Hat der Vater leiden müssen?

Wir haben vor einigen Tagen unseren Vater tot aufgefunden.
Der Sterbetag soll laut den Unterlagen etwa eine Woche zuvor gewesen sein.
Unser Vater war über 80 Jahre alt und bis dahin sehr rüstig. Er hatte mich am vermuteten Todestag noch angerufen und war mittags bei einem Verwandten zu Besuch.
Es kam öfter vor das wir untereinander mal 1 Woche keinen Kontakt hatten……
Am Tag nach dem Auffinden haben wir Fotos gemacht und der ganze Boden ist voller Blut und Körperflüssigkeiten.
Ich möchte wissen ob er leiden mußte oder ob er sofort tod war.
Ich gebe Ihnen einen Link mit einem Foto
(Link hier nicht wiedergegeben.)
Danke für die Mühe.
Mit freundlichem Gruß

Auf dem Foto sieht das wirklich schlimm aus. Man sieht eine große Blutlache, die sich über etwas mehr als einen Meter durch den Raum erstreckt, vermischt mit anderen Körperflüssigkeiten.
Leider erfahren wir in der Frage nichts Näheres über die Todesursache und evtl. Verletzungen.
Grundsätzlich kann man aus der Ferne heute nicht sagen, ob eine Person, die in diesem Raum vorgefunden worden ist, einen mehr oder weniger schmerzhaften Tod erlitten hat.

Mutmaßen könnte man, daß der Vater aufgrund seines hohen Alters gestürzt ist oder im Tode gestürzt ist und sich dabei Schädelverletzungen zugezogen hat.
Nach meiner beruflichen Erfahrung können solche Blutmengen nur durch eine Kopfverletzung, starkes Bluten aus dem Mund oder After oder durch das Abtrennen von Gliedmaßen entstehen.
Es würde nun aber zu weit führen, weitere Mutmaßungen anzustellen.
Vielleicht war es so, und das würde ich als persönliche Vorstellung einfach als gegeben annehmen, daß der Verstorbene zunächst bewußtlos geworden und dann durch den Blutverlust ohne Schmerzen verstorben ist.

Wenn auch Sie eine Frage zu einem Sterbefall haben, dann scheuen Sie sich bitte nicht, mir diese zu stellen. Nutzen Sie dafür einfach das Kontaktformular auf dieser Seite.

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  • Veröffentlicht am: 10. Juli 2013
  • 4 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Frag den Bestatter

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

4 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Chapeau,dass Du Dir die Bilder angesehen hast.
    Dass Du solche und Schlimmere Dinge schn gesehen hast und verkraften kannst, heißt ja nun nicht zwangsläufig, dass das besondernen Spaß macht..

    • Ich glaube das Tom schon sehr viel schlimmere Sachen sehen musste…
      ZB bei einem Unfall, Mord oder Selbstmord….

  2. Ist doch auch eigentlich so, dass nach Herzstillstand/Tod das Blut ja nicht mehr gepumpt wird und nur noch rausläuft wo es die Schwerkraft und Öffnung grad zulässt.

    Sagt mein CSI-„Fachwissen“.

    • Nunja, es ist ja nicht so, dass das Blut nach Todeseintritt spontan überall rausläuft…bei wem das so ist, der dürfte vorher schon Beschwerden gehabt haben. Das Blut bleibt ja in den Adern.

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