarig und sehr vollbusig. Ich halte sie für Schwestern, beide Mitte Dreißig, doch dann stellt sich heraus, daß es Mutter und Tochter Nümpenrath sind.<br />
Sie stellen die Einkaufstüten mitten ins Wohnzimmer und setzen sich zu uns. "Habt'er schon alles besprochen?"</p><p>Von irgendwo springt eine Katze aufs Sofa und fängt an, mein Knie zu beschmusen.<br />
Herr Nümpenrath sagt zu der Schwarzhaarigen, von der ich annehme, daß es seine Frau ist: "Nee, ich hab bloß gesagt, daß das alles vom Amt bezahlt wird."</p><p>"Ach, Du bist doch doof, der Herr Wagner vom Amt hat gesagt, daß das vom Oppa nich' bezahlt wird. Der Oppa hat doch Geld auff'em Konto, erzähl' doch nich' immer so'n Scheiß!"</p><p>Aus der Ecke: "Ey Alder!"</p><p>Die Familie bestellt eine Feuerbestattung und ein kleines Reihengrab für die Urne. Nicht den billigsten Sarg, nicht die günstigste Urne und Anzeige in der Zeitung und ein Kranz kommt auch hinzu. Bei der Aufnahme des Schleifentextes und der Anzeige, das lasse ich Nadine machen, erfahre ich, daß die älter aussehende Frau die Tochter ist und Jessica heißt, der "Ey-Alder-Ed-Hardy" heißt ganz klischeefern Paul und Mutter und Vater Nümpenrath heißen Jutta und Jürgen. In der Anzeige soll der Vater Willi heißen, Wilhelm hat nie jemand zu ihm gesagt.</p><p>Gut, ich schreibe das alles auf, Nadine notiert die gewünschten Texte, dann rechne ich mal zusammen.<br />
Die Summe ist nicht hoch, aber auch sie will bewältigt werden.</p><p>Frau Nümpenrath unterschreibt für alles. "Machen Sie sich kein' Kopf, Sie kriegen datt Geld."</p><p>Wenn Frau Nümpenrath wüßte, was ich in diesem Moment denke.<br />
Ich bade manchmal in Klischees, ich schreibe manchmal genüßlich alles auf, aber es müßte noch der Tag kommen, an dem mich Leute aus dem "Viertel" nicht bezahlt hätten. </p><p>Frau Nümpenrath kommt am nächsten Tag mit ihrer Tochter vorbei und bezahlt aus einem mit einem Gummiband umwickelten Briefumschlag in bar. "Is' von Oppas Konto, gleich abgehoben bevor die erfahren, datt'er tot is'."</p><p>Seit 18 Wochen warte ich auf die Begleichung einer Rechnung aus der Südstadt. Denen war nichts teuer genug und der Auftraggeber ließ  mich jede Sekunde spüren, daß ich sein Lakai bin und für ihn arbeite. Und? Wo ist meine Kohle?</p> 
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        <title type="html">Nimm Seifenlauge</title>
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                <p>Eiche altdeutsch mit krüsseligem floralem Muster als Bezug, das ist das was mein Hintern am meisten zu sehen bekommt. <br />
Es ist altbekannt, daß der Bestatter an sich ja lieber bei seinen Kunden in der Küche sitzt, als tief versunken im weichen Wohnzimmergesäßmöbel. Die auf altdeutsch getrimmte Eckbank ist damit wohl das am häufigsten "Besessene".</p><p>Doch es gibt auch Couchgeschichten.<br />
 Herr Löhninger beispielsweise reagierte auf meine Bitte, doch in der Küche oder am Esstisch Platz nehmen zu dürfen mit dem Hinweis auf seine Supercouch. "Ein Edelteil, das können Sie sich kaum vorstellen! Jeder Sitzplatz einzeln verstellbar, jeder Platz mit ausfahrbaren Beinstützen. Die ganze Couch umlegbar zu einem bequemen Bett, Kopfteil und Fußteil höhenverstellbar, da liegt man wie auf Abrahams Wurst!"</p><p>Keine Ahnung, was Abraham mit Wurst zu tun hat, aber er hat das definitiv so gesagt und selbstverständlich wollte ich seine Supercouch einmal sehen.</p><p>"Kommen Sie und staunen Sie!" waren die Worte von Herrn Löhninger und er führte mich ins benachbarte Wohnzimmer. Da stand sie also, die Wundercouch in glänzend verchromtem Stahlrohr und...<br />
...ja, was war das eigentlich? Leder? PVC? Lack-Kunststoff?</p><p>"Ja", klärte mich Herr Löhninger auf: "das ist Nappaleder!"</p><p>"Sieht aber ein bißchen aus wie Plastik", wandte ich ein.</p><p>"Das liegt daran, daß wir seit drei Jahren den Plastikfolienüberzug von der Fabrik noch nicht runtergemacht haben. Dafür sieht sie aber unter der Folie noch aus wie neu!"</p><p>Sicher, das ist gewiss auch eine Methode, wie man sein Sitzmöbel sauber und rein erhalten kann. Sie wird fast nur noch übertroffen von Frau Wessels, die sich eine Couchgarnitur aus hochweißem, feinem Cord gekauft hatte und seit 16 Jahren alles dicht mit bunten Wolldecken abgedeckt hat, die sie nicht einmal an Festtagen oder wenn Besuch kommt hochnimmt. "Nein, wenn wir mal nicht mehr sind, dann bekommt das alles hier unsere Tochter und die soll ja mal schöne Möbel bekommen."</p><p>Bei einer anderen Familie, zu der ich spätabends gerufen wurde, gab es zwar einen Esstisch in der Küche, aber der war so mit Sachen beladen, daß wir doch alle im Wohnzimmer Platz nahmen. Ich durfte auf die niegelnagelneue Zweisitzercouch. Hochweiß! </p><p>Der Herr des Hauses fragte: "Ihre Hose färbt doch nicht etwa?"<br />
"Nicht, daß ich wüßte", antwortete ich wahrheitsgemäß und er beteuerte:<br />
"Das ist Alcantara, da geht ja alles raus, aber man muß es ja nicht beschreien."<br />
"Genau", sagte ich und hoffte, daß meine, schon mehrfach gereinigte, Anzughose dem guten Alcantara nichts anhaben würde.<br />
Hatte sie auch nicht. C&A verkauft schon gute Stöffchen, oder war die von Peek &amp; Cloppenburg? Nee, die habe ich schon länger, die war von Loosen. Gibt's das noch? Bestimmt nicht mehr.<br />
Gute Ware hält halt lang.</p><p>Jau, also zurück zum Alcantara-Zweisitzer.<br />
Loosen-Hose und Alcantara von Kröger müssen sich nicht zwangsläufig vertragen, taten sie auch nicht.<br />
Aber das lag nicht an der Hose, zunächst auch nicht am Alcantara, sondern an einem Viertelstück Sandkuchen, das mir von der Dame des Hauses direktermaßen aufgenötigt wurde. "Hier (ins Maul stopf) probieren Sie mal (kein Widerspruch mehr möglich)".<br />
Noch ehe ich irgendeine Frage beantworten konnte, noch bevor ich überhaupt mitbekommen hatte, daß Kuchen im Anmarsch war, noch bevor ich gemerkt hatte, daß sich die Dame des Hauses von halbschräg hinten näherte, da hatte ich dieses Stück Sandkuchen schon im Mund. <br />
Okay, der Kuchen war ganz lecker und der Kuchen an sich war auch nicht schuld am Dilemma der hochweißen Alcantara-Couch. Nein, es war dieser hauchdünne, bitterschwarze Schokoladenüberzug auf dem Kuchen, der am ganzen Kuchen für gewöhnlich prächtig haftet, aber an Viertelstückchen mitunter eine Tendenz zum Abbröckeln zeigt.<br />
Das zeigte er dann auch und erst als ich einmal aufstehen mußte, wurde das Grauenhafte offenbar: Ein Stückchen der Schokoglasur war mir bei der Kuchenattacke augenscheinlich in den Schritt gerutscht, von dort niederwärts unter den Po und von diesem dann mit etlichen Kilo und 37 Grad in das Alcantara eingebrannt worden.</p><p>Oh Grauen, oh Schreck, oh oh oh...</p><p>Er war ja ganz aus dem Häuschen, sie kaum weniger, aber immerhin rannte sie und holte einen Mikrofaserlappen und eine Sprühflasche. "Mit dem Spezialpflegemittel hier geht das sofort raus, Alcantara ist ja auch nach Jahren noch sehr dankbar und lässt sich leicht pflegen."</p><p>"Ihr Wort in Gottes Ohr!" dachte ich während ich das Bad aufsuchte, wo ich mich kaum so verrenken konnte, um mir selbst auf den Hintern zu gucken, um festzustellen, ob ich mich auch gesäßwärts mit der Schokopampe verspurt haben könnte. Da war aber nichts, nur ein kleiner Fleck im Schritt, den sah man aber nicht so ohne weiteres. Den Rest würde meine Reinigung schon richten.<br />
Zurück im Wohnzimmer empfing mich die gesamte Trauerfamilie mit Leichenbittermiene (mein Benutzerwörterbuch schlägt vor: Leichenbuttermiene), die Hausfrau mit hochrotem Kopf und der Hausherr mehr als leicht konsterniert. Der Fleck wurde gewischt, gesprüht und berieben und verwandelte sich unterdessen zu einem wahren Kuhfladen. Nichts war es mit der Behauptung, das ach so dankbare Alcantara ließe quasi jeden Fleck von ganz allein verschwinden.</p><p>Er: "Das zahlen Sie mir!"<br />
Sie: "Der MUSS doch rausgehen!"<br />
Er: "Sind Sie versichert?"<br />
Schwiegertochter: "Nimm Essigwasser!"<br />
Schwiegersohn: "DER kann doch nichts dafür."<br />
Er: "Vorher war der aber sauber."<br />
Schwiegersohn: "Aber Mama hat ihm den Kuchen einfach so gegeben."<br />
Schwiegertochter: "Oder versuch's mal mit Seifenlauge."<br />
Er: "Er hätt' ihn ja nicht essen müssen."<br />
Schwiegersohn: "Und wie hätt' er das vermeiden sollen?"<br />
Sie: "Der wird ja immer größer?"<br />
Er: "Wer?"<br />
Sie: "Der Fleck."<br />
Er: "Ach so."<br />
Schwiegertochter: "Kann man das Polster nicht umdrehen?"<br />
Sie: "Das probier ich mal, ich glaub das geht."<br />
Er: "Nee, lass mal lieber!"<br />
Sie: "Ach was, das drehe ich jetzt einfach."<br />
Er: "NEIN, NICHT!"<br />
Sie: "Was ist das denn für ein Fleck."<br />
Er: "Rotwein."</p> 
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            <name>Undertaker TOM</name>
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        <published>2010-03-02T11:08:38Z</published>
        <updated>2010-03-07T23:52:56Z</updated>
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                <p>So ganz ohne Antonia fehlt mir doch was.<br />
Frau Büser macht neuerdings auf Vegetarisch, Sandy will abspecken und mümmelt Karotten und wo bleibe ich? Diese täglichen, kleinen Krapfenimpfungen fehlen mir.</p> 
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