So ein derber Mist!

Heute Morgen ist uns eine 72-jährige Rentnerin seitlich in das Bestattungsfahrzeug gefahren.

Unser Auto parkte in zweiter Reihe auf einer zweispurigen Straße. Heckklappe geöffnet, Warnblinkanlage eingeschaltet. Was sollen wir machen? Umständlich einen Parkplatz suchen und den Toten dann mit einer Schubkarre dahin bringen? Ein Bestattungsfahrzeug ist ein Sonder-Kfz., es hat jedoch keine besonderen Rechte, aber die Ethik und der Respekt vor anderen sollte doch wohl jedem genügen, um auf so ein Fahrzeug etwas Rücksicht zu nehmen.

Ich habe mal, mit freundlicher Genehmigung, ein Bild aus dem Web gezogen. Der betroffene Wagen sieht genau so aus, ist allerdings dunkelblau und hat einen schmalen goldenen Streifen über die ganze Länge. Wegen der Firmenbeschriftung zeige ich unseren hier nicht.

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Irgendwann will ich auch schlafen

Ist doch wahr! Da kann ich mich voll aufregen.
Heute Morgen klingelte um 4 Uhr mein Telefon. Da sei jemand verstorben und wir müssen sofort kommen, sagte die Anruferin.
Soweit nichts Ungewöhnliches. Wenn jemand in der Wohnung verstirbt, wollen die Angehörigen meistens, dass wir sofort kommen und den Verstorbenen abholen. Kuzer Exkurs: Wenn ich ‚der Verstorbene‘ schreibe, dann mache ich das aus Bequemlichkeit. Es ist mir zu umständlich, immer ‚der oder die Verstorbene‘ usw. zu schreiben.

Also, frage ich, wo wir denn hinkommen sollen, notiere mir die Adresse und verständige die Fahrer. Kurz darauf treffe ich mich mit den Fahrern vor dem Haus der Familie. Ich mache das dann so, dass ich zuerst die Lage sondiere. Ich gucke dann, wie und wo der Tote liegt und schaue vor allem, ob alle Papiere vorhanden sind. Zuerst muss nämlich immer der Arzt da gewesen sein und den Totenschein (Leichenschauschein und Todesbescheinigung) ausgestellt haben. „Jaja, wo denken Sie hin?“, hatte die Frau am Telefon gesagt, als ich fragte, ob der Arzt schon da war und die Papiere ausgestellt hat.

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Die spinnen, die Römer!

Wir bieten neben der ganz normalen Erdbestattung natürlich auch Feuerbestattungen. Hinsichtlich der Beisetzung der Asche haben die Kunden jede Menge Möglichkeiten. Man kann die Asche dem Meer übergeben, man kann sie ins All schießen lassen. Wir bieten die Möglichkeit, sich aus der Asche einen Diamanten pressen zu lassen und man kann die Asche auch in einem Wald beisetzen lassen.
Sogar die Verstreuung der Asche von Heißluftballon bieten wir an. Und wer es ganz exklusiv will, für den finden wir sogar einen Weg, daß er die Asche daheim aufbewahren kann und letztlich damit machen kann, was er will.

Also im Grunde genommen sollte für jeden etwas dabei sein, oder?

Nein, heute rief eine Kundin an und wollte wissen, ob wir auch tibetanische Vogelbestattungen machen.

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Ihr dürft ruhig kommentieren

Ich habe da bei meinem Weblog so eine Funktion, die statistische Daten sammelt. Da kann ich feststellen, daß hier jeden Tag ein paar Hundert Leute vorbeischauen und meine Geschichten lesen.

Auch wenn meine Themen vielleicht nicht so bunt und lustig sind, aber trotzdem darf jeder gerne auch Kommentare schreiben.

Manche (Tage) haben es in sich

Au Mann, gerade komme ich von einer Überführung zurück.
Gegen 18 Uhr kam der Anruf: „Mein Mann ist vestorben, bitte holen Sie ihn ab!“
Soweit nichts Ungewöhnliches. Ich habe meine „Männer“ angerufen, also die Fahrer vom Bereitschaftsdienst. Die sind dann eingerückt, haben unseren Leichenwagen (wir sagen Bestattungsfahrzeug) gerichtet und dann dorthin gefahren.
Um 19 Uhr bekam ich einen Anruf. Es waren die Fahrer: „Chef, Sie müssen uns helfen, der Verstorbene ist so dick.“

Also bin ich auch dahin gefahren. Dann sah ich die Bescherung. Der arme Mann war in der Badewanne verstorben, ein Herzinfarkt.
Der Arzt hatte nur noch den Tod feststellen können.
Tja und der Mann wog schätzungsweise 200 bis 250 Kilo. So genau konnte man das nicht abschätzen. In jedem Fall war die Badewanne voll Mann, randvoll.

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Sie bescheissen uns ja um unser Geld!

Wie die meisten Bestattungsunternehmen vermitteln wir für unsere Kunden auch Traueranzeigen .
Bevor ich aber schildere, wie das bei uns ist, will ich kurz erzählen, wie das ansonsten ablaufen würde:

Die Leute müßten in die Stadt fahren (mit Parkplatzsuche und allem) und sich in die Schalterhalle der Zeitung stellen. Wenn sie dann an der Reihe sind, bekommen sie eine Auswahl von Anzeigen gezeigt und können sich die passende Größe aussuchen. Dann dürfen sie an einem Schreibpult selbst den Text aufsetzen. Die Mitarbeiterin der Zeitung kontrolliert das dann, ist eventuell bei Anpassungen und Korrekturen behilflich und kassiert dann beispielsweise 430 Euro für eine mittlere Anzeige.

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