Langes Leben

Am Freitag hatte ich ein nettes Wiedersehen. Nicht mit einem Menschen, den ich schon lange nicht mehr gesehen hatte, sondern mit einem Auto.

Im Jahr 1979 „lief“ mir dieses Auto das erste Mal über den Weg. Es handelt sich um einen ehemaligen Lieferwagen, der sehr aufwändig zu einem Bestattungswagen umgebaut worden war. Geräumig, praktisch und doch sehr würdevoll. Es gehörte einem Bestatter in der Stadt, in der ich damals lebte, und ich hatte Gelegenheit, dieses Auto näher anzuschauen und der damalige Besitzer versicherte mir sehr glaubwürdig, es handele sich um ein absolutes Einzelstück.

Es vergingen zwanzig Jahre und ich hatte diese Begebenheit schon längst vergessen, da bot mir ein Kollege aus den neuen Bundesländern ein Tauschgeschäft an.
Dazu muß man wissen, daß den Bestattern im Osten nach der Wende zum Teil übel mitgespielt worden ist. Die VEB- und kollektivgeprüften Ex-Genossen waren den gewieften Kaufleuten aus dem Westen in keinster Weise gewachsen und unterschrieben damals Verträge, die würde man unter anderen Umständen einfach als gemeine Frechheit bezeichnen.
Kurzum: In der Folge waren die meisten ihre Institute los, diese gehörten dann irgendeiner Kette und während die ehemaligen Besitzer heute erfahren dürfen, was Hartz IV bedeutet, reiben sich konzerngewinnorientierte Geschäftsleute in irgendeiner deutschen Großstadt heute die Hände.

Nur ganz wenige haben es gewagt, aufzustehen und um ihre Existenz zu kämpfen. Einer von denen war jener Bestatter, der mit 1999 das Tauschgeschäft vorschlug. Er hatte den Kampf gegen den Moloch aufgenommen und es geschafft, die wenigen Bestimmungen des unterzeichneten Vertrages, die ihm Rechte zugestanden, so auszuschöpfen, daß er am Ende der Sieger blieb.
Dazu brauchte er Hilfe, die ein in der Branche sehr bekannter Mann leistete und auch Geld.
Über Umwege bin ich dazu gekommen, ihm damals 2.000 Mark zu leihen und zur Rückführung dieser Summe bot mir der Kollege an, mir 1.000 Mark in bar und einen Bestattungswagen zu geben.

Ja, und es handelte sich um genau diesen zum Leichenwagen umgebauten Lieferwagen, den ich zwanzig Jahre früher schon einmal gesehen hatte. Es war mehr Nostalgie, als tatsächliche Notwendigkeit, daß ich die alte Möhre genommen habe.
In der Folge leistete das alte Ding aber erstaunlich gute Dienste.
Drei Vorbesitzer hatte der Wagen bis dahin. Der erste Besitzer war der Bestatter, den ich schon kannte, der zweite war ein Bestatter aus dem Kieler Raum und der dritte dieser Bestatter aus dem östlichsten Osten, wo man schon fast Polnisch spricht.

Bei uns hat der Wagen fast 90.000 Kilometer Dienst getan, war immer im Einsatz, wenn es mal darum ging weite Strecken zu fahren, dann kam aber der Zeitpunkt, das war 2003, daß immer mehr Reparaturen notwendig wurden und wir den Wagen verkauften.
Verkauft haben wir ihn an einen Bestattungswagen-Hersteller, der ihn in Zahlung genommen und über seine Internetseite angeboten hatte. Damals ging der Wagen an einen Bestatter im Allgäu.
Mittleres Westdeutschland, Kiel, östliches Ostdeutschland, Allgäu… eine weite Reise!

Am Freitag sitze ich, auf Flucht vor der Parfümparty, in einem Biergarten und es kommt Kappes zu mir an den Tisch. Warum Kappes jetzt ausgerechnet Kappes genannt wird und wie er eigentlich richtig heißt, weiß ich nicht, aber er nennt sich mittlerweile selbst so. Kappes ist ein Allesreparierer und den kann man für alle Arten handwerklicher Arbeiten bestellen.

Ein neues Auto habe er und das sei doch für mich besonders interessant, weil das sei nämlich mal ein Leichenwagen gewesen.
Ich hatte nicht gesehen, mit was für einem Wagen Kappes gekommen war, da stehen so kleine Kübelpflanzen im Weg.
Wir sind also auf den Parkplatz gelaufen und ich habe mein Auto sofort wiedererkannt. Mittlerweile hat das Fahrzeug seine Gardinentafeln in den Fenstern eingebüßt, stattdessen sind dort jetzt gelbe Sichtblenden aus Holz. Es hat einen langen Dachgepäckträger und von den ehemals angebrachten Bestatterpalmen ist auch nichts mehr zu sehen. Stattdessen sieht man, daß der Wagen mal völlig anders beschriftet war, aber auch diese Schrift wurde entfernt. „deckerei“ kann man entziffern, vermutlich hat er also inzwischen mal einer Dachdeckerei gehört. Auch seinen Benzinmotor hat er eingebüßt, jetzt tuckert ein Diesel unter der Haube, aber es ist eindeutig der Wagen, den ich schon vor fast 30 Jahren das erste Mal gesehen habe.

Schade nur, daß die neuen Zulassungspapiere die Vorbesitzer nicht mehr aufführen, es wäre zu schön gewesen, zu wissen, wem der inzwischen gehört hat.

Kappes ist absolut glücklich mit der „Karre“. Er hat immerhin 1.200 Euro in Schweißarbeiten investiert, also mehr als doppelt soviel wie ich damals für den Wagen bezahlt hatte und er ist der Meinung, das Ding sei „unkaputtbar“, wenn er den in Schuß halte, könne der nochmal locker 12 Jahre halten.

Jetzt dient er zum Transport von Baumaterialien, Holz, Abflussrohren, Leitern und Werkzeug.

Ist doch erstaunlich wie lange so ein Auto halten kann, wenn es nur immer wieder repariert wird.

Fehler durch Lektorin Anya bereinigt.

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  • Veröffentlicht am: 30. August 2008
  • 32 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Allgemein

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

32 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. >>> Die VEB- und kollektivgeprüften Ex-Genossen waren Kaufleuten aus dem Westen in keinster Weise gewachsen…

    Nun ja, nicht jeder Unternehmer in der DDR war ein Genosse und ob Kaufleute aus dem Westen soooo gewieft waren, bezweifel ich auch. Viele waren eher dummdreist…

    Ansonsten bewarheitet sich auch hier der Spruch: „So klein ist manchmal die Welt!“

  2. Letzten Endes ist halt jeder für das Verantwortlich was er unterzeichent und wenn man etwas unterziechnet, das man nicht versteht oder sich erst garnicht durchgelesen hat, dann ist man selbst schuld.

  3. Immer wieder wird hier auf den Mitteldeutschen und Otdeutschen herum getrampelt. Wir haben 40 Jahre lang alles mit eigener Hände Arbeit aufgebaut während im Westen alles nur mit imperialistisch amerikanischer Hilfe in Gang kam. Der angeblich Reichtum des Westens basiert doch nur darauf dass uns alles vorenthalten wurde. Das kann man gar nicht widergut machen.

    Just my too cents!

  4. Hallo Würde mich doch sehr interessieren, welche Marke und Typ das Vehikel ist. Bild wäre natürlich noch besser. Bin selbst Kfz Mechaniker und repariere auch alles mögliche so lange wie es geht.

  5. @ 3: Aber Ihr hattet kein Englisch in der Schule, oder?

    Zum Thema: Ich dachte, dass es in der DDR ein „Entorgungswesen für Müll und Leichen“ oder ähnliches gab, das Bestattungswesen also in öffentlicher Hand war…?

  6. @ Markus K.: Wir hatten Englisch in der Schule. Die Teilnahme am Englischunterricht war jedoch freiwillig.

    Ein „Entsorgungswesen für Müll und Leichen“? Klar, die Leichen wurden zusammen mit Chemie- und Radioaktiven Abfällen auf einer Mülldeponie entsorgt und dann hat man Plattenbauten darauf gebaut.
    Sorry, aber was soll man sonst dazu schreiben???

  7. „Ist doch erstaunlich wie lange so ein Auto halten kann, wenn es nur immer wieder repariert wird.“

    … und wenn man keinen Laptop/Atomwissenschaftler für die Fehlersuche benötigt.

  8. Wo kommen denn die Pseudoostenverteidiger- und Früherwarallesbesser-Verfechter auf einmal her? Hier wird nirgends getrampelt – hier wird nur jede Gelegenheit genutzt ein mutmaßliches Getrampel zu finden.

  9. Moment mal. Geht es nur mir so oder entgeht es allen anderen dass hier immer wieder eine latente Tendenz gegen die Wiedervereinigung deutlich gemacht wird?

    Wer lesen kann ist klar im Vorteil! Da wird doch klar in diesem Artikel ein ganzes Volk über einen Kamm geschoren und als dumm und unintelligent dargestellt. Im Gegenzug werden die Wessis als clever und geschäftstüchtig dargestellt.

    So ist aber die Realität leider nicht.
    Mein Vorredner hat schon Recht! Wir haben uns während der DDR-zeit krummlegen müssen um nur die allernotwendigsten Dinge des Alltags bewältigen zu können. Im Westen hiess es stattdessen doch: Feierabend machen, krankfeiern, sich in der Kur den Pelz massieren lassen und in Urlaub fahren.

  10. Es geht nicht um Dummheit, es geht darum, dass Bewohner Ostdeutschlands oftmals noch keine Erfahrung mit solchen Verträgen hatten.
    Und im Gegenzug werden auch die Bewohner Westdeutschlands, die dies auszunutzen versuchten, nicht als clever, sondern als frech bezeichnen.

    Die einzigen Menschen für den dieser Beitrag Sympathien abgewinnt sind Ostbewohner die gegen Westbewohner kämpften. Politisch also vollkommen überkorrekt, obwohl das in einem Blog keineswegs notwendig ist.

  11. Also ich finde den Artikel in keinster Weise DDR-feindlich. Er beschreibt einfach nur den Zustand nach der Wende:
    Irgendwelche skrupellosen Geschaeftemacher kommen in den Osten und nehmen den Leuten ihre Sachen weg, weil die Leute im Osten aufgrund der politischen Situation damals, soviel Unverschaemtheit in finanziellen Dingen garnicht kannten.
    Es spricht doch fuer die Verhaeltnisse damals, dass die Leute in der ehemaligen DDR erstmal an das Gute im Menschen glaubten und nicht so misstrauisch waren wie die Wessis, die offensichtlich sehr viel mehr Erfahrung mit windigen Geschaeftemachern haben.
    TOM hat sich in keinster Weise ossifeindlich geaeussert.
    Zicken!

  12. Lieber Ronny (Nummer 9),

    Vorurteile und Cliches entstehen meistens daraus, daß sie zu einem Großteil zutreffen – sonst hielten sie sich nicht so hartnäckig.

    Das Problem ist einfach, daß gar nicht mal wenige Ostdeutsche gehofft haben, durch die Wiedervereinigung schon bald Millionär zu sein. Dann kam ein gewiefter Geschäftsmann von drüben, der dabei „gern behilflich“ ist und schon wurde munter drauf los unterschrieben, was sich nur Vertrag nannte.

    Wenn sie dann nicht zum Millionär geworden sind, machen Sie die Regierung verantwortlich und wünschen sich die alten Zeiten zurück. Deshalb kann ich Markus (Kommentar 2) nur zustimmen: Wer sich blenden läßt, ohne 5 Minuten nachzudenken, hat eigentlich nur Hartz 4 verdient.

    Ich komme übrigens selbst aus den neuen Bundesländern und muß ehrlich sagen: Genau deshalb schäme ich mich sogar für einige meiner Landsleute. Was Bananen und Reisefreiheit (5,- für die Cliche-Kasse) so anrichten können…

  13. Zu Kommentar 5:

    Der hier marktführende Bestatter beerdigt die Menschen hier (unter anderem auch die Verstorbenen meiner Familie) schon, solange ich denken kann, und ich konnte schon ziemlich lange vor 1990 denken. Entstanden ist das Institut aus einer Tischlerei und wird heute in dritter oder vierter Generation geführt. Wahrscheinlich haben sie bis 1990 ihre Särge sogar selbst gebaut. Aus der Wohnung meiner Großtante konnte man in die Werkstatt gucken. Soweit ich weiß, war der schon immer Privatunternehmer, denn die gab es in der DDR durchaus.
    Zwar sagen hier auch alle, der wäre Halsabschneider, weil Bestatter ;-) , aber wir waren immer zufrieden und der hat nicht umsonst einen so großen Kundenstamm.

  14. Irgenwie interpretiert hier jeder, wie er will. Ich kann hier nichts DDR-feindliches lesen. Eher eine Anklage Richtung ‚Pietät Eichenlaub’…

  15. @Heiko

    Ja, stimmt, die „bösen Imperialisten“ haben immer nur Urlaub gemacht, deren Geld wächst jaschließlich auf der Bank. Wenn ich sowas schon lese, nichtmal im Ansatz Ahnung von Wirtschaft haben aber groß reden.

    Was habt ihr denn aufgebaut? Eine Misswirtschaft sondergleichen, an der die neuen Bundesländer bis heute leiden und die nur deshalb nicht in der Katastrophe endete, weil durch die Wiedervereinigung die Wirtschaftskraft des Westens angezapft werden konnte. Wie es euch ohne diese Hilfe heute ginge könnt ihr sehen, wenn ihr einen Blick über die Grenze in Richtung Osten werft.

  16. @ Markus:

    Nicht so engstirnig bitte. Mißwirtschaft entstand durch schlechte Politik und sehr hohe Reparationsleistungen an die Sowjetunion, da wurden zum Teil ganze Eisenbahnstrecken abgebaut und das so gewonnene Metall in den Osten abtransportiert.
    Hätte die westliche Wirtschaft nicht ein großes Interesse an der Wiedervereinigung gehabt, wäre sie niemals auf diese Weise zustandegekommen. Es haben sich viele große Firmen im Osten gesundstoßen können. Daß es dann doch nicht ganz so lief, wie man sich das allgemein vorgestellt hatte, ist natürlich jetzt (wie die vier Buchstaben es den deutschen Michel erfolgreich glauben machen) allein schuld der Ostdeutschen.

  17. Mensch Markus, wie kann man nur so gefrustet sein? Trinke eine Tasse heiße Milch, das beruhigt…

    @ 14: darf hier nur „Lobdudelei“ geschrieben werden? Ich glaube, dass wäre der ‘Pietät Eichenlaub’ auch nicht recht ;-)

  18. Warum vermuten Menschen, die aus dem Osten stammen eigentlich hinter allem einen Angriff? Ich finde, man kann zwischen den Zeilen liest, sogar eine Kritik an der westdeutschen Raffgier erkennen.
    Ich verstehe es ehrlich nicht. Ich bin Wessi, aber ich bin weder raffgierig noch materialistisch. Was werft Ihr uns vor, und warum fällt es Euch so schwer, die Wiedervereinigung in den Köpfen vorzunehmen?
    Ich denke nicht mal mehr darüber nach, ob der Mensch, den ich neu kennenlerne, aus West oder ost stammt und merke das auch häufig erst nach Wochen bzw. Monaten.

  19. @Falk (Nr. 9)
    Das kommt mir etwas zu flach rüber. Millionär wäre sicher mancher gerne geworden, aber an Spekulationen oder windige Geschäfte haben dabei wohl die wenigsten gedacht – eher daran dass die harte Arbeit und das Organisations- und Improvisationstalent sich zum ersten Mal richtig bezahlt machen könnten.
    Und dass es Verträge geben könnte durch die man tatsächlich beschissen werden könnte obwohl der Text ganz anders klang, auf die Idee sind die meisten einfach nicht gekommen, das ist in meinen Augen kein Zeichen für Dummheit sondern für natürliche Arglosigkeit derer die in einem System aufgewachsen sind in dem ein Wort und ein Handschlag noch etwas wert waren.

    @Markus (15)
    Tja, was haben wir denn aufgebaut? Erstmal das aufgebaut was im Krieg zerstört wurde (und das ohne Marshall-Plan oder Care-Pakete), das ersetzt was an Reparationsleistungen (teilweise ganze Fabriken samt den Ingenieuren) nach Russland abtransportiert wurde, und dann jahrzehntelang weiter Waren und Geld als Reparationsleistungen geliefert, hunderttausende Rotarmisten versorgt die in unserem Land stationiert waren, die vom Warschauer Pakt angeordnete irrsinnige Aufrüstung betrieben, die Unsummen erwirtschaftet die in Spionage und Abwehr gepumpt wurden…
    Unterm Strich hat man im Osten wohl kaum weniger hart gearbeitet als im Westen, auch wenn man das an westdeutschen Stammtischen natürlich immer ganz anders sehen will, während draussen der griechische „Gastarbeiter“ die Mülltonnen entleert und die türkische Putzfrau auf dem Weg zur Frühschicht ist …

  20. @Maik

    Kein Angst, ich bin nicht gefrustet.

    @Heiko

    Stimmt, deswegen ging es uns ja auch so schlecht und euch ja auch so gut, weil uns die USA alles gegeben haben was wir wollten, ohne dass dafür gearbeitet werden musste. Wie ignorant kann man eigentlich sein?

    Was sämtliche Staaten hinter dem Eisernen Vorhang kaputtgemacht hat, das war nicht die Aufrüstung oder der Spionageapparat, das haben sich andere Staaten auch geleistet und es ging ihnen trotzdem wesentlich besser, das war schlicht und ergreifende die unpackbare Verschwendung von Ressourcen und ineffiziente Nutzung des vorhandenen. Warum hätte man sich auch um Effizienz bemühen sollen, es brachte ja nichts und Ineffizienz führte zu keinem Nachteil.

  21. @9 und Gleichgesinnte: Es ist schon grotesk, wie sich hier einige offensichtlich aus der ehemaligen DDR stammende Herrschaften aufführen. Ich habe auch einiges an verwandtschaftlichem Gesindel in diesem Teil Deutschlands, die ich möglichst weit weg wünsche. Bis 1989 haben die bei jeder Gelegenheit geäussert „sie würden uns bald überholen“ Und heute hängen sie mit am Tropf der Deutschen Rentenkasse, in die sie nie was eingezahlt haben, und die u.a. meine Rente deswegen kürzen wird.
    Aus Anlass einer Beerdigung waren mal ein paar im Westen, wir standen vor einem Autohaus. Einer fragte, wie lange (wieviel Jahre) denn die Lieferzeit eines dort ausgestellten Fahrzeugs sei. Wir sagten, das kannst Du sofort mitnehmen, wenn Du willst. Sie sagten dann, wir würden sie anlügen.

    Derartige Elemente äussern sich hier und anderswo über angeblich Faulenzerei im Westen. Als die Mauer fiel war ja auch niemand bei der Stasi gewesen und die Grenze bewacht und Flüchtlinge erschossen hatte angeblich auch niemand. Das ist deren „Wahrheit“.

  22. @ 11,
    ja seh ich auch so.
    Bei manchen Kommentaren hier, befürchte ich allerdings, dass die Mauer bei einigen dann schnell durch das Brett vorm Kopf ersetzt wurde.
    Oder wirkt die Gehirnwäsche auch nach fast 20 Jahren noch?

    So, nu geh ich wieder auf meine Couch zum faulenzen und flirte mit den Amis, damit die weiter meinen Lebensunterhalt bezahlen und ich nix arbeiten muss

  23. Zunächst: beim Undertaker habe ich nichts zu bemängeln, der äussert sich imme recht fair und vernünftig und hat begriffen dass es Deppen und Schmarotzer auf beiden Seiten der Mauer gab und noch heute gibt. Nur manche Kommentatoren regen einen einfach auf, bei denen sind immer die anderen an allem schuld, so z. B.

    @Manfred (20):
    Was heisst „angebliche“ Faulenzerei im Westen? Real existierende! Oder hast du eine brauchbare Erklärung warum es in den fetten Jahren der Bonner Republik einerseits jede Menge Arbeitslose gab aber andererseits Heerscharen von Gastarbeiten ins Land geholt werden mussten? Und deine schockierende Geschichte über die ungläubige Verwandtschaft sagt schon alles, wenn das Erlebnis vor dem Autohaus der beste Grund ist um 17 Millionen Deutsche zu „Elementen“ abzustempeln erübrigt sich wohl jede weitere Diskussion.
    Und was das deine Rente angeht: Seit wann gibt es bei uns Rentenkürzungen? Und wenn sie weniger üppig ausfällt als du das gern hättest dann wohl eher weil auch deine Generation viele Jahre lang auf Kosten der nächsten Generationen gelebt und gewaltige Schuldenberge hinterlassen hat, also schön die Füsse still halten statt billige Stammtischparolen vom Stapel zu lassen.

  24. Diese Diskussion bringt mich echt zum Nachdenken.
    Statt haltlose unberechtigte Vorwürfe von Ost nach West und West nach Ost zu werfen, wäre es mal angebracht, vom in der Schulzeit und aus Massenmedien erworbenen Wissen abzuweichen, denen zu glauben, die es erlebt haben, und sich vorbehaltlos mal mit der wirklichen Materie auseinanderzusetzen. Was zur Nachkriegsgeschichte in den Schulen auf beiden Seiten des Zaunes gelehrt wurde, war eine jeweils sehr einseitige und oft auch nicht richtige Darstellung der Dinge. Als Gehirnwäsche würde ich das nicht bezeichnen.
    Das deutsche Volk wird noch viele Jahre brauchen, diese „Wiedervereinigung“ zu verarbeiten, hat es doch noch nicht einmal den Zweiten Weltkrieg aufgearbeitet. Bis dahin sollten sich solche auf Halbwissen basierenden Diskussionen wenigstens den Anschein einer konstruktiven Auseinandersetzung geben.

  25. @23: In der DDR gab es diesen Anteil Arbeitsloser vielleicht nur deshalb nicht. weil sie beschäftigt womit auch immer (beim MFS z.B.). Als dann die Wende kam, merkte man, dass man die alle nicht braucht, und schickte sie in die Frühverrentung. So auch meine Verwandtschaft.
    Dann begann man zu kürzen und das Eintrittsalter zu erhöhen.
    Ich werde, bis ich mit meinem angehobenen Renteneintrittsalter was bekomme, einen Betrag einbezahlt haben, den ich selbst bei extremer Lebenserwartung auch zinslos nicht mehr zurückbekomme.
    Neulich habe ich den Herrn Blüm noch bei einem Konzert gesehen: „Die Renten sind sicher“.
    In dieser Republik kann man sich nur eines wünschen: einen frühen Tod und dann einen Bestatter wie diesen hier.

  26. @ Manfred:

    Das Rentenloch tat sich zum ersten mal Ende der Siebziger Jahre auf. Also lange vor der Wiedervereinigung. Auch die DDR-Bürger haben in eine Rentenkasse eingezahlt. Wo das Geld geblieben ist, weiß ich nicht, will auch gar keine Spekulationen anfangen. Die Versicherungzeiten zu DDR-Zeiten wurden vielen Rentnern hier nicht anerkannt, so daß die trotz mehr als 40 Arbeitsjahren nur die Mindestrente bekommen.
    Ich werde höchstwahrscheinlich erst mit 70 in Rente gehen können, wenn überhaupt. Und was die Rentenkasse mir freudestrahlend jedes Jahr verspricht, glaub ich schon lange nicht mehr, ärgere mich nur darüber, daß ich zur Einzahlung trotz Selbständigkeit verpflichtet bin.
    Daß Du von Deiner Ostverwandtschaft enttäuscht bist, tut mir leid, allerdings finde ich es etwas arm, daß Du von dieser Erfahrung ableitest, alles über Ossis wissen zu wollen.

    Übrigens: Auch Ossis zahlen den Solidarbeitrag.

    Wir sollten aufhören, uns gegenseitig zu zerfleischen, und lieber gemeinsam auf die hohe Politik schimpfen.

  27. Alle denn um eine halbe Zeile verrutscht?
    Alle kommentieren das, was sie in obigem Beitrag zwischen den Zeilen vermuten. Keiner hatte was zum eigentlichen thema beizutragen gehabt.
    Hier wird ein Mann gelobt, der es denen, die ihn über den Tisch ziehen wollten gezeigt hat. Ein Vorbild!

  28. Zurück zum Auto: Das war bestimmt ein Ford Granada Turnier ;-)

  29. Genau. Zurück zum Thema.
    An diesen alten Autos kann man ja auch noch reparieren. Unseren Golf 1 hatten wir, bis er 15 war und 300 000 km runter hatte. Da konnte ich noch selbst einige Reparaturen vornehmen. Wenn ich heute in den Motorraum meines kleinen Japaners gucke… Tja, nur Plastik.

    War der Granada Turnier ein Lieferwagen?

  30. In die Granadas ging einfach viel rein. Bei uns im Ort hat ein Automatenaufsteller seine Flipper,und auch die kleineren Billardtische für Kneipen, mit Fahrzeugen des Typs Granada Turnier transportiert.

  31. Na, dann hoffen wir mal, dass von der ehemaligen Beschriftung das Wort „Dach“ fehlt, und nicht das Wort „Ab“.

    M.

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