Grausamer Unfall: Arbeiter in Tierfleischmühle zerhäckselt

In einer Tierkörperbeseitungsfirma ist ein 49-Jähriger in den Kadavershredder gefallen und getötet worden.

Tierkörperbeseitungsunternehmen erfüllen eine wichtige hygienische Aufgabe. Schlachtabfälle, an Krankheit verstorbene Kühe, Schafe und Pferde, aber auch eingeschläferte Haustiere werden dort beseitigt.
Dazu gehört es, daß die Kadaver in einer großen Fleischmühle zunächst zerkleinert werden.
Am Ende des Produktionsprozesses steht meistens Tiermehl, das wiederum als Tierfutter oder Düngemittel verwendet werden kann.

Am vergangenen Dienstag kam es in einem solchen Betrieb in Brögbern/Emsland zu einem grauenvollen Unfall.
Arbeiter entdeckten den Arbeitshandschuh eines Kollegen an der Klappe des Schüttbunkers. Bei einer Suche wurden dann nur noch Teile der Arbeitskleidung des Mannes im Räderwerk der Häckselmaschinerie gefunden.

Die Polizei schließt Fremdverschulden aus.
Es scheint ein Arbeitsunfall vorzuliegen.

Es heißt:

„Durch Mitarbeiter des Betriebes, die Polizei und Freiwillige Feuerwehr Lingen konnte der Vermisste trotz intensivster Suchmaßnahmen nicht gefunden werden. Dabei wurde der Inhalt des Schüttbunkers geleert und auch die weiteren Produktionswege der Maschinen untersucht. Dabei wurden Teile der Arbeitsbekleidung des Mannes gefunden. „Wir gehen davon aus, dass der Mann in den Behälter für Schlachtabfälle gefallen ist und im weiteren Verlauf in der Maschine zu Tode kam“, teilte die Polizei am Dienstagabend mit.“

Leserin Mona stellt dazu die Frage:

Habe grade mit Schrecken folgenden von mir verlinkten Bericht gelesen.
Da kam mir die Frage auf: was wird in so einem Fall bestattet? Oder gibt es in so einem Falle nur eine Trauerfeier?

Diese Frage entsteht auch immer, wenn Menschen bei einem Schiffsunglück einfach verschwinden oder wenn nach einem Flugzeugabsturz so gut wie nichts übrig bleibt.
Manchmal wird dann tatsächlich nur eine Trauerfeier mit dem Foto des Verstorbenen gemacht.
Oft ist es aber auch so, daß die Angehörigen eine richtige Beerdigung wünschen. Dann befindet sich im Sarg eben das, was evtl. doch noch übrig war, oder eben nichts.
Da kann man halt nichts machen, anders geht es nicht.

Mehr hier: http://nwm-tv.de/index.php?article_id=54&news=8329
gefunden vom Mona

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  • Veröffentlicht am: 30. Juli 2016
  • 19 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Fundstücke

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

19 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Nur mal rein hypothetisch, ohne jemanden zu beschuldigen usw.:

    Muss man prizipiell nicht ein paar Beweise mehr haben, als nur die Kleidung. Ich dachte immer z. B. Lebensversicherungen zahlen nichts, wenn es keine Leiche gibt. Gerade dies hier wäre ja ein gutes Beispiel für Versicherungsbetrug, oder um sich unbekannt, wegen was auch immer, abzusetzen.

    • @winnie: Ich denke, die Verschmutzungen und Anhaftungen an den Kleidungsresten, sowie das, was nicht veröffentlicht wurde, wird Bände sprechen.

  2. Lieber Peter und liebe Mitleser,

    falls ihr demnächst mal wieder Euren Kaffee oder Tee mit Zucker versüßt: Vor Jahrzehnten, so sagt es die Familienlegende, ist ein Angehöriger von mir mal in eine Zuckermühle gefallen. Er konnte nur noch tot geborgen werden, eine Aufbahrung war aus ästhetischen Gründen nicht mehr möglich.

  3. wieder mal ganz offensichtlich ein Umgehen aller Sicherheitseinrichtungen :-(
    nein, ich bin nicht der Menung, dass hierfür die Todesstrafe gerechtfertigt ist (die ist m.E. übrigens nie gerechtfertigt), aber das ist wohl ein Fall für den Staatsanwalt
    .. und dort werden sicherlich auch Proben gezogen, die beweisen sollen, dass da menschliche „Bestandteile“ enthalten sind.
    übrigens (vielleicht etwas zynisch): der „Qualität“ des Endproduktes tut das keinen Abbruch.

  4. Dabei wurde der Inhalt des Schüttbunkers geleert

    Dann kann doch dieser Inhalt bzw.ein Teil davon bestattet werden

  5. @Georg: „Wieviel, sagten Sie, wog Ihr Mann zu Lebzeiten? – HEINEEEER, WIECH MAL FÜMFUNNSIEBZICH KILO VOM DEM ZEUCH AB!“

    Salat

  6. Also solch einen grausamen Tod, den wünscht man nicht einmal seinem ärgsten Feind. Ich habe diese Woche davon gelesen. Man versucht nun durch DNA-Proben herauszufinden, ob der Arbeiter tatsächlich da reingefallen und somit zu Tode gekommen ist und was von der Fleischmasse von ihm ist, bzw. um zumindest einen Teil da rauszusortieren.
    Mich wundert aber, dass so etwas überhaupt in Deutschland passieren kann, wo es doch so scharfe Arbeitsschutzvorschriften gibt?
    Mein Beileid gilt der Familie des Arbeiters.

    • @Der Boandlkramer:
      Ich bin auch verwundert. Zumindest bei großen Firmen ist HSE (Health Safety Environment) ein wirklich großes Thema, schon allein, weil so ein Unfall die Firma RICHTIG Geld kostet. Die meisten Maschinen haben Sicherheitsschaltungen, die es physikalisch unmöglich machen, sich selbst mit Hilfe der Maschine VERSEHENTLICH umzubringen. Gegen akute Selbstmordabsichten (ob nun psychische oder intelligenz-relevante) ist natürlich kein Kraut gewachsen.

      • @Mun:
        Auf Youtube gibt es zu Hunderten Videos, wo man zeigt, wie Sachen durch „Möbelhäcksler“ – sorry, korrekte Bezeichnung fällt mir gerade nicht ein – gejagt werden. OHNE jegliche Sicherheitsvorschriften, Schutz oder ähnliches. Einmal gesehen und geschaudert – da braucht nur jemand mit dem Handschuh hängen zu bleiben, und das war’s.
        Also, was die Firma will und was dann nachher wirklich passiert…

        Salat

      • @Mun:
        „… psychische oder intelligenz-relevante…“
        Hihi! Wie schön!!!

    • @Der Boandlkramer:
      Ich habe vor etlichen Jahren als Jungspund in einem Sägewerk gearbeitet,defekte Elektrokabel wurden dort einfach mit Isolierband umwickelt,Schutzvorrichtungen die verhindern sollten das man evtl.ins Sägeblatt gerät existierten nicht weil diese das Tempo minderten,an einigen Geräten waren die Notschalter nur Zierde,Gehörschutz bekam man nur nach mehrmaligem Nachfragen,die Rauchverbot Schilder wurden von jedem missachtet außer vom Junior-Chef,der Kerl der mal zur Kontrolle kam ging direkt zum Chef ins Büro und kam nach einer halben Stunde leicht schwankend aber gut gelaunt wieder raus und es wurde nichts beanstandet.Vorschriften sind dazu da um sie zu umgehen das sollte man nie vergessen.

  7. Zitat
    aber auch eingeschläferte Haustiere werden dort beseitigt.
    Dazu gehört es, daß die Kadaver in einer großen Fleischmühle zunächst zerkleinert werden.
    Am Ende des Produktionsprozesses steht meistens Tiermehl, das wiederum als Tierfutter oder Düngemittel verwendet werden kann.
    Zitatende
    Also Hund und Katz, welche nach dem Einschläfern beim Tierarzt verbleiben und nicht im heimischen Garten beerdigt werden. Ich glaub, das stellt sich manch ein Herrchen oder Frauchen anders vor, was mit dem Körper des geliebten Tiers dann passiert.

    • @Rumpel: Herrchen und Frauchen glauben ja auch, Fleisch wächst im Supermarkt und hätte keinen echten Zusammenhang mit den seelenvoll blickenden Tieren, die da im Urlaub auf der Weide stehen… :(
      Will da kein Fass aufmachen, weiß Gott nicht, aber diese Realitätsflucht nervt mich einfach.
      Unsere Mietzen sind übrigens ganz unspektakulär unter Obstbäumen bestattet.

      • @Mun: Und wer keinen eigenen Garten oder Platz hat, sein verstorbenes Haustier zu beerdigen, läßt es nach dem Einschläfern beim Tierarzt. Und sehr viele denken, dass der Tierkörper dann verbrannt wird. Von Zerhäckseln und Weiterverarbeitung zu Fleischmehl ist beim Tierarzt nie die Rede, jede Wette!
        du schreibst
        „Herrchen und Frauchen glauben ja auch, Fleisch wächst im Supermarkt und hätte keinen echten Zusammenhang mit den seelenvoll blickenden Tieren, die da im Urlaub auf der Weide stehen…“
        So verkehrt ist diese Denke ja nichtmal, wenn man bedenkt, dass das Fleisch, welches im Supermarkt verkauft wird nicht friedlich auf der Weide „wachsen“ durfte.

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