Jetzt geht es auch ohne Pfarrer unter die Erde

Eine katholische Beerdigung war bislang Sache des Pfarrers. Künftig dürfen das auch beauftragte Laien übernehmen.

Im Bistum Magdeburg dürfen von jetzt an einfache Gläubige Beerdigungen leiten – auch Frauen. Grund ist der Priestermangel.
Taufe, Eheschließung, Begräbnis: Für die entscheidenden Wegmarken im Leben eines Katholiken war in Deutschland jahrhundertelang der Pfarrer zuständig. Magdeburgs katholischer Bischof Gerhard Feige geht jetzt einen neuen Weg: Für die Beerdigung braucht es ab sofort keinen geweihten Priester mehr.

Auch Laien, also einfache Gläubige, dürfen diesen letzten Dienst jetzt übernehmen. Etliche Bedingungen hat Feige aufgestellt: Unter anderem muss der Kandidat in der Gemeinde engagiert, angesehen und fromm sein, einen Qualifizierungskurs absolvieren und den persönlichen Auftrag des Bischofs erhalten. Männlich zu sein ist hingegen keine Voraussetzung – anders als beim Beruf des Priesters.

http://www.volksstimme.de/…beerdigung-ohne-pfarrer-zur-letzten-ruhe

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  • Veröffentlicht am: 1. Februar 2016
  • 6 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Fundstücke

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Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
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Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

6 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. …ist nix neues – hier in München, wo immer mehr Pfarreien zu „Pfarrverbänden“ zusammengewürfelt werden, kommt zum „einfachen“ Katholiken, der nicht besonders in der Gemeinde bekannt und aktiv war, oft auch nur noch ein oder eine PfarrefertentIn zur Beerdigung.

    Muss nicht schlecht sein – ist hier aber seit über 10 Jahren Praxis…

    (Nach eigener Beobachtung besonders gerne zu Verstorbenen, die beim Meldeamt der Weitergabe von Daten an kirchliche Organisationen widersprochen haben…)

  2. Hier in der Schweiz beerdigen Theologen und Theologinnen (in Deutschland heißen sie Pastoralreferent/inn/en) und Priester. Wer das macht, hat aber in der Regel nichts damit zu tun, ob die Verstorbenen weniger bekannt oder aktiv waren in der Pfarrei, sondern, zumindest bei uns, damit, wer an dem Tag, den die Hinterbliebenen sich ausgesucht haben, Zeit hat. Und es ist eine Aufgabe, die ich sehr schätze. Man ist nah bei den Leuten und erreicht bei den Trauerfeiern ganz unterschiedliche Menschen.

  3. Ich finde das Haar in der Suppe: Schade, dass das aus dem Mangel heraus geboren ist.

    Schön, dass damit ‚Gemeinde‘ auch durch die Mitglieder der Gemeinde gelebt wird. Warum soll nicht ein Gläubiger einen Gläubigen begleiten dürfen?!

    Jens

  4. Besser wäre es, zu schreiben, daß das nun Laien übernehmen müssen (und nicht können) weil zu wenig Priester da sind. In den Gottesdiensten ist es nicht anders: Auch da werden mehr und mehr „Wortgottesfeiern“ von Laien durchgeführt, statt Messen.

  5. Auch im Rhein-Neckarkreis (Angelbachtal) sind die Gemeindeteams schon tätig, laut einem Artikel in der Rhein-Neckar-Zeitung von gestern.

  6. Die logische Folge des Priestermangels! Aber warum auch nicht? Jedenfalls besser, als wochenlang auf einen Termin zu warten, der dann von einem abgehetzten Priester wahrgenommen wird…

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