Irgendwann will ich auch schlafen

Ist doch wahr! Da kann ich mich voll aufregen.
Heute Morgen klingelte um 4 Uhr mein Telefon. Da sei jemand verstorben und wir müssen sofort kommen, sagte die Anruferin.
Soweit nichts Ungewöhnliches. Wenn jemand in der Wohnung verstirbt, wollen die Angehörigen meistens, dass wir sofort kommen und den Verstorbenen abholen. Kuzer Exkurs: Wenn ich ‚der Verstorbene‘ schreibe, dann mache ich das aus Bequemlichkeit. Es ist mir zu umständlich, immer ‚der oder die Verstorbene‘ usw. zu schreiben.

Also, frage ich, wo wir denn hinkommen sollen, notiere mir die Adresse und verständige die Fahrer. Kurz darauf treffe ich mich mit den Fahrern vor dem Haus der Familie. Ich mache das dann so, dass ich zuerst die Lage sondiere. Ich gucke dann, wie und wo der Tote liegt und schaue vor allem, ob alle Papiere vorhanden sind. Zuerst muss nämlich immer der Arzt da gewesen sein und den Totenschein (Leichenschauschein und Todesbescheinigung) ausgestellt haben. „Jaja, wo denken Sie hin?“, hatte die Frau am Telefon gesagt, als ich fragte, ob der Arzt schon da war und die Papiere ausgestellt hat.

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Die spinnen, die Römer!

Wir bieten neben der ganz normalen Erdbestattung natürlich auch Feuerbestattungen. Hinsichtlich der Beisetzung der Asche haben die Kunden jede Menge Möglichkeiten. Man kann die Asche dem Meer übergeben, man kann sie ins All schießen lassen. Wir bieten die Möglichkeit, sich aus der Asche einen Diamanten pressen zu lassen und man kann die Asche auch in einem Wald beisetzen lassen.
Sogar die Verstreuung der Asche von Heißluftballon bieten wir an. Und wer es ganz exklusiv will, für den finden wir sogar einen Weg, daß er die Asche daheim aufbewahren kann und letztlich damit machen kann, was er will.

Also im Grunde genommen sollte für jeden etwas dabei sein, oder?

Nein, heute rief eine Kundin an und wollte wissen, ob wir auch tibetanische Vogelbestattungen machen.

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Ihr dürft ruhig kommentieren

Ich habe da bei meinem Weblog so eine Funktion, die statistische Daten sammelt. Da kann ich feststellen, daß hier jeden Tag ein paar Hundert Leute vorbeischauen und meine Geschichten lesen.

Auch wenn meine Themen vielleicht nicht so bunt und lustig sind, aber trotzdem darf jeder gerne auch Kommentare schreiben.

Manche (Tage) haben es in sich

Au Mann, gerade komme ich von einer Überführung zurück.
Gegen 18 Uhr kam der Anruf: „Mein Mann ist vestorben, bitte holen Sie ihn ab!“
Soweit nichts Ungewöhnliches. Ich habe meine „Männer“ angerufen, also die Fahrer vom Bereitschaftsdienst. Die sind dann eingerückt, haben unseren Leichenwagen (wir sagen Bestattungsfahrzeug) gerichtet und dann dorthin gefahren.
Um 19 Uhr bekam ich einen Anruf. Es waren die Fahrer: „Chef, Sie müssen uns helfen, der Verstorbene ist so dick.“

Also bin ich auch dahin gefahren. Dann sah ich die Bescherung. Der arme Mann war in der Badewanne verstorben, ein Herzinfarkt.
Der Arzt hatte nur noch den Tod feststellen können.
Tja und der Mann wog schätzungsweise 200 bis 250 Kilo. So genau konnte man das nicht abschätzen. In jedem Fall war die Badewanne voll Mann, randvoll.

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Sie bescheissen uns ja um unser Geld!

Wie die meisten Bestattungsunternehmen vermitteln wir für unsere Kunden auch Traueranzeigen .
Bevor ich aber schildere, wie das bei uns ist, will ich kurz erzählen, wie das ansonsten ablaufen würde:

Die Leute müßten in die Stadt fahren (mit Parkplatzsuche und allem) und sich in die Schalterhalle der Zeitung stellen. Wenn sie dann an der Reihe sind, bekommen sie eine Auswahl von Anzeigen gezeigt und können sich die passende Größe aussuchen. Dann dürfen sie an einem Schreibpult selbst den Text aufsetzen. Die Mitarbeiterin der Zeitung kontrolliert das dann, ist eventuell bei Anpassungen und Korrekturen behilflich und kassiert dann beispielsweise 430 Euro für eine mittlere Anzeige.

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Offen oder zu?

Das fragen viele Bestatter ihre Kunden und meinen damit, ob der Verstorbene vor der Trauerfeier noch einmal offen aufgebahrt werden soll oder ob der Sarg verschlossen bleiben soll.

Ich muß, so glaube ich, nicht ausführen, warum man manch einen Verstorbenen nicht mehr aufbahren kann. Ansonsten hängt es von der inneren und persönlichen Einstellung der Angehörigen ab. Hierbei sollte man sich selbst die Fragen stellen:

* hat sich der Verstorbene innerhalb kurzer Zeit durch Krankheit/Unfall dramatsich verändert?
* möchte man ihn/sie lieber in Erinnerung behalten, wie er zu Lebzeiten gesund aussah?
* was denken die Verwandten darüber? Gibt es evtl. ältere Verwandte die ihn/sie noch einmal sehen möchten?
* will man, dass Nachbarn, Neugierige oder zufällige Trauerbesucher ihn/sie anschauen?
* ist man sich darüber im Klaren, dass das die letzte Gelegenheit ist?

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Sekundenkleber

Wenn man irgendwo erzählt, dass man Bestatter ist, weichen manche Leute zurück, so als habe man immer eine Leiche in der Tasche oder so. Ganz ehrlich, ich nehme keine Arbeit mit nach Hause! :-)

Auf jeden Fall aber steht man schnell im Mittelpunkt des Gespräches, weil zu dem Thema hat jeder irgendwas zu sagen oder will irgendetwas wissen.

Letztens fragte mich jemand: Wie macht ihr das eigentlich, dass der Mund des Verstorbenen zu bleibt?

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