Herr Nussbaumer und der Nachlass

Natürlich ist Herr Nussbaumer direkt anschließend bei uns aufgetaucht. Er hatte ja angerufen und sich wegen des Nachlasses erkundigt und ich hatte ihn an die für Erbangelegenheiten zuständigen Stellen verwiesen.
Die erste Nachlasserhebung macht das Standesamt. Dort gibt ein Hinterbliebener Auskunft über das vermutete Erbe und die möglichen Erben. Manchmal sind die Verhältnisse so klar, daß damit für den Hinterbliebenen und Erben auch schon fast alles erledigt ist.
In anderen Fällen, etwa wenn die vermeintlichen Erben sich um das Hab und Gut des Verblichenen streiten wie die besenbindenden Kesselflicker, kann es sogar soweit kommen, daß der Standesbeamte das Erbe beschlagnahmt und die Wohnung des Verstorbenen bis zur Klärung versiegelt. Fragt mich nicht nach dem Warum und Wie und nach den Rechtsgrundlagen, ich bin kein ErbrechtsExperte. Um ehrlich zu sein, wollte ich mich da schon seit mindestens 15 Jahren mal genauer erkundigen, habe es aber bislang versäumt.
Ich hole das mal nach.

Jedenfalls war es so daß Herr Nussbaumer gar nicht von dieser Art Nachlass gesprochen hatte und deshalb im Rathaus beinahe völlig fehl am Platze gewesen ist. Er meinte einen Preisnachlass bei uns.

„Was eine praktische Sache!“ freute er sich, als er dann doch endlich bei uns war und holte, noch während er in der Tür stand, ein dickes Bündel Banknoten aus der Manteltasche und wedelte damit. „Ich habe bei der Frau im Rathaus den Nachlass angemeldet, jetzt können Sie mir den abziehen.“

84 ist Herr Nussbaumer schon, in dem Alter haben andere schon gar kein Gehirn mehr, also was soll’s?

„Sie sollten nicht soviel Geld mit sich herumtragen“, tadele ich ihn und weise darauf hin, daß er das auch ohne weiteres hätte überweisen können. Ich führe ihn in mein Büro, wir nehmen Platz und er erklärt:

„Überweisen? Ganz bestimmt nicht! Meine Frau hat sich vor Jahren mal breitschlagen lassen, ein Konto einzurichten, für’s Telefon und für die Gasrechnung. Aber ich setze keinen Fuß in keine Bank. Ich sag‘ Ihnen, Banken wollen alle nur unser Bestes, nämlich unser Geld.“

Mit dieser Einschätzung steht Herr Nussbaumer nicht alleine das, viele ältere Menschen haben kein Vertrauen zu den Banken und fühlen sich durch die voranschreitende Modernisierung, PIN- und TAN-Nummern, Automatenbanking und Kontoauszugdrucker einfach überfordert.

„Ich hab‘ mein ganzes Geld zu Hause, gut versteckt, da kommt keiner dran, im Wohnzimmer haben wir rechts im Schrank nämlich ein Fach für Getränke und da kann man die Einsätze für die Flaschen rausnehmen und dahinter wunderbar sein Geld verstecken. Da habe ich auch mein Testament.“

„Wenn Sie ihr Testament aber so gut verstecken, dann findet das doch keiner.“

„Ach wissen Sie, wenn die nach den 200.000 Euro suchen, werden die schon gründlich suchen und auch das Testament finden.“

„Das ist eine Menge Geld, soviel sollten Sie auf gar keinen Fall zu Haus aufbewahren. Stellen Sie sich vor, da würde eingebrochen und jemand findet trotzdem das Versteck.“

„Ich sag’s doch keinem!“

„Doch, mir!“

„Wieso? Das ist doch geheim.“

„Sie haben es mir aber gerade eben erzählt.“

Herr Nussbaumer stutzt, schlägt mit der flachen Hand auf den Tisch: „Zapperlot! Verdammichaucheins! Ist das wirklich wahr?“

Ich nicke und sage: „Wenn Sie doch ein Konto haben, dann sollten Sie alles Geld da einzahlen. Sie können ja einen gewissen Betrag als Sicherheit immer noch im Barfach verstecken.“

Er grübelt und schüttelt den Kopf, zuerst glaube ich, er tut das, weil er meine mahnenden Worte nicht annehmen will, dann merke ich aber, daß er sich über sich selbst ärgert, weil er so geschwätzig war.

Nochmals dringe ich in ihn: „Wirklich, sie sollten keine 200.000 Euro zu Hause behalten. Überlegen Sie mal in Ruhe, das ist doch bestimmt ihr gesamtes Erspartes und wie schnell ist das weg.“

„Das ist ja gar nicht alles. Ich habe noch viel mehr.“

„Herr Nussbaumer!“ sage ich tadelnd.

„Und wenn die Banken wieder kaputtgehen? Was mache ich dann? Was ich in Händen halte ist meins, wenn’s erstmal bei der Bank liegt, geht’s kaputt.“

Mir gehen die Ausführungen meines damaligen Professors über das wunderbare Zusammenspiel der drei ‚Z‘ durch den Kopf: Zeit, Zins und Zinseszins. Wer weiß, wie viel Geld Herr Nussbaumer schon wie lange bunkert und wie viel das hätte inzwischen sein können, wenn das 10, 20 oder gar 50 Jahre verzinst worden wäre.

„Also, wir machen das jetzt mal mit ihrer Rechnung und ganz klar: Sie waren ja schon auf dem Rathaus, also bekommen Sie auch Ihren Nachlass.“

„Das ist ja prima, der Nachlass ist mir nämlich wichtig. Auf der Rechnung steht ja, daß ich 3% bei Zahlung innerhalb von 7 Tagen bekomme. Das lasse ich mir nicht entgehen.“

„Aber Sie lassen sich eine Menge Nachlass bei Ihrem Geld entgehen.“

„Wieso?“

„Na, Sie bekommen doch von der Bank Zins und Zinseszins. Sie hätten Ihr Geld schon vor Jahren dort anlegen sollen.“

„Das wollen die auch immer und ich bin froh, daß ich das nicht gemacht habe. Der Wagners Franz hat viel Geld im Osten verloren, weil ihn der Mann auf der Bank falsch beraten hat.“

„Wenn Sie Ihr Geld auf ein Sparbuch legen oder risikofrei festlegen, dann geht da nichts verloren.“

„Das ist mir alles zu kompliziert.“

„Ihre Tochter, kann Ihre Tochter Ihnen denn da nicht helfen?“

„Nein, die soll das gar nicht wissen! Die Jutta war immer stinkfaul und ich bin froh, daß die in den letzten Jahren den Hintern hochgekriegt hat. Die kriegt das Geld noch früh genug, aber wenn die jetzt wüßte, wie viel ich habe, dann würde die das Geld schon ausgeben, noch bevor ich tot bin.“

„Und was, wenn unsere Frau Büser mit Ihnen geht?“

„Geht diese Frau Busen dann auch mit, wenn ich mal Geld brauche?“

„Büser! Die Dame heißt Büser! Sie können das mal mit Frau Büser besprechen, sie geht sowieso jeden Tag zur Bank, da wird sich ein Weg finden lassen.“

„Na, ich weiß ja nicht, nachher ist alles wieder kaputt!“

Ich gehe jetzt mal auf seine Einwände gar nicht ein, wende mich seiner Rechnung zu und errechne seinen heißersehnten Nachlass. Herr Nussbaumer bezahlt und ich rufe Frau Büser herein. Wenige Worte genügen, um sie ins Bild zu setzen und sie nimmt Herrn Nussbaumer mit in ihr Büro.

Später erzählt sie mir, daß sie vermutet, der Mann habe mindestens das Doppelte, wenn nicht gar das Dreifache an verschiedenen Stellen seiner Wohnung gebunkert. Neben einer Putzfrau käme noch regelmäßig ein Hausmeisterdienst und diverse andere Helfer. Man will ja niemandem etwas unterstellen, aber wie sagt das Sprichwort so schön: Gelegenheit macht Diebe.

Ich hoffe mal, daß der Alte einsichtig ist und seinen Sparstrumpf tatsächlich der Bank anvertraut.
Jedenfalls will Frau Büser mit Manni, dem Fahrer, gegen Abend mal zu Herrn Nussbaumer. Sie wollen zu zweit gehen, damit da hinterher kein Gerede aufkommt, falls der alte Mann doch noch den Überblick verliert.

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  • Veröffentlicht am: 19. April 2008
  • 37 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Allgemein

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

37 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Göttlich geschrieben.

    Schade dass der Mann schon so alt ist, da wird er nicht mehr viele Zinsen bekommen. Aber so ists immernoch besser als wenn die Handwerker nen SB-Laden in der Wohnzimmerbar sehen

  2. Wir mussten vor ein paar Monaten die Wohnung einer Freundin meiner Oma auflösen, weil sie ins Pflegeheim musste. Unglaublich, welche Summen die gute Dame an allen möglichen und unmöglichen Stellen im Haus versteckt hatte. Scheint bei alten Leuten tatsächlich immer noch vor zu kommen.

    Gruss
    S.

  3. Wollen wir nur hoffen, dass der gute Mann nicht Recht hat. Für mich bedeutet ein negatives „unbelastetes Eigenkapital“ dass die Schulden grösser als das Vermögen ist ->Pleite.

  4. Wirklich erschreckend, auch wen ich das schon oft gehört habe – meine Uroma war auch so, dass sie am Monatsersten die Rente vom Konto geholt und zuhause gebunkert hat – allerdings hat sie ihr Geld nie in großen Mengen gestapelt, sondern immer großzügig an Enkel und Urenkel verteilt – sie meinte immer, sie hätte wenigstens so nach etwas davon, wenn wir uns freuten :-) Ohne sie hätten weder ich noch meine Schwester bis heute einen Führerschein…

    Aber sie wäre heute auch 108 wenn sie noch lebte – meine Omas, also eine Generation weiter – 90 und 82 Jahre alt – gehen selbstverständlich selbstständig zur Bank. Die eine investiert heute noch in Fonds bzw. früher Bundesschatzbriefe und ärgert sich, dass sie bei der teuren Sparkasse sein muss, weil sie zu Fuß oder per Rad zur nächsten „günstigen“ Bank zu lange unterwegs wäre.

  5. Dem Mann sollte man mal dem Einlagensicherungsfonds erklären. Der haftet pro Kunde (!) für Einlagen in Höhe von 30% des haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank. Das gilt für Privatbanken, Spaßkassen und Volksbanken haben da ja andere Systeme. Aber wenn die Bank pleite geht, geht da erstmal gar nichts verloren (Wertpapiere sind ausgenommen, aber die gehen ja auch nicht mit der Bank flöten).

    Aber ich als Bankberater freue mich natürlich grundsätzlich, wenn du solche Kunden zu mir schickst ;D
    Ich find es nur traurig, was für einen schlechten Ruf Banken haben. Klar, schwarze Schafe gibt’s immer, aber ich kann nicht verstehen warum Leute für jede erdenkliche Dienstleistung was zahlen können, das bei Bankdienstleistungen aber nicht tun wollen. Ein guter Bankberater macht für einen Kunden doch ein win-win-Geschäft aus jeder Beratung. (Und wenn das nicht geht, ist er neuerdings ja sogar dazu verpflichtet, sich im Zweifelsfall für den Gewinn des Kunden zu entscheiden. Was auch gut so ist.) Der Kunde hat was davon, die Bank auch, alle sind glücklich.

    Aber auch mal ganz abgesehen von meinem Beruf – wenn Leute so viel Geld in allen Ecken ihres Hauses aufbewahren, und das dann auch noch jedem erzählen, da kann man doch nur noch seinen Kopf gegen die Wand hauen.

    Was ich mich nur frage: Wie hat der gute Mann denn immer seine Rente bekommen? Gibt’s da so ne Art Wahlrecht, wer will kriegt sie in bar oder wie?

  6. @Martin aus Wien:
    Na ja, man hat ja schon gesehen: Wenn eine Bank nur groß genug ist, dann wird sie ja ruck zuck von der Regierung unterstützt. Ich bin mir nicht sicher ob das gut ist, denn einerseits ist es vlkswirtschaftslich katastrophal, wenn große Banken pleite gehen, von den Arbeitsplätzen mal ganz abgesehen, aber andererseits sind Industrieunternehmen da ja auch auf sich allein gestellt.
    Aber da wird mal eben eine IKB für horrende Beträge gestützt (ich KANNTE diese Bank vor der subprime Krise nichtmal *lach*), und gleichzeitig die Pendlerpauschale radikal gekürzt. Was ist da los?

  7. Auch wenn es vielleicht schon gefragt wurde: Was hast du denn studiert?

  8. @Suisse:
    Du sagtest „Ein guter Bankberater macht für einen Kunden doch ein win-win-Geschäft aus jeder Beratung.“

    Die meisten Banken sind in erster Linie Ihren Aktionaeren verpflichtet (siehe Ackermann) – und da werden dann zum Beispiel lieber andere Finanzprodukte als zum Beispiel Bundesschatzbriefe empfohlen, egal was fuer den Kunden sinnvoll waere.

  9. @Suisse:
    Du sagtest „Ein guter Bankberater macht für einen Kunden doch ein win-win-Geschäft aus jeder Beratung.“

    Die meisten Banken sind in erster Linie Ihren Aktionaeren verpflichtet (siehe Ackermann) – und da werden dann lieber andere Finanzprodukte als zum Beispiel Bundesschatzbriefe empfohlen, egal was fuer den Kunden sinnvoll waere.

  10. Na hoffentlich macht’s der gute Mann nicht wie die Eichhörnchen: Im Herbst die Nüsse verstecken und im Winter nur noch die Hälfte finden.

    @Suisse: „Ich find es nur traurig, was für einen schlechten Ruf Banken haben.“
    Woher das wohl kommt? Bist Du nach Ende Deines Arbeitstages IMMER der Meinung, die Kunden zu IHREM Vorteil beraten zu haben? Und nicht eher zum Vorteil Deiner Bank? Diverse Warentests haben doch schon die schlechten Beratungen der Banken sichtbar gemacht. Und ich glaub nicht, dass es auch nur eine Bank gibt, die Verträge hat, die wirklich durchsichtig und leicht verständlich sind, also ohne seitenweise Hintertürchen und Verweise auf andere Verträge, Rechtssprechungen, AGB’s und dergleichen. Da ist es ja kein Wunder, wenn keiner mehr den Banken vertraut. Meiner persönlichen Erfahrung nach (ohne hier irgendjemandem persönlich zu nahe treten zu wollen), sollten Bankberater eine Augenbinde aufhaben und im Wald wohnen.

  11. na ja, sehen wir es mal so, der mann dürfte so um die 80-90 sein, d.h. geboren irgendwann zwischen 1918 und 1928.

    und was war 1923? Hyperinflation -> Geld wech, Preis für z.b. kilo Fleisch von 1400 auf 41.400.000.000.000 Mark geklettert. (41,4 Billionen)

    dann die Weimarer Republik, gut keine Inflation, sondern Deflation aber trotzdem gingen da Banken pleite (DANAT -> vom Staat gekauft und mit der Dresdner fusioniert) Ich sach nur Weltwirtschaftskrise 1928/9-1933 und dann die Nazis…

    Und die Nachkriegszeit bis zur Einführung der DM 1948 war das Geld auch nix wert, ich kann diese Menschen verstehen wenn sie Banken misstrauen, die haben einfach zu viele negative Erfahrungen gemacht. Und ausserdem, na ja, alte Menschen werden eben gerne mal etwas „falsch beraten“ – siehe Rentner die plötzlich DLS FLat und Phone Flat haben obwohl die nur ein normales Analogtelefon wollten…

  12. Nochmals zum grossartigen Einlagensicherungsfonds:

    Aus der Satzung (seite 8 §8) : „Das Gesamtvolumen des Fonds beträgt 0,1 % der Summe der gemäß
    § 14 zu sichernden Einlagen aller Mitglieder.“

    Da geht sich nicht viel aus. :-(

  13. hmm, der Kommentar kam icht durch, ich versuchs nochmal, sorry falls der 2mal drin ist dann…

    na ja, sehen wir es mal so, der mann dürfte so um die 80-90 sein, d.h. geboren irgendwann zwischen 1918 und 1928.

    und was war 1923? Hyperinflation -> Geld wech, Preis für z.b. kilo Fleisch von 1400 auf 41.400.000.000.000 Mark geklettert. (41,4 Billionen)

    dann die Weimarer Republik, gut keine Inflation, sondern Deflation aber trotzdem gingen da Banken pleite (DANAT -> vom Staat gekauft und mit der Dresdner fusioniert) Ich sach nur Weltwirtschaftskrise 1928/9-1933 und dann die Nazis…

    Und die Nachkriegszeit bis zur Einführung der DM 1948 war das Geld auch nix wert, ich kann diese Menschen verstehen wenn sie Banken misstrauen, die haben einfach zu viele negative Erfahrungen gemacht. Und ausserdem, na ja, alte Menschen werden eben gerne mal etwas „falsch beraten“ – siehe Rentner die plötzlich DLS FLat und Phone Flat haben obwohl die nur ein normales Analogtelefon wollten…

  14. Wenn ich Vermögen hätte, würde es zuhause unter der Matratze am schnellsten wachsen, weil jeden Monat was dazukommt. (Mehr als die Inflationsrate)
    In Aktienfonds angelegt ist es am schnellsten alle(Siehe T-Aktien).
    Auf dem Sparbuch bekomme ich weniger Zins als die Inflationsrate, ausserdem werden jedes Jahr 25% Steuern von meinem Vermögen abgezogen, bis es weg ist.
    Zuhause ist es jederzeit verfügbar.
    Dann kommt ab und zu eine Währungsreform, bei der das Geld wieder halbiert wird und einen neuen Namen bekommt. Die Preise bleiben aber wie sie waren, nur das Zeichen hinten ist anders. Und weil dann weniger Umsatz gemacht wird, weil die Leute nur noch das halbe Geld haben müssen die Preise angehoben werden. Denn wer vorher 3000 verdient hat will auch nachher 3000 haben.
    Das Geld, das meine Erben zuhause finden wie beim Ostereiersuchen (bitte alle Möbel zerlegen), sollen sie sich am Tisch teilen.
    Da erfährt das Finanzamt dann nichts davon.
    Wenn sie schlau sind, jammern sie nachher herum, dass ich ihnen nur Müll hinterlassen hätte.

  15. @historiker. hinzu kommt noch der Wechsel von Ostmark auf DM, als auch viele Menschen in den neuen Bundesländern schnell ihr Konto leerten und ihr Geld regelrecht verschleuderten, aus Angst, es würde bald nichts mehr wert sein.

  16. @Mac Kaber: Ich weiß nicht, in welchem Staat du lebst, aber ich zahle nur 25% Steuern auf den Zinszugewinn eines Jahres. Und auch nur dann, wenn ich den Freibetrag überschreite. Wenn du also 100.000€ auf einem Sparbuch mit 1% Zinsen anlegst, dann bekommst du pro Jahr 1.000€ Zinsen, die du mit 25% versteuern musst. Macht also immer noch 750€ für dich. Und wenn du jeden Monat was dazulegst, dann kannst du das auch auf der Bank tun ;-)

  17. @suisse
    Das Problem beim Einlagensicherungsfond ist, dass es ein Fond ist und nicht unerschöpfliches Manna das vom Himmel fällt. Eine Bank Pleite: kein Problem. Viele Banken pleite= Fond auch pleite.

    „Aber da wird mal eben eine IKB für horrende Beträge gestützt (ich KANNTE diese Bank vor der subprime Krise nichtmal *lach*), und gleichzeitig die Pendlerpauschale radikal gekürzt. Was ist da los?“
    Das ist da los: Da kippt gerade ein Geldsystem.

  18. @suisse II
    „Na ja, man hat ja schon gesehen: Wenn eine Bank nur groß genug ist, dann wird sie ja ruck zuck von der Regierung unterstützt.“
    Mit dem kleinen Handicap, dass damit aus der Subprimebank die aus einem Subprimekrediten entstanden ist, eine Subprimewährung wird. -> Das Rating der Staaten stürzt mit ab. Damit sind Anleihen der betreffenden Staaten ($ und mit Zeitverzögerung €) nicht mir AAA -> Höhere Zinsen (die mit Steuergeld gezahlt werden müssen) und weniger Käufer.
    zu USA und AAA siehe Link

  19. @ Phillip: Du vergisst eines, nämlich die tatsächlichen Steuern und die gefühlten Steuern. Das sind zwei Paar Stiefel.

  20. Das Geld ist auf der Bank zwar sicher, aber trotzdem hat der Mann Recht: Banken kann man nicht vertrauen, hat sich in letzter Zeit ja gezeigt ;)

  21. Banken und Versicherungen …. eigentlich gibts da nichts zu diskutieren, ist eine Tatsache.

    Ich habe da nur ein Schliessfach. Komme ich da bei einem Crash eigentlich noch ran?

  22. Na ja, solang noch jemand in der Filiale ist, der dir aufschließen kann würde ich mal sagen: Ja! ;-)

  23. wie sagte schon ein bekannter Deutscher Schriftsteller: „Was ist schon ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“

  24. Tipp fürs Geld wiederfinden bei besonders ambitionierten Eichhörnchen äh Versteckern: der Zoll hat extra Spürhunde, die Geldscheine aufspüren.

    Diese Hunde können das genauso gut wie ihre viebeinigen Kollegen von der „Drogenabteilung“. Hab das selber mal bei einem Tag der offenen Tür sehen können.

  25. @jonesens
    Ja, solang noch jemand da ist, der Dir aufschliessen KANN, DARF und WILL. -> fast kein Problem. Sei aber beruhigt: Wenn genug Banken pleite sind, wird Dir eh der Mob die Türe öffnen.

  26. @suisse: Mensch, da wirst Du ja gerade ganz schön geprügelt. Ich hab grad wieder an Dich gedacht, als ich in einem verspiegelten Online-Magazin den Artikel las: „Finanzsystem stand haarscharf vor dem Kollaps“.
    „Banken sind sicher!“ Einer der kürzesten und besten Witze, die ich gehört habe.

  27. Da ist es doch das sicherer, statt Vermögen Schulden zu haben. Die bleiben und werden mehr. Niemand ist hinter meinen Schulden her. Und wenn es mir zu viel wird, mach ich in Insolvenz. Meine staatliche Grundsicherung bekomme ich ja in jedem Fall.

  28. > Mit dieser Einschätzung steht Herr Nussbaumer nicht
    > alleine das, viele ältere Menschen haben kein Vertrauen
    > zu den Banken und fühlen sich durch die voranschreitende
    > Modernisierung, PIN- und TAN-Nummern, Automatenbanking
    > und Kontoauszugdrucker einfach überfordert.

    Wenn er mit dieser Einschätzung nicht leider so richtig liegen würde. Letzte Woche wurde meinem 81-jährigen Opa, der nur zur Sparkasse ging um am Schalter Geld abzuheben, ein Bausparvertrag aufgeschwatzt mit einer Laufzeit von gut 20 Jahren. Da ist mir echt die Kinnlade runtergeklappt.

  29. Dann hoffen wir mal, dass Frau Büser für den Bankbesuch reichlich Zeit besitzt.

    Länger als die Beratung kann ev. die Zeit in Anspruch zu nehmen, der Polizei zu erklären, wo das ganze Bargeld denn herkommt. Wir erinnern uns: Das Geldwäschegesetz schreibt einen Herkunftsnachweis bei größeren Bargeldsummen zwingend vor.

    Desweiteren hat Herr Nussbaumer gegenüber dem Finanzamt nun – nach Feststellung der Einzahlung – ebenfalls einen Erklärungsbedarf über die Herkunft, den er dann hoffentlich nachvollziehbar erfüllen kann.

    Bei manchen Leuten hat es schon seinen Grund,warum Gelder nie über Konten gelaufen sind.

  30. @Daniela

    Bei solchen Sachen wirkt die Öffentlichkeit Wunder.

    Aber manchmal können Banken richtig gut beraten.

    Zu einer Bekannten kam mal eine alte Frau an den Schalter und wollte Ihr Geld möglichst langfristig anlegen, unkündbar mit wenig Rendite.

    Die haben dann die Oma beschwätzt, was das den soll, bis die dann damit rausrückte.
    Ihre Verwandschaft war so scharf auf Ihr Geld, dass sie
    die ärgern wollte und darum Ihr Geld so anlegen möchte.

    Die Bank hat dann mit der Frau ein richtig gutes Produkt gefunden und alle waren zufrieden.

  31. Wieso gibt so jemand sein Geld nicht aus? Angenommen er hat 500.000 zu Hause. Wozu Spart ein Alter mensch so viel geld an? macht keinen Sinn. Solange die beine und die Ehefrau es noch machen: Weltreise, Seereise, Flug ins Weltall, Bausparvertrag für die Enkel anlegen bis die 18 sind, etc, etc.

    Da fält mir ne menge ein. Es nur zu „sammeln“ zum vererben klingt einigermaßen blöde.

  32. Manche sparen für schlechte Zeiten. Die Zeiten sind zwar schlecht, aber noch nicht so, dass man das Gesparte angreift. Und wenn mal ne Inflation kommt, brauch ich viel Gespartes, weil eine Million dann vielleicht gerade für ein Brot reicht. Sonst: „Ich ende noch am Bettelstab!“ (Onkel Dagobert)
    Dann gibt es noch die Münz und Bildchensammler. Das ist dann etwa so, wie wenn ich meine Automodelle oder meine Masken sammle, oder andere Bierdeckel und Briefmarken.

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