Helmut Kohl – Bestattung Fragen und Antworten

Waren die vielen Sargträger nötig, weil Helmut Kohl so dick war?

Die Zahl der Sargträger entsprach dem Protokoll. Es handelte sich um Abordnungen der deutschen Streitkräfte.
Auch Altkanzler Helmut Schmidt hatte acht Sargträger. Durch die hohe Anzahl möchte man dem Verstorbenen eine besondere Ehre erweisen.

Das Gewicht des verstorbenen Kanzlers hat hier keine Rolle gespielt.
Helmut Kohl war beinahe 90 Jahre alt und hatte in den letzten Jahren auch sichtlich an Gewicht verloren.

War der Leichenwagen für Kohl ein Bugatti? Ich habe das B am Kühlergrill gesehen.

Nein. Es handelte sich um einen Bestattungswagen auf Basis einer Mercedes E-Klasse, wenn mich nicht alles täuscht.
Das Fahrzeug stammte von der Firma Binz.
Unter diesem Link kann man weitere Fahrzeuge der Firma betrachten, unter anderem auch den Tesla-Bestattungswagen.

https://www.binz.com/de/fahrzeuge/bestattung.html

Das B im Kühlergrill ist das Signet der Firma Binz.

Warum hat Maike Kohl-Richter so böse geguckt? Aber gut, das wird sein, weil die Bestattungskosten so hoch sein werden. Oder ist sie böse?

Wie die meisten unter uns kenne ich Maike Kohl-Richter nicht. Ich kenne nur die in der Presse und in diversen Büchern erzählten Geschichten.
Demnach kann ich mir kein Urteil darüber erlauben, ob die Witwe des Ex-Kanzlers böse ist. Mir scheint es so, als habe es eine tiefe Zerrüttung innerhalb der Familie Kohl gegeben, die nicht erst mit dem Tod der ersten Ehefrau begonnen hat.
Fußend auf diesen Streitigkeiten und weil Teile der Presse glaubten, der inzwischen behinderte Kanzler sei ein leichtes Opfer, hat seine Ehefrau ihn ziemlich abgeschirmt.
Was hierfür exakt die Gründe waren, welchen Umfang das hatte und ob das nicht auf Helmut Kohls Wunsch geschah, weiß niemand.

Hier stehen sich verfeindete Lager gegenüber und in solchen Situationen ist es für Außenstehende immer schwer, herauszufinden, wer denn da die Wahrheit spricht.
In jedem Fall stellt Frau Maike Kohl-Richter für einige Presseorgane ein gefundenes Fressen dar. Die herrschsüchtige und einnehmende „neue Frau“ ist eine Rolle, die ihr zugesprochen wird und die in der Öffentlichkeit mehr interesse weckt, als eine Person, die sich fürsorglich um einen schwer behinderten Menschen kümmert und diesen vor den Anfeindungen von Presse, Familie und politischen Gegner abschirmt.

Also, ob Frau Maike Kohl-Richter böse ist, glaube ich nicht.

Zur Frage der Bestattungskosten. Da es sich um einen offizielle Akt handelte, werden die Kosten die Straßburg anbetreffen, von der EU-Kommission bzw. vom EU-Parlament übernommen. Die Speyerer Veranstaltung war kein offizieller Staatsakt.
Viele der Beteiligten werden aber auf das Stellen einer Rechnung verzichten, weil sie es als Ehre betrachtet haben, die Trauerfeier in dieser Form an diesem Ort ausgerichtet zu haben.
Etliche der Kosten sind aber auch durch die Teilnahme hochrangiger Staatsgäste entstanden und werden per se vom Innenministerium beglichen.
Überhaupt klinkt sich bei solchen Veranstaltungen immer der Staatsapparat in Form des Landes- und Bundesinnenministeriums ein. Die dadurch verursachten Kosten fallen der Staatskasse zu Last.

Dennoch dürften für die Bestattung nicht unerhebliche Kosten auch von der Witwe zu tragen sein. Sie wird das aber tragen können. Helmut Kohl war kein armer Mann.

Warum war Donald Trump nicht da? Stattdessen hat er Bill Clinton geschickt.

Es ist in den Vereinigten Staaten durchaus üblich das die Ex-Präsidenten auch repräsentative Aufgaben übernehmen.
Bill Clinton war ein persönlicher Freund von Helmut Kohl und ist in erster Linie in genau dieser Eigenschaft anwesend gewesen.

Wenn Donald Trump nicht zu einer Trauerfeier kommt, halte ich persönlich das für eine Bereicherung.

Wieso kommt Kohl in Speyer auf den Friedhof? Der hat doch in Ludwigshafen gewohnt und hätte in Friesenheim auf den Friedhof zu seiner Frau Hannelore gehört.

Man muß sich nicht auf dem Friedhof begraben lassen, in dessen Einzugsgebiet man lebt. Jeder kann sich theoretisch seinen Lieblingsfriedhof aussuchen, auch im Ausland, und sich dort bestatten lassen.
In einigen Kommunen ist das an die Zahlung eines sogenannten Externenzuschlags geknüpft, weil dort die Gräber für die Einheimischen subventioniert sind.
Manchmal muß auch vor dem Grabkauf der Nachweis der künftigen Grabpflege erbracht werden.

Im Falle von Helmut Kohl bestand der ausdrückliche Wunsch des Altkanzlers, in Speyer beerdigt zu werden.

Helmut Kohl war mit Maike Kohl-Richter verheiratet. Seine erste Ehefrau Hannelore Kohl ist familiäre Geschichte.
Ich würde keinem wiederverheirateten Mann raten, sich im Grab seiner ersten Frau bestatten zu lassen.
Es sei denn die neue Frau und die verstorbene Frau hatten ein gutes Verhältnis oder diese Konstellation böte sich aus anderen Gründen an.

Wenngleich die erste verstorbene Frau immer Teil der Erinnerungen und der Familiengeschichte bleiben wird, möchte keine „neue Frau“ NUR die Nachfolgerin sein.
Mit so einer Wiederverheiratung beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Manche neue Frau würde es als Zumutung empfinden, wenn ihr Mann sich bei seiner verstorbenen Frau bestatten lassen würde und nicht mit ihr zusammen.

Helmut Kohl wird auf dem Friedhof in Speyer ein besonderes Grab bekommen, es ist allerdings nicht anzunehmen, daß hier auch seine Witwe später beigesetzt wird; zumindest ist mir hierüber nichts bekannt.

Es heißt immer, bestimmte Sachen gingen nicht. Beispielsweise Trauerfeier mit dem Sarg in einer Kirche. Wenn ich mal tot bin, will ich das auch. Am besten auch ein Staatsbegräbnis.

Grundsätzlich stehen Dir die entsprechenden Wege offen. Werde ein bedeutender Staatsmann und beeindrucke Millionen Menschen. Dann wird Dir bestimmt auch eine besondere Ehre bei der Bestattung zuteil.
Ansonsten ist das aber im Grunde auch wieder nur eine Frage des Geldes.
Das Allermeiste könntest Du auch ohne die oben genannten Voraussetzungen bekommen, wenn es entsprechend beantragt und bezahlt wird.

Ich habe gelesen, daß für den Dicken ein extra Sarg gemacht werden mußte. Muß das denn sein?

Der Altkanzler war mal 1,93 Meter groß. Im Alter sackt man ja ein wenig zusammen.
In besseren Zeiten war er wohlbeleibt.
Hier bietet es sich an, einen etwas größeren Sarg zu nehmen.
Ein normaler Sarg ist außen 2 Meter mal 70 Zentimeter groß.
Das würde für eine etwas breitere Person sehr eng.
Nach oben und unten bliebe bei einer 193 Zentimeter großen Person kein Platz mehr.
Der von Helmut Kohl war aus verschiedenen Gründen 2,16 Meter lang.
Bei der üblichen Breite hätte das sehr albern ausgesehen, weswegen der Sarg dann dementsprechend 92 Zentimeter breit war. So stimmten dann wieder die Proportionen.

Mehr Informationen zum Sarg findest Du hier:

https://www.wa.de/nordrhein-westfalen/sarg-hamm-ex-kanzler-helmut-kohl-sargfabrik-glunz-erhaelt-ganz-besonderen-auftrag-8440040.html

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Peter Wilhelm6. Juli 2017

13 Kommentare von 138945.

  1. Was mich gewundert hat. Diese Binz-Leichenwagen hatten keine Nummernschilder, und das auf öffentlicher Straße.

    • @Werner: Die Fahrzeuge haben nicht am Straßenverkehr teilgenommen, sondern waren im Rahmen einer besonderes Veranstaltung unter Polizeibegleitung unterwegs. Da benötigen sie weder Zulassung, TÜV noch Kennzeichen.

  2. Guten Morgen!
    Was manche Menschen so für Fragen stellen ist schon faszinierend . . . = )
    @ Werner: ich vermute, dass die Fahrzeuge innerhalb eine Polizei-Kolonne gefahren sind und deswegen keine Nummernschilder benötigt haben, das Fahrzeug hat dann in so einer Situation Sonderrechte.
    Genauso war es ja auch bei der Überführung der Schüler nach dem Germanwingsabsturz nach Haltern. Da wollte man außerdem nicht, dass man von den Kennzeichen auf die Bestattungsunternehmen schließen konnte, die die Fahrzeuge gestellt haben.

    • @Nadia: Hier trügt das kollektive Gedächtnis, bei der Überführung der German-Wings-Opfer und der anschließenden Konvoi-Fahrt waren die Kennzeichen der Bestattungsfahrzeuge nicht verdeckt.

  3. Mehr über den Wagen und seinen Besitzer findet man hier: http://www.rundschau-online.de/region/oberberg/wiehl/beerdigung-des-altkanzlers-helmut-kohls-sarg-fuhr-in-wiehler-bestattungswagen-27906814

  4. Ich würde keinem wiederverheirateten Mann raten, sich im Grab seiner ersten Frau bestatten zu lassen.

    Ich auch nicht. Der Mann sollte zumindest erst einmal sterben…

  5. Wenn Donald Trump nicht zu einer Trauerfeier kommt, halte ich persönlich das für eine Bereicherung.

    Vor allem, wenn er auch keine Rede hält… :-O

  6. Als mein Vater im letzten Jahr beigesetzt wurde, war der Sarg mit uns in der Kirche- insofern verstehe ich nicht, warum das nicht gehen soll :

    Es heißt immer, bestimmte Sachen gingen nicht. Beispielsweise Trauerfeier mit dem Sarg in einer Kirche. Wenn ich mal tot bin, will ich das auch.

    • @Lily:
      Bis vor einigen Jahren war das bei uns auch nicht üblich. Aber in einem gnadenlosen Kampf um Marktanteile hat ein Kollege dieses angefangen, und seit dem sieht man es öfter.

  7. Es ist wenig freundlich den verstorbenen Altkanzler den „D….“ zu nennen. Aber dies ist halt eine Frage von Stil. Die Übergröße des Sarges war ganz sicher einer technischen Notwendigkeit geschuldet. Den Toten zwei Wochen im Sommer im heimischen Wohnzimmer aufzubahren. Ich verstehe einfach nicht wie das möglich war. Aber dazu werde ich wohl keine hinreichenden Informationen bekommen können. Ganz sicher war der Sarg nur die äußere Hülle und innen war eine verlötete Metallkiste. Anders kann ich mir das nicht vorstellen.
    Rein optisch sah das Ganze schon etwas merkwürdig aus und man konnte auch durchaus sehen, dass die Träger schwere Arbeit leisten mussten.
    Gruß Thomas

  8. Dennoch dürften für die Bestattung nicht unerhebliche Kosten auch von der Witwe zu tragen sein.

    Das kann ich mir nicht vorstellen, ich vermute das die Staatskasse die Kosten komplett tragen wird. Das ist ja auch bei Politikern üblich.

  9. Warum hat Maike Kohl-Richter so böse geguckt? Aber gut, das wird sein, weil die Bestattungskosten so hoch sein werden. Oder ist sie böse?

    Ja, wie guckt man, wenn man hinter dem Sarg hergeht, in dem ein geliebter Mensch liegt?
    Eine komische Frage von dem User, um es dezent zu sagen.

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