Helmut Kohl – Bestattung Fragen und Antworten

Waren die vielen Sargträger nötig, weil Helmut Kohl so dick war?

Die Zahl der Sargträger entsprach dem Protokoll. Es handelte sich um Abordnungen der deutschen Streitkräfte.
Auch Altkanzler Helmut Schmidt hatte acht Sargträger. Durch die hohe Anzahl möchte man dem Verstorbenen eine besondere Ehre erweisen.

Das Gewicht des verstorbenen Kanzlers hat hier keine Rolle gespielt.
Helmut Kohl war beinahe 90 Jahre alt und hatte in den letzten Jahren auch sichtlich an Gewicht verloren.

War der Leichenwagen für Kohl ein Bugatti? Ich habe das B am Kühlergrill gesehen.

Nein. Es handelte sich um einen Bestattungswagen auf Basis einer Mercedes E-Klasse, wenn mich nicht alles täuscht.
Das Fahrzeug stammte von der Firma Binz.
Unter diesem Link kann man weitere Fahrzeuge der Firma betrachten, unter anderem auch den Tesla-Bestattungswagen.

https://www.binz.com/de/fahrzeuge/bestattung.html

Das B im Kühlergrill ist das Signet der Firma Binz.
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Ich will ein Grab für die Ewigkeit

Leser Thomas möchte am liebsten in einem amerikanischen Metallsarg für alle Zeiten irgendwo als Leichnam überdauern. Geht das?

Hallo,

nicht zuletzt durch diesen Blog angeregt macht man sich Gedanken um die eigene Bestattung.
Mir gefallen beide gängige Möglichkeiten nicht sonderlich. Verbrennen? Nee!
Erdbestattung? Damit man bei Neubelegung des Grabes einmal durchgequirlt wird – auch nee! (mit dem Ewigkeitsgebot der Juden oder Moslems könnte ich leben – möchte aber nicht unbedingt Mitglied dieser Religionen werden)
Was mir am besten gefallen würde: In einem USA-Sarg in irgendeinem Keller oder U-Bahnschacht in ein freies Eckchen gestellt werden und dort bleiben bis in the year 2525!
Gut – jetzt wird das Argument kommen, dass man nach dem Tod von alledem nichts mehr merkt – mag stimmen – beruhigt mich trotzdem nicht!
Privatmausoleum scheidet aus pekunären Gründen eher aus!
Was würde der erfahrene Bestatter mir da raten? Gibt es irgendwo annonyme Erdbestattung mit „Ewigkeit“? Gäbe doch sicherlich Interessenten dafür.

Thomas

Hi Thomas,

Du könntest noch Bischof werden, um unter dem Fußboden einer Kirche bestattet zu werden.
Oder Du gründest eine eigene Religion mit besonderen Bestattungsvorschriften und berufst Dich vehement auf das Gleichstellungsgebot.
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Dieser Kölner Bestatter hat uns abgezockt – bekommen wir das Geld wieder?

Sehr geehrter Herr Wilhelm,

ich habe im Internet Ihren Blog entdeckt, finde toll, dass Sie das machen. Ich möchte mich mit einer Sache wegen Bestattervertrag an Sie wenden.

Meine Mutter hatte schon vor vielen Jahren einen Bestattervorsorgevertrag bei der Kölner Firma I. abgeschlossen.
2014 ist sie verstorben und ich habe innerhalb von 2 1/2 Tagen die Beerdigung stemmen müssen.
Zunächst war ich dankbar auf den Bestattervertrag zurückgreifen zu können, habe dann aber im Gespräch mit dem Bestatter mich oft über die ziemlich hohen Preise gewundert.
Allerdings hatte ich wegen des emotionalen und zeitlichen Stresses keine Möglichkeit und keine Nerven, da nochmal Vergleichsangebote einzuholen.
Der Bestatter hat dann nochmal alle Positionen aufgelistet, teilweise wusste ich gar nicht, was mit den einzelnen Positionen gemeint war und habe dann das unterschrieben.

Als dann die Beerdigung vorbei war, und die Endabrechnung kam, habe ich mich sehr geärgert, weil ich dann wusste, was die einzelnen Positionen bedeuteten und ich immer mehr erkannte, dass meine Mutter damals sehr übervorteilt wurde.
Ich hatte mich auch bei anderen Bestattern am Ort, bei dem Verbraucherschutz und im Internet schlau gemacht.
Ich war so verärgert, als ich erkannte wie da der gute Glaube der alten Menschen ausgenutzt wird, dass ich in diesem Zustand keinen Brief an den Bestatter schreiben wollte, zumal ich auch immer wieder längere Zeit im Ausland war.

Da ja die Ansprüche aus den Bestatterverträgen erst nach 3 Jahren verjähren ( in unserem Fall Ende 2017) und ich jetzt mehr emotionale Distanz zu der Sache habe, habe ich vor kurzem einen Brief an den Bestatter geschrieben, in dem ich um Rückerstattung mancher Beträge gebeten habe.
Die abgerechneten Leistungen lagen alle über dem Branchendurchschnitt, bei den Sterbebildern kann ich sogar sagen, dass das Wucher ist, was mir auch der Verbraucherschutz bestätigte, ich aber in dem Brief nicht ganz so ausdrückte.

Bereits nach 2 Tagen kam ein ganz kurzer Brief zurück, der auch wieder zeigt, dass es dieser Kölner Firma nicht um Kundenzufriedenheit geht, sondern nur um Geldverdienen.
2 kurze Sätze und sonst nichts, i.A. unterschrieben von jemand aus dem Qualitäts- und Reklamationsdienst.
Ein privater Bestatter würde so nie schreiben.

Ich sende Ihnen den Brief und die Antwort und auch die Abrechnung von damals. Ich bitte Sie herzlich, das mal durchzulesen und mir mitzuteilen, ob ich so falsch liege und was ich jetzt machen soll. Ich habe gehört, da gibt es so eine Schlichtungsstelle.
Mir geht es um das zuviel bezahlte Geld, aber auch um das Prinzip, weil ich den Eindruck habe, dass das mit vielen alten Menschen so gemacht wird.

Dieser Eindruck deckt sich auch mit den Testberichten über dieses Unternehmen, wo es hiess, dass bei vielen Testberatungen trotz ausdrücklichen Wunsch nach der günstigsten Bestattung, von den Beratern viel teuere Bestattungsangebote abgegeben wurden, und die billigere Variante erst gar nicht erwähnt wurde. So wird es wohl auch meiner Mutter gegangen sein.

Ich habe mir die Rechnungsaufstellung angeschaut. Ich kann daran nichts Außergewöhnliches feststellen.
Der Gesamtpreis liegt im Rahmen dessen, was in der Branche verlangt wird.
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HIV und Hepatitis – Aufbahrung möglich?

Mein Name ist N. und vor einer Woche ist mein Bruder gestorben.
Wir wollten Abschied nehmen, aber der Bestatter hat das abgelehnt mit der Begründung, dass mein Bruder HIV und Hepatitis C hätte.
Meine Frage ist: War das richtig so oder gab es eine Möglichkeit des Abschieds mit offenen Sarg .
Ich bedanke mich für Ihre Zeit und eine Antwort
Mit freundlichen Grüßen
N.

Heutzutage ist eine kurze Abschiednahme am Sarg bei Vorliegen von HIV und HVC unter streng kontrollierten Bedingungen möglich.
Ein Kontakt mit dem Verstorbenen und mit der Innenseite des Sarges ist zu vermeiden.

Gemäß dieser Vorstellungen würde man als Bestatter die Angehörigen zur Abschiednahme begleiten, den Sarg kurz öffnen und bis zum Ende der Abschiednahme dabei bleiben. Eventuell würde man noch Einweghandschuhe an die Familie ausgeben und eine Desinfektion sicherstellen.
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Gunter Gabriel ist tot

Wie am Donnerstagnachmittag bekannt wurde, verstarb Countrysänger Gunter Gabriel eineinhalb Wochen nach seinem 75. Geburtstag an den Folgen eines schweren Treppensturzes. Wie ein Freund von ihm jetzt in einem Interview berichtet, hat Gabriel die Auswirkungen seines Unfalls wohl tragischerweise unterschätzt.

Quelle: Focus

Sonderrechte für Helmut Kohl – Das geht ja gar nicht!

„Mit Erstaunen lese ich, daß Helmut Kohl zu Hause aufgebahrt ist und das für mehrere Tage. Das stinkt gewaltig nach einer Bevorzugung des Herrn Dr. Kohl. Wie man sieht, gilt hier wieder mal nicht gleiches Recht für alle.
In Rheinland-Pfalz muss eine Leiche in 36 Stunden begraben sein. Warum wohl nicht Herr Kohl? Mafia der politischen Bevorzugung!“

Die Aufbahrung eines Verstorbenen daheim ist eine alte Tradition.
In den Zeiten bevor es hauptberufliche Bestatter gab, war es sowieso Tradition, die Verstorbenen zu Hause bis zum Beerdigungstag aufzubahren.

Das örtliche Bestattungsgesetz schreibt vor, daß ein Leichnam spätestens nach 36 Stunden in eine Leichenhallte überführt werden muß.
Es heißt aber auch: „Die örtliche Ordnungsbehörde kann Ausnahmen von dieser Verpflichtung zulassen, wenn gesundheitliche Gefahren nicht zu befürchten sind und eine würdige Überführung gesichert ist.“

Dieses Recht gilt für jedermann und wird auch von ganz normalen Bürgern immer mal wieder in Anspruch genommen.
Es gibt hier also keinerlei besonderen Vergünstigungen für die Angehörigen des Herrn Kohl.

In Anbetracht des sogenannten „Leichentourismus“, der immer einsetzt, wenn eine prominente Person in einer öffentlichen Trauerhalle liegt, ist es möglicherweise eine gute Entscheidung hier das gesicherte Heim vorzuziehen.

INFO BOX

Fall aus der Schlagerszene im Jahr 1969 überliefert

Fälle von Einbrüchen in Leichenhallen gibt es im Bundesgebiet immer wieder. Rund um den mysteriösen Tod der Schlagersängerin Doris „Alexandra“ Nefedov („Mein Freund der Baum“) im Jahr 1969 in Schleswig-Holstein ist jedoch ein Detail überliefert. Demnach waren zu der Zeit zwei Jugendliche in die Leichenhalle eingebrochen, in der der Körper der Sängerin lag. Sie hätten die Tote noch ein letztes Mal sehen wollen, sagten sie später. Weil sie aber von der falschen Seite her in die Halle eingebrochen waren, und sie darauf der Mut verließ, waren sie gar nicht erst an die Leichenkammer gelangt. Quelle: Badische Zeitung

Man mag von Helmut Kohl als Mensch und als Politiker halten was man will, grundsätzlich steht ihm die gleiche Verneigung vor dem Toten und eine ehrende Haltung zu, wie jedem anderen Verstorbenen auch.
Über seine Lebensleistung mag man unterschiedlicher Meinung sein, aber er ist Mensch, Vater, Ehemann und Nachbar. Die Menschen, die ihn liebten und mochten haben einen Verlust zu beklagen; und der Respekt gebietet es, daß man angesichts der Trauer mit bösen Worten der Abrechnung sparsam umgeht.

Bildquelle: Von Konrad Adenauer Stiftung – Marie-Lisa Noltenius – http://www.flickr.com/photos/kasonline/7886352756/, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25314756

Darf man einen Verstorbenen fotografieren?

In letzter Zeit erreichten mich einige Fragen zu diesem Thema.
Einer fragte, ob es statthaft sei, von einer aufgebahrten guten Freundin ein Erinnerungsfoto zu schießen.
Ein anderer wollte wissen, ob er für seinen Account bei einem sozialen Netzwerk Bilder von Unfallopfern anfertigen darf.
Und eine dritte Person hatte die Frage:

„Ich bin auf Beerdigung von ein Freund eingeladen. Sein Freundin ist gestorben. Sie war Türkin. Ist es erlaubt die zu fotografieren? Will ein Selfie machen. Nur so zum erinnerung!“

Grundsätzlich ist es eine sehr alte Tradition, Verstorbene zu fotografieren.
Mit einem solchen Foto möchte man die Zeit festhalten, die Erinnerung auf Fotopapier bannen und sich ein Andenken schaffen.
Das Vergängliche soll für alle Zeit konserviert werden.
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