Urnen

Die Fragen reissen nicht ab :-)

Gibt es auch andere Urnen, als die langweiligen, tristen Urnen? Kann man eine Urne selbst gestalten?

Antwort: Doppel-Ja.

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Um über dieses Thema sprechen zu können, müssen wir ein bißchen Begriffsklärung betreiben und etwas lernen. Das, was die Menschen im Allgemeinen als Urne bezeichnen, also das verzierte Gefäß aus Kupfer, Steingut oder Holz ist die Überurne, die auch Schmuckurne genannt wird. Sie ist im Grunde überflüssig und dient nur dem Kaschieren des eigentlichen Urnengefäßes. Dieses ist in Deutschland weitestgehend genormt und wird Aschenbehälter oder Aschenurne genannt.

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Isch habbe gar keine Auto

Wir hatten heute folgende Anzeige in der Zeitung:

Bestattungshaus sucht Fahrer

Helfer für die Überführung und pietätvolle Einbettung von Verstorbenen gesucht.
Mindestalter 25, PKW-Führerschein, körperlich und psychisch belastbar, zeitlich flexibel.
PKW und Telefon erforderlich.

Da ruft u.a. heute Mittag eine Frau an:

Sie: „Ich wollt mich mal erkundigen, was man da so verdienen kann.“
Ich: „Von wo rufen Sie denn bitte an?“
Sie: „Ich wohne in xyz (25 km entfernt).“
Ich: „Da wäre es am Besten wenn Sie einmal zu uns kommen.“
Sie: „Wie soll ich das denn machen? Ich habe kein Auto.“
Ich: „Sie haben aber schon in der Anzeige gelesen, daß man ein Auto braucht.“
Sie: „Ich habe einen Führerschein.“
Ich: „Das ist ja gut und schön, aber Sie müssten schon auch zu uns kommen können.“
Sie: „Wie soll ich das machen? Ich bin alleinerziehend und habe zwei kleine Kinder.“
Ich: „Aber unsere Anzeige haben Sie schon gelesen, oder?“
Sie: „Sagen Sie mal, haben Sie was gegen Frauen?“

Nee, nur gegen Doofe.

Scheintod

Ach ja, wie oft werde ich das gefragt! Wie oft höre ich Aussagen wie: „Ich will aber eine Klingel im Grab, damit ich klingeln kann, falls die mich scheintot begraben! Hahaha!“

Ich mache das jetzt mehr als 20 Jahre und in den ganzen Jahren habe ich niemals einen Scheintoten erlebt. Allerdings haben wir auch einen schweren spitzen Eisenhammer…
Nein, Spaß beiseite: Es gibt so was nicht wirklich, heute nicht mehr und nicht als feste Erscheinung.

Was will ich damit sagen:

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Fragen an den Bestatter

Mich erreichen mittlerweile tagtäglich Fragen von Interessierten zum Thema Bestattung, Trauer und Tod.
Diese Fragen werde ich ab sofort in der Rubrik „Fragen an den Bestatter“ beantworten. Über den halben August werden beinahe täglich Artikel mit ausführlichen Antworten auf solche Fragen erscheinen.

Das Thema Tod ist ja in unserer Gesellschaft tabuisiert. Deshalb bilden sich rund um mein Handwerk ganz viele Legenden und Märchen. Vielleicht kann ich mithelfen, da etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Außerdem: Wen kann man schon sowas fragen? Nun, jetzt habt Ihr einen, der gerne antwortet, also nochmals meine Bitte: Fragt ruhig!

Wenn aktuell ein Sterbefall abzusehen ist, könnt Ihr mir jederzeit eine Mail schreiben, ich helfe dann die größten Fehler zu vermeiden,

Ansonsten: Nur eine nicht gestellte Frage ist eine dumme Frage!

Die spinnt doch, die Alte

Nein wirklich, manchmal kann ich mich schon richtig aufregen. Wie alle modernen Bestatter erstellen wir unsere Auftragsbestätigungen und Rechnungen mit einem Computerprogramm. Unsere Dienstleistungen sind abgespeichert und wir müssen nur noch anklicken, was alles gemacht wurde, fertig.

Jetzt lautet der Text zu einer Rechnungsposition:

Hygienische Versorgung
Waschen, Kämmen und Ankleiden d. Verstorbenen, sowie hygienische Versorgung.

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Leichengift

Darf man Leichen anfassen? Oder vergiftet man sich da sofort? Kann man Tote anfassen?

Das Erste was ich immer von Menschen höre, die das erste Mal mit einer Leiche konfrontiert werden, oder die das erste Mal hören, was ich beruflich so mache ist: „Iiiiiih, Leichengift!“
Das Erste, was ich meinen neuen Mitarbeitern Lehrlingen und Praktikanten immer sage ist: „Leichengift gibt es nicht!“
Es ist wirklich ein unausrottbares Märchen, dass Leichen giftig seien oder ein Leichengift ausströmen würden.
Ich zitiere im Verlaufe dieses Artikel aus dem Wikipedia-Artikel „Leichengift„.

Man kann sich selbstverständlich an Leichen infizieren, so wie man sich an jedem lebenden Menschen infizieren kann. Viele Menschen die als Verstorbene zu uns kommen, sind an Infektionskrankheiten verstorben oder uns ist nicht wirklich klar, an was sie verstorben sind. Die Todesursache „Mulitorganversagen“ oder „Herzversagen“ besagt ja zunächst nichts über die Ursachen, die diesem Finale zugrunde liegen. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass Bestatter häufig die Reste der Krankenhaus- und OP-Nadeln und -schläuche entfernen müssen und besonders Unfalltote auch offene Wunden haben, tragen wir immer Gummihandschuhe beim Hantieren mit Verstorbenen.

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Morgen

Anruf: „Unser Opa ist gestorben, wann können wir zu einer Beratung zu Ihnen kommen.“

Ich: „Wann würde es Ihnen denn passen, heute gegen Abend?“

Anrufer: „Nee, heute nicht mehr, morgen früh ist besser, der Opa ist ja schließlich morgen auch noch tot.“

Stimmt!

Kombi

Ich feg mich gleich unter den Kühlschrank!

„Bestattungshaus yxz, grüß Gott!“

„Ja, hier Meier, unser Vater ist tot.“

„Ja, war denn der Arzt schon da?“

„Der war schon da.“

„Gut, dann notiere ich mir jetzt Ihre Adresse und dann kommen wir vorbei, um den Verstorbenen abzuholen.“

„Das brauchen Sie nicht.“

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