Was passiert mit den Grabsteinen?

Was passiert [nach dem Ablauf des Grabes] mit dem Grabstein des Vorgängers? Die sind ja so gut wie unvergänglich. Ich fänd es schade wenn der wegkommt.

Der Grabstein ist Eigentum des Grabnutzungsberechtigten, also i.d.R. der Familie des Verstorbenen. Wenn ein Grab abläuft, verlangen die Gemeinden normalerweise, daß die Nutzungsberechtigten das Grab abräumen. Das bedeutet, daß alle gärtnerischen Anlagen entfernt werden müssen und auch Einfassungen, Laternen, Trittplatten usw. beseitigt werden müssen.

ich gebe in einem solchen Fall immer den Rat, einen Steinmetz aufzusuchen und mit ihm einen Deal zu machen. Er kümmert sich um die komplette Abräumung und bekommt dafür den Stein. Handelt es sich um einen besonders großen, wertvollen und vor allem dicken Stein, könnte es sein, daß ein Steinmetz diesen sogar abkauft. Allerdings sollte man seine Preisvorstellung ziemlich nach unten orientieren.

Ein Stein ist dann für einen Steinmetz noch interessant, wenn er dick genug ist, um auch nach dem Abschleifen der Schrift noch verwendet werden zu können. daraus folgt, dass Steine mit sehr tief herausgearbeiteten Schriften weniger wert sein können und solche mit tiefen Bohrungen etwa für das Verschrauben aufgesetzter Metallschriften sogar unbrauchbar sein können.

Da wo das nicht klappt und wo sich keiner um die Steine kümmert etc. werden diese von der Friedhofsverwaltung gesammelt und an Spezialunternehmen verkauft. Von einer Kommune ist mir bekannt, daß aus den alten Grabsteinen in Italien Beimengungen für hochwertige Straßenbeläge entstehen. Auf einem kleinen Friedhof habe ich mal gesehen, daß mit den namenlosen Bruchstücken dieser alten Steine eine Aufbewahrungsmauer für Urnen gemauert worden ist.

Selbstverständlich kann man einen Grabstein auch mit nach Hause nehmen. Manch einer stellt sich den zum weiteren Andenken in den Garten und ich kenne wenigstens 2 Fälle in denen so ein großer Stein, abgeschliffen und neu zugeschnitten, als Tischplatte fungiert.

Auch meine Tischplatte im Wohnzimmer habe ich übrigens von einem Steinmetz am Friedhof, allerdings ist die nicht aus einem alten Grabstein gemacht worden. Der Tisch hatte ursprünglich eine Glasplatte, die zu Bruch gegangen war. Da kam mir die Idee einen schön gemaserten dunkelgrünen Stein als Platte zu nehmen. Der Steinmetz hat mir sogar mein Familienwappen eingraviert. Hat mich übrigens alles zusammen nur 200 Euro gekostet. Die Platte ist aber auch nur 3cm dick, also bei weitem dünner als ein Grabstein.

NACHTRAG:
Beinahe hätte ich es vergessen! Natürlich kann es auch sinnvoll sein, den Grabstein einfach in den Keller zu stellen und evtl. für eine spätere Bestattung überarbeiten zu lassen und dann wiederzuverwenden.
Ich erlebe es ganz oft, dass Familien kommen und sagen, wir sollen bitte dem Steinmetz sagen, dass das Grab Nr. xyz auf dem Friedhof xyz sowieso abläuft und sie gerne den Stein übernehmen wollen usw.

Geister

Hi Bestatter, ich lese auch seit ein paar Tagen mit und hab eine Frage: Ist da schonmal ein Geist erschienen?

Gute Frage! Das wissen nämlich die Allerwenigsten! Wir machen bei jedem Sarg am Kopfende mit dem Akkuschrauber ein 5 mm großes Loch, damit der Geist herauskommen und frei spuken kann. Vergessen wir das einmal, kommt es zu heftigen Klopf- und Stöhngeräuschen aus dem Sarg.

Diese Geister spuken aber nur drei Nächte herum. Erstaunlicherweise tun sie das nicht während der von Menschen erfunden Geisterstunde zwischen Mitternacht und ein Uhr, sondern von 03.45 Uhr bis 05.28 Uhr. Nach drei Nächten verschwinden die Geister für immer.

Das heisst, sie verschwinden natürlich nur dann, wenn in dieser Zeit in der Familie kein Matjeshering gegessen wurde und keine Junger ihre Unschuld verlor. Passiert das, ist der Geist für immer hier auf Erden gefangen und spukt forthin jede Nacht. Als einziges Gegenmittel hilft, wenn die Entjungferte sich mit Matjeshering abreibt und nackt über einen Friedhof läuft.

Ich hoffe, diese Antwort hat Dir geholfen. Ich hätte natürlich auch ganz kurz schreiben können, dass es keine Geister gibt, ich zumindest noch keinen gesehen habe, aber das hätte nicht soviel Spaß gemacht.

Nach dem Ablauf des Grabes

Eine Leserfrage zu abgelaufenen Gräbern. Was ist nach 10 Jahren noch von der Leiche übrig?

Ich hab eine Frage: Man kann ja Gräber nur für eine bestimmte Zeit kaufen, was passiert eigentlich dann mit den Überresten? Ich meine, nach 10 Jahren ist doch nicht jeder schon komplett verwest, wenn man dann die Knochen rausholt oder so, ist das dann keine Störung der Totenruhe? Und was ist wenn es noch lebende Verwandte gibt die dieses Grab besuchen wollen? Oder kann man die Überreste nochmal beerdigen?

Die Laufzeiten der Gräber sind je nach Gemeinde unterschiedlich und hängen unter anderem von den Bodenbedingungen ab. Ein Boden, in dem die Verstorbenen schneller vergehen, bringt kürzere Grablaufzeiten und ein Boden in dem die Verstorbenen länger benötigen, um zu verwesen, bedingt lange Grablaufzeiten.

In der Regel sind Reihengräber, also Einzelgräber, die der Reihe nach vergeben werden, die mit der kürzesten Laufzeit. In den meisten Gemeinden laufen diese Gräber nach dieser Laufzeit ab und können nicht wieder angemietet werden. In einigen Gemeinden ist eine Verlängerung möglich.

Oftmals können Reihengräber aber gar nicht verlängert werden. Wer dann weiterhin ein Grab haben möchte, müsste ein Wahlgrab bzw. Familiengrab anmieten, welches wesentlich teurer ist, eine längere Laufzeit hat und bei dem die Laufzeit auch verlängert werden kann.
Hier würde dann eine Umbettung erfolgen.

Wird das nicht gemacht, verliert man am Ende der Laufzeit die Rechte an dem Grab. Der Leichnam gilt als bestattet und vergangen. Eventuell vorhandene Reste verbleiben zumeist im Boden und bekommen von neu Bestatteten Gesellschaft.

Wenn die Familie nichts unternommen hat, um das Grab weiterhin zu erhalten (also Umbettung oder Verlängerung) haben die übrigen Verwandten und Bekannten leider Pech. Irgendwann steht dann ein neuer Grabstein mit einem anderen Namen an der Stelle.

Werte

Frage an den Fachmann: Was passiert eigentlich nach der Verbrennung mit den Edelmetallen die event. in der Leiche vorhanden sind wie z.B. Goldzähne, Prothesen aus Titan o.ä.? (bei einer Erdbestattung gehe ich einfach davon aus, dass sich diese Frage gar nicht stellt). Ich meine in einer Reportage gesehen zu haben, dass diese nicht mit [in die Urne kommen]. Werden diese an die Angehörigen ausgehändigt? Behält der Bestatter diese Metalle und verkauft sie eventuell sogar an einen Edelmetallhändler?
Oder müssen diese sogar entsorgt werden? Angesichts der heutigen Goldpreise von ca. 485 EUR pro Feinunze ist das ja eine interessante Sache, entweder für die Angehörigen oder den Bestatter.

Ich hatte das Thema schon einmal angerissen.

An und in der Leiche befinden sich in der Tat oft gewisse „Werte“.

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Beisetzung von Prinzessin Diana – Video

Neulich brachte ich hier das Video von John F. Kennedys Beerdigung und wies darauf hin, dass das eine der am meisten gesehenen Beerdigungen war. Mit Recht wandte jemand ein, die Nummer 1 Bestattung müsse sicherlich die von Lady Di gewesen sein. Das stimmt sicher auch, wenngleich ich gehört habe, dass auch die TV-Übertragungen der Bestattungen von Päpsten sehr gut besucht sein sollen.

Hier also der erste Teil des superlangen Videos von Prinzessin Dianas Bestattung:

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Programmhinweis

Ich bin ja so gemein, ich weiss….
Da haben mir so viele Leute Fragen gestellt und ich habe sie noch nicht beantwortet. Gut, man hat vielleicht auch nicht damit gerechnet, dass ich das sofort tue. Aber jetzt kommt das Gemeine: Ich habe sie alle schon beantwortet! Aber die betreffenden Artikel erscheinen erst in den nächsten Tagen.

Folgende Artikel sind fertig und terminiert:

06.08.2007 08:19 Bügelwäsche
07.08.2007 08:23 Gothic-Sarg
08.08.2007 08:32 Halloween
09.08.2007 08:41 Herr Mittermayer ist tot
10.08.2007 08:45 Sein letzter Wille
11.08.2007 13:35 Wann sackt das Grab?
13.08.2007 13:51 Der Geruch des Todes
15.08.2007 14:02 Wachsen die Haare nach dem Tod weiter?
16.08.2007 14:07 Sind Leichen eingefroren?
17.08.2007 14:14 Zettel am großen Zeh
18.08.2007 14:19 Bewegen sich Tote noch?

Diese Artikel sind in Vorbereitung:

Bestattungen in anderern Kulturkreisen und Religionen
Bestattungen in Südostasien
Wie gehst Du damit um? Bist Du abgestumpft?
Friedwälder
Seebestattung
Urnen selbst designen
Konkurrenzkampf
Schwarze Schafe und ihre Tricks

Ich denke, man darf gespannt sein!

Mit einem zugekniffenen Auge sieht man wie der Mond sich bewegt

Ich fahre ja nicht mehr so oft selbst mit, wenn mal jemand geholt werden muss, aber heute Nachmittag ergab sich das so. Jemand muss aus dem Krankenhaus abgeholt werden. Das ist dann immer ein Fest für den Fahrer, der mir dann mal zeigen kann, dass sich so ein Bürohengst wie ich ja gar nicht auskennen kann.
Ich gönne ihm den Spaß, denn im Grunde haben alle Leute hier alles was sie können von mir gelernt.

„Chef, machen Sie das mit den Papieren, okay?“

Ja klar, mach ich doch. Also fährt er runter in den Keller, um den Verstorbenen zu holen, da unten hilft ihm ein Pfleger. Unterdessen laufe ich um das ganze Krankenhaus herum, fahre dann mit dem Aufzug in den fünften Stock und stelle mich an der Verwaltung in die Warteschlange. Nach schon 20 Minuten bin ich an der Reihe. Ich sage brav meinen Namen und erkläre, dass ich die Leichenschaupapiere von Herrn XYZ haben möchte.

Der Typ, der da bedient, setzt sich in Bewegung. Das heisst, man kann wahrnehmen, dass er sich bewegt, so wie man wahrnehmen kann, dass der Mond über den Abendhimmel wandert. Man muss schon ein Auge zukneifen und ja nicht mit dem Kopf wackeln, um feststellen zu können, dass er von der Stelle kommt. Ganze zweieinhalb Meter muss er zurücklegen, einen Aktenschrank aufmachen, beim passenden Buchstaben den Umschlag raussuchen und dann die ganze weite, lange Strecke wieder zurück.
In der Zeit hätte ich einen VW-Käfer in seine Einzelteile zerlegt und wieder zusammengebaut!

„Hundertzwölffuffzich, dritter Stock Zimmer 312, dann mit dem Beleg wiederkommen.“

Um zu unterstreichen, dass er nicht gewillt ist, ohne den Beleg noch irgendetwas zu tun, legt er seine behaarte Hand auf den Umschlag und nickt mit hochgezogenen Augenbrauen in Richtung Tür.

Okay, ich gehe raus, den Gang hinunter, fahre mit dem Aufzug in den dritten Stock, bezahle in Zimmer 312 bei einer freundlichen Nonne meine 112,50 Euro, bekomme eine Quittung mit Stempel und fahre wieder nach oben. Das mag dann zehn Minuten gedauert haben.
Oben habe ich keine Lust, mich nochmals in die Schlange zu stellen, setze ein ganz wichtiges Gesicht auf und gehe einfach an den Wartenden vorbei in die Verwaltung.
Aber offenbar war das genau das Richtige. Der Schlurfer steht immer noch hinter dem Tresen, immer noch die behaarte Hand auf meinem Umschlag und streckt mir die andere entgegen, um die Quittung zu kontrollieren.
Das heisst, der hat die ganze Zeit keinen anderen hereingerufen, sondern stur auf mich gewartet. Kein Wunder, dass da eine lange Schlange vor der Tür steht!

In der Ruhe liegt die Kraft!
Mann, muss der kräftig sein!

Roter Bestattungswagen

Eine Frage nach einem ganz besonderen Bestattungsfahrzeug erreichte mich heute Mittag:

In einer Zeitschrift habe ich einen Citroen-Leichenwagen gesehen, ein wahnsinnig langes Teil, rot und mit einer Doppelachse hinten. Wozu braucht man so lange Leichenwagen?

Für nichts!

Es handelt sich meiner Meinung nach um einen Citroen DS Bagagère aus den frühen 70er Jahren. Das waren Spezialumbauten, die eine tonnenschwere Last transportieren konnten und zwischen dem Ruhrgebiet und Frankreich verkehrten, um Zeitschriften hin und her zu transportieren.

Die Wagen waren extrem schnell und konnten sehr viel transportieren. Teilweise waren sie wegen der ruppigen Fahrweise ihrer Fahrer etwas berüchtigt und es hieß damals, dass die Bagagères schneller als ein Flugzeug seien.

So sahen diese Fahrzeuge aus:

citroen.jpeg

Gefunden habe ich das Bild hier.

Auf dem Bild des Modells ist ein Zeitschriftentransporter mit Folienaufklebern nachträglich in das Modell eines Bestattungsfahrzeuges um“lackiert“ worden. Mir ist nicht bekannt ob/dass solche Fahrzeuge wirklich als Bestattungswagen im Einsatz waren. Dagegen spricht vor allem die unhandliche Länge und das Fehlen der Fenster, die ja nach landläufiger Meinung unabdingbar zu einem Bestattungswagen gehören.