Margot Honecker gestorben

Bis zuletzt hatte die Frau des ehemaligen DDR-Machthabers Erich Honecker an die Ideale der sozialistischen Republik geglaubt.
Immer wieder hatte sie die Politik in der DDR schöngeredet und man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, daß sie gar keine Ahnung von den wahren Lebensumständen der DDR-Bürger gehabt hatte. Wahrscheinlich ist es so, daß wenn man abgeschottet vom Volk im sozialistischen Elfenbeinturm lebt, nicht weiß, wie scheiße es den „Untertanen“ wirklich geht.

Vielleicht war dieses Festhalten an diesem Irrglauben aber auch der Senilität, einer gewissen Ignoranz oder einfach nur menschlicher Dummheit geschuldet.
Manch meinen, es sei auch nur eine Schutzbehauptung.

Jetzt ist Margot Honecker gestorben: http://www.zeit.de/politik/2016-05/margot-honecker-in-chile-gestorben

gemeldet von Thomas

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  • Veröffentlicht am: 7. Mai 2016
  • 14 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Nekrolog

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
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Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
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Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

14 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Die Unbeirrtheit, mit der sie und ihr Mann an das System geglaubt haben, ist unglaublich!
    Als Christ kann man nur hoffen, das sie jetzt ihren Frieden gefunden hat!!

  2. „Ihren“ Frieden wird sie haben. Ebenso wie Hilter, Kim Jong Il, Erdogan, Stalin und sämtliche andere machtversessene Arschlöcher welche auf kosten des Volkes leben und ihre kleinen schwänze kompensieren.
    Die haben immer ihren Frieden.

  3. Die Macht des Christentums erfuhren beide im „Kirchenasyl“ in Lobetal. Bei einem evangelischen Pfarrer, der wie auch seine Familie unter dem System und auch dem Bildungssystem zu leiden hatte.

  4. Naja unsere gewählten Volkstreter haben anscheinend auch kaum noch Ahnung wie der „Normalsterbliche“ Bundesbürger sich so durchwurschteln muss .Die Politprominenz der DDR hatte ihre eigene Wohnsiedlung,die Waldsiedlung Wandlitz,mit Supermarkt etc.pp. also konnten sie sich vermutlich kaum vorstellen wie es in der Realität im Staate so aussah.Wir im freien Westen haben dank der DDR doch auch gut gelebt,Gestattungsproduktion für Quelle,Neckermann und Co haben dafür gesorgt das der Bundesbürger Möbel,Elektroartikel und Lebensmittel sehr günstig erwerben konnte.
    Sollte es ein Jenseits geben dann werden wohl einige in Erklärungsnöte geraten

  5. Das schlimme ist ja, das all diese Leute sich ihren Elfenbeinturm nur dadurch erhalten das sie keinerlei rücksicht auf die bedürfnisse der bevölkerung nehmen. All diese Personen, ob Stalin, Hiltler, Erdogan, Mielke , Kim Jong Il usw….. leben in Ihrem Frieden und niemand von uns „Weltlichen kann ihnen diesen nehmen. Die hoffnung welche bleibt ist die, das es „eines Tags“ eben doch zählt ob man ein Ars platzhalter chloch war.

  6. Ich glaube eher, dass solche Menschen sich oft mit aller Gewalt an ihrer Sichtweise festklammern, eben um sich nicht eingestehen zu müssen, dass sie ein “ Ars platzhalter chloch“ sind.
    Man sieht auch im täglichen Leben oft, wie Leute die Schuld immer wieder woanders suchen als bei sich, und das hier ist das gleiche Prinzip.

  7. Hmm, seltsam, De mortuis nil nisi bene… ist außer Kraft gesetzt, zu recht!
    Meistens ist es ja so, dass man auch vom Tod von Menschen, die man zu Lebzeiten nicht besonders mochte, dann doch betroffen ist – vor allem wenn dieser tragisch ist. So ging es mir zuletzt bei Guido Westerwelle.
    Dieser Frau hingegen weine ich keine Träne nach, es stellt sich eher ein Gefühl der Zufriedenheit ein… Ich habe selten einen Satz in einer so seltsamen dümmlich-zynischen Mischung gehört als jenen in der NDR-Doku, wo sie über die Toten an der Mauer meinte, „Denn das braucht ja nicht sein. Der brauchte ja nicht über die Mauer zu klettern.“ Manchmal ist der Tod eben doch auch eine Erlösung für die Lebenden.

  8. Erscheckend: Es gibt immer noch einige, die ebenso denken wie sie. Eine Minderheit, aber es gibt sie tatsächlich. Und diese leben nicht im Elfenbeinturm…

    • @DL2MCD: ist doch im Westen auch nicht anders. Vor 5 Minuten erst gehört: Beim Führer war ja auch nicht alles schlecht.

  9. Übrigens haben die meisten Medien einfach nur „Honecker gestorben“ geschrieben. Das ist dann doch etwas verwirrend, auch wenn Margot wohl zielangebend hinter Erichs Aktivitäten steckte, denkt man halt zuerst an ihnm und wundert sich, wo da jetzt die News ist…

    • @Peter Wilhelm: Bah. Das gibts im Westen wie im Osten. Und zu seinem Geburtstag wird immer noch gefeiert…

      Naja, immerhin, zu Herodes Geburtstag wird nicht mehr gefeiert. Irgendwann erledigt es sich…

  10. Zwischen DDR und BRD gibt es wohl einen gravierenden Unterscheid dabei, wieviel „Realitätssinn“ die führenden haben.
    Es mag sehr gut möglich sein, dass die Führungskader der DDR nicht wirklich wussten, welche Nöte und Probleme einfache Bürger haben. Das lag aber wohl mit an dem von ihnen verkörpertem System. Den Menschen dort hatte es gut – und besser als in der westlichen Kosumwelt – zu gehen. Andere, gerade auch politische Meinungen, waren unerwünscht. Alles, was nicht sein durfte/sollte, konnte und hatte auch nicht sein, fand somit wohl weder in den Medien noch in den Berichten an die obersten Führungsgremien statt.
    Wenn Politiker/Regierungen in der westlichen Demokratie mit Scheuklappen nur ihren Elfenbeinturm wahrhaben wollten, würde ihnen wohl recht schnell ein massives Medienecho nebst diverse Shitstorms entgegenschlagen. Und bei Wahlen entscheiden eben die, die hingehen, und nicht die, zu zu wählen sind, wie das Ergebnis auszusehen hat.

    Dunkel erinnere ich Bilder des Fluges der Honeckers nach Chile. Im Flieger immer wieder son sog. Journalilsten bedrängt. Eigentlich finde ich sowas unmöglich, aber vielleicht war das, so sahen sie für mich aus, der doch stärkste Gegenreiz, den sie erleben mussten. Da war dann niemand mehr, der sie abschirmte, unliebsames weghielt. Das sie weiter starrsinnig ihrer Sicht treu bleiben ist das eine – aber die Chance bis hin zum Zwang, die für sie neuen Realitäten zu sehen, die hatten sie.

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