Rufnummerunterdrückung

Ach, was bin ich froh, dass es jetzt die Rufnummernübermittlung gibt. Seitdem es diese feine Einrichtung gibt, hat die Zahl der Spassanrufe rapide abgenommen.

Manche fanden es ja witzig, vor allem nachts, bei einem Bestatter anzurufen und irgendeinem Saufkumpan einen Sarg an die Haustür liefern zu lassen. Uns ist es etwa 5 – 6 x im Jahr passiert, dass wir solche Anrufe bekamen, manchmal auch von Jugendlichen.
Wir sind aber noch nie auf sowas reingefallen, weil wir automatisch eine Rückrufnummer verlangen und immer zurückrufen.

Etwas komisch kam uns vor einigen Wochen vor, dass wir einen Toten in einem Zirkus abholen sollten. Aber die Sache war echt. Der Mann hatte während der Vorstellung einen Herzanfall erlitten, war daran verstorben und der Arzt hatte „natürliche Todesursache“ angekreuzt; also Abholung am Manegenrand.
Nebenbemerkung: Die ganze Zirkuscrew war zur Beerdigung gekommen.

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Der Trend geht ja allgemein zur Feuerbestattung. Dieses Jahr wird wohl das erste Jahr hier bei uns sein, in dem mehr Feuer- als Erdbestattungen durchgeführt werden. Bislang lagen die Erdbestattungen immer mit einer hauchdünnen „Mehrheit“ vorne. In den neuen Bundesländern sieht das übrigens anders aus, da wird seit Jahrzehnten überwiegend eingeäschert.

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Im Zuge der zunehmenden Feuerbestattungen gibt es auch immer häufiger den Wunsch zu anonymen Bestattungen. Hierbei wird die Urne an einem nicht näher bestimmten Tag an einem oft auch nicht näher bezeichneten Platz auf dem Friedhof beigesetzt. Je nach Kommune kann das ein Wiesenfeld sein, ein Baumhain oder eine unterirdische Gruft. Manchmal wissen die Angehörigen in welchem Teil des Friedhofs die Urne ungefähr liegt, der exakte Platz bleibt jedoch ungenannt. Das hat seinen Grund: Die Friedhofsverwaltungen wollen auf diese Weise vermeiden, dass einige Familien doch anfangen, die Stelle zu pflegen oder zu schmücken. Anonym ist eben anonym und man macht das ja in der Regel genau aus dem Grund, dass man keine Grabpflege treiben muss/will.

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Bestohlen

Sowas gibt es doch gar nicht!
Heute Nachmittag sind wir bestohlen worden. Wir wurden zu einem Sterbefall in die Nachbarstadt gerufen. Unsere Fahrer fahren mit dem Bestattungswagen vor, öffnen die Heckklappe und nehmen die Trage, um den Verstorbenen aus der Wohnung zu holen. In der kurzen Zeit, in der sie abwesend waren, hat uns jemand die Metallsperre gestohlen, mit der die Trage dann im Wagen fixiert wird.

Das ist eine 60cm lange Vierkantstange aus Edelstahl mit zwei Metallschrauben. Es kann entweder nur ein Dummerjungenstreich sein oder ein Schrottsammler hat zugeschlagen. Irgendein Privatmann kann mit dem Spezialteil nichts anfangen.

Die Herstellerfirma, die für den Ausbau dieses Bestattungswagens zuständig ist, liefert das Teil für 180 Euro. Da muss ich am Montag erst mal gucken, ob das mitversichert ist.

Ärgerlich, sowas!

Völlig überzogen

Einer meiner Auszubildenden hat seine Prüfung bestanden und ist also nun mit seiner Ausbildung fertig. Eigentlich wollte ich ihn nicht übernehmen, weil er keinen Führerschein besitzt. Aber er ist ein netter Kerl und sonst sehr fleissig. Gestern stand er dann in meinem Büro und wollte mal nachfragen wie es denn jetzt aussieht mit der Weiterbeschäftigung.

Ich sagte zu ihm, er solle sich mal überlegen, was er denn so verdienen wolle, davon würde ich dann meine Entscheidung abhängig machen.

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Was ist eine Leiche?

In meinem Betrieb bilde ich Bürokaufleute mit Schwerpunkt Bestattungswesen (IHK) und Bestattungsfachkräfte (HWK) aus. In den betriebsinternen Schulungen wird zu Anfang oft die Frage gestellt: „Was ist eine Leiche?“

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In unserem Haus wird grundsätzlich der Begriff Leiche vermieden. Wir haben keinen Leichenwagen, sondern ein Bestattungsfahrzeug und im allgemeinen Sprachgebrauch gilt bei uns der Ausdruck „der Verstorbene“ oder „die Verstorbene“ als politisch korrekt. Angehörigen gegenüber sprechen wir ausschliesslich im persönlichen Bezug, sagen also „ihre Mutter“, „ihr Vater“, „ihr Nachbar“ usw. oder ganz einfach „Herr Müller“, „Frau Meier“.

Nach unserem Verständnis ist ein verstorbener Mensch nur so lange eine Leiche, wie keine Totenfürsorge stattfindet. Das kann der Zeitraum zwischen Eintreten des Todes und der Übernahme durch einen Bestatter sein, ist aber auch der Zeitraum nach der Bestattung.

Rein rechtlich unterschiedet man hier die straf-, zivil- und ordnungsrechtliche Betrachtung:

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Bestatter sind Halsabschneider

Ist ja klar.
So sieht die Rechnung aus:

Leistungen Bestatter: 1.025,00 Euro
Vorleistungen Stadt (Grab, Trauerhalle, Kühlzelle): 4.180,50 Euro
Vorleistungen Steinmetz (Einfassung, Grabstein): 3.500, 21 Euro
Vorleistungen Gärtner (Sargschmuck, Blumen Trauerhalle): 741,00 Euro
sonstige Vorleistungen (Pfarrer, Gebühren, Auslagen): 127,00 Euro

Der preiswerteste Sarg durfte es sein, kein Totenhemd, sondern der alte eigene Schlafanzug und die Kunden zickig und schwierig ohne Ende. Dann aber über 8.000 Euro für das ganze übrige Trallala ausgeben und hinterher bei mir im Laden stehen und sagen:

„Eine Unverschämtheit, was Sie da alles berechnet haben. Wir hätten doch woanders hingehen sollen, Bestatter sind eben Halsabschneider!

Ich finde das eine Frechheit!

Neues Layout

Hab mich heute sehr gefreut, dass Peter endlich das Layout für mein Weblog fertiggestellt hat. Ich finde das jetzt sehr angemessen und hatte mich an dem Übergangslayout auch ehrlich gesagt sattgesehen.

Ich hoffe, es gefällt auch meinen Lesern.

Wie oft nehmen Sie den Sarg? Wird der Sarg mitverbrannt?

Was glaubt Ihr, wie oft ich gefragt werde:

„Wir der Sarg wirklich mit verbrannt? Den nehmen Sie doch bestimmt mehrmals, oder?“

Auch wenn der Sarg mit das Teuerste an der ganzen Bestattung ist, so ist er das nur deshalb, weil über den Sargverkauf die notwendigen sonstigen Kosten mitfinanziert werden. (Telefondienst, Bereitschaft usw.) In der Anschaffung macht er eher einen niedrigen bis mittleren Posten aus. Für Feuerbestattungen nimmt man sowieso Särge, die dafür konzipiert wurden. Für eine Erdbestattung sollte der Sarg eine bestimmte Festigkeit haben, die preiswertere Feuersärge, die sogenannten Verbrenner, nicht haben.

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