Ich gehe sehr gerne auf Friedhöfe, schaue mir die alten Grabsteine an und lausche dem Vogelgezwitscher.
Das habe ich jetzt seit vier Jahren nicht mehr gemacht, denn ich bin Mutter geworden.
Die dort geltenden Regeln sind es, die mich zurückhalten, mit meinen Zwillingen über den Friedhof zu spazieren. Ich weiss nicht, ob ich für Ruhe garantieren kann.
Wie ist das, darf man mit Kindern auf den Friedhof? Würden Kinder von Trauernden / Grabpflegenden eher toleriert?
Ich bin ein Nachkömmling. Das heißt ich bin recht spät geboren. Das führte dazu, daß Onkel und Tanten alle schon mit dem Sterben beschäftigt waren, als ich noch klein war.
Die Großeltern habe ich gar nicht erlebt, sondern nur ihre Gräber gekannt.
Der Friedhof war oft mein Spielplatz. Vater oder Mutter kümmerten sich um die Grabpflege. Sie pflegten noch Gräber anderer Verwandter mit, weil deren Hinterbliebene schon zu alt dafür waren.
Ich habe immer Wasser geschleppt und mir ansonsten die Zeit anderweitig auf dem Friedhof vertrieben. Ich war aber nicht der Einzige. Da war die Bank mit den „Invaliden“. Da gab es Ecken, wo sich Liebespaare trafen und es gab Stellen, an denen alte Frauen saßen und strickten. Und die waren nicht gerade leise. Ja, es wurde gelacht und geplappert.
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