Ich möchte nicht, dass mich nach meinem Tod jemand nackt sieht

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Es hört sich an, wie eine lustige Frage, und ich habe eine ähnliche Frage auch schon mal lustig beantwortet.
Aber diese Angst haben doch recht viele Leute. Sie schämen sich bei dem Gedanken, daß nach ihrem Tod jemand sie nackt sehen könnte:

nackt

Freundliche Grüße an Sie.

Zwei Frage hätte ich die mir sehr am Herzen liegen:

Wissen Sie ob es möglich wäre testamentarisch festzulegen eine Waschung vor der Kremierung möglichst auszusparen und ohne ankleiden von irgendwas schnell kremiert zu werden? (Gründe dafür sind bei mir vorhandene Schamgefühle.Ich möchte weder nackt gesehen werden noch von Fremden oder Verwandten beäugt usw. auch wenn ich vemute, dass mich das im Tod nicht mehr kümmern wird.)

Zunächst einmal möchte ich nochmals betonen, daß das überhaupt keine abwegigen oder gar seltenen Überlegungen sind.
In unserem Kulturkreis sind wir zur körperlichen Scham erzogen. Der Gedanke, jemand könne uns nackt sehen und sich eventuell über tatsächliche oder vermeintliche körperliche Unzulänglichkeiten lustig machen, beschäftigt viele Menschen.

Grundsätzlich ist es aber auch so, wie Sie schon schreiben, daß Sie davon nichts mitbekommen würden. Je nach Sichtweise der jenseitigen Dinge ist man dann ja entweder komplett weg, oder man dürfte anderes zu tun haben, um sich in einer möglichen jenseitigen Existenz zurecht zu finden.

Die Menschen, die einen Verstorbenen nackt zu sehen bekämen, sind einerseits absolut professionell und andererseits ganz sicher auch entsprechend uninteressiert. Bestatter und Amtsärzte sehen so viele nackte Verstorbene, und keiner dieser Anblicke ist schön, daß sie sich über Details oder die Person des Verstorbenen gar keine Gedanken machen.

Ein respektloser Umgang mit dem Verstorbenen, etwa indem über sein Aussehen gewitzelt wird, ist unüblich und kommt nicht vor.

Aber dennoch, der Bestatter wird den Verstorbenen nackt sehen und im Falle der Einäscherung auch die Mitarbeiter des Krematoriums und der Amtsarzt.

Um jetzt beides auszuschließen, müßten Sie sich einerseits für eine Erdbestattung entscheiden und andererseits eine Bestattungsvorsorge bei einem Bestatter abschließen. Durch die Entscheidung für eine Erdbestattung verhindern Sie, daß sie im Krematorium ausgekleidet und betrachtet werden.
Mit dem Bestatter können Sie zu Lebzeiten die genaue Vorgehensweise, so wie Sie sich das wünschen, besprechen. Das stellt sicher, daß Ihre Wünsche auch berücksichtigt werden. Eine Waschung ist weder vorgeschrieben, noch notwendig. Sie können verfügen, daß Sie genau in der Bekleidung, in der Sie gestorben sein werden, auch bestattet werden, ohne daß jemand Sie auskleidet.

Nochmals: Ein Testament ist für Verfügungen über den Ablauf einer Bestattung recht nutzlos, weil es oft erst nach der Beisetzung eröffnet wird.

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Peter Wilhelm 10. Oktober 2017

11 Kommentare von 138763.

  1. Mich erstaunt es ja,das sich viele Menschen mit derartigen Sorgen herumplagen.Ich nehme an, das man am Lebensende anders denkt und dann ist diese Scheu sicher auch vorbei:entweder man hat Angst vor dem Tod oder nicht.Gibt auch noch diese Variante:angenommen mal, man stürbe ganz sicher an dieser oder jener Art von Krebs.Und:man habe jetzt kein Geld für Bestattung zurechtgelegt oder anlegen lassen,sondern:Lebensversicherung,die nur für eine Kryonisierung gedacht ist.Das wäre dann wie eine Art von OP, ich glaube, damit könnten sich Leute sicher anfreunden,die von Scham befallen sind? Aber das Verfahren der Kryonisierung ist auch nicht billig,glaube ich.Genaue Zahlen kann man da sicher heraus bekommen..Bestatter reden da wsl.nicht gern drüber,was verständlich ist,denn:jeder kryonisierte Mensch wird ja eben nicht in Sarg oder Urne „getan“, er befindet sich übergangsweise in einer teuren „Unterkunft“,hoffend darauf, das die Art Krankheit in XYZ-Jahren heilbar geworden ist,man lebt dann in genau dem alten Körper weiter.Ich kann mich mit der Kryonisierung nicht anfreunden und schiebe Schamgedanken ganz weit weg…(gibt einige Fans der Kryonisierung, die mögen anscheinend Friedhöfe nicht und glauben, das irgendwann Menschen dann sterben , wenn sie sterben möchten.Sozusagen:fast Unsterblichkeit?!)

  2. Auch bei der Erdbestattung wird aber eine Leichenschau stattzufinden haben, und lege artis sollte diese am unbekleideten Körper erfolgen …

  3. Stimmt alles was da steht, jedoch in Bayern gibt es diese 2. Leichenschau nicht!
    Meine Mutti ist in Bayern gestorben. Die Ärztin, die den Totenschein ausgestellt hat, war nicht ihre Hausärztin und sie hat meine Mutter auch nicht ausgezogen.
    Wer sich mal neben die Ärzte stellt um zu sehen was passiert, bevor der Arzt einen Totenschein ausstellt, der wird erkennen, dass da nicht viel passiert.
    Oft ist der Arzt nach 10 Minuten schon wieder weg.
    Gut, die Herren, die meine Mutti versorgt haben, haben alles sehr ordentlich und pietätvoll gemacht und meine Mutti hätte damit auch kein Problem gehabt. Sie hat schon in jungen Jahren FKK gemacht. :-)
    Verstehen kann ich das aber auch und man muss hierbei immer beide Seiten sehen.

    • @Ingrid Hoerner: Deshalb gibt es auch sicherlich eine gewisse Menge an nicht-natürlichen Todesürsachen, die einfach nicht entdeckt werden.
      Das heißt nicht, dass ich es für wichtig halte Menschen, die aus absehbaren Gründen verstorben sind eingehend zu untersuchen. Aber ein fremder Arzt, der den Verstorbenen und seine Krankengeschichte nicht kennt, sollte schon bissl mehr machen als nur den Tod festzustellen. Tut er häufig nicht, was für die Danebenstehenden sicher angenehm ist. Meistens aus Gründen der Pietät, manchmal aber auch aus anderen…

      • @Judi:

        ein pensionierter Kriminalkommissar sagte mal in einer Münchner Zeitung: „Wenn auf dem Grab von jedem Verstorbenen, bei dessen Tod es nicht mit rechten Dingen zugegangen ist, eine Kerze brenennen würde wäre der Friedhof nachts taghell erleuchtet!“

  4. auch ich empfinde nach dem Lesen die Gedanken des Frage stellenden durchaus nicht abwegig oder belustigend.

    So wie manche Menschen später, nach ihrem gerne Materielles mitnehmen würden, wie persönliche Gegenstände oder Erinnerungen (Lieblingsbuch, Schmuck, Familienfotos etc.), die ihnen zu Lebzeiten wichtig waren, könnten das ja ebenso Empfindungen sein.

    Wie Schamgefühl, die Abneigung, unbekleidet von Fremden gesehen, gar berührt zu werden.
    Und ebenso wie gewünschte Sargbeigaben kann auch das Respektieren solcher persönlichen Abneigungen und Gefühle zu Lebzeiten als letzter Wille festgelegt werden.

    Sicher gibt es Möglichkeiten, wie auch das umgesetzt werden könnte.

    Wird der Verstorbene bei einer Feuerbestattung tatsächlich noch entkleidet, bevor er eingeäschert wird ?
    Meine Cousine starb vor drei Jahren. Zur Einäscherung wurde sie damals mit einem Totenhemd bekleidet und zugedeckt im Sarg zum Krematorium überführt und dort auch so direkt verbrannt.

  5. auszubildende-nackt-pixabay Abmahnung ist Unterwegs.

    • @RA-Peter:

      Na, hoffentlich ist die Abmahnung dann auch in ganzen Sätzen verfasst.

      Seit wann kündigen Anwälte Abmahnungen eigentlich in Kommentaren zu dem jeweiligen Artikel an? Habe ich da irgendein Rundschreiben verpasst?

      • @Sebastian: Wir haben uns mal wieder einen Troll eingefangen. Es könnten auch zwei sein. Anhand der IP-Nummern kann man gut nachvollziehen, dass viele abgegebene Kommentare und zugesandte E-Mails von ein und demselben Typen stammen.
        Auch sehr aktiv ist im Moment eine „Agentur“, die dutzendfach Kommentare zu uralten Artikeln abgibt, um darin auf Bestattungshäuser vor allem in Österreich, aber auch aus Deutschland zu verlinken.

        • @Peter Wilhelm:

          Na, dann steht einer Abmahnung deinerseits ja nichts mehr im Wege. Zumindest meine ich doch, irgendwo in den Nutzungsvereinbarungen was von wegen Trollen und Werbung gelesen zu haben.

          Aber das führt jetzt zu weit – zumindest hier…

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