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Henning -1-

Henning ist vor 12 Wochen als Praktikant in unser Unternehmen gekommen. Er hatte schon drei Lehrstellen abgebrochen und absolviert derzeit ein Berufseinführungsjahr bei einem Sozialwerk. Im Rahmen dieser einjährigen Maßnahme hat er u.a. auch ein 3-monatiges Praktikum zu abzuleisten.

Vor acht Wochen tauchte sein Ausbildungsleiter vom Sozialwerk das erste Mal bei mir auf und versuchte mich in einem Gespräch dazu zu überreden, Henning eine feste Ausbildungsstelle zu geben. Da ich mein Kontingent an Auszubildenden aber voll habe, mußte ich diese Bitte ablehnen, denn unter dem Aspekt einer möglichen Übernahme hatte ich mir Henning noch nicht angeschaut. Als Praktikant wird er in allen Abteilungen mal eingesetzt, vorwiegend da, wo gerade besonders viel zu tun ist. Man schaut halt, daß der Praktikant was mitbekommt und ob er die Spielregeln einhält.

Von einem Lehrling erwarte ich jedoch mehr und habe dann erst begonnen, Henning genauer zu beobachten. In einigen Gesprächen lernte ich ihn näher kennen. Seine Hauptinteressen liegen bei Konsolenspielen und der Suche nach satanischen Weisheiten. Er selbst bezeichnet sich als Magier und Satanist und er lese jeden Tag in der „satanischen Bibel“. Im Leben habe er es bisher nicht weit gebracht, deshalb suche er in dieser Idee nun Gleichgesinnte, Freunde und Anerkennung.

Das gefällt mir persönlich nicht, geht mich aber letztlich nichts an, wenn er ansonsten im Betrieb seine Aufgaben erfüllt. Und das tat er. Die Mitarbeiter bescheinigten Henning Fleiß, Ausdauer und einen großen Wissensdurst. Er sei immer pünktlich gekommen, Mehrarbeit und außergewöhnliche Belastungen habe er ohne Murren hingenommen.

Als dann der Mann vom Sozialwerk zwei Wochen später nochmals vorsprach, habe ich dann eingelenkt und Henning nachträglich noch einen Ausbildungsvertrag angeboten, den er mit großer Freude angenommen hat.

Doch dann ging es los…

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Peter Wilhelm 28. Mai 2012


29 Kommentare von 140904.

  1. Wenn das so läuft wie in dem Geschäft eines Bekannten, wo die Leute in ihrer Probezeit 150% gefahren haben und als der Vertrag in der Tasche war einen faulen Lenz gemacht haben, na dann Prost…

  2. Ich habe einen Moment gebraucht, bis ich gemerkt habe, dass der Artikel nicht vom Shopblogger ist – der hat doch sonst immer Probleme mit seinen Praktikanten. Bei dir dürfte der Satanist aber auch viel besser aufgehoben sein :)

  3. und nachher kommt raus, dass das Blog schon seit 2 Wochen von Henning geschrieben wird und der Ausbildungsleiter direkt hinter einem steht. *grusel*

  4. Ehrlich gesagt, manchmal sind die Kommentare besser als die Geschichte selbst. Ich habe beim Lesen der Kommentare herzlich lachen müssen. :-)

  5. Ja und so einer verhagelt einem die Chance, als Berufsanfängerin und Langzeitpraktikantin endlich mal vernünftig bezahlt zu arbeiten

  6. Das wächst sich aus…

    …nein wirklich, ich bin schon ziemlich lange in der schwarzen Szene, und oft lernt man da halt so pubertierende Jugendliche kennenlernen die sich über Klamotte, Style und entsprechenden Gehabe ausdrücken wollen…incl. Satanischer Bibel, Necronomicon und 6. und. 7. Buch Mose oblogatorisch im Bücherschrank…das gehört für die dazu wie der Kürbis zu Halloween.

    …nun 10 Jahre später treff ich einige davon wieder…manche immer noch schwarz, einige erstaunlich bunt, andere angepasst grau…und jeder!! von denen würde das mit schmunzeln als Jugendsünde erklären :)

    :) ob das nun ein guter oder schlechter Lehrling wird…keine Ahnung…aber ich befürchte Dummheit hängt nicht von der Einstellung (Grufti, Fussballfan, Graffitispayer, Mamasöhnchen) ab.

  7. Für die literarisch Interessierten: Schon im 19. Jahrhundert gab es tolle Satiren über „Teufelsanbeter“ bzw. satanistische Zirkel. Eine sehr gelungene stammt von Joris-Karl Huysmans, „Gegen den Strich“. ;-)

  8. Er selbst bezeichnet sich als Magier und Satanist und er lese jeden Tag in der “satanischen Bibel”.

    hm.. lass den mal besser NICHT mit den Toten allein..!

    Besser wäre eine Ausbildung bei Eichenlaub ;-)

    hh

  9. @Mephane:
    Der Satanismus ist keine Religion im engeren Sinne… Sondern eher was Philosophisches. Und es sind 9, nicht 13 Gebote.

    Außerdem Satanismus ungleich Teufelsanbetung.

  10. Dann mach mal nachts Stichproben, ob noch alle da sind.Nicht dass er eine(n)zu sich zu einer Party einlädt. Obwohl, warum nicht, ruhig und langweilig hat er/sie es sowieso in ein/zwei Tagen, da kann er/sie ja sowas wie einen Polterabend machen.

  11. @Leroy: In England als Religion anerkannt, auf Navy Schiffen müssen Satanisten auch Räume zur alleinigen Verfügung gestellt werden falls sie eine Messe abhalten wollen. Auch deren „Bibel“ dürfen sie dort mitlerweile lesen.

    Aber wenn ich so lese das mit Magier.. Das läuft doch eher auf Okkultismus als modernen Satanismus heraus.

  12. Satanismus ist so vielseitig deutbar wie Christentum, und (selbst mal in der „satanischen Bibel“ rumgestöbert) das muß nicht unbedingt mit der allgemeinen Vorstellung des Mörders und Grabschänders übereinstimmen! Liest sich eher wie ein Ratgeber für gesundes Selbstbewußtsein. Aber mit „Satan“ zu prollen, das ist schon, wie elfchen angedeutet hatte, eher als Pubertätsgehabe erkennbar.

  13. […] und von welchen beiden Geschichten faselt die Muschelschubserin hier? Von Olugulade und Henning. Verlinkt ist jeweils der erste Teil, beide Geschichten haben jedoch mehr als zehn Teile (bei […]

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