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    <title>Bestatterweblog - Kunden!</title>
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<pubDate>Sat, 13 Mar 2010 21:16:04 GMT</pubDate>

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    <title>Beratungsresistent</title>
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;Manchmal bräuchte man eine gepolsterte Stelle an der Wand, auf die man so ein paar mal den Kopf aufschlagen lassen kann, ohne sich zu verletzen. Ich gehe am Büro vorbei und höre wie Frau Büser ins Telefon sagt:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nein, die Einäscherung muß schon im Krematorium gemacht werden, das geht nicht bei Ihnen zu Hause.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mehr muß ich gar nicht hören, um zu wissen, daß da ein völlig beratungsresistenter Kunde am Telefon ist.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich war bei einem älteren Ehepaar und just während ich da mit denen sitze, kommt auch der örtliche Elektromann, um nach der defekten Spülmaschine zu schauen. Wir lassen uns durch den Handwerker nicht weiter stören bis der Handwerker dann sagt: &quot;So, Frau Sowieso, ich habe mir das jetzt mal angeschaut. Die Maschine ist 20 Jahre alt und die ganze Elektronik ist durchgeschmort. Da lohnt es sich nicht, das Ding zu reparieren, das wird teurer als &#039;ne neue Maschine. Und gucken Sie mal, Sie haben hier eine 45er Maschine, also &#039;ne ganz schmale. Neben der Maschine ist aber noch Platz, da ist ja bloß &#039;ne Stange für zum Handtücher aufzuhängen. Wir könnten also locker &#039;ne ganz normale Maschine nehmen, die sind viel billiger und die gibbet auch in stromsparend. Platz für die Handtücher für zum Aufhängen wär&#039; trotzdem noch.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Handwerker macht die Rentner also darauf aufmerksam, daß eine schmale Maschine viel teurer wäre und nach seinen Unterlagen, die er den Rentner vorlegt, auch noch doppelt so viel Strom und Wasser verbraucht. Und was machen die Rentner? Sie schlagen sein Angebot für eine 399-Euro-Maschine aus und nehmen eine schmale für 899 Euro. Begründung: Wir sind doch schon so alt, da bekommen wir so eine große Maschine nie voll, für die kleine brauchen wir ja schon eine ganze Woche...&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nein, für Sie kommt ein Empfänger von XY-Sat nicht in Frage, Sie haben doch nur einen Kabelanschluss, da können Sie den gar nicht verwenden&quot;, sagt ein Verkäufer im Elektromarkt zu einem älteren Herrn. Der aber sagt: &quot;Egal, mein Sangesbruder Egon hat den auch und der ist sehr zufrieden! Ich nehm&#039; den trotzdem.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Unser Onkel hat einen Computer, aber kein Internet, infolgedessen auch keinen Router und kein WLAN. Da kannst Du reden wie ein Wasserfall, mit Engelszungen predigen, der kauft sich trotzdem eine WLAN-Festplatte und einen WLAN-Drucker und ruft dann abends an: &quot;Du mußt kommen und mir das anschließen, das geht alles gar nicht!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich sage zu einer Kundin: &quot;Dieser Sarg ist für Erdbestattungen nicht geeignet. Auf dem Waldfriedhof haben wir sehr nassen, schweren Boden, da verrottet der Sarg so schnell und bricht uns dann in ein paar Monaten schon zusammen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sie sagt: &quot;Gut, dann nehm ich den.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Man wiederholt seine ganze Rede, erklärt es nochmals ausführlich, die Kundin bleibt dabei. Dann läßt man sich das auch noch unterschreiben; nicht, daß da dann hinterher die Klagen kommen...&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ich bestehe auf diesem Sarg, Sie wollen mir bloß was Teures verkaufen!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und was passiert? Nach acht Monaten steht die Frau flennend im Laden und gibt uns die Schuld weil das Grab jetzt schon so stark eingesunken ist. &quot;Ach, der arme Hugo, jetzt ist sein schöner Sarg bestimmt kaputt!&quot;&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Thu, 11 Mar 2010 11:10:41 +0100</pubDate>
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    <title>Das ölige Haar des Operettenbuffos</title>
    <link>http://bestatterweblog.de/archives/Das-oelige-Haar-des-Operettenbuffos/4445</link>
            <category>Kunden!</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;Ich frühstücke fast nie. Das ist &lt;em&gt;furchtbar&lt;/em&gt; ungesund und gemessen an dem, was Mutter, Doktor und Ehefrau über diese meine Angewohnheit sagen, müßte ich schon mindestens 20 Jahre tot sein.&lt;br /&gt;
Ich krieg&#039; morgens nix runter. Ein Tässchen schwarzer, heißer Kaffee, gerne auch mal zwei oder drei, das ist mein frühes Lebenselexier und Appetit bekomme ich erst immer wenn es auf elf Uhr zugeht.&lt;br /&gt;
Ist halt so, war schon immer so, wird sich auch nicht ändern.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Außer...&lt;br /&gt;
 Ja, außer ich habe abends vorher fulminant gespeist. Meistens esse ich mittags ganz gut und abends nur ausnahmsweise mal noch was Größeres. Abends esse ich lieber so blödes Zeug wie Süßig- und Salzigkeiten...&lt;br /&gt;
(Jaja, Mutter, Doktor, Frau..., ich weiß.)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Aber neulich hatte ich abends drei bis vier Gänge bei Luciano dem Italiener und hinterher noch &quot;Türamisssuuuuh&quot; (wie das die Frau am Nebentisch nannte) und immer wenn ich abends viel futtere, dann wache ich morgens mit einem Loch im Bauch auf. Es ist so als würde ein inneres Vakuum die Bauchdecke sozusagen nach innen saugen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auf dem Weg zu einer Kundin, die gerne zu Hause beraten werden wollte, kam ich an so vielen Bäckereien und Metzgereien vorbei, daß es mir schon fast weh tat, daß ich etwas unter Zeitdruck stand und nicht anhalten und was kaufen konnte. Sogar eine McDonalds-Filiale ließ ich links liegen (man lobe mich ob meiner unbändigen Willenskraft, denn ich hatte sogar Mäcces-Gutscheine im Handschuhfach!).&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Neben dem Haus, in dem die Kundin wohnte, fand einen Stellplatz auf einem Parkplatz und als ich aus dem Auto stieg, umwehte mich der Hauch des fetten Orients, eine Dönerbude blies ihre Drehspieß-Abluft direkt durch die Wand auf den Parkplatz. Im Treppenhaus roch es so, wie es anderswo riecht, wenn jemand ganz was Falsches gegessen hatte..., hier wurde nur Kohl gekocht (hoffe ich mal). Eine Etage höher umschwallte mich der fettige Wabber von altem Pommesfett, der durch eine spaltbreit geöffnete Wohnungstür ranzte, ganz offensichtlich wird in diesem Haus sehr intensiv gekocht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auch Frau Kuschel empfing mich mit umgebundener Küchenschürze und einem Pfannenwender in der Hand: &quot;Ach, Sie sind schon da? Na ja, wir hatten ja auch zehn Uhr gesagt, dann setzen Sie sich mal ins Wohnzimmer oder noch besser, kommen Sie mit in die Küche, ich muß noch eben was fertigkochen, nachher kommt ja die ganze Familie, die wollen ja alle meinen Mann nochmal sehen, ziehen Sie dem auch seinen guten Anzug an, ach, das ist ja alles so schnell gegangen, aber für ihn ist es eine Erlösung, wissen Sie, der hatte ja alles was Männer so haben können, ist wirklich besser für ihn, Sie wissen ja, daß wir eine Feuerbestattung wollen...&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In der Küche räumte ich zwei, drei Dutzend Heftchenromane auf der Eckbank beiseite, nahm Platz und harrte der Dinge die da kommen. Frau Kuschel nahm vorerst keine weitere Notiz von mir und fuhrwerkte mit wenigstens drei Töpfen und einer Pfanne herum. Dabei produzierte sie eine solche Menge fettigen Dunst und Dampf, daß ich sie zeitweise gar nicht mehr richtig sehen konnte. Ein Dunsthaube über dem Herd saugte das Gedunste nur unzureichend ab und verteilte es dann, infolge einer fehlenden Abluftmöglichkeit, wieder nach oben an die Küchendecke.&lt;br /&gt;
Tauschwere Tropfen hingen da an den braunfarbigen plastiküberzogenen Styroporplatten, mit denen man vor Jahren noch jede Zimmerdecke verschandelte.&lt;br /&gt;
Langsam begann meine Brille zu beschlagen und als ich sie dann putzen wollte, merkte ich, daß es beinahe pures Fett war, was sich da niedergeschlagen hatte.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wollen&#039;se mal probieren, is lecker, is Schwein, koch ich immer in Gänseschmalz und Entenfett, obendrauf noch Speck, lecker!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nee, ich wollte lieber nicht probieren, in der Küche lag der schwere Geruch von &quot;fettigem Löffel&quot;, jener Mischung aus ranzigem Pommesfett, leicht verbrannter Panierung und irgendwelchen sauer gewordenen Lebensmitteln. Nein, mein Magen war wie zugeschnürt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Schreibense doch schon mal auf, Südfriedhof, Familiengrab Kuschel, Pfarrer Mertens, keine Trauerfeier, wir gehen nachher alle zum Gucken auf den Friedhof, dann ab ins Krematorium, also mein Mann jetzt, nicht wir, dann sagen Sie uns wann die Urnenbeisetzung ist und wir kommen dann an dem Tag alle auf den Friedhof, mit dem Pfarrer. Nehmense den einfachsten Sarg.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Jau, so kann man natürlich auch alles bestellen.&lt;br /&gt;
Ein paar Details gab es noch zu klären, Frau Kuschel kam nur einmal kurz vom Herd zum Tisch, setzte ihre Unterschriften unter die Papiere und etwa 40 Minuten später verließ ich mit operettenbuffoöligem Haar die Wohnung, kämpfte mich durch Pommesduft und Kohlgeruch zum orientbedufteten Auto und war froh, als ich auf der Umgehungsstraße mal die Fenster weit aufmachen konnte.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Für mich nur einen Salat, aber nur mit Essen, kein Öl!&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Tue, 09 Mar 2010 09:43:55 +0100</pubDate>
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    <title>Wann kommt der Bus?</title>
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            <category>Kunden!</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;Die alte Dame tritt sehr resolut auf, stampft kurz mit ihrem Gehstock auf den Boden und verlangt von Frau Büser, einen der Verantwortlichen zu sprechen. Ich gehe in die Halle, will die Dame begrüßen, doch die stampft wieder nur mit ihrem Stock auf: &quot;Halten Sie mich nicht auf, junger Mann, ich will nur eines wissen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Was denn? Wie kann ich Ihnen helfen?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wann kommt der Bus?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Also alles weiß ich auch nicht. Auszubildende Nadine hat es gewußt.&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Tue, 02 Mar 2010 17:53:27 +0100</pubDate>
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    <title>Der so aussieht wie wer</title>
    <link>http://bestatterweblog.de/archives/Der-so-aussieht-wie-wer/4403</link>
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;&quot;Na? Jetzt gucken Sie doch mal ganz genau!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich schaue mir Herrn Wörpel an, er wendet sich ins Halbprofil, reckt die Nase und will wissen: &quot;Und? Erkannt?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nein, ich erkenne sie nicht, die angebliche Ähnlichkeit zu &quot;dem wo ganz berühmt ist&quot;.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Als Bestatter lernst du hunderte, wenn nicht tausende von Leuten kennen, manche vergisst man sofort wieder, andere bleiben in Erinnerung. Ich habe die Gabe, mir Gesichter und dazugehörige Namen ganz gut merken zu können, dafür erinnere ich mich immer ganz schlecht an Daten und Ereignisse. Also Historisches und Bedeutsames, das kenne ich und weiß ich, aber so was wie das Datum meiner Einschulung oder wann ich den Führerschein gemacht habe, das kann ich höchstens an irgendwelchen anderen Erinnerungen festmachen und zurückrechnen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bei Herrn Wörpel habe ich den Fehler gemacht, die vage Vermutung zu äußern, er käme mir irgendwie bekannt vor. Und es ist keine Koketterie, wenn der Bestatter fragt, ob man sich nicht eventuell kennt, denn wenn der Kunde tatsächlich vor Jahren schon mal da war, dann hat man bereits eine Akte, kann alles Mögliche nachschlagen und erspart sich unter Umständen viel Arbeit und Nachfragerei.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Aber Meister Wörpel kümmert sich das erste Mal in seinem Leben um eine Bestattung, nimmt das auch noch sehr locker, da die angeheiratete Großtante, die da das Zeitliche gesegnet hat, kinder- aber nicht mittellos gewesen ist und ihm Beträchtliches zu vermachen vermochte. Die alte Dame hat er ewig nicht gesehen, bis sie vor einem Jahr ins Heim gekommen ist und seitdem hatte er sie wöchentlich mit Obstkörbchen und Blümchen bedacht, sie ab und zu zum Friseur und auch einmal in den Zoo gefahren und sich so den Status als potentieller Alleinerbe gesichert.&lt;br /&gt;
Warum auch nicht? &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Und? Hat&#039;s jetzt geklickt?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nein, es hat immer noch nicht geklickt. Wörpel hatte, als ich ihn darauf ansprach, er käme mir bekannt vor, gesagt: &quot;Das geht mir immer so, ich seh&#039; doch so aus wie DER.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wie wer?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Na überlegen Sie doch mal!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Doch so sehr ich auch überlegte und schaute, mir fiel partout niemand ein, der aussieht wie Wörpel, außer eben Wörpel selbst.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Das müssen Sie doch aber sehen, DER ist ganz bekannt. Ich sach nur Fernsehen...&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Herr Wörpel hält sich die rechte Hand vor den Mund und hinter dr Hand klingt seine Stimme dumpf hervor:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Jetzt! Gucken Sie mal jetzt und denken Sie sich den Mund mal weg! Na?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Immer noch nicht&quot;, gebe ich zu.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Moment mal, und jetzt?&quot; Wörpel hat sich mit der Linken Hand die Haare nach hinten gedrückt und rollt mit den Augen: &quot;So, jetzt mal ohne Haare, also nur hier vorne, die müssen Sie sich wegdenken... Früher hatte ER mal mehr Haare.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Müßte ich Herrn Wörpel beschreiben, könnte ich sagen, daß er aussieht wie eine Mischung aus Franz Beckenbauer und Franz-Josef Strauß. Aber selbst die zur Beschreibung herbeigezogenen Prominenten reichen nicht aus, um ihn wirklich zu beschreiben, die Nase hat er eindeutig von &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Meysel&quot;&gt;Inge Meysel &lt;/a&gt; und die wird er ja wohl kaum meinen, denn er spricht ja immer von IHM.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Er nimmt die Hände vom Kopf und klatscht mit der flachen Hand auf den Tisch: &quot;Na los! Strengen Sie sich doch mal an. Mensch, andere Leute sprechen mich auf der Straße an, ob ich nicht wer Berühmtes bin.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Da kann ich mich anstrengen wie ich will, ich komme beim besten Willen nicht drauf&quot;, sage ich und um ihn nicht zu brüskieren, füge ich hinzu: &quot;Aber tatsächlich, Sie haben da so was Berühmtes an sich.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ne, stimmt, odder?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja ja, gewiss.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Und?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ich weiß es nicht.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Gut, dann sag&#039; ich&#039;s jetzt.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Meinetwegen, bin schon ganz gespannt.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Aber dann nicht lachen, ja?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Bestimmt nicht!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wirklich nicht?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nein, Ehrenwort.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Er wendet sich ab, sodaß ich sein Gesicht nicht sehen kann, fasst in die Anzugtasche und fummelt an irgendwas herum.&lt;br /&gt;
Eine Sekunde später dreht er sich zu mir um und hat eine Sonnenbrille auf und mir schießt es durch den Kopf, ich weiß es in dieser Sekunde und sage ganz spontan: &quot;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Sauer&quot;&gt;Wolfgang Sauer&lt;/a&gt;!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Enttäuscht nimmt er die Brille ab und es liegt entsetztes Erstaunen in seiner Stimme als er fragt: &quot;Wer ist das denn?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ein ganz berühmter Schlagersänger.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Kenn&#039; ich nicht.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich versuche abzuschätzen, wie alt Herr Wörpel ist und komme mir mal wieder ganz fürchterlich alt vor. Immerhin lebt Wolfgang Sauer noch...&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Jetzt gucken Sie aber nochmal!&quot; Wieder setzt er die Sonnenbrille auf, bleckt dabei die Zähne und hält sich mit der einen Hand die Haare aus der Stirn.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich winke mit beiden Händen ab, schüttele energisch den Kopf und sage: &quot;Schluß damit! Spannen Sie mich nicht weiter auf die Folter. Bitte!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Er holt tief Luft und schaut sich um, so als wolle er sicherstellen, daß ihn kein anderer hören kann und sagt mit gesenkter Stimme zu mir: &quot;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Stevie_Wonder&quot;&gt;Stevie Wonder&lt;/a&gt;.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich glaube, ich saß minutenlang mit offenem Mund da. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Sti... Sti...&quot;, stammele ich und Herr Wörpel nickt begeistert, dreht und wendet sich und freut sich sichtlich, daß nun auch ich ganz spontan die verblüffende Ähnlichkeit zwischen seinem bärtigen bajuwarischen Quadratschädel und dem schwarzen amerikanischen Sänger entdeckt habe.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nun ja, sind wir mal ehrlich, eher sieht ein leerer Bierkasten aus wie Claudia Schiffer, als daß dieser Mann auch nur im Entferntesten eine Ähnlichkeit mit Stevie Wonder hat. Aber offensichtlich glaubt er das ganz fest und ist auch noch fürchterlich(erweise) stolz darauf. Was soll ich also sagen?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich sage: &quot;Verblüffend!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nicht wahr?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Sicher.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Unterm Tisch presse ich mit aller Kraft meine Fingernägel in die schmale Fuge, die mein Übergewicht rund um meine Kniescheiben gelassen hat, ich will mir selbst Schmerzen zufügen, ich brauche diesen Schmerz, sonst breche ich so laut und lang anhaltend in Gelächter aus, daß es den Mann beleidigen würde.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Trotzdem will es mir die Atemorgane hochglucksen und ich muß alle Energie aufbringen, um meine Gesichtszüge in halbwegs erschlafftem Zustand zu halten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Jetzt wo Sie&#039;s sagen&quot;, sage ich und beschließe, mich sofort krampfhaft meinen Papieren zuzuwenden, sonst bekomme ich doch noch einen Lachkrampf. Und wenn ich mal einen Lachanfall bekomme, dann heißt das, daß sich deutlich über hundert Kilo Mensch auf dem Boden herumkringeln.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Während ich mit starrem Blick mein Formular betrachte und mich bemühe an irgendetwas Schlimmes zu denken, zum Beispiel an Alice Schwarzer, um den Gedanken an Stevie Wonder aus dem Kopf zu bekommen, nimmt Wörpel seine Sonnenbrille ab und schaut mich nachdenklich an.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wenn ich mir Sie aber so anschaue, hm, irgendwie haben Sie was von...&quot; Er stockt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Hoffentlich sagt der jetzt nicht Lassie oder Sponge-Bob!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nee, mal jetzt im Ernst, wenn ich es nicht besser wüßte..., Sie sehen eigentlich genau aus wie Roger Whittaker!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Hm, hätte schlimmer kommen können!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;!-- xhtml clean youtube --&gt;&lt;object type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; width=&quot;320&quot; height=&quot;265&quot; data=&quot;http://www.youtube.com/v/w0JenhR_0Ug&amp;amp;hl=de_DE&amp;amp;fs=1&amp;amp;rel=0&amp;amp;color1=0x5d1719&amp;amp;color2=0xcd311b&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/w0JenhR_0Ug&amp;amp;hl=de_DE&amp;amp;fs=1&amp;amp;rel=0&amp;amp;color1=0x5d1719&amp;amp;color2=0xcd311b&quot; /&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/w0JenhR_0Ug&amp;amp;hl=de_DE&amp;amp;fs=1&amp;amp;rel=0&amp;amp;color1=0x5d1719&amp;amp;color2=0xcd311b&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;/object&gt;&lt;!-- /xhtml clean youtube --&gt;

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    <pubDate>Thu, 25 Feb 2010 08:49:47 +0100</pubDate>
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    <title>Drum hör gut zu und gib fein acht...</title>
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;Jemandem die Rente auszurechnen, das ist schon was Kompliziertes. Das muß ein Fachmann machen. Weniger kompliziert ist die Angelegenheit aber schon dann, wenn beide Ehepartner schon Rentner waren, dann einer von denen stirbt und der Übrigbleibende nun Witwen- oder Witwerrente bekommen soll.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das ist immer noch schwierig genug, aber immerhin entfällt bei diesen Kandidaten das oft langwierige Nachweisen nachkrieglicher Ausfallzeiten und das früher oft problematische Herbeischaffen irgendwelcher Kriegskameraden.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dennoch kümmern sich die Bestatter nicht um die Beantragung der Hinterbliebenenrente, dafür fehlt ihnen das Fachwissen und sie wollten es vermutlich auch nicht tun, um nicht später für irgendeinen dabei gemachten Fehler in Haftung genommen werden zu können.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Was der Bestatter jedoch regelmäßig macht, ist das Beantragen der 3monatigen Übergangsrente. Das geht mit einem einfachen Formblatt, da kann man nicht viel verkehrt machen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;So sagen wir also zu unseren Kunden:&lt;br /&gt;
 &quot;Also, ich erkläre es Ihnen nochmals ganz kurz: Die Dreimonatsrente habe ich jetzt für Sie beantragt. Das Geld sollte in vier bis sechs Wochen auf Ihrem Konto sein, in einer Summe. Aber nicht gleich alles für den Grabstein ausgeben, denn bis Sie Ihre Witwenrente bekommen, kann eine gewisse Zeit vergehen. Auf jeden Fall sollten Sie baldmöglichst aufs Bürgeramt gehen und dort den Rentenantrag stellen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Genau das sage ich auch zu Frau Schwirpeldinger und weil sie mich etwas kuhäugig anglotzt, male ich mit Worten ein Ernie-und-Bert-Bild: &quot;Also nur die Dreimonatsrente ist beantragt, die Witwenrente bekommen Sie nur, wenn Sie bald aufs Bürgeramt gehen, ja?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja, ist klar&quot;, strahlt mich nun Frau Schwirpeldinger an, steckt ihre Durchschläge und Kopien ein und sagt:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Meine Rente ist dann also beantragt, ich muß jetzt nichts mehr machen, ja?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nein! Nur die Übergangsrente! Die eigentliche Witwenrente..., da gehen Sie aufs Bürgeramt.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ah ja, warum sagen Sie das nicht gleich? Ich brauche dann nichts mehr zu tun, ist alles erledigt, wie gut daß der Bestatter das auch mit der Rente macht.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nein, nein, nein, Sie müssen aufs Bürgeramt!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Gut so, ich dachte schon, ich müßte da noch extra aufs Rathaus.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja ja, aufs Rathaus, zum Bürgeramt, wegen der Rente.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Weil alle andere alten Frauen, die ihren Mann verloren haben, mußten früher immer aufs Bürgeramt.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Müssen Sie auch! Bürgeramt! Rathaus! Rente! Hingehen! Bald!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ach so. Na wenn das so ist, dann gehe ich da morgen gleich hin.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nein, morgen ist die Beerdigung von Ihrem Mann. Gehen Sie da übermorgen oder nächste Woche hin.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wie? Ist die Beerdigung von meinem Mann verschoben worden? Warum sagt mir das denn keiner? Ich muß dann doch den Pastor noch anrufen. Das ist so ein lieber Mann!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Frau Schwirpeldinger, jetzt atmen Sie mal ganz tief durch und hören Sie mir bitte in aller Ruhe zu, ich schreibe es Ihnen auch noch mal alles auf einen Zettel: Morgen ist die Beerdigung von Ihrem Mann. Der Pfarrer weiß Bescheid und kommt, da brauchen Sie nichts mehr machen. Die Übergangsrente ist jetzt beantragt und ein paar Tage nach der Beerdigung gehen Sie zum Rathaus.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Hoffentlich fängt der nicht an zu riechen, wenn das jetzt noch ein paar Tage dauert.&quot;&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Tue, 23 Feb 2010 11:52:56 +0100</pubDate>
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    <title>Ach was?</title>
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            <category>Kunden!</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;&quot;Is&#039; ja &#039;ne dolle Sache!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich hatte Herrn Siegfried Theobald Auner eigentlich nur unsere Sargausstellung gezeigt. Ich finde sie ja auch ganz schön und imposant, aber bei meinen Reisen durch das Land habe ich auch schon Ausstellungen anderer Bestatter gesehen, die ich noch viel schöner fand.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nebenbei erzählt, fand ich in Berlin einen Bestatter, der die Särge einfach im Nebenzimmer einer Erdgeschosswohnung aufeinandergestapelt hatte, also den Boden des Oberen auf dem Deckel des Unteren.&lt;br /&gt;
In diesem Raum konnte man sich kaum bewegen und schaute sich die Särge nur von der Tür aus an.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein Kollege im Ruhrgebiet führte mich in einen großen, indirekt beleuchteten und auf den ersten Blick leeren Raum und zog dann die verschiedenen Sargmodelle auf lautlos gleitenden Schienen aus Nischen in der Wand, die durch Vorhänge verdeckt waren. Unterschiede gibt&#039;s da also schon.&lt;/p&gt;&lt;p&gt; Herr S.T. Auner jedoch war schon von unserer Präsentation begeistert, obwohl wir im Grunde nur ganz normale Sargregale an den Wänden stehen haben, die immer drei Särge aufnehmen können und die restlichen Särge ganz ansehnlich auf dem Boden angeordnet haben. Durch den Einsatz von Dekostoffen haben wir die Regale etwas verhüllt und alles recht ansehnlich gestaltet, mehr nicht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Is&#039; ja doll!&quot; wiederholte Herr Auner und blieb mit offenen Mund stehen. Seine Wahl fiel auf ein schlichtes Modell aus ganz heller Birke. Dann führte ich ihn zu den Urnen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ach, mein Gott!&quot; staunte er und schlug die Hände vor das Gesicht. &quot;Meine Güte, so viele, so schöne, ach was es nicht alles gibt. Aus was sind die denn?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich zeigte ihm die verschiedenen Modelle und egal aus welchem Material sie gefertigt waren, er staunte mit offenem Mund. &quot;Was es nicht alles gibt.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;So staunte sich Herr Auner durch das ganze Beratungsgespräch.&lt;br /&gt;
Is&#039; ja doll, wenn man jemanden heutzutage noch beeindrucken kann.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Kurz drauf saßen wir über den Formularen und für das Standesamt muß ich immer fragen was die Leute von Beruf sind.&lt;br /&gt;
Okay, Herr Auner scheint aus Franken zu kommen, denn seine Berufsangabe &quot;Vertreter&quot; klang mehr wie &quot;Vähdrehder&quot;. Ich weiß nicht, ob man das in Franken so ausspricht, aber mir kam es sehr fränkisch vor.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ach was&quot;, erkundigte ich mich, um auch mal zu staunen und fragte weiter: &quot;Für was sind sie denn Vertreter?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nicht Vertreter, ich bin Vähdrehder!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Aha?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Sie wissen doch Vähdrehd.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Vähdrehd?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja, Kaffee, Schokolade, Tee und so weiter &#039;fähr&#039; gehandelt.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ach, Sie meinen Fair-Trade?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Genau Vähdrehd.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ach so.&quot;&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Sat, 13 Feb 2010 08:56:37 +0100</pubDate>
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    <title>Aha</title>
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            <category>Kunden!</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;&quot;Sagen Sie mal, haben Sie samstags auch auf?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nein, am Samstag sind keine normalen Bürostunden, aber wenn was anliegt, ist immer jemand erreichbar.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Also haben Sie zu?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nicht auf?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nein.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Zu?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Jahaa.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Meine Güte, man wird ja noch mal fragen dürfen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Aber sicher doch.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Machen Sie sich gerade über mich lustig?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nein.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Dann ist ja gut.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Was?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ich sagte &#039;Ja&#039;.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Warum?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nur so.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Aha.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Genau.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Sie verwirren mich! Ich wollte doch nur wissen, ob Sie auf haben und jetzt bin ich verwirrt.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Das tut mir leid, das lag nicht in meiner Absicht.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Offen oder zu?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Zu.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Aha.&quot;&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Thu, 11 Feb 2010 07:00:41 +0100</pubDate>
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    <title>Voll geheim</title>
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            <category>Kunden!</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;Ich sage: &quot;Ja, ist gut, das können wir so machen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Kunde: &quot;Würden Sie mir dann Bescheid geben?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Aber sicher. Am Besten wird es sein, wenn ich Sie anrufe. Geben Sie mir freundlicherweise Ihre Nummer?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nein, das geht nicht, die steht nämlich nicht im Telefonbuch.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Dann sagen Sie sie mir doch einfach.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nein, die ist doch geheim, sonst rufen uns die Leute an.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja aber irgendwer muß Sie doch ab und zu mal anrufen, wenn&#039;s um was Wichtiges geht.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Schon, aber wir haben nicht so wichtiges Zeug.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Kann ich Sie per Mail erreichen?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Das ist ganz schlecht, da guck ich nur alle paar Wochen mal nach.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Fax?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Haben wir nicht. Das heißt, wir haben das schon, aber die Rolle ist schon ein Jahr leer.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Tja, und wie haben Sie sich das vorgestellt, daß ich Sie erreiche und Ihnen Bescheid geben soll? Nachts ziellos durch die Straßen irren und die Botschaft ausrufen?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Kunde lacht und meint: &quot;Vielleicht schicken Sie mir einfach eine SMS.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Aber dann hätte ich ja auch eine Telefonnummer von Ihnen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Schon, aber Sie dürfen dann halt nicht bei mir anrufen, nur simsen, ja?&quot;&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Thu, 11 Feb 2010 06:32:53 +0100</pubDate>
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    <title>Hallo!</title>
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            <category>Kunden!</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;Frau Buttinger ist Ende 60, keineswegs senil, aber durchaus, was das Technische anbetrifft, nicht mehr besonders wissensdurstig und flexibel. Das kennt man ja von vielen älteren Menschen, irgendwann wurde das ganze neumodische technische Zeug zu schnell. So erklärte es mir mal ein älterer Herr: &quot;Mir ist das alles zu schnell geworden. Ich bin Ingenieur, mir ist alles Technische nicht fremd, aber ich komme da nicht mehr mit. Kaum hat man die Funktionen irgendeines Apparates endlich begriffen und kommt gut damit zurecht, dann geht er kaputt oder man muß aus anderen Gründen was Neues anschaffen und schon stehe ich wieder wie der Ochs vor dem Berg.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt; Ein bißchen kann ich das sogar nachvollziehen. Es gab einmal eine Zeit, da kannte ich zum Beispiel alle Handy-Typen, aber wirklich alle. Ich war im Freundes- und Bekanntenkreis DER angesagte Experte für alle Fragen rund ums Handy, kannte die Vorzüge dieser Marke, die Nachteile jener Marke und wußte bei jedem Handy, wo man in welchem versteckten Untermenü welche Funktion findet.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Inzwischen können Handys natürlich viel mehr und es gibt auch noch mehr Hersteller, aber insgesamt habe ich mich irgendwann aus diesem &quot;Run&quot; einfach ausgeklinkt. Die kurzen Abstände zwischen dem Erscheinen immer neuer Modelle machte es irgendwann unmöglich, da noch auf dem Laufenden zu bleiben.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auch was Spielekonsolen anbetrifft, bin ich doch recht unbedarft. Wenn überhaupt spiele ich am iMac Simulationen. Alles was Reaktionsfähigkeit erfordert, ist mir zu schwer und um mir die notwendige Geschicklichkeit anzutrainieren fehlt mir die Zeit und Gelegenheit.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Aber kommen wir zurück zu Frau Buttinger.&lt;br /&gt;
Ihr Mann ist gestorben und ich sitze bei ihr in der Küche und fülle meine Formulare aus, die Rentner-Bravo, also die Apotheken-Umschau, dient mir als Unterlage. Wann denn die Trauerfeier stattfindet, will Frau Buttinger wissen und ein Blick auf die Uhr verrät mir, daß ich beim Friedhofsamt und bei der Kirchengemeinde noch jemanden erreichen werde.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ich klär das jetzt gleich mal und rufe da an&quot;, sage ich und zücke mein Handy.&lt;br /&gt;
&quot;Oh weh! Sie haben nur so ein teures Ding? Warten Sie, ich gebe Ihnen mein Telefon, das ist doch billiger&quot;, sagt Frau Buttinger und wackelt in den Flur.&lt;br /&gt;
Als sie zurückkommt, drückt sie mir die Basisstation eines Schnurlostelefons in die Hand. Das grausilberne Teil hängt an etwa 30 Meter verzotteletem Netz- und Telefonkabel, zusammengestöpselt aus rund einem Dutzend Verlängerungsstücke und Dreifachsteckdosen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Äh, und wo ist das Telefon?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;DAS ist mein Telefon.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja aber, der Hörer, ich meine das Handteil...&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Braucht man nicht, da sind doch auch Tasten zum Wählen dran und außerdem ist das Ding da viel lauter. Den Hörer habe ich schon vor einem Jahr weggeschmissen, da waren immer so schnell die Batterien alle.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Sie hätten das Handteil auf die Basisstation stellen sollen, das lädt sich dann wieder auf.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Basisstation? Hab ich nicht.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich hebe die grausilberne Basisstation hoch, tippe darauf und sage: &quot;DAS HIER, das ist die Basisstation.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nee, das ist mein Telefon, da ruf ich alle mit an, das geht ganz wunderbar und man versteht wenigstens was.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es ist so eine Basisstation, mit dem man mehrere Mobilteile rufen könnte, auch für hausinterne Gespräche, deshalb hat sie eine richtige, vollständige Telefontastatur.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sie nimmt mir das Ding aus der Hand, wirft einen kurzen Blick auf meinen Zettel und tippt auf den Tasten die Nummer des Friedhofsamtes ein. Es tutet aus irgendeinem Gehäuselautsprecher. Und der trägt seinen Namen zurecht. Das Tuten hat in etwa so einen starken Schalldruck, wie das Nebelhorn der MS Deutschland.&lt;br /&gt;
Trotzdem hält sich die alte Dame das Teil unmittelbar ans Ohr und als sich überlaut und scheppernd Herr Knoffinger vom Friedhofsamt meldet, brüllt Frau Buttinger mit anschwellenden Schläfenadern: &quot;Moment, der Mann hier will was von Ihnen!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Obwohl sie das Ding immer noch ans Ohr gepresst hält, kann ich mich problemlos mit Herrn Knoffinger unterhalten. Frau Buttinger strahlt und als alles geklärt ist und Knoffinger wieder aufgelegt hat, freut sie sich: &quot;Sehen Sie, wie toll das funktioniert! So telefoniere ich immer.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und da erfinden manche Firmen Seniorentelefone...&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Fri, 05 Feb 2010 06:19:15 +0100</pubDate>
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    <title>Die Ex</title>
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            <category>Kunden!</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;&quot;Hamm&#039;se &#039;ne Latte?&quot; fragt Ulrike Niebel, lacht mir dabei ins Gesicht und ihre weißen Zähne blitzen. Ich weiß, daß sie nicht auf meine sexuelle Leistungsfähigkeit anspielt, denn kurz zuvor hatte ich sie gefragt, ob sie einen Kaffee möchte.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja, klar, haben wir&quot; sage ich und will schon die Bestellung an Antonia weitergeben, da erkundigt sich meine Besucherin: &quot;Oder gibbet vielleicht auch Kappeschiehnies?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Jawoll, Cappuccino haben wir auch&quot;. Wieder will ich Antonia mit der Anfertigung des Kaffeegetränks beauftragen, da ereilt mich jenes Wort, das mir in den Ohren fast so wehtut wie &quot;zeitnah&quot;, &quot;ich erinnere&quot; oder &quot;Zwozehn&quot; als Synonym für 2010, Frau Niebel sagt: &quot;Wenn&#039;se aber &#039;nen Expresso haben, das wär&#039; klasse.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich kann nix dafür, es ist einfach so, es ist ein starker Trieb, der ganz unten aus dem Beckenboden kommt, in mir über die Nabelgrenze emporsteigt, sich in der ganzen Brust breit macht und der mich alle mir zur Verfügung stehenden Kräfte aufbringen lässt, um zu unterdrücken, daß ich dem Expresso-Sager sein doofes X aus dem eben gesagten Expresso herausreiße und es ihm in den Hals stopfe. Ich kann wirklich nichts dafür! &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Espresso! Espresso, Essssssssssssspresso! Mein Gott, das kann doch nicht so schwer sein!&lt;br /&gt;
Gut, wir haben kein eigenes richtiges Wort für Espresso, die Braunen hätten ihn vielleicht Kleintassenstarkkaffee genannt aber &lt;em&gt;teutsches&lt;/em&gt; Wortgut als Ersatz für Fremdwörter hat selten gut getan, man denke nur an die tolle Schöpfung &quot;Zerknalltreibling&quot; für den Explosionsmotor...&lt;br /&gt;
Aber selbst wenn wir ein eigenes Wort für Espresso hätten und das Wort Espresso, wie auch die Namen der anderen derzeit modernen Kaffeespezialitäten, nur so aus modetechnischen Gründen verwenden würden, finde ich, sollte man sich bemühen, wenigstens die paar Sachen, die man immer wieder bestellt, mit dem richtigen Namen zu benennen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Was hat denn die Tante bislang bei mir bestellt?&lt;br /&gt;
Einmal eine Latte, wobei sich die Frage stellt, ob die Latte auch aus sägerauhem Kiefernholz bestehen darf.&lt;br /&gt;
Dann Kappeschiehnies! Was will die? Verkappte Schienen? Eine Kappe aus Schienen?&lt;br /&gt;
Und dann der Expresso...&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Irgendwie muß Frau Niebel dieses kurze dunkle Gewitter des Unbehagens in meinem Antlitz bemerkt haben und vorsichtshalber sagt sie: &quot;Aber wenn Expresso nich&#039;geht, nehm&#039; ich auch einen Rostbuschtee.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nein, nein, ist kein Problem, Sie bekommen Ihren Espresso&quot;, beruhige ich sie und sie meint:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Aber bitte einen Doppelten, in einer größeren Tasse... und machen Sie bitte etwas Sahne oben drauf.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Das wäre ja dann fast schon ein Cappuccino.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja, sozusagen ein Exischiehni!&quot; Sie lacht und wieder blitzen ihre schönen weißen Zähne.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich kann einfach keine schönen Frauen mördern, aber wehe, wenn die alt und häßlich gewesen wäre!&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Wed, 03 Feb 2010 07:48:10 +0100</pubDate>
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    <title>Der Tod der Lohnsteuerkarte</title>
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            <category>Kunden!</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;Die Lohnsteuerkarten werden abgeschafft! So isses! Gut, das reißt mich jetzt nicht wirklich sittlich und moralisch vom Hocker, treibt mich nicht in den Wahnsinn, ja, man könnte sagen, daß es mir fast schon am Allerwertesten vorbei geht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nicht so jedoch sah das Frau Amalie Zettelwirt, die den Tod ihres Gatten Georg zu beklagen hatte. Sie legte neben Stammbuch und Rentenpapieren auch einen Ordner mit sämtlichen Lohnsteuerkarten von 1963 bis 1999 vor.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Die muß man doch aufheben, das sind doch wichtige Unterlagen!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Eigentlich gibt man die mit der Steuererklärung ab oder sendet die zurück. Soviel ich weiß bekommen die Kommunen für die Steuerkarten was.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nichts da! Papperlapapp! Ich hebe sowas alles auf, wenn der Russe mal kommt, hat man hinterher keine Papiere mehr, nee, nichts da, ich hebe sowas auf!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Und was sollen wir jetzt damit machen?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Keine Ahnung, das müssen Sie doch wissen, mein Mann braucht sich jedenfalls nicht mehr.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Auch wieder wahr, im Jenseits ist nichts so unwichtig wie eine Lohnsteuerkarte.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Sehen Sie!&quot;&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Fri, 22 Jan 2010 08:33:33 +0100</pubDate>
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    <title>Frau Büser macht die Leute krank</title>
    <link>http://bestatterweblog.de/archives/Frau-Bueser-macht-die-Leute-krank/4280</link>
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;Es gibt Raucher, wenn man bei denen zu Gast ist, dann darf man rauchen. Es gibt Raucher, die rauchen in ihrer eigenen Wohnung nicht und gehen zu diesem Zweck auf den Balkon. Es gibt Nichtraucher, die dulden das Rauchen in ihrer Nähe nicht, auch nicht in ihrer Wohnung und es gibt natürlich auch Nichtraucher, die bei Gästen eine Ausnahme machen und hinterher einfach mal durchlüften.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bei uns gibt es einige Raucher und einige Nichtraucher. Im großen Büro vorne darf nicht geraucht werden, das hat Frau Büser so durchgesetzt. Sie hat vor Ewigkeiten mit dem Rauchen aufgehört, Antonia raucht sowieso nur wenn sie mal &quot;in Gesellschaft ist&quot;, was nichts anderes heißt als daß sie leicht angeheitert sein muß. Sandy will da gar nicht rauchen, ihr ist es viel lieber, wenn sie hin und wieder mal verschwinden kann und sich irgendwo ein Fleckchen sucht, wo sie ungestört ist. &quot;Da riecht dann auch keiner was ich rauche.&quot; Ich paffe nicht mehr ganz so viel, tue das in meinem Büro, aber nicht in den anderen Räumen. Insbesondere im Ausstellungsraum würde der Tabakqualm im Laufe der Zeit alles verdrecken.&lt;br /&gt;
Die Sargdecken und Talare beispielsweise tauschen wir regelmäßig durch. Decken die länger dort hängen würden, bekämen im Laufe der Zeit, allein durch Heizung und Luftbewegung an der zum Laden gewandten Seite eine gewisse Patina, auch ohne Rauchen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In den Beratungszimmern ist das etwas anders. Die Leute die zu uns kommen sind oft so durch den Wind, wie man heute so sagt, daß sie ganz automatisch zu ihren Zigaretten greifen. Das Nuckeln und Zuckeln beruhigt ganz augenscheinlich. Ab und zu biete ich auch mal eine Zigarette an.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wenn aber ein Angehöriger während einer Trauerfeier in unserer Trauerhalle Langeweile bekommt, weil der Pfarrer so lange redet, dann finde ich es unschicklich, daß er sich in unsere holzgetäfelte Halle stellt, dort eine filterlose Zigarette raucht und die Asche in einen an der Wand angeschraubten Prospekthalter schnippt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Frau Büser erwischt ihn, gerade als er die fast fertiggerauchte Kippe in einem Blumentopf ausdrücken und entsorgen will.&lt;br /&gt;
Sie bittet ihn, doch den Aschenbecher rechts am Hinterausgang zu benutzen und wenn möglich dort vor der Tür oder doch zumindest zur Tür hinaus zu rauchen. &quot;Da stehen sie schön windgeschützt, werden nicht nass und können rauchen soviel sie wollen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Eeeentschuldiguuung!&quot; entrüstet sich der Mann: &quot;Wir sind hier schließlich Gast und haben die Trauerhalle für heute gebucht, da sind wir quasi die Hausherren und haben auch zu bestimmen, ob hier geraucht wird oder nicht.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Früher sagte man &quot;Entschuldigung&quot; als Kurzform für &quot;ich bitte um Entschuldigung&quot; und mußte noch darauf hoffen, daß diese Entschuldigung auch angenommen wird. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Kurzform, flapsig hingeworfen, als Freibrief für alle möglichen Benehmensschwächen. Man benimmt sich einfach rotzfrech daneben, sagt hastig &quot;T&#039;schuldigung&quot; und alle anderen haben&#039;s hinzunehmen.&lt;br /&gt;
Heute beginnen viele ihre Sätze mit &quot;Eeeeentschuldiguuung&quot;, geben dem Ganzen so einen fragenden Unterton und wollen damit eigentlich sagen: &quot;Leck mich am Arsch, wie kannst Du es wagen, mich anzusprechen?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Frau Büser hatte keine Probleme, dem Mann klar zu machen, daß er sich an ihre Anweisungen zu halten hat. &lt;br /&gt;
Er rauchte dann eine weitere Zigarette draußen vor der Hintertür und konnte sich beim Wiederhereinkommen nicht des Kommentars erwehren: &quot;Wenn ich jetzt aber krank werden, sind sie das Schuld!&quot;&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Thu, 14 Jan 2010 10:18:23 +0100</pubDate>
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    <title>Der Ingenieur</title>
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;Manchmal kann man zu 100% erahnen was derjenige am anderen Ende der Telefonleitung sagt, wenn man zum Beispiel nur Frau Büsers Sätze hört:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Einbrennungen und Veräscherungen? Nein, das machen wir nicht.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja, das ist richtig, aber sie meinen bestimmt Einäscherung oder Verbrennung.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Gut, wenn sie meinen, daß sie das besser wissen, dann soll es eben so sein.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ich bin nicht pampig zu ihnen, ich wollte nur...&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Na hören sie mal, jetzt werden sie aber pampig zu mir.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Im Grunde genommen ist es doch egal, wie man es nennt, Hauptsache wir beide meinen dasselbe.&quot;&lt;br /&gt;
 &quot;Meinetwegen können sie auch Krematierung sagen, auch wenn das nicht ganz richtig ist.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ich bin keine Besserwisserin, ich weiß es besser.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wir beraten sie gerne und erklären ihnen auch den gesamten Ablauf, kein Problem.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Naja, es könnte ja sein, daß auch sie als Ingenieur nicht den gesamten Ablauf einer Einäscherung genau kennen, außerdem hatten sie ja danach gefragt, ob wir ihnen das genau erklären können.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ich habe doch ihre Fähigkeiten als Ingenieur überhaupt nicht angezweifelt.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Um was geht es überhaupt? Wer ist denn eigentlich verstorben?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wie, sie schreiben nur an einem Artikel für Wikipedia?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Meinetwegen auch für ihr Ahnenwiki...&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nein, das habe ich nicht gesagt!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Also, ich darf ihnen vielleicht vorschlagen, daß sie sich jetzt einen Termin geben lassen und dann kommen sie im neuen Jahr mal vorbei und dann können sie sich gerne alles erklären lassen und alle Fragen stellen, die sie auf dem Herzen haben.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Das war doch nur ein freundliches Angebot...&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Sicherlich sind sie ein guter Ingenieur...&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Das bezweifelt doch niemand...&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Meine Güte, sie rufen doch bei uns an und wollen etwas wissen...&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ich bin keine Klugscheißerin...&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nein, ich habe sehr wohl Respekt vor dem Alter...&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Und wenn schon, Fakt ist, sie rufen hier an, wollen etwas wissen und wenn man es ihnen dann sagt, dann fühlen sie sich in ihrer Ehre als Ingenieur gekränkt.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nein, ich werde nicht beleidigend.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wenn ich sie beleidigen wollte, fiele mir das sicher was Besseres ein.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Sicher, sie können gerne auch mit unserem Chef sprechen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ach weissen&#039;se was, rufen &#039;se doch die Auskunft an!&quot; PÄNG&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Mon, 28 Dec 2009 07:38:01 +0100</pubDate>
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    <title>Verfall</title>
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;Es fällt selbst einem geübten Bestatter, der es gewohnt ist in schwierigen Situationen die Fassung zu wahren, sehr schwer, ernst zu bleiben, wenn die gramgebeugte, trauender Witwe ständig davon spricht, daß der eben eingetretene Tod ihres Mannes und die damit verbundenen Laufereien, ihr gerade deshalb besonders zu schaffen machen, weil sie an einem akuten Bandscheidenverfall leidet.&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Thu, 03 Dec 2009 09:45:33 +0100</pubDate>
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    <title>Verhütung</title>
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;Ich schaue eine Sterbefallakte durch und mein Blick fällt auf das Feld in dem der Beruf des Verstorbenen notiert ist.&lt;br /&gt;
Dort hat Dandy aufgeschrieben: &quot;Verhütungsingenieur&quot;.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Was bitte macht ein Verhütungsingenieur? Entwickelt der Kondome? Latexmaschinen?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein paar Stunden später ist die Witwe da und bringt den guten Anzug ihres Mannes. Er soll was Eigenes anziehen.&lt;br /&gt;
&quot;Ich hätte da noch eine Frage zum Beruf Ihres Gatten&quot;, beginne ich vorsichtig und sie sagt sogleich: &quot;Ja, der war ja viel Im Ausland, der hat Hochöfen gebaut. Der war Verhüttungsingenieur.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Was so ein simples T doch ausmachen kann, oder?&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Tue, 01 Dec 2009 16:24:00 +0100</pubDate>
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    <title>Die Dreizehner Leiche</title>
    <link>http://bestatterweblog.de/archives/Die-Dreizehner-Leiche/4169</link>
            <category>Kunden!</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;Es ist schon dunkel draußen, es wird ja früh dunkel um diese Jahreszeit und im Büro ist es gemütlich warm. Das heißt, wenn ich ehrlich bin, schwitze ich wie ein Torero der des Stieres Horn im Hinterteil stecken hat, es ist nicht nur warm, es ist brütend heiß. &quot;Is&#039; schön gemütlich!&quot; kräht Antonia und Sandy läuft ebenfalls an meinem Büro vorbei, barfuß natürlich, und schließt sich unserem Dickerchen an: &quot;Ja, richtig schön angenehm!&quot; Und im Schlepptau folgt ihnen Frau Büser, die zwar eine dicke Strickjacke trägt, es aber immer &quot;noch ein kleines bißchen kühl findet, nicht mehr ganz so kalt wie gestern aber immer noch nicht so richtig schön warm&quot;.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich lehne mich in meinem Sessel zurück und seufze schicksalsergeben und während ich mich so zurücklehne, fällt mein Blick nach oben... und was sehe ich da: Kondenswasser sammelt sich an meiner Decke in dicken Tropfen, wie in einem tropischen Gewächshaus. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es ist die kalte Jahreszeit und das bedeutet, daß wir Männer hier in der Firma gebrüht, gesotten und getrocknet werden, während der weibliche Teil der Belegschaft und Familie ständig friert.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Aber das wollte ich eigentlich gar nicht erzählen.&lt;br /&gt;
Passt auf! Da klingelt es an der Tür und weil ich die Hoffnung hege, beim Öffnen der Tür etwas Frischluft abzubekommen, beeile ich mich und bin als Erster dort. Draußen steht eine ältere Dame und fragt: &quot;Sie sind doch ein Bestattungshaus, oder?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Also ich bin Bestatter und das hier ist das Bestattungshaus.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Na prima, meine Schwester ist tot.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und wie tausende Male zuvor zu anderen Leuten, sage ich auch zu dieser Dame: &quot;Bitte kommen Sie doch herein&quot;, trete an die Seite und während die kleine zierliche Frau, die ein bißchen aussieht wie Inge Meysel, eintritt, sehe ich, daß draußen vor der Tür ein Wagen steht in dem jemand auf dem Beifahrersitz sitzt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ist das Ihr Auto?&quot; frage ich Frau &quot;Meysel&quot; und deute auf den feuerwehrroten B-Kadett. Die Dame nickt und fragt: &quot;Wieso? Darf der da nicht stehen? Ich fahr ihn schnell weg.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nein, das ist es nicht, da können Sie parken, aber wollen Sie Ihre Begleitung nicht auch hereinbitten, es ist doch schon ziemlich kühl draußen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nö, das macht der nix aus, DER nicht!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Gut, ich lasse es dabei bewenden und führe die Dame zum Beratungszimmer. Auf dem Weg dorthin kommt mir Frau Büser entgegen und fragt im Flüsterton: &quot;Da sitzt doch noch jemand im Auto, wollen wir den nicht hereinbitten?&quot;&lt;br /&gt;
Ich schüttele nur kurz den Kopf und sage: &quot;Das geht schon in Ordnung.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;So sitze ich also schon eine ganze Weile mit Frau &quot;Meysel&quot;, die in Wirklichkeit Frau Schöngruber heißt, im Gespräch und wir haben schon ziemlich alles wegen der Erdbestattung ihrer Schwester besprochen, da klopft es kurz, Frau Büser tritt halb ein und sagt: &quot;T&#039;schuldigung falls ich störe, Chef, da ist was mit dem Dreizehner.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Keiner bei uns weiß was ein Dreizehner ist, es könnte durchaus ein 13er Schraubenschlüssel sein, aber es spielt überhaupt keine Rolle. &quot;Der Dreizehner&quot; ist nur ein verabredetes Codewort für &quot;kommen Sie sofort mit, auf der Stelle, jetzt, unverzüglich!&quot; Wir haben mehrere solche Ausdrücke, die Kunden müssen ja nicht alles mitbekommen. Frage ich zum Beispiel im Beisein eines Fremden nach einem bestimmten Mitarbeiter und derjenige befindet sich gerade auf der Toilette, dann lautet die Antwort immer, daß derjenige &quot;in Abteilung 17&quot; ist. Kunden, die noch nie in einem Kaufhaus gearbeitet haben, wo solche Kürzel auch gebräuchlich sind, ahnen nicht, worüber wir uns unterhalten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Aber jetzt ist niemand &quot;auf 17&quot;, sondern es stimmt was mit dem &quot;Dreizehner&quot; nicht, also entschuldige ich mich kurz bei Frau Schöngruber und folge Frau Büser. Die ist ganz aufgeregt und zieht mich hinter sich her ins Weiberbüro schräg gegenüber: &quot;Chef, das glauben Sie nicht!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Was glaube ich nicht?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Los Antonia, erzähl!&quot; fordert Frau Büser Antonia auf.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Antonia und Sandy sind auch ganz aus dem Häuschen und Antonia erzählt: &quot;Der Frau Büser hat die Person im Auto so leid getan und da hat sie mich gebeten, ich soll doch mal rausgehen und fragen, ob die vielleicht einen heißen Kaffee will, es ist doch kalt draußen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja und?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja und dann bin ich rausgegangen und hab in das Auto geguckt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja und, weiter?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Da da... da...&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Hör doch auf zu stammeln&quot;, unterbricht Sandy ihre Kollegin und setzt an ihrer Stelle den Bericht fort: &quot;Antonia ist also gucken gegangen und hat an die Scheine geklopft und die Person hat sich nicht bewegt.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Und dann hab ich mit meiner kleinen Taschenlampe am Schlüsselbund da reingeleuchtet&quot;, sagt Antonia und hechelt vor Aufregung wie ein Mops nach einem Dauerlauf.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja und dann?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Dann hab ich sie gesehen!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wen?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Na die Leiche!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Was denn für eine Leiche?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Na, da sitzt eine Leiche auf dem Beifahrersitz!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nee, oder?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Doch!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Glaub&#039; ich nicht.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Doch ehrlich, Chef, ich schwör&#039;!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In dem Moment geht die Tür vom Beratungszimmer auf und Frau Schöngruber schaut heraus: &quot;Sie, wo ist denn da mal die Toilette, ich müßte mal den Kaffee wegbringen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Antonia und Frau Büser zucken zusammen, Sandy zieht die Augenbrauen hoch und ich stehe da zwischen den vier Frauen und muß jetzt Licht in die Sache bringen.&lt;br /&gt;
Sollte Frau Schöngruber eventuell wirklich die Leiche ihrer Schwester gleich mitgebracht haben?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Entschuldigung, Frau Schöngruber, unsere Frau Büser wird ihnen sofort zeigen, wo die Toiletten sind, aber erlauben Sie mir bitte eine Frage. Meine Mitarbeiterin ist an Ihrem Auto vorbeigekommen und hat die Person auf dem Beifahrersitz gesehen, wer ist das denn bitteschön?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Kann ich Ihnen gleich zeigen, aber erst muß ich den Kaffee ablassen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Während Frau Büser die Dame zum WC begleitet stehen wir anderen herum und warten ungeduldig. Es vergehen endlose Minuten, die Alte muß eine Badewanne voll Kaffee getrunken haben...&lt;br /&gt;
Endlich kommt sie, klappert mit ihrem Autoschlüssel und meint: &quot;Wollen wir?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sie schließt die Beifahrertüre auf und im schwachen Schein der Straßenbeleuchtung sehe ich das ganze Leichendrama in allen Ausmaßen.&lt;br /&gt;
Frau Schöngruber sagt: &quot;Darf ich vorstellen, das ist Franziska!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sandy ist die Erste die lacht, dann fällt auch Antonia in das Lachen ein und schließlich kichert auch Frau Büser vor sich hin.&lt;br /&gt;
Vor uns auf dem Beifahrersitz hockt keine Leiche, sondern eine in Männerkleidung gewandete Aufblaspuppe aus dem Sex-Shop, die ein ziemlich alte graue Lockenperücke auf dem Kopf hat.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Frau Schöngruber macht eine galante Handbwegung und sagt: &quot;Das ist Franziska, meine Begleiterin, die sitzt immer neben mir im Auto. Seitdem ich Franziska habe, ist nie wieder in mein Auto eingebrochen worden und vor allem... es sprechen mich keine Männer an, als Frau kann man ja nicht vorsichtig genug sein.&quot;&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Tue, 17 Nov 2009 20:39:09 +0100</pubDate>
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    <title>Das dauert aber lange</title>
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            <category>Kunden!</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;&quot;Ja, der Vatter ist tot, komm&#039;se bitte schnell vorbei, der muss abgeholt werden.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach dem Abfragen der üblichen Dinge (war der Arzt schon da, Adresse usw.) notiere ich die Telefonnummer, gebe vor, daß ich kurz mit dem Fahrdienst sprechen müsse und rufe dann zurück. Sicher ist sicher. Es ist wieder derselbe Mann am Telefon und ich erkläre ihm, daß es ungefähr 45 Minuten dauert. Manni, unser Fahrdienstleiter, und sein Kollege müssen erst in die Firma kommen, das dauert alleine schon 25 Minuten, sich dann fertigmachen und den Wagen checken und dann müssen sie ja auch noch zur angegebenen Adresse fahren. Da sind 45 Minuten schon schöngeredet, vermutlich wird es eine Stunde dauern.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Aber das kann ich den Leuten nicht sagen, denn solange es weniger als eine Stunde ist, wird es akzeptiert, alles was länger dauert, empfinden die Leute oft schon als Zumutung. Da sagen wir lieber 45 Minuten und rufen dann nach 45 Minuten nochmals an und sagen, daß der Wagen unterwegs ist und in Kürze da sein müßte, so etwa 20 Minuten noch.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dauert es dann doch noch länger, ruft Manni vom Wagen aus mit dem Handy an, fragt nochmals die Adresse ab und hängt nochmals eine Viertelstunde dran. Das ist kein übler Trick, das ist Notwendigkeit.&lt;br /&gt;
Natürlich wollen alle nur das Beste für den toten Opa oder die tote Mutter, und jeder kleinste Fehler würde uns angekreidet, als hätten wir den Angehörigen das ganze Leben zerstört, aber daß die Leiche nur eine Sekunde länger zu Hause bleibt, das geht auf gar keinen Fall. &quot;Wann kommen Sie? In &#039;ner Dreiviertelstunde? Geht das nich schneller?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Sie wohnen in xxx-berg, alleine für die Fahrt brauchen wir gut 20 Minuten...&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Na also, dann sind&#039;se in 20 Minuten da, nich?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ein kleines bißchen länger wird&#039;s wohl dauern, aber wir kommen so schnell es geht.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nee, der muß nämlich weg hier, der kann doch hier nich so tot rumliegen, das is ja voll eklig, der hat die Augen und den Mund offen, das ist nich schön. Vor allem nich wegen die Kinder.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wenn Sie möchten, können Sie dem Verstorbenen ja ein Laken über den Körper legen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Waschen Sie das hinterher? Nee, kommt ja gar nich in Frage. Holen Sie den ab und gut is. Wir woll&#039;n morgen in Urlaub fahren und ich brauch dann noch &#039;ne Mütze voll Schlaf.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;55 Minuten hat es gedauert und Manni und der andere Fahrer sind noch unterwegs zu uns, da ruft der Mann wieder an:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wegen die Urne. Tun‘sen verbrennen und inne Urne, aber machen sie die Trauerfeier erst in drei Wochen, damit wir wieder aus dem Urlaub zurück sind.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wir müssten uns vorher noch zusammensetzen und einiges besprechen...&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wenn ich gewusst hätte, daß Sie so&#039;n Zirkus machen, hätt&#039; ich woanders angerufen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Naja, das ist überall gleich.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wie machen wir das jetzt?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Am Besten Sie kommen eben vorbei, dauert auch nicht lange.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wenn&#039;s sein muß, was für&#039;n Aufwand, ist doch alles klar, verbrennen, Urne, anonym.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Das können Sie ja dann so in Auftrag geben.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Dann mach ich mich mal auffen Weg, weil meine Frau kommt nich mit, die legt sich schonma&#039; hin, wir fahren doch morgen innen Urlaub.&quot;&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Thu, 05 Nov 2009 09:34:55 +0100</pubDate>
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    <title>Sandy wird gerügt</title>
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;Der folgenden Wiedergabe eines Telefongesprächs ist vorausgegangen, daß wir der Familie B. eine Rechnung geschickt haben. Und weil die B.s irgendwo wohnen, wo Sandy jeden Tag vorbei kommt, hat sie gesagt, daß sie den Brief auf dem Heimweg eben dort einwirft.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;...ist kein Problem, wir bezahlen das heute gleich, aber die Frau, die war ja unverschämt.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ach? Was ist denn vorgefallen? Was hat sie denn gesagt?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nichts.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nichts?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nein, gar nichts, wir haben die ja gar nicht gesehen, unser Nachbar hat uns das nur erzählt, die habe eben angehalten, sei aus dem Auto gesprungen und hat eben den Brief eingeworfen und ist dann gleich wieder weitergefahren.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ach? Und dabei war sie unverschämt?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt; &quot;Jawoll! Die hat nämlich mit dem Breifkasten geklappert.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Meine Güte!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja! Wir haben nämlich eine Haustür aus Holz und da ist ein Schlitz drin...&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Das tut mir leid für Sie.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;...und vor dem Schlitz ist eine Klappe aus Messing...&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;och, herrjeh!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;...und mit dieser Klappe hat sie geklappert, aber sowas von geklappert, wir sind bald vom Sofa gefallen vor Schreck.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ach, Du meine Güte!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja, da sind sie baff, nicht?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Und wie!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja und jetzt?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wie, und jetzt?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Machen Sie jetzt irgendwas?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Aber sicher doch. Ich werde die Mitarbeiterin zu einem Gespräch zu mir rufen und die ernsthaft ermahnen, künftig nicht mehr mit Messingklappen an Holzhaustüren zu klappern.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Versprochen?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Versprochen!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja, dann ist ja gut.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wiederhören!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Jau, wiederhören...&quot;&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Thu, 22 Oct 2009 06:04:36 +0200</pubDate>
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    <title>Second Hand</title>
    <link>http://bestatterweblog.de/archives/Second-Hand/4052</link>
            <category>Kunden!</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;&quot;Ja, das ist ja alles gut und schön, aber haben Sie nicht vielleicht was Gebrauchtes?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nee, haben wir nicht. Ich zeige der Kundin die ganz günstigen Sachen, signalisere ihr, daß wir ihr beim Preis noch etwas entgegenkommen und spreche auch die Möglichkeit der Ratenzahlung an.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Was Gebrauchtes haben Sie nicht?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wo sollten wir das her haben? Die Särge landen in der Erde oder im Feuer und auch die Urnen bekommen wir nicht zurück.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nichts Gebrauchtes, also so second hand?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nö.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Sollten&#039;se aber mal drüber nachdenken, der Markt wächst!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Na, dann werd&#039; ich mal nachdenken...&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Wed, 21 Oct 2009 07:42:15 +0200</pubDate>
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    <title>Die Sieblers</title>
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            <category>Kunden!</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;Die Siebler waren da und sind nun gegangen, in zwei verschiedene Richtungen und mit hochroten Köpfen. Aber ich muß anders herum anfangen: Die Familie Siebler kam vor etwa einer Stunde, um eine Beerdigung für ihren verstorbenen Vater zu bestellen. Der alte Mann war schon lange verwitwet, zuletzt im Heim gewesen und so standen seine sechs Kinder und Schwiegerkinder bei uns in der Halle und meldeten seinen Tod.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Abläufe bei uns sind ja ziemlich routiniert und normalerweise führe ich die Angehörigen immer zu einem ersten Gespräch in eines der Büros. Dort frage ich die persönlichen Daten des Verstorbenen ab, kläre schon mal das Grundsätzliche und wenn ich dann weiß, was für eine Bestattung es wird und was für ein Grab die Leute wollen, dann geht es ans Aussuchen von Sarg, Urne und Wäsche.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bei den Sieblers kam aber alles anders. Die waren nämlich der Meinung, daß ein Bestatter ein Halsabschneider ist und hatten sich schon vorher im Internet schlau gemacht. Mit einigen Blättern in der Hand gab sich einer der Schwiegersöhne als frischgebackener Bestattungsexperte zu erkennen und wußte schon auf meine Einladung ins Beratungszimmer alles besser: &quot;Nein, wir haben gelesen, daß man sich erst auf den günstigsten Sarg einigen sollte, wo haben Sie die denn stehen?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nach Beifall heischend schaute er sich feixend in Richtung seiner Verwandtschaft um und ich führte die Familie freundlich lächelnd in unseren Ausstellungsraum. &quot;Bitte schauen Sie sich um...&quot;&lt;br /&gt;
Weiter kam ich gar nicht, denn der mit den Zetteln wedelte mir mit seinen Blättern vor der Nase herum: &quot;Nix da, das sind ja alles Prunksärge, wo sind die günstigen?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Da vorne, Sie müssen nur mal schauen...&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ich meine die ganz günstigen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Da ist auch einer für knapp 400 Euro dabei, günstiger geht es dann nicht mehr.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;So, an dieser Stelle hätte das Gespräch dann so weitergehen können, wie man es schon so oft erlebt hat und ich hätte sowieso gewonnen. Ich bin doch schließlich der Kaufmann und der Fachmann und ich weiß aus hunderten von ähnlichen Begegnungen, wie man letztlich das verkauft was richtig ist. Aber ich brauchte gar nichts zu sagen, denn der andere Schwiegersohn machte deutlich, daß er den anderen weder persönlich noch wegen seiner Internetklugheit leiden kann: &quot;Jetzt pack mal Deinen Scheiß da weg, wir wollen schließlich beraten werden.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Aha, also waren es doch nicht DIE Sieblers, sondern einige oder vielleicht nur einer von ihnen.&lt;br /&gt;
Doch ich komme gar nicht dazu, das näher untersuchen zu können. Die Sieblers geraten an Ort und Stelle dermaßen in Streit, daß die Fetzen nur so fliegen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wer hat denn Vater drei Monate lang gepflegt?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja und, was sind schon drei Monate, wir hatten Mutter ein halbes Jahr bei uns.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Das ist ja noch gar nichts, wir sind vier Jahre lang hingefahren und haben denen das Haus geputzt!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja, das Haus was Du für Dich ganz alleine haben willst, wer hat Vater denn zu einem Testament überredet?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;...&lt;/p&gt;&lt;p&gt;So ging es fast eine Viertelstunde und ich habe sie gelassen. Normalerweise würde ich da höflich einschreiten, aber vielleicht brauchen die das, um erst einmal Ordnung in ihren Krempel zu bringen.&lt;br /&gt;
Am Ende haben alle rote Köpfe, die Frauen sind entrüstet, die Männer wütend und schließlich haut der erste beleidigt ab. Ihm folgen zwei Fraktionen, die sich vor der Tür trennen und verschwinden.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;So stehe ich da, die Sterbepapiere des alten Sieblers in den Händen, sage mal so eben für mich ganz alleine &#039;Tschüß&quot; und warte nun, daß die wiederkommen. Die kommen immer wieder.&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Thu, 15 Oct 2009 15:18:20 +0200</pubDate>
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    <title>Schadensersatz gefordert: Pfarrer war besoffen</title>
    <link>http://bestatterweblog.de/archives/Schadensersatz-gefordert-Pfarrer-war-besoffen/3991</link>
            <category>daily stuff</category>
            <category>Fundstücke</category>
            <category>Kunden!</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;&quot;Familie fordert Entschädigung für betrunkenen Pastor&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein bißchen hilft das zunächst, wenn man liest, daß das in Schweden passiert ist: &quot;Letzte Blamage: Ein schwedischer Pastor ist völlig betrunken zu einer Beerdigung erschienen und hat beim Begräbnis für Chaos gesorgt. Nun fordert die Familie des Verstorbenen eine Entschädigung von der evangelischen Kirche.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,652939,00.html&quot;&gt;Spiegel online berichtet darüber.&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Am Wichtigsten bei der Sache erscheint mir dieser Satz: &quot;Bei der Erinnerung an den Verstorbenen müssten die Angehörigen nun immer als erstes an den betrunkenen Pastor denken, klagte die Familie,&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es ist tatsächlich so, daß die Angehörigen nicht nur solche gravierenden Vorfälle wahrnehmen, sondern in der ungewohnten Umgebung und der befremdlichen Situation oft auch kleinste Kleinigkeiten entdecken. Kleinigkeiten, die man als ständig damit Betrauter, für völlig normal oder nebensächlich hält oder die gar völlig normal sind und nur als seltsam oder fehlerhaft mißverstanden werden. Es kann natürlich immer mal was passieren und ich glaube, jeder Kollege wird mir zustimmen, daß man 200 Beerdigungen abwickeln kann und 200 mal wird einem was auffallen, was nicht so hätte sein sollen, was besser hätte sein können oder was schief gelaufen ist. So eine Bestattung ist immer ein Puzzle aus Hunderten von kleinen Bausteinen und einer von denen verschiebt sich immer. Glücklicherweise wissen die Angehörigen ja zunächst in den meisten Fällen gar nicht, daß da irgendwas anders hätte sein müssen und so gibt es in diesen vielen Fällen keine Beschwerden.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Oft genug kommt es aber auch zu Patzern, ob nun die Orgel schräg zu pfeifen beginnt oder der Pfarrer die Namen vertauscht; und das fällt natürlich jedem auf. Hier gilt es gut zu reagieren und an Ort und Stelle zu versuchen, den Schaden wieder gut zu machen. Denn sonst ist der Tag unrettbar verloren und nur das Negative brennt sich in die Erinnerung der Leute ein.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Hin und wieder stellen sich die Kunden aber auch bestimmte Dinge anders vor oder mißverstehen etwas. Nehmen wir als Beispiel einen Vorfall von neulich: Mit der Witwe war vereinbart, daß unmittelbar vor dem Absenken des Sarges in das Grab der Deckelschmuck angenommen und an die Seite gelegt wird. So können die Blumen nach dem Zuschaufeln noch eine Weile oben auf dem Grabhügel zur Zierde gereichen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Sohn und die Schwiegertochter wußten von dieser Vereinbarung nichts und kamen unmittelbar nach der Beerdigung in unser Büro gerauscht und regten sich fürchterlich darüber auf, daß wir ihrem toten Vater die Blumen geklaut haben, um sie &quot;ganz sicher nochmals zu verkaufen&quot;.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein anderer Fall: In der Kapelle des Südfriedhofes muß die kleine Totenglocke im Türmchen eine ganze Weile anschaukeln, bis sie endlich das erste dünne Bimmeln von sich gibt. Bevor es also zum ersten Mal läutet, schwingt sie rund ein Dutzend mal hin und her, wobei die Mechanik etwa 20 mal ein leises klopfendes Geräusch verursacht. Das kennen alle Leute und dieses Klacken und Klopfen ist immer das Signal, daß die Trauerfeier gleich zu Ende geht. Die Frauen packen dann schon mal die Taschentücher weg und die Männer fangen an sich zu räuspern.&lt;br /&gt;
Leute von Auswärts kennen das natürlich nicht. So kam es, daß sich eine Familie ganz bitter beklagte, in der Trauerhalle sei zu hören gewesen, wie nebenan ein Sarg zugenagelt worden sei.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Als Bestatter mußt du sabbeln, sabbeln, sabbeln... Man muß vorher alles haarklein erklären und aufzählen, auch solche Eventualitäten berücksichtigen und erwähnen und an wirklich winzige Nebensächlichkeiten denken.&lt;br /&gt;
Die Leute erleben einen ganz besonderen Tag, einen Tag, an den sie noch lange zurückdenken werden und man muß schauen, daß alles so perfekt wie möglich abläuft.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Was den betrunkenen Pfarrer anbetrifft: Ich kenne zumindest einen, und damit sind wir wieder beim Thema Alkohol, der kann überhaupt nur dann Trauerreden (sehr gut!) halten, wenn er vorher zwei Fläschchen Doppelkorn geleert hat. Es sind grüne Fläschchen mit einem roten Schraubverschluß.  Und immer muß man sich seinen Witz anhören: &quot;Sehen Sie, es gibt auch bei den Grünen ein paar Indianer, die erkennt man am roten Köpfchen! Hahaha, gluck gluck....&quot;&lt;br /&gt;
Ich glaube, diesen Spruch sagt er schon 30 Jahre. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;small&gt;Den Link zu SpOn fand übrigens Leser &quot;leere Dose&quot;&lt;/small&gt;&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Fri, 02 Oct 2009 20:48:06 +0200</pubDate>
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    <title>Nachverhandlungen</title>
    <link>http://bestatterweblog.de/archives/Nachverhandlungen/3968</link>
            <category>Kunden!</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;Nee, das mache ich nicht! Familie Kugler hat bei uns vor zwei Wochen eine Bestattung in Auftrag gegeben und wir haben alles zur vollsten Zufriedenheit abgewickelt. In unser dickes &quot;Gästebuch&quot; haben die Kuglers eingetragen: &quot;Vielen Dank für die perfekte Betreuung und die würdige Ausführung der Bestattung. Wir werden Sie weiter empfehlen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Jetzt haben die Kuglers gestern unsere Rechnung bekommen und heute Morgen steht Herr Kugler bei uns im Büro und möchte gerne nachverhandeln.&lt;br /&gt;
Da wäre ja noch was zu klären... Da gibt es nichts zu klären. Im ersten kurzen Gespräch hatte ich Herrn Kugler einen Preis von 2.800 Euro für eine Erdbestattung genannt, so als grobes Richtmaß. &lt;br /&gt;
Dann sprach er mit seiner Schwester und beide kamen dann kurz darauf vorbei und wir besprachen alles im Detail. So wie immer habe ich alles gleich in unser Auftragsformular eingetragen und während die Leute noch bei mir saßen und Klönschnack hielten, haben die fleißigen Damen vorne im Büro das Ganze eben in den PC eingetippt und einen Kostenvoranschlag ausgedruckt, der dann von den Kuglers gemeinsam kurz geprüft und unterschrieben wurde und sich dadurch in eine Auftragsbestätigung verwandelte.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der dort ausgewiesene Betrag belief sich dann tatsächlich auf 2.100 Euro, war also viel günstiger, als was ich nach erstem Überschlagen im Kopf ausgerechnet hatte.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nun will Kugler nachverhandeln. Er habe im Internet eine Seite gefunden, wo ein Berliner Bestattungsunternehmen das schon für die Hälfte macht und nun nimmt auch er das in letzter Zeit wohl an Gebräuchlichkeit zunehmende Wort &quot;Wucher&quot; in den Mund: &quot;Sie können doch nicht das Doppelte von dem verlangen, was Ihre Konkurrenz nimmt, das ist ja Wucher!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wir nehmen aber gar nicht das Doppelte von dem, was unsere Konkurrenz nimmt, in der Regel schaffen wir es, deutlich günstiger zu sein. Dabei ist es keine Kunst, die Eichenlaubs in die Tasche zu stecken. Die Filiale der &quot;Pietät Eichenlaub&quot; wirbt zwar mit der &quot;preisgünstigen Volksbeerdigung&quot;, aber wenn die Leute dann mit dem unterschriebenen Auftrag wieder rauskommen, steht da immer ein Betrag drauf, für den hätte es jeder andere Bestatter locker auch machen können; da kommt ja immer noch dieses und jenes dazu und es finden sich immer Gründe, warum ausgerechnet bei diesem Kunden das preiswerte Paket so gar nicht in Frage kommt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Berliner Internetbestatter bietet seine Dienste nur deshalb so billig an, weil er sich die Auswahl des Friedhofs, des Krematoriums und des Grabes vorbehält. Außerdem kommen ja noch die Überführungskosten hinzu. Das bedeutet, er bietet seine Dienste zwar bundesweit an, man muß aber noch einen ganz deutlichen Betrag dafür bezahlen, daß da ein Bestattungswagen kommt und den Verstorbenen, sagen wir von München nach Berlin transportiert; und diese Fahrt muß man natürlich doppelt bezahlen (leer hin und voll zurück). Fairerweise muß man sagen, daß die Kilometerkosten recht günstig sind, aber diese Kosten entstehen nunmal. Na und dann findet die Beisetzung auf einem Friedhof statt, der zwar in Deutschland liegt, aber von dem man erst einmal gar nicht weiß, wo der liegt. &quot;Friedhof nach Wahl des Bestatters&quot; kann ja irgendwo in der Lüneburger Heide sein oder im tiefsten Westerwald oder nahe an der polnischen Grenze. Wer will das schon, wenn man nicht gerade da wohnt?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Unterm Strich kostet da die Bestattung dann inkl. aller Gebühren auch so um die 2.600 Euro...&lt;br /&gt;
Von &quot;billiger&quot; kann also gar keine Rede sein, selbst wenn das im Sinne von preiswerter gemeint ist.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das will Herr Kugler aber nicht gelten lassen, sondern posaunt: &quot;Da gibt&#039;s doch sowas von der EG, neues EU-Recht oder so, hab ich bei &#039;wiso&#039; gesehen oder bei RTL, da müssen Sie doch jetzt den gleichen Preis machen wie das günstigste Angebot aus dem Internet. Ich bekomme also noch Geld zurück.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;So eine Regelung gibt es nicht und außerdem ist das Angebot, das sie mir da vorlegen, auch gar nicht günstiger, sondern teurer. Gäbe es so eine Regelung, müßten Sie MIR jetzt eigentlich noch 500 Euro bringen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Was?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja sicher doch.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ne, ne, ne, ne, neeee, so geht das aber nicht!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja aber klar doch. Wenn es so eine EU-Regelung gibt, daß immer der Preis aus dem Internet gilt, dann würden ja jetzt 2.600 Euro gelten und das ist 500 Euro mehr...&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ich mein&#039; ja auch dieses Angebot hier&quot;, muffelt Herr Kugler und kramt einen anderen Bildschirmausdruck hervor. Da geht es um eine Billigbestattung für 599 Euro, Feuer, anonym, ohne Friedhofsgebühren.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich erkläre ihm den Unterschied, er will das aber nicht einsehen und fragt: &quot;So, wo kann man sich denn jetzt beschweren?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Bei mir.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja aber Sie wollen mir ja keinen Preisnachlass geben.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nö.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Dann hilft meine Beschwerde ja gar nichts.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Eben.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Das ist doch aber voll ungerecht.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Find&#039; ich nicht, ich kann&#039;s aber nicht ändern. Sie vergleichen hier Äpfel mit Birnen, aber selbst wenn Sie mir eine günstigere Kostenaufstellung für die gleiche Leistung bringen würden, hätten Sie meinen Kostenvoranschlag unterschrieben und sind damit auch verpflichtet nach Erbringung unserer Leistung diesen Betrag zu bezahlen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ist das so?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja, so ist das.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Das ist aber doof.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nö, das ist so.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Mist!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wenn Sie jetzt gleich bezahlen, bekommen Sie 3% Barzahlungsskonto.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Gut, dann gehe ich eben zur Bank und hol&#039; das Geld, man muß ja sehen wo man bleibt.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Eben.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Was?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ich sagte: Prima.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ach so.&quot;&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Fri, 25 Sep 2009 09:17:24 +0200</pubDate>
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    <title>Schwerer Fall von Inzucht</title>
    <link>http://bestatterweblog.de/archives/Schwerer-Fall-von-Inzucht/3917</link>
            <category>Kunden!</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;&quot;Und bringen Sie bitte das Stammbuch oder die Heiratsurkunde Ihrer Eltern mit.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Das Stammbuch?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Haben wir, weiß ich genau. Bringen wir mit.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Gut.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wenn wir dann vorbeikommen, sollen wir dann das Stammbuch mitbringen?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja, bringen Sie es einfach mit.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Das brauchen Sie, oder?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja.&quot;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&quot;Haben wir, ist kein Problem.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Dann ist ja gut.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Da steht die Hochzeit von meinen Eltern drin.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Hm, ja.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Weil meine Eltern waren Geschwister.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wie bitte?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja, beide.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ihre Eltern waren Geschwister?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ja sicher.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Bruder und Schwester?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nein.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Was? Wie bitte?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nee, nur Brüder.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ihre Eltern waren Brüder?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nee, der Vatter hatte zwei Brüder und die Mutter einen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ah so! Ihre Eltern waren also nicht miteinander verwandt.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Doch!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Hmm...&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Die waren Eheleute.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Jaja...&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Deshalb frag ich nämlich.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Weshalb?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wegen den Brüdern.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Was ist mit denen?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Brauchen wir von denen auch das Stammbuch.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nein, nur von Ihren Eltern.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Mein ich doch. Einer von denen muß das nämlich haben.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wieso das denn?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ist halt so, einer macht so Ahnenforschung und hatte sich mal alle Unterlagen ausgeliehen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Aha.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Aber wissen Sie was, ich ruf die jetzt mal alle an und frag nach dem Buch. Muß die ja sowieso anrufen, die wissen ja noch gar nicht, daß mein Vatter tot ist.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Machen Sie das.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Jau, tschüßkes.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Bis später.&quot;&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Sun, 13 Sep 2009 15:23:37 +0200</pubDate>
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    <title>Hummelfiguren</title>
    <link>http://bestatterweblog.de/archives/Hummelfiguren/3847</link>
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;&quot;Mein Enkel bringt mir immer so schöne Sachen mit&quot;, sagte Witwe Beininger zu mir und goß etwas Kaffee nach. &quot;Langsam muß ich aber anfangen, mich von diesem oder jenem zu trennen, mir wird das alles viel zu viel. Ich kann aber auch an nichts vorbeigehen, wenn ich mal in der Stadt bin oder zu einem Flohmarkt gehe, ich finde ja immer was.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich schaute mich in ihrem durchaus geräumigen aber ziemlich zugestellten Wohnzimmer um und mußte ihr zustimmen. Jeder Winkel des Zimmers war mit Schränken, Vitrinen und Regalen zugestellt, sodaß für die Sitzmöbel kaum Platz blieb.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wissen Sie, junger Mann&quot;, fuhr die alte Dame fort und streichelte dabei liebevoll über eine Hummelfigur, &quot;ich sehe ja auch fast nichts mehr und mir ist beim Abstauben schon das eine oder andere heruntergefallen. Ich glaube, ich werden Stück für Stück alles verschenken.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Daß sie nicht mehr gut sieht, das war allerdings ziemlich offensichtlich:&lt;br /&gt;
 &lt;!-- s9ymdb:498 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;667&quot; style=&quot;border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;&quot; src=&quot;http://bestatterweblog.de/uploads/banane.jpg&quot; alt=&quot;&quot;  /&gt;&lt;/p&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Wed, 02 Sep 2009 11:35:49 +0200</pubDate>
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    <title>Friedrich, der Ornithologische</title>
    <link>http://bestatterweblog.de/archives/Friedrich,-der-Ornithologische/3839</link>
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;Auch nach vielen Jahren können die Angehörigen über uns noch die Grablagen ihrer Verwandten erfragen. Da ruft also einer an:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Sagen Sie mal, Sie haben doch meinen Onkel beerdigt, ich würd&#039; jetzt gern mol wisse, wie lang dass das Grab da noch so läuft.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wie ist denn der Name des Verstorbenen?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Fritz Meier, Fritz wie Friedrich und Meier: Großes M und kleine Eier! Hehehe, hohoho, hahaha.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt; &quot;Friedrich Meier habe ich drei im Computer, haben Sie vielleicht das Geburtsdatum?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;21. Mai 1939&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Tut mir leid, ich habe keinen Fritz Meier mit dem Geburtsjahr 1939.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;1939 ist ja auch mein Geburtsjahr, ICH bin am 21. Mai 1939 geboren.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Aha, und Ihr Onkel?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wees isch net.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Hmm, haben Sie vielleicht die Grablage?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Awwa sischa doch!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Und würden Sie mir die auch sagen?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Hajo, Moment ämohl, Sekündsche..., also der liescht direkt newer der Tante.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Das meinte ich eigentlich nicht mit Grablage, aber vielleicht kommen wir mit der Tante weiter, wie hieß die denn?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Auch Meier!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Dacht&#039; ich mir. Und mit Vornamen?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Hedwig oder Hannelore, is&#039; die Tante vunn meiner Frau.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Haben Sie nicht vielleicht doch die Grablage? Wir schreiben die auf alle Schreiben und Rechnungen mit drauf. Das heißt dann zum Beispiel &#039;Feld 33, Abteilung AF, Grab 21&#039;.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ach so, warum sagen Sie des denn net gleisch? Mooomentsche, Sekündsche, kann sich nur noch um Tage handeln, hehehe, hohoho, hahaha... So, jetzat, do heb isch was: &#039;Feld 12, Abteilung Eff-Eff, Grab 16&#039;.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Augenblick, ich tippe das mal ein... Feld 12, Abt. Friedrich-Friedrich, Grab 16... Sind Sie sicher daß das stimmt? Laut Computer liegt da nämlich ganz jemand anders.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Zwölf, Eff-Eff, 16.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ich hab jetzt nochmals geschaut, das ist das Urnengrab von jemand anders, stimmt denn das was Sie mir sagen?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Zwölf, Eff-Eff, 16, steht so uff Ihrem Schreibe oben rechts.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Genau, das steht immer oben rechts in so einem kleinen grauen Kasten.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Sach isch doch. 12, Eff-Eff, 16.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Also Feld Ein-Zwo, Abteilung Friedrich-Friedrich, Grab Eins-Sechs?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Sag isch doch schunn die gonze Zeit ZWELFE, Eff Eff, Sechzähne!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wie gesagt, ich finde da nichts Passendes, ich wiederhole nochmals vorsichtshalber: Zwölf, Friedrich-Friedrich, Sechzehn.&quot;  (zahl)&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&quot;Genau, awwa mit Vogel-Effs, des sinn zwee Vogel-Effs!&quot;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
*Seufz*&lt;/p&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Tue, 01 Sep 2009 09:37:22 +0200</pubDate>
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    <title>Auge um Auge, Zahn um Zahn</title>
    <link>http://bestatterweblog.de/archives/Auge-um-Auge,-Zahn-um-Zahn/3832</link>
            <category>Kunden!</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;Wotan hat das schon irgendwie richtig eingerichtet, daß Frauen normalerweise etwas länger leben als Männer. Böse Zungen behaupten ja, der Allmächtige würde den Frauen nur am Ende des Lebens die Zeit gutschreiben, die sie mit vergeblichen Einparkversuchen verplempert haben. Ich persönlich sehe es pragmatischer: Vor Jahren sprach ich mal mit einem alten Herrn, der nach 50 Jahren Ehe seine Frau zu Grabe tragen mußte. Nein, in seiner Ehe sei nicht alles schlecht gewesen, erklärte er mir damals, seine Augen schauten durch mich hindurch und er schien für einen Moment sein Leben Revue passieren zu lassen. Dann nickte er, schaute mich an und meinte: &quot;Nein, die sechs Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft, die waren eine gute Zeit in unserer Ehe.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Vielleicht schickt der große Weltenlenker uns Männer also nur deshalb ein paar Jahre früher ins Nirwana, damit wir vor dem immerwährenden Besabbeltwerden durch unsere Frauen (immer!) noch ein paar Jährchen durchatmen können.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Rein praktisch und faktisch gesehen stelle ich aber fest, daß Frauen in aller Regel besser mit dem Verlust ihres Ehegatten klar kommen. Männer tun sich da erfahrungsgemäß doch erheblich schwerer.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das ist auch der Grund gewesen, warum ich zu einem Kunden sagte, wie sehr ich seinen herben Verlust bedauere und daß ich gut verstehen kann, daß er nun befürchtet, im täglichen Allerlei von Waschen, Putzen, Kochen und Bügeln unterzugehen. Er nickte und meinte: &quot;Da muß ich halt jetzt die Augen zusammenbeißen. Wie sagt man? Zähne zu und durch!&quot;&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Sat, 29 Aug 2009 08:20:56 +0200</pubDate>
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    <title>Elastische Blumen</title>
    <link>http://bestatterweblog.de/archives/Elastische-Blumen/3819</link>
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;Sandy neigt ja hin und wieder zu einer etwas lockeren Sprache. Manchmal kommt sie auch mit Übersetzungen amerikanischer Phrasen daher, die im Deutschen nicht viel Sinn machen. Heute Morgen hat sie mit einem Kunden zu tun, der von weither angereist ist, um den finanziellen Teil einer Beerdigung zu erledigen.&lt;br /&gt;
Verstorben ist seine Mutter, er selbst lebt 600 km entfernt und um die Trauerfeier gekümmert hat sich sein an Intelligenzvermeidung leidender Bruder August. &lt;br /&gt;
Dieser August hatte sich zum Beispiel durch den Dauerspaß hervorgetan, den ganzen Monat August hinweg bei jeder Nennung eines Datums, ein &#039;Späßle&#039; zu machen.&lt;br /&gt;
Sandy sagte zu ihm: &quot;Die Trauerfeier ist dann am 6. August und er konterte sofort mit: &quot;Sechster August? Ich bin der erste und einzige August! Hahaha!&quot;&lt;br /&gt;
Sandy: &quot;Die Blumen bestellen wir erst am 5. August...&quot;&lt;br /&gt;
August: &quot;Fünfter August? Mehr als einen gibt es nicht, ich bin der erste August!&quot;&lt;br /&gt;
Klasse! Was haben wir gelacht! So ein Schelm! So ein geborener Komiker...&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Sein Bruder ist aus anderem Holz geschnitzt, geht vermutlich zum Lachen in den Keller, macht ständig ein sauertöpfisches Gesicht und seine Mundwinkel sind schwerkraftaffin, kurzum er kommt direkt aus Österreich zu uns, genauergesagt aus jenem Teil Österreichs, der gar nicht typisch für Österreich ist, aus Wien.&lt;br /&gt;
Am Telefon hatte er mehrfach gesagt, daß alles was sein Bruder August aussucht und bestellt seine völlige Zustimmung findet und wir uns vollkommen an August halten können.&lt;/p&gt;&lt;p&gt; Zur Trauerfeier selbst konnte der Wiener nicht kommen, aber zur Beisetzung der Urne heute Morgen ist er angereist und will anschließend noch die einzelnen Rechnungspositionen durchgehen.&lt;br /&gt;
Jeden einzelnen Betrag lässt er sich genau erklären und hinterfragt jede Artikelbeschreibung. Sein gutes Recht und Sandy erklärt es ihm geduldig. Immer wenn eine Position besprochen ist, schreibt er den entsprechenden Betrag mit einem Bleistift auf die Rückseite einer Tankquittung und errechnet die Zwischensumme.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Am Ende drehte es sich um die Wurfblümchen. &lt;br /&gt;
Wurfblümchen sind kleine Blumen, Blüten oder winzige Sträußchen, die die Angehörigen statt oder zusätzlich zu der Erde, die man symbolisch mit einem Schäufelchen ins Grab wirft, verwenden können.&lt;br /&gt;
Viele kennen das nicht und auch der Österreicher zeigt deutlich, daß er nicht begriffen hat, wofür die kleinen, weißen Sträußchen gedacht waren, denn er trägt seines stolz im Knopfloch am Revers seines Anzugs.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Immerhin hatte sein Bruder August es ihm richtig vorgemacht und eines der sechs bereitliegenden Sträußchen gegriffen und ins Loch mit der Urne geworfen. &quot;Na denn!&quot; war sein Kommentar gewesen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Warum sind da sechs Sträußchen aufgeschrieben, wir waren doch nur zu viert!&quot; meckerte der Wiener zum wiederholten Male und Sandy argumentiert, sein Bruder August habe von einer Handvoll Leute gesprochen und das sei doch eher eine ungenaue Angabe und außerdem koste jedes Sträußchen nur 3 Euro.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Eine Handvoll sind genau fünf, nicht einer mehr, nicht einer weniger.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Gut, es macht uns keine Probleme, ein Sträußchen von der Rechnung abzuziehen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nichts da! Wir haben bloß vier gebraucht und somit zahle ich auch nur vier.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das mußte er Sandy nicht zweimal sagen, sie antwortete wie aus der Pistole geschossen: &quot;Eine Handvoll sind genau fünf...&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nichts da! Vier und basta!&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und jetzt kommt jener Spruch, den ich eingangs mit lockerer Sprache meinte. Sandy strich die ganze Position mit den Wurfsträußchen, damit die liebe Seele Ruh&#039; hat und sagte: &quot;Jetzt machen Sie sich mal elastisch, wir streichen das.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Jetzt machen Sie sich mal elastisch! Hab ich so in dieser Form jetzt auch noch nicht gehört.&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Wed, 26 Aug 2009 10:13:48 +0200</pubDate>
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    <title>Stimmlage</title>
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            <category>Kunden!</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;&quot;Natürlich bin ich traurig, aber Sie glauben ja nicht, was die für eine unangenehme Stimme hatte. Seit 40 Jahren lag die mir in den Ohren und jetzt die letzten zwei Jahre hat sie nur noch gesabbelt und die Stimme ist immer unangenehmer geworden. Ich hab&#039; ja nur noch &#039;Ja&#039; sagen dürfen und die hat von morgens bis abends gesabbelt. Fürchterlich sage ich Ihnen. Ganz ehrlich? Ich bin froh daß jetzt Ruh&#039; ist.&quot;&lt;/p&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 08 Aug 2009 15:25:23 +0200</pubDate>
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    <title>Das zählt nicht mehr</title>
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;Als eine der besten Methoden, um bei säumigen Zahlern Geld einzutreiben, hat es sich erwiesen, die Leute einfach anzurufen. Sandy ist darin sehr gut und auch ich bin da recht hartnäckig.&lt;br /&gt;
Eben telefoniere ich mit einem Kunden, der uns nun schon drei Monate auf knapp 2.000 Euro warten läßt. Zwei Wochen lang hatte er eine Ansage auf dem Anrufbeantworter, er und Tina seien auf Capri in der Sonne und er grüße alle Daheimgebliebenen.&lt;br /&gt;
Na, wenn der Geld für Urlaub hat, dann kann er auch bezahlen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Doch seine Argumente sind unschlagbar:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ich komm ja nicht zur Bank, weil ich immer mit Ihnen telefonieren muß.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Meine Güte, ich habe jetzt in Abständen von einem Monat drei mal bei Ihnen angerufen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wollen Sie nun ihr Geld oder wollen Sie quatschen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Na, dann bin ich ja mal gespannt, ob ich dann nächste Tage was auf dem Konto hab.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;So schnell geht das auch nicht. So in vier bis sechs Wochen vielleicht.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Warum dauert das so lange?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Weil das Finanzielle macht bei uns die Tina und die ist schon wieder in Urlaub.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ach, dafür haben Sie Geld.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Eben, deshalb kann ich Sie ja auch nicht bezahlen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Sie fahren also quasi von meinem Geld in den Urlaub.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wieso Ihr Geld?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Weil Sie mir noch soviel schulden.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Wenn man das Geld gleich am Ersten abhebt und für was anderes verwendet, dann ist es eben weg und zählt nicht mehr.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;So habe ich das allerdings auch noch nicht gesehen.&lt;/p&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 30 Jul 2009 09:50:26 +0200</pubDate>
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    <title>Wasserbestattung</title>
    <link>http://bestatterweblog.de/archives/Wasserbestattung/3683</link>
            <category>Kunden!</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Undertaker TOM)</author>
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    &lt;p&gt;&quot;Mein Mann will ne Wasserbestattung.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Eine was?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;So mit Wasser.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Sie meinen eine Seebestattung?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Nee, nich im See, im Wasser.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ich meine eine Bestattung auf hoher See. Ist es das, was Ihr Mann wollte.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Datt weiß ich doch nich. Der hat nur Wasserbestattung gesacht.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Ich kenne nur Seebestattungen, bei denen dann die Urne später im Meer versenkt wird.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Kein Ahnung.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Was machen wir denn jetzt?&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Keine Ahnung, meinen Mann könn&#039; wer ja nich mehr fragen.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Eben.&quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&quot;Watt kost&#039; denn so&#039;n ganz normales Grab? Nehmen wer eben sowatt.&quot;&lt;/p&gt; 
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    <pubDate>Thu, 23 Jul 2009 10:11:23 +0200</pubDate>
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