Neue Einträge in der Bestattersuche

Seit heute Nacht haben wir etliche neue Einträge von Bestattern in der Bestattersuche des Bestatterweblogs.
Man soll sich halt nicht auf andere verlassen …
Also habe ich eine Nachtschicht eingelegt und die ganzen Anfragen, die seit Juni 2014 sich aufgetürmt hatten, nun selbst eingetragen.

Wie immer gilt:

Die Einträge in die Liste sind kostenlos.
Es ist kein Mitgliedsbeitrag erforderlich, es wird von den Bestattern keine Provision verlangt.
Jeder Bestatter kann die Aufnahme in die Liste selbst beantragen.
Man muß nicht Mitglied eines Verbandes sein.

Die Bestatter haben entweder eine Rechnung und eine Beschreibung ihrer Leistungen vorgelegt oder wurden anonym überprüft.
Die Aufnahme in die Liste bedeutet jedoch nicht unbedingt eine Empfehlung.
Bestatter, über die mir Negatives berichtet wird, fliegen u.U. aus der Liste wieder raus.

Man kann gegen einen kleinen Obolus einen Premium-Eintrag bekommen. Dieser ist besonders gekennzeichnet und man hat dann über den Normaleintrag hinaus, die Möglichkeit, sein Unternehmen vorzustellen und ein Logo oder eine Anfahrtskizze einzubinden.
Ich bitte die betreffenden Bestatter über einen Premium-Eintrag nachzudenken und ihre Angaben zu überprüfen.
Merke: Wer keine Auflistung der von ihm bearbeiteten Städte eingereicht hat, kann nur unzureichend gefunden werden.
Die Städte übermittelt man durch Postleitzahlen. Entweder als Block (z.B. 12345-23456) oder als einzelne Angaben (z.B. 43122, 43333, 43781).

Soll ich zum Billigbestatter gehen? Sind Discountbestatter aus dem Internet seriös?

Ich muß mich um die Bestattung meiner Schwester kümmern. Diese ist zwanzig Jahre älter als ich und hatte die Familie bereits verlassen, als ich geboren wurde.
Seitdem hatte niemand in der Familie Kontakt zu ihr. Nun ist sie mittellos in Mitteldeutschland verstorben. Aus der Lektüre ihres hervorragenden Blogs weiß ich, daß ich wohl um die Bezahlung nicht herum komme, da ich bestattungspflichtig bin.
Aber es gibt doch diese 499 bis 799-Euro Billig-Angebote aus dem Netz.
Wäre das eine Möglichkeit für mich, das so günstig wie möglich abzuwickeln?
Ich schätze ihre Kompetenz sehr und warte dringend auf Ihre Empfehlung.

Vielen Dank für das Lob.

Mittellos in Mitteldeutschland zu versterben ist schon heftig.
Ich kann Sie gut verstehen. Nun für die Bestattungskosten für eine Person aufzukommen, mit dem einen so gar nichts verbindet, das ist stellenweise als Zumutung einzustufen. Es gibt ja durchaus familiäre Konstellationen, in denen auch Haß und Abneigung eine Rolle spielen und dennoch ist man verpflichtet die Bestattung zu bezahlen.

Ob die Sozialbehörde die Kosten einer mittellosen Mitteldeutschen übernimmt, hängt nicht von den Vermögensverhältnissen der Verstorbenen, sondern von der finanziellen Situation der Angehörigen ab.
Solange es einen Bestattungspflichtigen gibt, der für die Kosten aufkommen kann, hält der Staat sich raus.

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Tod in Brasilien und das Salz der Erde

Hallo Tom-Peter,

zuerst (m)einen kurzen Glückwunsch zum achtjährigen Blogjubiläum!

Dann wollte ich dir schreiben, dass im Norden Brasiliens zumindest in
den achtziger Jahren die katholische Kirche einen Sargverleih betrieb,
weil die Sterblichkeit sehr hoch und die Leute bitterarm waren.

Dort herrscht(e?) auch der Glaube, dass Kinder, die noch vor der Taufe
starben – anders als die getauften – nicht in den Himmel/ins Paradies
kommen, sondern im Limbus¹ bleiben.
Damit sie von dort allein ihren Weg finden können, werden sie mit
offenen Augen bestattet.

Obiges lernte ich gestern im Kino aus dem Film „Das Salz der Erde“.²
Ich fand ihn sehr beeindruckend, aber keine leichte Kost.

Viele Grüße
Thomas

¹ https://de.wikipedia.org/wiki/Limbus_%28Theologie%29
² https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Salz_der_Erde_(2014)

Trauerfeier in Dom oder Kathedrale?

muensterHallo Herr Wilhelm,

erst einmal vielen Dank für ihre herrlichen Texte, die ich seit Jahren gerne verfolge (schöne Grüße an meinen Vater, der mich drauf gebracht hat). Heute ist, während ich mit diverser Verwandtschaft durch unsere Stadt spaziert bin, die Frage aufgekommen, wie man es eigentlich anstellt, in einer Kathedrale betrauerfeiert zu werden. Muss man unbedingt Bischof oder Präsident oder sonst eine Art von Großkopfertem sein? Stellt man sich hinten an oder verstirbt, wenn gerade einmal etwas frei ist? Oder ist der Andrang so gering, dass man seinen Bischof einfach mal freundlich fragen sollte?

Wir hatten dann überlegt, ob der Dom nur denjenigen zur Verfügung steht, die in der Nähe wohnen, aber ich habe gemutmaßt, dass Kathedralen gar keinen eigenen Pfarrbezirk haben, sondern eben dem ganzen Bistum gleichviel zur Verfügung stehen. Hat man, so man denn einer über Kathedralen verfügenden Konfession angehört, womöglich sogar ein Anrecht auf Dombenutzung? In der Praxis bestimmt nicht, aber vielleicht gibt es so etwas in den Untiefen des Kirchenrechtes ja zumindest theoretisch … Wir beabsichtigen eigentlich auch nicht, uns selbst dort zu verabschieden, aber einfach aus Neugier wäre es schön, wenn Sie uns aufklären könnten, so Sie denn darüber Bescheid wissen.

Freundliche Grüße,
L.

Ich muß offen gestehen, daß ich keine Ahnung habe.
Normalerweise findet die Totenmesse in der Kirche statt, zu deren Sprengel man gehört.
Ob man besonders prominent sein muß, um nun auch in Dom oder Kathedrale befeiert zu werden, kann ich nicht sagen.
Immerhin wurde Hannelore Kohl, die eigentlich in Ludwigshafen-Oggersheim wohnte, im Dom zu Speyer ihrer Trauerbefeierung unterzogen.

Auch für die Opfer von Katastrophen werden oft gemeinsame Trauerfeiern in großen Kirchen abgehalten. Ob das dann etwas mit der großen Zahl der Trauergäste zu tun hat, kann ich nur mutmaßen.

Bestimmt gibt es da irgendwelche kircheninternen Spielregeln, wer wo gefeiert werden darf.
Vielleicht ist es aber auch einfach nur so, daß man fragen und die Messe bezahlen muß.

Ich gebe die Frage in die Runde weiter, vielleicht kennt sich unter den Leserinnen und Lesern jemand da besser aus.

Zypern oder Lappland? Herr Mubatai

Diese Geschichte stammt aus dem irgendwann erscheinenden Satireband „Du mich auch!“.
Die Texte in diesen Satirebüchern haben nichts mit dem Bestatteralltag zu tun, sondern schildern die Zeit meiner schriftstellerischen Arbeit, nachdem ich mein Unternehmen aufgegeben habe.
Wir wohnten damals vorübergehend zur Miete. Die wichtigsten Personen, die man in dem Buch in eigenen Geschichten vorgestellt bekommt, sind „Kalle, der Schrauber“, der eine eher unkonventionelle Autowerkstatt betreibt und Frau Ruckdäschl.
Frau Ruckdäschl wohnt im Parterre zwischen der immer einen spaltbreit geöffneten Wohnungstür und dem, zur Straße weisenden, Balkon. So ist sie omnipräsent für die Überwachung der übrigen Hausbewohner als selbsternannte Concierge tätig.
Ihre besondere Zuneigung gilt ihren kräftig blühenden Geranien, die sie in ihrem manchmal noch durchdringenden heimischen, norddeutschen Dialekt „Scherohnien“ nennt. Ansonsten spricht auch Frau Ruckdäschl, wie fast alle handelnden Personen breitesten badisch-kurpfälzischen Dialekt. Indes, die Bezeichnung Scherohnie ist inzwischen auf sie selbst übergegangen, wir zumindest nennen sie oft so.
Die übrigen erwähnten Personen sind alles Nachbarn.

Zum Verständnis der folgenden Geschichte muß man noch wissen, daß wir Wochen zuvor unseren Nachbarn, Herrn Kleiber, sehr kostenschonend und nachbarschaftlich unter die Erde gebracht hatten. Nun war ihm auch seine Frau in die ewigen Jagdgründe gefolgt:

Nachdem wir auch Frau Kleiberle einen wunderschönen Platz in der ‚Friedensoase’ verschafft haben, machen sich Herr Ofenloch und Costas daran, ihre Wohnung auszuräumen. Da sich niemand an dem Hab und Gut der Kleiberles bereichern will, kommt das meiste auf den Sperrmüll. Nur wenige ausgesuchte Stücke nehmen sich die Nachbarn, mehr so als Andenken an die Kleiberles. Wir bekommen die Waschmaschine und die Auslegeware und auch über Herrn Kleiberles Angelausrüstung freue ich mich sehr. Anke nimmt noch das ganze Geschirr und die Tischwäsche, wir wollen ja im Grunde nichts. Kalle bekommt den Fernseher und die Wohnzimmereinrichtung und Costas kann so ziemlich alles aus der Küche gut gebrauchen. Herr und Frau Muschelknautz finden das Gästezimmer ganz schön und nehmen die Möbel und die Garderobe von Frau Kleiberle. Frau Ruckdäschl, die alte Scherohnie will weder Möbel, noch Teppiche. Ihr genügt eine Kiste mit alten Briefen und Fotos. „Man will doch schließlich wissen, was das für Leute waren!“
Mit dem Ausräumen müssen wir uns beeilen, die Wohnung soll nämlich schon nächste Woche wieder vermietet werden.

Die neuen Leute heißen Mubatai. Das Ehepaar ist etwa 50 Jahre alt und keiner im Haus weiß, woher sie stammen. Deutsche sind es jedenfalls nicht. Mir ist das zunächst gar nicht aufgefallen. Ich habe Herrn Mubatai ein paar Mal im Treppenhaus getroffen und mich stets angeregt mit ihm unterhalten. Aber bei mir ist das ja so, dass ich die Eingeborenen hier in Nordbaden ohnehin nur sehr selten verstehe und deshalb immer nur freundlich nicke und ganz unverbindliche Sachen sage, wenn ich angesprochen werde. Erst als Frau Ruckdäschl mir erzählte, dass sie Herrn Mubatai auch nicht verstehe, erkannte ich, dass der wohl keinen badisch-kurpfälzischen Dialekt spricht, sondern irgendeine unbekannte andere Sprache dieser Welt.
Also wenn ich ehrlich bin, mein Verhältnis zu Herrn Mubatai hat darunter nicht gelitten.

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Ich bin ein Mann

So. Ist einfach so. Kann ich nix für, ich wurde so geboren.
Ja gut, meine Frisur wechselt immer mal wieder, mal mag ich es militärisch kurz und am Kinn glattrasiert, mal mag ich es etwas länger nur mit Schnurrbart.
Im Moment trage ich mein üppiges Haupthaar etwas länger und offen.

Aber ich bin weit davon entfernt, dadurch eine Langhaarfrisur zu haben; und mich für eine Frau zu halten, ist schon aufgrund meiner etwas derben Bewegungsweise kaum möglich. Obwohl, wenn ich mir da die eine Freundin meiner Frau so angucke, wie die sich so bewegt …

Nun denn, sei’s drum: Ich finde es von Facebook Scheiße, daß die mich jetzt einfach zur „AutorIn“ gemacht haben.
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Poststreik macht auch vor Urnen nicht Halt

urne-im-kartonWarten auf die Mutter
Helga Meier wartet wegen des Poststreiks seit drei Wochen vergeblich auf Urne

Helga Meiers Mutter Karin Kerscher starb am 6. Juni in Schwandorf an den Folgen eines Schlaganfalls – sie wurde 71 Jahre alt. Das Bestattungsunternehmen Zwack aus Wernberg-Köblitz brachte sie zur Aussegnung nach Schwarzenfeld (Kreis Schwandorf), dann zur Einäscherung ins Krematorium nach Regensburg.

Von dort kam die Urne am 11. Juni in den Postversand. Seitdem wartet die 47-jährige Schwarzenfelderin darauf, ihre Mutter beisetzen zu können. Wegen des seit Wochen andauernden Streiks hat die Urne das Paketzentrum Regensburg offenbar bis heute nicht verlassen.

Quelle: Oberpfalznet
ein weiterer Fall: wdr.de

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