80 Cent für Gottes Herrlichkeit

Heute Morgen habe ich bei einer Gemeindeverwaltung angerufen, um die Beerdigung eines ehemaligen Bürgers dieses kleinen Ortes zu regeln. Das ging alles ganz problemlos, wir können den Toten heute Nachmittag hinbringen. Sagt die Dame von der Gemeindeverwaltung noch: „Und vergessen Sie die 80 Cent nicht!“

„Was für 80 Cent?“

„Na die 80 Cent fürs Glockenläuten. Das ist die Gebühr für den katholischen Messner, damit er die Totenglocke für Gottes Herrlichkeit läutet.“

50 Ocken fürs Nichtstun

Wenn wir bei der zuständigen Behörde einen Sterbefall anmelden, müssen wir immer angeben, ob wir nur die Kühlzelle auf dem Friedhof brauchen oder auch die Trauerhalle, ob wir einen Organisten benötigen usw. Ist ja klar, die müssen auch vorplanen können.

Neuerdings kommt es aber häufiger vor, daß die Familie eine CD mit der Lieblingsmusik des Verstorbenen mitbringt. Da brauchen wir dann keinen Organisten, da nehmen wir einen guten CD-Player mit und einer unserer Männer spielt dann die CD ab.

Jetzt heißt es aber amtlicherseits, daß über die friedhofseigene Musikanlage auch CDs abgespielt werden dürfen. Ja und die darf nur der Organist bedienen. Da das aber den Organisten oft zu kompliziert ist, muss das trotzdem einer von uns machen.
Für den Organisten dürfen wir aber trotzdem jetzt immer 50 Euros berappen.

Für den besseren Duft

Für den besseren Duft im Sarg bietet unser Pietätswarengroßhändler ein tolles Pulver an. Wir streuen davon immer etwas in den frisch ausgeschlagenen Sarg, bevor der Verstorbene hineingelegt wird. So bleiben dann eventuelle Geruchsbelästigungen aus oder werden gemildert. Das Pulver ist wirklich gut, es riecht ein bißchen nach Seife und ein bißchen nach Weihrauch. Allerdings kostet da eine Portion auch rund 5 Euro.

Heute Morgen kommt einer unserer Fahrer und sagt zu mir, ich solle mal was anderes probieren. Dann übergibt er mir eine Tüte mit grünlichem Pulver. Ich rieche daran und stelle fest, daß es sehr stark und aromatisch riecht. Wir haben es dann bei zwei Särgen verwendet und ich muss sagen, es scheint besser zu wirken als das bisherige.

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Altersheim mit Todesangst

In meinem letzten Artikel schrieb ich schon etwas über Altersheime und die Abholung von Verstorbenen.
Dazu passt ein Anruf von soeben:

„Bitte kommen Sie und holen Sie den Herrn S. ab. Aber kommen Sie bitte erst heute Abend nach 21 Uhr, wenn es dunkel ist und fahren Sie leise von hinten an den Lieferanteneingang an der Kellerrampe.“

Klar, machen wir doch!

Das ist aber kein Einzelfall. Ich persönlich finde ja nichts Ungewöhnliches dabei, dass in einem Altersheim Leute sterben. Wenn irgendwo, dann da!

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Bestattungsfahrzeug, Leichenwagen

Warum sind Leichenwagen so teuer? Das fragte jemand in einem Kommentar.
Nun, Bestattungsfahrzeuge sind Sonder-KFZ und müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um als Bestattungsfahrzeug zugelassen werden zu können. Verstorbene dürfen per Gesetz nur in solchen Fahrzeugen befördert werden.

Die Anforderungen sind in einer DIN-Norm festgelegt, es wäre aber langweilig, diese hier zu zitieren. Die wesentlichen Bedingungen sind die sichere Befestigung des Sarges im Laderaum, die luftdichte Abtrennung zum Fahrerraum, eine durchschlagfeste Abtrennung zwischen beiden Räumen und bestimmte hygienische Anforderungen, wie die leichte Abwaschbarkeit des Sargraumes.

Diese Bedingungen erfüllt bei uns z.B. ein sorgfältig umgebauter dunkler Mercedes-Transporter, also im Grunde genommen ein Lieferwagen. Dem Toten ist es nämlich vollkommen egal, ob er in einem Luxus-Kombi herumgefahen wird oder in einem Lieferwagen. Für uns ist der Lieferwagen schon deshalb praktisch, weil wir 2 bis sogar 4 Särge transportieren können und der Wagen sehr unauffällig ist. Viele Altersheime bestellen uns zur Abholung der Verstorbenen, weil unser Auto nicht auffällt. Ein ständig oder oft vor dem Altersheim stehender Leichenwagen ist vermutlich keine gute Reklame für die …

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So ein derber Mist!

Heute Morgen ist uns eine 72-jährige Rentnerin seitlich in das Bestattungsfahrzeug gefahren.

Unser Auto parkte in zweiter Reihe auf einer zweispurigen Straße. Heckklappe geöffnet, Warnblinkanlage eingeschaltet. Was sollen wir machen? Umständlich einen Parkplatz suchen und den Toten dann mit einer Schubkarre dahin bringen? Ein Bestattungsfahrzeug ist ein Sonder-Kfz., es hat jedoch keine besonderen Rechte, aber die Ethik und der Respekt vor anderen sollte doch wohl jedem genügen, um auf so ein Fahrzeug etwas Rücksicht zu nehmen.

Ich habe mal, mit freundlicher Genehmigung, ein Bild aus dem Web gezogen. Der betroffene Wagen sieht genau so aus, ist allerdings dunkelblau und hat einen schmalen goldenen Streifen über die ganze Länge. Wegen der Firmenbeschriftung zeige ich unseren hier nicht.

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