Motorradbestattung

Gestern schickte mir eine Leserin einen Link zu noch einem Bestatter, der jetzt Biker-Bestattungen mit dem Motorrad anbietet. Nichts Neues, das wissen Bestatterweblogleser, aber dieser Bestatter hängt den Sarg eben hinten ans Motorrad, was als Alleinstellungsmerkmal „erster Bestatter“ und „verrückte Idee“ (beides BILD), wohl ausreicht. Für Biker also eher ein alter Hut. Auch mag mich die Argumentation „Im Leichenwagen fühlen sich Biker eingezwängt“ nicht wirklich überzeugen.
Erst einmal muß sich jeder darüber im Klaren sein, daß er dann gar nichts mehr fühlt. Weder Kälte, noch Hitze, noch Schmerz und schon gar nicht räumliche Enge.
Und wenn schon, bitte schön, dann ist der Sarg ja wohl das räumlich Engste, das man sich vorstellen kann.
Ja, und wenn man schon Probleme mit räumlicher Enge hat, liebe Bild-Zeitung und lieber Moped-Bestatter, dann ist das eben, weil man die Vorstellung hat, in einer engen Kiste zu liegen, und nicht, weil man in einem Bestattungswagen transportiert wird.

Außerdem ist die Idee nicht wirklich neu:

Oder hier:

Ich finde die Idee aber dennoch nicht schlecht.
Viele Motorradfahrer wollen auch bei ihrer Beerdigung oder für die Beerdigung eines anderen Mopedfahrers etwas Unkonventionelles. Da sind die Angebote, den Sarg im Beiwagen, im oder auf dem Anhänger zu transportieren, sicherlich eine schöne Alternative.

Obwohl: Bei Motorradbestattung fällt mir auch immer Michael Knoblauchs Besuch bei „Bob’s used Motorcycles“ in Phoenix/Arizona ein:

Bei einer Luftfeuchtigkeit von nur rd. 10% und Temperaturen weit über 40 °C lagern hier tausende ausgediente Motorräder und abertausende von Teilen unter freiem Himmel und warten nur darauf, irgendwann in der Schrottpresse zu landen oder gegen kleines Geld wieder zum Leben erweckt zu werden.

Motorradfahren ist ein allseits beliebtes Hobby und eine schöne Möglichkeit sich fortzubewegen. Ich selbst bin allerdings mehr ein Freund des Automobils. Obwohl, manchmal würde ich mir eine dicke Harley auch gut vorstellen können. Es stellt sich jedoch die Frage, ob man sich als Mittfünfziger noch auf solch einen Hobel setzen sollte.

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  • Veröffentlicht am: 2. Juni 2015
  • 2 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Fundstücke

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

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