Jetzt wollen sie keine Leichen trinken

So was aber auch! Da führen doch tatsächlich Bestatter Seebestattungen im Bodensee durch. Vergleichbar mit den Bestattungen auf hoher See vor den Küsten, werden auflösbare Urnen mit der Asche von Verstorbenen im See versenkt.
Und darüber „tobt die Diskussion“ im Internet, wie der Südkurier findet.

Einige der Diskussionsteilnehmer befürchten nun, die Asche der Toten könne ins Trinkwasser gelangen und manch einer behauptet sogar, die Asche könne auch schädliche Bestandteile enthalten, die ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Wie man im Artikel „Seebestattung“ nachlesen kann, sinkt aber die auflösbare Urne auf den Grund des Gewässers, löst sich dort auf und hinterlässt ein doch recht kleines Häufchen Asche, die im Verlaufe der Zeit von Sedimenten überdeckt wird. Das es sich um ausgeglühte Asche von organischem Material handelt, ist die Asche, schon aufgrund der hohen Temperaturen, die in einem Krematorium zum Einsatz kommen, steril. Die Asche kann sich nicht mit dem Wasser vermischen. „Wer das nicht glaubt, der soll mal versuchen, die Reste der ausgeglühten Holzkohle vom letzten Grillwochenende in Wasser aufzulösen“, sagt ein Seebestatter von der Nordsee dazu und ergänzt: „Pipi find‘ ich schlimmer.“

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  • Veröffentlicht am: 10. Juli 2008
  • 14 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Allgemein

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

14 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Naja, falls die Deutschen ethische oder gesundheitliche bedenken gegenüber einer Bodenseebestattung haben sollten, kann man die Asche ja auch von der Schweizer Seite her in den See werfen.

  2. Im Bodensee fahren Boote und baden Menschen. Beides nicht so sauber wie ein kleines Häuflein Asche.

  3. Da gab es bei uns auch einmal die Angst, dass aus dem Urnenfriedhof „etwas“ ins benachbarte Wasserwerk kommen könnte.

  4. Schon komisch. das aber der Brunnen eines bekannten süddeutschen Mineralwasserabfüller direkt unterhalb des Stadtfriedhofes ist stört keinen. „mit besonderen Inhaltstoffen und reich an Mineralien und Spurenelementen“

  5. es ist der südkurier… bitte nicht ernstnehmen oder mit richtigen zeitungen vergleichen..

  6. Und..und..in dem Wasser schwimmen auch tote Fische! Wie ekelhaft und unethisch!

  7. Da war wohl jemand schneller.. ich wollte dir den Artiekl am WE per PDF durchmailen..

    Ich finde vor allem diverse „kommentare“ am Rand des Artiekls schlimm. so als seien Tote was absolut giftiges, was am besten neben Atommüll „entsogt“ werden müsste…

  8. Bei der Geschwindigkeit, mit der der Bodensee versandet, halte ich das mit der unauflöslichen Asche für kritisch.

    Falk

    Gefundene Ironie darf jeder behalten und wiederverwerten.

  9. 48 Km³ Wasser, und der Inhalt einer Urne . – Hm – ?
    Das erinnert mich stark an Homöopathie.

  10. “Pipi find’ ich schlimmer.”
    … oder die 30.000 Liter verstrahltes Wasser in Frankreich, so als Beispiel.

    Das bissle Asche wäre doch wirklich nix, selbst WENN es sich auflösen würde.

  11. Das ist mal wieder eines der berühmten Sommerloch-Themen. Als gäbe es nichts wichtigeres auf der Welt.
    Mal ehrlich, wenn man bedenkt wieviele nicht geborgene, verwesende Leichen im See dümpeln, dagegen die die Asche sowas wie Hennenmist.

    Grüßle vom See, von einer die den Südkurier ernster nimmt als z.B. die Schwäbische Zeitung, die ständig alles dreimal druckt.

  12. die schwäbische bezeichnet im gegensatz zum südkurier das bildblog und niggemeier immerhin nicht als offiziellen „blogger des massenblattes bild“…

  13. Ach mit Sagro-t-a-n geht das schon!
    Einfach feste desinfizieren und fertig!

    *Sarkasmus aus*

    Tja, Ekel und Reinlichkeit…
    Wir werden alle krank

  14. Andreas Hoffmann, CDU -Landtagsabgeordneter fürchtet den Bestattungstourismus und die Reisebusse, die die Hinterbliebenen an den Bodensee karren. So steht es diese Woche im FOCUS.
    Das finde ich auch, denn so eine vom Fremdenverkehr abhängige Region kann das einfach nicht verkraften. Allein schon der Ausbau der Bodenseeautobahn mit einer Fahrspur mehr wäre ein Riesenkraftakt, da sonst tägliche Staus ganztägig SWR 4 blockieren und keine weiteren Sendebeiträge mehr möglich wären.
    Sämtliche Friedhöfe der Umgebung melden Insolvenz an und müssen zur Vermeidung des Bankrotts ihre Gebühren verdrei- und vervierfachen. Das bringt noch mehr Leute dazu, sich im See bestatten zu lassen. Das führt dazu, dass nur noch Urnen versenkt werden, die vom Friedhofsamt einen grünen Umweltaufkleber (Wasserlöslich) zum Preis von 1000€ bekommen haben. Nur so ist eine neutrale Entsorgung möglich. schliesslich wollen wir alle nicht, dass es zwischen den Zähnen knirscht, wenn wir aus dem Wassserhahn trinken.

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