Friedhofs Knigge

Wie benimmt man sich nun eigentlich auf einem Friedhof?
Es gab früher mal Zeiten, da war das jeden so ziemlich klar. Das waren die Zeiten, als die Friedhofskultur noch hochgehalten wurde. Es waren aber auch die Zeiten, in denen die Menschen früher starben. Das brachte es mit sich, daß die Angehörigen oft schon im Kindes- oder Jugendlichenalter mit auf den Friedhof gingen. So lernten sie von den Älteren, was man anzieht, wie man sich verhält und was man besser bleiben lässt.

Heute sieht das oft anders aus. Die Themen Tod, Sterben und Bestattung sind zwar nicht mehr mit dem großen Tabu belegt, wie früher, aber die Menschen sind noch mehr der Freizeit und dem Erleben zugewandt als je zuvor.
Mit Fragen rund um den Friedhof mag man sich in einer so leichtlebigen Zeit nicht befassen.

Der Duisburger Trauerredner Dirk R. Schuchardt hat sich Gedanken zu diesem Thema gemacht und einen kleinen „Friedhofs-Knigge“ verfaßt.

Mehr dazu kann man hier nachlesen:

http://ehrensacheblog.de/kleiner-friedhofs-knigge/

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  • Veröffentlicht am: 2. September 2016
  • 7 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Fundstücke

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

7 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Neulich aufm Friedhof: Ein Mann, deutlich älter als ich (und ich bin auch bald 50, so alt wollte ich eigentlich nie werden), labert blöd daher, dass man auf dem Friedhof nicht rauchen sollte. Ich habe nichts erwidert, weil ich vor unserem Familiengrab stand und meine übliche Großvater-Gedenkzigarette geraucht habe. Dem habe ich nämlich seinerzeit meine erste stibitzt, und er hat’s natürlich gemerkt. Er meinte nur, ich solle ihn das nächste Mal einfach fragen. Und dann starb er einfach, ohne „auf Wiedersehen“ zu sagen.

    Einem Freund, der auch schon eingegraben ist, bin ich noch was schuldig: Er wollte, dass zu seinem Geburtstag jemand „Stairway to Heaven“ an seinem Grab abspielen lässt, und zwar explizit in der Version von den Guns’n’Roses. Da mault bestimmt auch wieder jemand, dass „man das nicht tut“ auf einem katholischen Friedhof. Ist mir aber ziemlich egal. Geh ich halt nachts hin, da stört’s keinen.

  2. Ich möchte die Regel, auf dem Friedhof nicht zu laufen, nicht unwidersprochen stehen lassen. Ich persönlich finde gar nichts dabei, auf dem Weg zum Grab meiner Angehörigen einem Jogger zu begegnen. Wenn ich in einer anderen Stadt weile, mache ich aus meiner Laufrunde auch gerne eine Sightseeing-Tour und da kann auch ein Friedhof auf der Route liegen. Ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, damit jemanden zu stören, solange ich auf den Hauptfahrstraßen bleibe und nicht zwischen den Gräbern herumhüpfe oder direkt an einem Trauerzug vorbeihechle. Ganz im Gegenteil: einen Friedhof bewusst auf meiner Laufroute zu vermeiden, würde ich als Akt der Tabuisierung und Ausblendung von Sterben und Tod als Teil unseres Daseins empfinden – was ja auch hier oft und richtigerweise kritisiert wird. Es gibt zumindest einen berühmten Läufer, der das ähnlich sieht: Der Alters-Rekordläufer Ed Whitlock trainiert jeden Tag 3 Stunden auf einem Friedhof. (Zu sehen hier http://www.youtube.com/watch?v=2nSaqu6Su2k ab 1:30.)
    In der US-Serie „House Of Cards“ wurde diese Frage thematisiert, als Claire über einen Friedhof joggt und sehr verstört ist, als sie von einer älteren Dame als respektlos kritisiert wird. Später aber trifft sie auf ein junges verliebtes Paar, dass sich im Gras liegend neckt und anscheinend auch nichts dabei findet, auf dem Friedhof fröhlich zu sein. Claire fühlt sich dadurch bestärkt und wieder selbstbewusst.
    Kann ich diese Regel, die ich eher als ein Relikt aus verkorksten Zeiten sehe, also weiterhin mit Bedacht beugen, oder fühlt sich ein signifikanter Teil der Friedhofsbesucher tatsächlich durch Läufer gestört?

    • @Sascha: Naja, wenn eine Oma, die nicht mehr gut zu Fuß ist, plötzlich beim Holen der Gießkanne von einem Jogger umgerannt wird… :-o es paßt nicht so wirklich gut zusammen, die Ruhe und Andacht und das Joggen. Auf einer großen Durchgangsstraße ist es sicher kein Thema, aber ich kenne eigentlich keine Friedhöfe, durch die öffentliche Straßen führen. Am Friedhof entlang außen stört auch niemand.

  3. „Während einer Trauerfeier und anschließenden Beerdigung gehört das Mobiltelefon komplett ausgeschaltet, da auch das Brummen eines Vibrationsalarms in der Stille einer Trauerhalle unangenehm auffällt.

    Tipp: Merken Sie sich ihre PIN – diese brauchen Sie, um das Handy später wieder einschalten zu können.“

    Äh, wie bitte? Werden Handys inzwischen so selten ausgeschaltet, daß die Leute ohne diesen tollen Tipp der Zeitung nachher nicht mehr wissen, wie sie es wieder anbekommen???? :D :D :D

    • @DL2MCD:

      > Äh, wie bitte? Werden Handys inzwischen so selten ausgeschaltet,
      > daß die Leute ohne diesen tollen Tipp der Zeitung nachher nicht
      > mehr wissen, wie sie es wieder anbekommen???? :D

      Ja. Kann ich bestätigen. Manchmal muß ich bei Kunden auch nach deren Smartphones schauen (iOS-Update & Co.). Und wenn die Dinger dann „neugestartet“ werden müssen, geht oft das Drama los, was denn die PIN von der Karte war.

  4. Ich denke, das die meisten Menschen wissen, wie man sich auf einem Friedhof zu benehmen hat.
    Aber klingelnde Mobil Telefone hatte ich auch schon. In einem anderen Fall unterbrach der Priester den Weg zum Grab, und ermahnte die Angehörigen, sich doch bitte später zu streiten, wo man von dem geerbten Geld in Urlaub fahren wollte. Oder Sargträger die in dem selben Cafe Pause machen, wo auch die Angehörigen ihre Kaffee Tafel haben. Beide sitzen Tisch an Tisch, und die Sargträger werden so laut, das die Besitzerin des Cafes sie an die Luft setzen muss. Sargträger haben in den Achtzigern, wenn der Tag lang war, auch schon mal tief ins Glas geschaut. Einmal haben sie zwei Flaschen Schnaps und zwölf Flaschen Bier der Größe 0,33 weg geputzt. Da war aber Stimmung in der Bude, der Träger, der die Beerdigung durch den Tür Spion beobachtete, rutschte immer mehr am Türrahmen herunter! Wie das alles immer ohne Unfall abgegangen ist, erstaunt mich heute noch!!

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