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Bestattungen in verschiedenen Religionen und Kulturkreisen

Bestattungen in verschiedenen Religionen und Kulturen

1. Einleitung:
Im folgenden Text wurden Informationen über die Bestattungsriten verschiedener Religionen und Kulturen zusammengetragen.
Es dürfte mittlerweile der umfassendste Text zu diesem Thema in dieser Form überhaupt sein.

Es gehört sich, meiner Meinung nach, im Internet nicht, eine unfertige Seite zu präsentieren. Hier muß ich es dennoch tun und zwar aus einem sehr gut nachvollziehbaren Grund: Es kommen ständig neue Informationen hinzu und beinahe jeden Tag meldet sich ein Leser, oft Angehöriger einer mir fremden Religion, mit neuen Hinweisen. Deshalb lebt dieser Text und wandelt sich stetig.
Da er quasi niemals fertig ist, würde er nach meiner Regel, unfertige Seiten nicht zu präsentieren, auch niemals erscheinen. Also MUSS ich von dieser Regel abweichen.

Verbesserung und Änderungsvorschläge bitte gerne an undertaker@europa-host.de

2. Bestattungsriten in den verschiedenen Religionen

2.1. Christentum

Das Christentum ist eine monotheistische Religion (es gibt nur den einen, einzigen Gott).
Christen berufen sich auf Jesus Christus und die Heilige Schrift. Bedeutung in der Bibel hat der Gedanke der Sünde. Durch die Auflehnung Adams gegen Gottes Gebot wurden die Menschen aus dem Paradies vertrieben, sie wurden sterblich. Durch die Sünde kam der Tod in die Welt. Jesus ist gekommen, um die Sünder zur Buße zu rufen und ihnen zu vergeben. Durch den Tod Jesus am Kreuz wurden die Menschen von ihren Sünden erlöst. Jesus Auferstehung drei Tage nach seiner Kreuzigung bedeutet für Christen die Hoffnung auf ein neues Leben nach dem Tod, auf ein ewiges Angenommensein vor Gott.
Es bekennen sich weltweit etwa 1,8 Milliarden Menschen zum Christentum.
Jedoch gibt es Untergruppen der Gläubigen die trotz dem gleichem glauben an den nur einen einzigen Gott immer noch Unterschiede in ihren verschiedenen Bestattungskulturen aufweisen.
Einigkeit herrscht jedoch im weitgehenden Verzicht auf anonyme Bestattungen. Der Mensch hat in der Taufe vor Gott einen Namen bekommen und kann daher nicht als anonymes Wesen behandelt werden.
Als Symbol bei christlichen Trauerfeiern wird das Kreuz verwendet, das Sinnbild für den Kreuztod Jesus. Eine Variante praktiziert der griechischkatholische Zweig, der ausschließlich auf das dreiarmige Kreuz zurückgreift, in der Heraldik als „orthodoxes Kreuz“ bezeichnet.

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Dingeling

Heute hat bei einer Trauerfeier plötzlich ein Handy angefangen zu klingeln.
Normalerweise macht jeder sein Handy ja bei so einem Anlass aus. Wir sind schon vor zwei Jahren dazu übergegangen, daß wenn ein Mitarbeiter von uns anwesend ist, dieser die Trauergäste in der Trauerhalle begrüßt und insbesondere bei Abweichungen vom normalen Ablauf diesen kurz erklärt. Wir sagen dann auch noch, wo Blumenspenden abgegeben werden können, daß wir Kondolenzschreiben entgegennehmen und wo das Kondolenzbuch aufliegt usw.
Bei dieser Gelegenheit wiesen wir auch darauf hin, daß man möglichst sein Handy ausschalten sollte. Es ist doch erstaunlich, wie viele dann erst nach dem Ding kramen und es abschalten.

Als es heute geklingelt hat, fuhren auch wenigstens 20 Hände in die Taschen…
Jaja, das schlechte Gewissen :-)

Tod in Norwegen 3

Diese Sache hat mich heute (u.a.) auf Trab gehalten.
Wir haben nun doch den Subunternehmer beauftragt, die Verstorbene aus Norwegen abzuholen.

Zunächst mal was zu diesem Subunternehmer:
Diese Firma ist mir seit vielen Jahren vertraut und macht nichts anderes, als Verstorbene ins Ausland zu überführen bzw. aus dem Ausland zu holen. Ein Spezialist erster Güte, der sich erstklassig mit allen Konsulatsbestimmungen, Zollregelungen usw. auskennt. Billig ist das Ganze nicht, aber dafür liefert er eine gute Arbeit.

Und geholt werden muss die junge Frau. Eine Einäscherung in Norwegen kommt für die Familie überhaupt nicht in Frage. Natürlich habe ich diese Variante angesprochen, bin damit aber nicht nur auf taube Ohren, sondern auf allseitige heftige Ablehnung gestoßen.

Am Montag werden die Konsulats- und Behördenangelegenheiten geregelt und dann kommt das Mädchen zu uns. Dienstag wird sie hier sein.
Ich habe etwas Angst vor dem, was mich da erwartet. Der norwegische Kollege ist ebenso geschäftstüchtig, wie professionell. Er hat das Mädchen natürlich in einen Sarg eingebettet und nicht in eine Transportkiste oder einen Überführungssarg. Und die Preise in Norwegen sind gesalzen, aber heftig gesalzen. Soviel ich jetzt überblicken kann, wird alleine der Einsatz des norwegischen Bestatters mehr kosten als bei uns normalerweise eine komplette Beerdigung.
Zwei Überführungen, die Aufbewahrung und Kühlung, eine Einbalsamierung, Behördenwege, der Sarg…, das läppert sich.

Ich habe mir die Entscheidung vorbehalten, ob man das Mädchen noch aufbahren kann. Das ist der ausdrückliche Wunsch der beiden Familien und wenn immer möglich, will ich den erfüllen.
Die Aufbahrung wird bei uns im Haus stattfinden, da der Sterbefall durch die lokale Presse gegangen ist und zu vermuten steht, daß bei einer offenen Aufbahrung auf dem Friedhof sehr viele Gaffer kommen.

Das gibt mir Gelegenheit, auf eine in den Kommentaren gestellte Frage einzugehen.

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Voll im Stress

Heute konnte ich nicht bloggen, wie ich wollte. Wir haben wahnsinnig viel zu tun und ich bin gefordert.

Vielleicht komme ich später noch dazu, ansonsten morgen.

Tod in Norwegen 2

Wir sind jetzt einen Schritt weiter. Zumindest wissen wir, welcher Bestatter in Norwegen die Verstorbene in Obhut genommen hat. Glücklicherweise sprechen die alle Englisch und so kommen wir doch wesentlich besser weiter als noch vor ein paar Monaten, als wir was mit Kirgisien zu tun hatten.

Die Familie der Verstorbenen habe ich mal einer Beschäftigungstherapie unterzogen. Der junge Mann soll die Trauerkarten zu Hause am Computer mal vorentwerfen, das kann er und da hat er was zu tun. Die beiden Väter habe ich mal in Auftraggeber (der Vater der Toten) und Co-Auftraggeber (Vater des Jungen) dividiert und auch mit Aufgaben versehen: Geburtsurkunde besorgen, beim Gärtner Blumen aussuchen, Liste mit Trauergästen schreiben, Adressen für Totenbriefe zusammenstellen usw.

Heute am Nachmittag kommen die nochmals vorbei, dann besprechen wir die Trauerzeremonie und alles weitere.
Jetzt steht es im Vordergrund, wie wir die Verstorbene hierher bekommen. Wir können sie einfliegen lassen, mit unserem Auto abholen, bringen lassen oder einen Subunternehmer mit der Fahrt beauftragen.
Ich warte auf den Anruf vom Subunternehmer, der für Auslandsfahrten ein Spezialist ist, damit er mir die Kosten mitteilt, dann entscheide ich.

Wegen 20 Euro

Da will der Anwalt einer nicht zahlungswilligen Kundin schlau sein. Laut seinem Schriftsatz sollen wir

…den Beweis erbringen, dass der Verstorbene das Leichenhemd „grau Seide“ tatsächlich bekommen hat…

Das in Rede stehende Totenhemd (wir nennen so etwas ja ‚Talar‘) kostet 39 Euro. Nach der Aufbahrung war die Kundin sehr zufrieden und hat sich ausgiebig bei uns bedankt. Als dann die Rechnung raus war, warteten wir wochenlang auf unser Geld; 1. Mahnung, 2. Mahnung, Anruf, Anwalt…

talar11.jpg

Der Tote habe ein „Billighemd“ angehabt und deshalb sehe man sich nicht zur Zahlung der Rechnung verpflichtet, lässt sie durch ihren Anwalt mitteilen.
Anhand der obligatorischen Fotos können wir aber beweisen, daß der Verstorbene tatsächlich das bestellte Hemd anhatte. Das beweise doch gar nichts, schließlich hätten wir den ja auch nochmal umziehen können, behauptet man nun.
Nochmal mit anderen Worten: Die behaupten also tatsächlich, wir hätten dem Toten zum Zwecke der Aufbahrung ein Hemd zum Preis von 39 Euro angezogen. Nach der Aufbahrung haben wir den Toten dann komplett aufgedeckt, ihm sein 39-Euro-Hemdchen ausgezogen und ihm ein 19-Euro-Hemdchen angezogen. Ja klar, das lohnt sich ja auch….

Ach ja: Der Verstorbene wurde eingeäschert…

Nach unserer Rechtsauffassung können wir anhand des Fotos beweisen, daß der Verstorbene das korrekte Hemd bekommen hat, nunmehr müsste die Gegenpartei das Gegenteil beweisen. Oder?

Tod in Norwegen

Sowas nimmt mich dann schon ziemlich mit. 18 Jahre sind sie alt und wollten ihr bestandenes Abitur mit einer Reise durch Norwegen feiern. Klaus und Jennifer wollten eigentlich viel lieber nach Kanada, aber das wäre viel zu teuer geworden und nach Klaus‘ Meinung ist Norwegen noch am Ähnlichsten.

Ringe hatte er gekauft, um Jennifer auf dem Höhepunkt der Reise am Nordkap einen Antrag machen zu können. Heute saß er mit diesen Ringen in einem kleinen Etui vor mir, sein Vater neben ihm, und berichtete mir unter Tränen, daß Jennifer in Norwegen bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Auch Jennifers Vater ist gekommen, sein Gesicht wirkt wie versteinert, das Zittern seiner Hände verrät die innere Anspannung. Klaus kam auf Krücken, sein linkes Bein ist geschient und er trägt eine dicke Halsstütze.

Bei einer abendlichen Fahrt war Klaus und Jennifer, die mit ihrem Leihwagen unterwegs waren, ein Lastwagen entgegen gekommen, der in einer Kurve weit auf die Gegenfahrbahn ausgeschert war und das Auto der beiden jungen Deutschen auf der Fahrerseite frontal traf und stark eindrückte, woraufhin das Auto gegen die Leitplanke gedrückt wurde. Teile der Ladung des Lastwagens sollen sich bei dem Zusammenstoß gelöst haben und seien nach vorne geschossen und hätten das Fahrzeug quasi unter sich begraben.
Was das für eine Ladung gewesen sei, frage ich. „In Bretter gesägte Baumstämme“, sagt Klaus und schluckt.

Er ist erst im Krankenhaus wieder zu sich gekommen, Jennifer war -wie er erst drei Tage später erfuhr- sofort getötet worden.

„Wir wissen gar nichts“, sagt Jennifers Vater und Klaus Vater fügt hinzu: „Sie müssen uns helfen, es ist eine einzige Katastrophe.“

Durch vorsichtiges Nachfragen bekomme ich heraus, daß der Unfall schon vor fast zwei Wochen passiert ist. Klaus war eine Woche in Norwegen im Krankenhaus und wurde dann nach Deutschland verlegt. In Norwegen ist die Sache offenbar den normalen Gang gegangen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, das tote Mädchen wurde auf Anweisung der Behörden obduziert und dann einem örtlichen Bestatter übergeben.

Die Familien in Deutschland wissen weiter nichts, sie haben zig-Mal telefoniert, nur Bruchstücke erfahren; mal hapert es an der Sprache, mal an ungeklärten Kompetenzen, ein anderes Mal an der, aus Verzweiflung oder Unkenntnis rührenden, Uneinsichtigkeit der Eltern.

Da muss was gemacht werden. Ich versuche herauszufinden, wie diesen Leuten am Besten geholfen werden kann. Im Vordergrund steht, den Leichnam der jungen Frau hierher zu bekommen, der Rest wird sich finden.

Ich werde weiter darüber berichten.

Hauen und Stechen 2

Was Hans Richter da hat, ist ein kleines Bestattungsinstitut in einer größeren Stadt. Er wickelt so an die 200 Sterbefälle im Jahr ab und das schon seit vielen Jahren. Eigentlich hat er mal Autoschlosser gelernt, übernahm dann aber gemeinsam mit seiner Frau ein Blumengeschäft in Friedhofsnähe. Als eine benachbarte Bestatterin aus Altersgründen ihren Betrieb zum Verkauf anbot, ging er bei ihr ein gutes Jahr in die Lehre und übernahm dann das Beerdigungsinstitut.

Das muss so vor 16 oder 17 Jahren gewesen sein und wenn ich mir das Geschäft von Hans so anschaue, dann ist das schon ein alter und sehr biederer Laden, der auch heute noch ohne Computer auskommt und lange nicht so viel Möglichkeiten bietet, wie etwa unser Geschäft. Aber ihm und seinen Kunden reicht es, er gilt gemeinhin als fleissiger, ruhiger und grundehrlicher Mann.

200 Sterbefälle, das ist nicht die Zahl, die großen Neid bei der Konkurrenz auslösen könnte, wenngleich das auch keine schlechte Zahl ist. Und dennoch hat sein Betrieb Begehrlichkeiten geweckt, was meiner Meinung nach an der guten Lage und der langen Tradition des Hauses liegt.
Direkt neben dem Friedhof, gegenüber dem Zufahrtsweg zu einem Seniorenstift und nicht weit von zwei Krankenhäusern entfernt, das ist wahrlich keine schlechte Lage für ein Beerdigungsinstitut.

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